1.Herren

Abteilungsleiter Edwin Scheer (hintere Reihe v.l.), Jonas Bextermöller, Henrik Bolte, Sportlicher Leiter André Zwiener, Julian Peitzmeier, Arne Kröger, Mannschaftsarzt Marian Kolodziejczyk; Trainer Frank Käber (mittlere Reihe v.l.), Sebastian Theise, Betreuer Sven Pfeifer, Kay Daumann, Jonas Köster; Arne Birkner (vordere Reihe v.l.), Michael Scholz, Torwart Christian Neumann und Physiotherapeut Matthias Isemann. | FOTO: EGON BIEBER
VFL Mennighüffen Saison 2011/12
| Anzahl der Spieler: | 13 | |
| Zugänge: | 4 | |
| Abgänge: | 7 | |
| Saisonziel: | eine bessere Platzierung als im Vorjahr | |
| vorherige Position: | 13. Platz (Oberliga) | |
| Haupttorschütze: |
|
Trainingszeiten:
Dienstags und Donnerstag von 18.30 - 20.15 Uhr neue Halle Mennighüffen
Freitags von 18.30 - 20.30 Uhr Sporthalle Brunnenstr., Löhne-Ort
Ein kritischer Rückblick auf die Oberligasaison 2010/2011
Vorab wieder einmal einige Schlagzeilen aus der vergangenen Oberligasaison:
- Nach 25 Jahren Oberligazugehörigkeit steigt unsere erste Mannschaft in die Verbandsliga ab.
- Es gab während der Spielzeit einen Trainerwechsel. Zum Jahresbeginn löste Frank Käber Andre Torge auf der Kommandobrücke ab.
- Während der ersten Serie gab es nur einen Sieg gegen Tura Bergkamen. Mit 2:26-Punkten beendete man die Hinserie als Tabellenletzter - in der Rückrunde wurden elf Zähler eingefahren.
- Vier von fünfzehn Teams stiegen ab, unsere Mannschaft musste am Ende als Drittletzter die Klasse verlassen.
- Unserer erste Mannschaft konnte bei den Auswärtsspielen keinen Punkt ergattern, lediglich am grünen Tisch bekam man zwei Zähler zugesprochen, da Teutonia Riemke am vorletzten Spieltag einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hatte.
- Bei 763 erzielten Toren war unser Angriff nicht durchschlagskräftig genug. Lediglich Schlusslicht TV Verl erzielt weniger Tore als der VfL. Dagegen war auf die Abwehr Verlass und bei 832 Gegentoren stellte der VfL die achtbeste Abwehrreihe der Liga.
- Während man in der Hinrunde auf dem letzten Platz rangierte, schloss man die Rückserie als Tabellenelfter ab.
- Die neue Anwurfzeit (Samstags 19.00Uhr) wurde vom Publikum nicht angenommen und in der kommenden Spielzeit wird wieder am Sonntag um 17.00 Uhr gespielt.
