HANDBALL-OBERLIGA: Warum dem VfL Mennighüffen eine hammerharte Saison bevorsteht
VON JÜRGEN KRÜGER
VfL Mennighüffen, Saison 2010/11 | FOTO: JÜRGEN KRÜGER
Löhne-Mennighüffen. Die neue Saison 2010/11 der Handball-Oberliga wird wahrscheinlich genauso spannend wie die abgelaufene. Das liegt einmal an der zweiten Stufe der Liga-Strukturreform, zum anderen an der Leistungsdichte der Mannschaften. Alles läuft auf eine Zweiklassen-Gesellschaft hinaus, in der der VfL Mennighüffen in der unteren Hälfte mitmischt.
Ziel des VfL ist nach Auskunft von Trainer André Torge der Klassenerhalt. "Um ganz sicher zu gehen, braucht man mindestens Platz neun", so der 37-Jährige, der bereits im vierten Jahr die Verantwortung auf der Bank der Grün-Weißen trägt. Möglich sind zwei bis sechs Absteiger. Die Zahl hängt davon ab, welche westfälische Mannschaften aus der neuen 3.Bundesliga absteigen. Im Extremfall ist sogar eine Aufstockung der Oberliga auf 16 Mannschaften geplant. In der kommenden Saison sind 15 Teams am Start. Es ist sehr gut möglich, vielleicht auch realistisch, dass erneut drei Teams, wie im vergangenen Jahr, den Weg in die Verbandsliga antreten müssen.
Die Mennighüffener wollen nicht dazu gehören, laufen aber Gefahr, bis Ende Oktober ans Tabellenende durchgereicht zu werden und sich von unten nach oben durchkämpfen zu müssen. Mit Augustdorf/Hövelhof (H), Lemgo II (H), Menden-Lendringsen (A), Gladbeck (H) und Bielefeld/Jöllenbeck (A) hat der VfL zum Saisonstart gleich fünf der erwarteten Spitzentams vor sich. Es folgen die Spiele gegen die "grauen Mäuse" Bergkamen und TSV Hahlen, ehe die Gegner auf Augenhöhe Soest, ASV Hamm II, Schwitten, Gütersloh, Ibbenbüren, Riemke und Verl bevorstehen.
Die neue Mannschaft des heimischen Oberligisten hat ein völlig anderes Gesicht als die alte. Prunkstück wird die Abwehr sein, die sich mit dem ehemaligen griechischen Nationaltorwart Georgios Triantafillou enorm verstärkt hat. Im Mittelblock der 6:0-Abwehr räumen Rückkehrer Marcel Themann und Kay Daumann alles ab. Bei den offeneren Varianten, 3:2:1 und die etwas flacher postierte 5:1-Formation, werden Nils Gimpel-Henning und Jonas Bextermöller die vorgezogene Position einnehmen. Die große Unbekannte im Mennighüffener Spiel wird wohl der Angriff sein.
Bei den Testspielen wurde offensichtlich, dass vor allem auf der Linksaußen-Position durch den Weggang von Martin Damm nur noch ein laues Lüftchen weht. Auch Marco Büschenfeld, der zum Drittligisten TuS Spenge wechselte, wird nur schwer zu ersetzen sein, auch wenn niemand Henrik Bolte unterschätzen sollte. Bislang hinterließ der Neuzugang aus Eicken einen ordentlichen Eindruck. Auf der halbrechten Rückraum-Position wird Till Orgel immer stärker, auf der Königsposition im halblinken Rückraum bleibt abzuwarten, ob Stefan Paland die Lücke von Falco Wieland (TV Verl) schließen kann.
"Die Vorbereitung ist positiv verlaufen. Meine Mannschaft ist dort, wo ich sie haben wollte. Allerdings haben wir noch einige Dinge im Zusammenspiel nach vorne zu verbessern. So sind zum Beispiel die Laufwege noch nicht optimal", sagt Trainer Torge.
Ungünstig auf die Vorbereitung hätte sich allerdings ausgewirkt, dass die Mannschaft nicht immer komplett beisammen gewesen sei: Die Krankheit von Sebastian Theise zum Beispiel, die Fußverletzung von Julian Peitzmeier, sowie berufliche und studienbedingte Zwänge einiger Spieler. "Es hat sich eine erste Sieben herausgebildet, doch wenn wir wechseln müssen, dann wird es schwierig", sagt Torge. Das hätten die Testspiele, vor allem gegen höherklassig spielende Mannschaften gezeigt.
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