Doch kommen wir zu unserem VFL. Trainer Andre Torge musste nach der letzten Saison fast auf die komplette erste Sieben der Spielzeit 2009/2010 verzichten. Mittelmann Marco Büschenfeld (zum Drittligisten TuS Spenge), Routinier Guido Klöpper (Laufbahnende) und Rückraumschütze Falco Wieland (zum Ligakonkurrenten TV Verl) prägten in der Vorsaison das Angriffsspiel des VfL. Zudem heuerten Torhüter Sebastian Brüggemeier, Linkshänder Björn Ebert und Linksaußen Martin Damm beim Landesligisten TV Werther an. Timo Kenschner, der beim VfL in den zwei Jahren selten überzeugen konnte, wechselte zum Verbandsligisten TuS Eintracht Oberlübbe. Die drei erfolgreichsten Torschützen der Saison 2009/2010 standen also nicht mehr im Kader. Dafür liefen Arne Kröger (A-Jugend HSG Hüllhorst), Henning Kiel (TuS Eintracht Oberlübbe), Stefan Paland (HSG Grönegau Melle), Henrik Bolte (Eickener Spvg.), Rückkehrer Marcel Themann (HSG Stemmer/Friedewalde) und Torwartroutinier Georgios Triantifillou (Ibbenbürener Spvg.) für den VfL auf. Da es aufgrund der Neuordnung in der 2. Bundesliga auch in der Oberliga einen erhöhten Abstieg gab, war das Saisonziel schnell ausgemacht. Der Klassenerhalt sollte mit der neuen, jungen Mannschaft gelingen. In der Vorbereitungszeit gab es Licht und Schatten, aber schnell war den Beteiligten klar, dass man sich im Angriff noch erheblich verbessern musste. Auf die Deckung einschließlich der beiden Torhüter war Verlass. Leider meinte es der Spielplan nicht gut mit dem VfL. In den ersten fünf Partien traf man auf die ausgemachten Meisterschaftsfavoriten. Zum Saisonauftakt traf man in der Mennighüffener Sporthalle auf die HSG Augustdorf/Hövelhof. Der VfL zog sich sehr achtbar aus der Affäre, aber am Ende fehlte eine kleine Portion Cleverness, um mehr als die knappe 22:25-Niederlage herauszuholen. Mitte der zweiten Halbzeit gingen die Hausherren mit 16:15 und 17:16 sogar zweimal in Führung, waren dann aber nicht clever genug, den Vorsprung zu halten. Besonders weh taten zwei verworfene Siebenmeter von Henrik Bolte und Jonas Bextermöller beim Stand von 17:19. Augustdorf setzte sich auf 17:21 und damit war die Vorentscheidung gefallen. Den negativen Höhepunkt setzte dabei der Augustdorfer Julian Hofmann. Er schlug Jonas Bextermöller beim letzten Angriff der ersten Halbzeit heftig auf die Nase und Jonas erlitt einen Nasenbruch. Arne Kröger (6) und Jonas Bextermöller (6/2) waren die erfolgreichsten Werfer. Am zweiten Spieltag war unsere Truppe spielfrei. Danach gab mit Handball Lemgo 2 der nächste Titelaspirant in Mennighüffen seine Visitenkarte ab. Der VfL, der auf Jonas Bextermöller verzichten musste, zeigte eine engagierte Vorstellung und begeisterte seine Fans. Die Hausherren kamen gut aus den Startlöchern und nach gut zehn Minuten führte der VfL mit 7:3. Danach wurde Lemgo besser und beim 13:14 gab es die erste Gästeführung. Nach dem Wechsel dominierten die Gäste und hatten beim 15:20 und 17:23 klare Führungen herausgeworfen. Der VfL gab nicht auf, kämpfte unbändig und holte Tor um Tor auf. Beim 27:28 kam Lemgo mächtig ins Routieren. Die Torge-Sieben schaltete auf offene Manndeckung um, kam noch zweimal auf ein Tor heran, zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr. Trainer Torge meinte nach der Partie: "Die Jungs haben 110 Prozent gegeben, sind aber nicht belohnt worden. So werden wir bald die ersten Punkte holen". Henrik Bolte machte eine überragende Partie und erzielte elf Treffer für den VfL. In der Schlussphase erhielt Till Orgel die rote Karte, was eine zweiwöchige Sperre nach sich zog. In Menden musste Trainer Andre Torge auf fünf Stammkräfte verzichten. Der VfL verschlief den Start komplett und lag schnell mit 11:4 zurück. Danach rappelten sich die Gäste wieder auf und waren beim 16:14 wieder dran. Aber zu Beginn des zweiten Durchganges stand der VfL wieder neben sich. Die Gastgeber erhöhten auf 24:16 und hatten die Vorentscheidung herbeigeführt. Am Ende verlor der VfL, bei dem Kreisläufer Sebastian Theise fünfmal traf, klar mit 30:25-Toren. Beim nächsten Heimauftritt kassierte der VfL seine erste Klatsche. Das 1:1 durch Henrik Bolte war der einzige Ausgleich des VfL. Gladbeck zog über 1:4 auf 2:7 davon. Der Angriff des VfL versiebte einige gute Torchancen, verschoss einen Siebenmeter und leistete sich eine Fülle von technischen Fehlern. Der Favorit aus Gladbeck nutzte dies gnadenlos aus und beim 7:16 zur Pause waren schon alle Messen gelesen. Am Ende unterlag die Torge-Sieben, bei der nur der achtfache Torschütze Arne Kröger überzeugen konnte, mehr als deutlich mit 20:32. Am fünften Spieltag musste der VfL beim Tabellenvierten TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck antreten. Gegen die schwach aufspielenden Gastgeber reichte es wieder nicht zu einem Sieg. Der VfL, der ohne Sebastian Theise und Henrik Bolte antrat, gab im ersten Durchgang einer sehr mäßigen Partie noch eine relativ ordentliche Figur ab und lag zur Pause knapp mit 14:11 zurück. Bis dahin hatte Jonas Bextermöller schon zwei Siebenmeter verballert und einige Fahrkarten verhinderten einen besseren Spielstand. Nach dem Wechsel gab es immer wieder gute Einschussmöglichkeiten, doch der Angriff des VfL leistet einen Offenbarungseid. Allein beim 21:18 für den TuS in der 55. Minute verhinderten ein erneut verworfener Siebenmeter und die ausgelassene freie Einwurfmöglichkeit von Marcel Themann, dass der VfL auf 21:20 herankommt. Stattdessen fiel auf der anderen Seite das 22:18 und damit war die Partie entschieden. Trainer Andre Torge meinte nach dem Spiel: "Unsere Deckung stand gut, aber unsere Abschlussschwäche hat uns das Genick gebrochen. Letztlich hat meinen Spielern in vielen Phasen der Mut gefehlt". Im Heimspiel gegen den HC Tura Bergkamen gelang dem VfL dann der Befreiungsschlag mit Qualitätssiegel. Der Bann ist gebrochen, die beiden ersten Pluspunkte auf dem Habenkonto wurden verbucht. Der VfL startete gut in die Partie und legte gleich eine 4:0-Führung vor. Über 6:3 und 10:5 erhöhte die Torge-Sieben gar auf 12:5. Das lag vor allen Dingen an einer sehr guten Abwehrarbeit. Die gefürchteten Rückraumschützen der Gäste kamen einfach nicht zum Zuge. Und was dann noch auf das Tor kam, das war sehr oft eine Beute von VfL-Schlussmann Georgios Triantafillou. Der Routinier im VfL-Gehäuse bot eine überragende Vorstellung. Im Angriff zog Henrik Bolte die Fäden und der junge Arne Kröger traf wie er wollte. Beim 16:13 und 17:14 war Bergkamen auf Tuchfühlung herangekommen, aber die Hausherren behielten die Nerven und kamen über 20:15, 23:17 und 29:20 zu einem haushohen 34:24-Erfolg. Arne Kröger trug sich gleich elfmal in die Torschützenliste ein. Mit dem ersten Erfolgserlebnis wollte der VfL auch in Hahlen punkten, doch der Auftritt beim TSV war emotionslos. Die vielen VfL-Fans mussten mit ansehen, wie der Gastgeber schnell auf 7:2 davonzog und keine Führung der Gäste mehr zuließ. Bei den Zwischenständen von 11:9, 12:10 und 19:17 war die Torge-Sieben dran. Als die Chance zum 19:18-Anschlusstreffer leichtfertig vergeben wurde, nahm das Unheil für die Gäste endgültig seinen Lauf. Innerhalb von nur acht Minuten baute der TSV seinen Vorsprung auf 25:17 aus und siegte am Ende klar mit 28:23-Toren. Gegen den TV Soest sahen die treuen VfL-Fans einen offenen Schlagabtausch. Die Gäste deckten ungewöhnlich offensiv und fingen die VfL-Angreifer bereits kurz hinter der Mittellinie ab. Aber zu Beginn setzten sich die Torge-Schützlinge im Spiel eins gegen eins erfolgreich in Szene und die Fans trauten ihren Augen nicht, als ihre Sieben nach zehn Minuten schon mit 7:2 führte. Dann fingen sich die Gäste und schafften den 7:7-Ausgleichstreffer. Kurz hintereinander fielen dann die beiden Abwehrspezialisten Kay Daumann und Marcel Themann aus, aber trotzdem hielt der VfL dagegen. Beim Stand von 16:18 wurden die Seiten gewechselt und beim Stand von 29:28 war der VfL wieder vorn. Erst nach dem 30:30 bogen die Gäste endgültig auf die Siegerstraße ein und machten beim 31:35 vier Minuten vor dem Ende den Sack zu. Nach der 34:37-Niederlage meinte Trainer Andre Torge: "Am Ende mussten wir doch noch Lehrgeld zahlen. Kompliment an meine Mannschaft, die sechzig Minuten lang alles versucht hat. Leider stehen wir dennoch mit leeren Händen da". Mit 2:14-Zählern reiste unsere erste Mannschaft zum Auswärtsspiel nach Hamm. Die zweite Mannschaft des ASV, die zu diesem Zeitpunkt auch nur 5:11-Punkte aufwies, war ein Gegner auf Augenhöhe. Aber die erste Halbzeit, die der VfL hinlegte, war eine einzige Katastrophe. Es war der Anfang vom Ende in diesem Match. Der VfL ging zwar mit 0:2 in Front, doch sechs Tore in Folge brachten Hamm auf die Siegerstraße. Über 9:4 und 12:6 führte der ASV zur Pause klar mit 16:8-Toren und ließ sich in Durchgang zwei nicht mehr beirren. Nach dem 20:13-Zwischenstand konnten die Gäste am Ende noch auf 25:21 verkürzen. Lediglich der zehnfache Torschütze Jonas Bextermöller vermochte zu überzeugen. Auch der Aufsteiger TV Menden-Schwitten war für den VfL eine Nummer zu groß. Bis zum 10:9 hielt der VfL die Partie offen, dann gab es bis zur Pause einen kollektiven Einbruch. Beim Stand von 19:11 wurden die Seiten gewechselt. Beim VfL, bei dem Henrik Bolte fehlte und Kay Daumann nach fünfzehn Minuten die rote Karte sah, wechselte sich Trainer Andre Torge selbst ein und versuchte Struktur ins Angriffsspiel zu bringen. Aus einem 25:15 wurde ein 25:19, doch danach setzten sich die Hausherren endgültig ab und gewannen klar mit 36:29-Toren. Überragend spielte Arne Kröger, der gleich elfmal ins Schwarze traf. Vor eigenem Publikum traf man dann im Kellerduell auf den Aufsteiger HSG Gütersloh, der vor dieser Partie auch nur drei Pluspunkte auf dem Konto stehen hatte. Unsere Oldies Andre Zwiener und Andre Torge standen mit auf dem Parkett, aber auch sie konnten eine weitere Niederlage nicht verhindern. Der VfL ging mit 2:1 in Führung und das sollte die letzte Führung der Hausherren sein. Gütersloh setzte sich auf 3:8 und 6:11 ab, aber zur Pause lag der VfL nur noch mit 10:13 zurück. In Halbzeit erhöhte die HSG schnell wieder auf 13:19, doch in der 49.Minute waren die Torge-Schützlinge bis auf 23:24 herangekommen. Der Ausgleich wollte nicht fallen und am Ende siegten die Gäste mit 27:31. Andre Torge, der nach seiner Einwechslung sein Team wieder herangeführt hatte, meinte nach dem Spiel: "Wir durften dieses Spiel einfach nicht verlieren. Gütersloh war keinesfalls besser, aber wir haben erneut zu hektisch abgeschlossen. Wir konnten die Ausfälle von Henrik Bolte und Kay Daumann nicht kompensieren". Till Orgel war mit neun Treffern der erfolgreichste Werfer beim VfL. Zum nächsten Vier-Punkte-Spiel musste der VfL beim Regionalligaabsteiger Spvg. Ibbenbüren antreten. Dabei gab Jasmin Baltic, der vom TV Verl zum VfL kam, sein Debüt. In der ersten Halbzeit machte der VfL fast alles richtig und lag beim Pausenpfiff mit 10:12-Toren vorn. Die gut 30 VfL-Fans sahen dann in der 43. Minute beim Stand von 16:16 die Schlüsselszene der Partie. Arne Kröger verfolgte Mats Wiedemann bei einem Tempogegenstoß und lief seinen Gegner schräg kommend über den Haufen. Den Schiedsrichtern blieb keine andere Wahl, als Arne die rote Karte zu zeigen. Ibbenbüren erhöhte in den nächsten Minuten auf 22:18 und siegt am Ende knapp mit 30:28-Toren. Die Luft im Abstiegskampf wurde immer dünner, denn nur der TV Verl hatte ebenfalls nur zwei Pluspunkte. Auf den rettenden zehnten Platz hat der VfL bereits sechs Zähler Punkte in Mennighüffen lassen. Kurz vor Weihnachten traf man vor eigenem Publikum auf Teutonia Riemke. Es war ein grottenschlechtes Spiel, es spielte harmlos gegen hilflos. Die Gäste konnten ihren Torjäger Mario Samija nur in der Abwehr einsetzen, aber trotzdem konnte der VfL die Gäste nicht in den Schranken weisen. Beim 14:13 lag der VfL das letzte Mal in Front. Riemke erzielte drei Tore in Folge und brachte diesen Vorsprung ohne große Probleme ins Ziel. Am Ende siegten die Gäste mit 21:24-Toren und nach dieser Partie trat Andre Torge von seinem Amt als Trainer zurück. "Effe", wie er aufgrund seiner Zuneigung zu Borussia Mönchengladbach von den meisten im Verein seit Jahren genannt wird, gilt ein riesiges Dankeschön für die großen Verdienste um "seinen" und unseren VFL. Kein Zweiter prägte den VFL und das sportliche Gesicht der letzten Jahre so deutlich wie er, schließlich sind viele erfolgreiche Oberligajahre und der Aufstieg der Zweiten bis in die Landesliga unmittelbar mit seinem Namen verbunden. Die ganze VFL-Familie wünscht ihm viele Erfolg (bis auf bei zwei Spielen ;- ) bei seiner neuen Herausforderung in Hüllhorst und hofft, dass er sein handballerisches Fachwissen auch weiterhin für den VFL einbringt. Ausdrücklich daher: Auf Wiedersehen, Andre. Über den Jahreswechsel 2010/2011 verpflichtete der VfL-Vorstand Frank Käber als neuen Verantwortlichen auf der Bank. Er hatte vor Jahren bei den Reinickendorfer Füchse in der Bundesliga am Kreis gespielt. Als Trainer war er zuvor MTV Großenheidorn, MTV Obernkirchen und HSG Nienburg tätig und arbeitet als Arzt in der Unfallchirurgie in Bad Oeynhausen. Am letzten Spieltag der Hinrunde kam es beim TV Verl zum Kellerduell. In den ersten zwanzig Minuten sah es so aus, als würde die Handschrift des neuen Trainers schon nachhaltig Wirkung zeigen. Mit einer sehr offensiven Deckung gingen die Gäste aggressiv zur Sache und hatten die Hausherren gut unter Kontrolle. Über 1:3 und 4:7 blieb der VfL bis zum 11:14 vorn. Dann kam der TV besser ins Spiel und zur Pause führte Verl knapp mit 17:16. Beim 20:20 wurde der letzte Gleichstand notiert. Dann entwickelte der VfL gehörig viel Schusspech und geriet beim 24:21 ins Hintertreffen. Am Ende unterlagen die Schützlinge von Trainer Frank Käber mit 31:27-Toren und der Abstieg war so gut wie besiegelt. Und nach dem Abpfiff gab es die nächste Hiobsbotschaft. Till Orgel meldete sich mit sofortiger Wirkung ab und wechselte zum Drittligisten TuS Spenge. Zum Rückrundenauftakt in Augustdorf hielt der VfL mal gerade fünfzehn Minuten lang mit. Dann machte die HSG aus einem 9:8-Zwischenstand eine 14:8-Pausenführung und schickte unsere Truppe dann mit 30:16-Packung nach Hause. Ein weiteres Debakel erlebte der VfL beim Gastspiel in Lemgo. Der Tabellenführer war dem VfL in allen Belangen überlegen und machte aus einem 3:3 ein 13:3. Bis zur Pause verkürzte der VfL bis auf 19:12, um dann im zweiten Abschnitt mit fliegenden Fahnen unterzugehen. Über 30:17 siegte Lemgo mehr als deutlich mit 42:23-Toren. Ein weiterer Tiefpunkt brachte die Heimpartie gegen Menden-Lendringsen. Die Gäste hebelten die offensive Deckung durch Einlaufen der Außenangreifer immer wieder aus und führten schnell mit 1:5. Über 6:12 lag der VfL zur Pause klar mit 10:19 zurück. Und im zweiten Durchgang wurde es noch schlimmer. Beim Zwischenstand von 20:33 verließen viele enttäuschte Fans vorzeitig die Sporthalle. Am Ende unterlag der VfL klar mit 26:40 und kassierte die höchste Heimniederlage seit vielen Jahren. Danach wurde es dann viel besser. Beim Tabellenzweiten VfL Gladbeck verkaufte sich unsere erste Mannschaft sehr gut. Die Gäste stellten die Pass- und Laufwege der Gastgeber geschickt zu und sorgten somit für Rätselraten beim hohen Favoriten. Die erste Halbzeit war absolut ausgeglichen und nach der Pause lagen die Gäste sogar mit 14:16 und 15:17 vor. Erst in der 47. Minute fiel die Vorentscheidung zugunsten der Hausherren, als die Käber-Schützlinge in doppelter Unterzahl fünf Treffer in Folge kassierten. Gladbeck erhöhte auf 25:20 und brachte diesen Vorsprung ins Ziel. Bei der 31:25-Niederlage überzeugte Henning Kiel, der immer besser zurecht kam und gleich sieben Treffer markierte. Der TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck, der zuvor sechsmal in Folge ohne Punktverlust geblieben war, kam mit der offensiven Deckung des VfL überhaupt nicht zurecht. Zur Pause lag der VfL, der sich in die Herzen seiner Fans spielte, knapp mit 12:11-Toren vorn. Auch nach dem Wechsel war von einem Einbruch nichts zu sehen. Bis zum 15:15 in der 47. Minute konnte sich kein Team absetzen, danach setzte sich der Titelanwärter aus Bielefeld auf 15:17 und 17:19 ab. Gut zwei Minuten vor Ende verkürzte Julian Peitzmeier auf 18:19 und da lag eine Sensation in der Luft. Beim nächsten Angriff unterlief dem VfL ein Schrittfehler und die Gäste erzielten das 18:20. Jonas Bextermöller schaffte den 19:20-Anschlusstreffer, aber TuS-Routinier Gojacic besorgte den 19:21-Siegtreffer. Trainer Käber meinte: "Wir waren heute nicht schlechter als der Tabellendritte. Ich möchte jetzt langsam mal gewinnen". Die Hoffnungen auf den zweiten Saisonsieg zerplatzten bei Tura Bergkamen wie eine Seifenblase. Mit 24 technischen Fehlern und 16 Fehlwürfe kann man keine Partie gewinnen. Über 10:6 und 17:11 führte Tura zur Pause klar mit 22:15-Toren. Am Ende nahmen die Hausherren Revanche für die klare Niederlage in der Hinserie und schickte den VfL mit einer 39:31-Packung auf die Heimreise. Am 22. Spieltag war es dann endlich soweit. Gegen den alten Rivalen TSV Hahlen fuhr der VfL den zweiten Saisonsieg ein. Die offensive Deckung gab dem Rückraum des TSV viele Rätsel auf. Aber das Prunkstück an diesem Abend war der Angriff des VfL. Der Rückraum des VfL brachte es auf 27 Feldtore. Vor allem Linkshänder Henning Kiel, mit dem wohl die wenigsten gerechnet hatten, schenkte Hahlen elf Tore ein. Über 6:2, 14:9 und 17:10 führte der VfL zur Pause mit 23:18-Toren. Und in Abschnitt dominierte der VfL seinen Kontrahenten. Beim 33:23 hatte man einen Vorsprung von zehn Toren herausgeworfen und am Ende feierten Fans und Mannschaft einen 44:31-Kantersieg. Das die Bäume nicht in den Himmel wachsen, musste der VfL beim Auftritt in Soest erkennen. Der TV rangierte auf dem sechsten Platz und hatte zuvor 6:0-Punkte in Folge eingefahren. Die Anfangsphase der Partie gestalteten die Gäste absolut ausgeglichen, leisteten sich erst nach dem 10:8 in der 12. Minute einige überhastete Abschlüsse, die die Hausherren deutlicher in Vorteil brachten. Den relativ deutlichen Vorsprung verteidigten die Soester bis zum 33:25, dann machte der VfL wieder mobil, zeigte kämpferische Qualitäten und kam in der 56. Minute bis auf 38:34 heran. Trainer Frank Käber nahm eine Auszeit, doch danach gab es bei seinen Spielern einen kollektiven Black-Out. Soest traf noch viermal, während sein Team leer ausging. Henning Kiel (7 Tore), Jonas Bextemöller und Stefan Paland (beide 6 Tore) waren bei der 42:34-Niederlage die erfolgreichsten VfL-Werfer. Gegen den ASV Hamm 2 hatte vor der VfL noch etwas gutzumachen, da man in der Hinserie in Hamm klar unterlegen gewesen war. Der VfL lag aber von Beginn an im Hintertreffen, da man keinen Druck im Angriff entwickeln konnte und die robuste Gästedeckung den Hausherren den Schneid abkaufte. Über 6:8 und 8:11 führte der ASV zur Pause klar mit 12:17. Und nach dem Wechsel lagen die Hausherren dann noch klarer zurück. Aber beim Zwischenstand von 16:23 ging ein Ruck durch die Käber-Truppe. Torhüter Chrissi Neumann hielt einige schwierige Bälle und trieb seine Vorderleute an. Beim 21:24 witterte der VfL Morgenluft und beim 25:26 war der Anschluss hergestellt. An Ende reichte es tatsächlich noch zu einem 28:28-Unentschieden. Alle Feldspieler waren gleichermaßen an der Aufholjagd beteiligt. Trainer Frank Käber meinte nach der Partie: "Das war ein Punkt für die Moral". Gegen den Aufsteiger TV Menden-Schwitten machte der VfL einen weiteren Schritt nach vorn. Gegen den Tabellennachbarn fuhr unsere erste Mannschaft den dritten Saisonsieg ein. Schwitten konnte mit der offensiven Deckung des VfL überhaupt nichts anfangen und nach wenigen Minuten führten die Käber-Schützlinge klar mit 10:3-Toren. Der knappste Spielstand war beim 18:14 erreicht. Aber dann verfingen sich die Gäste wieder im Abwehrnetz des VfL und die Hausherren machten den Sack zu. 20:15, 23:16 und 29:20 lauteten die weiteren Stationen. Beim 32:22 gab es sogar einen Zehn-Tore-Vorsprung. Die Zuschauer waren begeistert und ließen sich von ihrem VfL immer wieder zu Jubelstürmen hinreißen. Auch wenn die Mannschaft im Gefühl des sicheren Sieges in der Schlussphase etwas nachließ. Beim 34:26-Heimsieg waren Arne Kröger (7), Sebastian Theise (7/6) und Henning Kiel (6) die erfolgreichsten Torschützen. Auf den ersten Auswärtspunkt musste der VfL weiter warten. Bei der HSG Gütersloh kämpfte man bis zum Umfallen, aber am Ende unterlag man knapp mit 36:35-Toren. Der Start ging daneben und Gütersloh legte eine 3:0-Führung vor und bis zum 14:10 sah es schlecht für die Grün-Weißen aus. Dann glich der VfL beim 16:16 aus. Nach dem Wechsel gab es dann beim 16:17 die erste und letzte Führung für die Käber-Truppe. Gütersloh erhöhte auf 24:19 und glaubte beim 32:27 an einen sicheren Sieg. Aber beim 33:32 war der hochmotivierte Tabellenvorletzte wieder dran und Gütersloh hatte beim knappen 36:35 mit viel Glück zwei wichtige Zähler im Abstiegskampf verbucht. Arne Kröger (10) und Henrik Bolte (7) trafen am besten. Beim 43:32-Kantersieg über die Spvg. Ibbenbüren betrieb unsere erste Mannschaft weiterhin tolle Eigenwerbung. Der VfL zeigte sich in eigener Halle von Beginn an in Spiellaune, ging im Angriff ein hohes Tempo und setzte den Gegner mit einer wieder einmal sehr offensiven Deckung früh unter Druck. Von 5:5 nach 13 Minuten setzte der VfL zu einem Sturmlauf an und zog bis zur 19.Minute auf 13:5 davon. Von diesem Rückschlag konnten sich die Gäste aus Ibbenbüren nicht mehr erholen. Über 32:22 feierte der VfL einen klaren 43:32-Kantersieg. Beim letzten Auswärtsspiel der Saison musste der VfL in Bochum antreten. Beim SV Teutonia Riemke hielt unsere erste Mannschaft zunächst mit, aber beim 10:7 hatten die Hausherren einen Vorsprung herausgeworfen. Danach ging beim VfL nicht mehr viel zusammen. Der Angriff produzierte 47 Fehlversuche und mit einer solchen Ausbeute konnte man die Partie nicht mehr drehen. Riemke siegte am Ende klar mit 34:27, aber später erhielt der VfL diese beiden Zähler am grünen Tisch, da die Hausherren einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hatten. Zum Saisonende musste der Tabellenletzte aus Verl in Mennighüffen antreten. Vor dem Spiel wurden Trainer Andre Torge, Philipp und Lukas Budde, Jasmin Baltic, Henning Kiel, Marcel Themann und Betreuer Fabian Stallmann verabschiedet. Und nach der Begegnung wurde der Saisonabschluss mit den treuen Fans gefeiert. Die Gäste aus Verl hatten überhaupt keine Chance und wurden vom VfL phasenweise vorgeführt. Aufbauend auf einen Traumstart von 7:1 (8.Minute) beherrschten die Gastgeber ihren Gegner nach Belieben. Zur Pause lagen die Hausherren mit 22:13-Toren vorn und am Ende siegte man mit zwanzig Toren Vorsprung. Beim deutlichen 46:26-Erfolg waren Arne Kröger (10), Jonas Bextermöller (8/1), Henrik Bolte (7), Stefan Paland (5), Julian Peitzmeier (4), Jasmin Baltic (4), Marcel Themann (4/4), Henning Kiel (3) und Kay Daumann (1) erfolgreich. In der Endabrechnung belegte unsere erste Mannschaft mit 13:43 Zählern den drittletzten Platz und somit musste nach 25 Jahren Oberligazugehörigkeit den Gang in die Verbandsliga antreten.
Punktverhältnis: 13:43-Punkte
Torverhältnis: 763:832-Tore
Tabellenplatz: 13. Rang
Bilanz 1. Serie: 2:26-Punkte
Bilanz 2. Serie: 11:17-Punkte
Heimbilanz: 9:19-Punkte
Auswärtsbilanz: 2:26-Punkte
Höchster Sieg: 46:26 gegen TV Verl
Höchste Niederlage: 23:42 gegen HSG Handball Lemgo 2
Torreichstes Spiel: 34:42 gegen TV Soest
Torärmstes Spiel: 19:21 gegen TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck
Treffer pro Spiel: 28,26
Gegentreffer pro Spiel: 30,81
Trainer: Andre Torge, ab dem 15. Spieltag Frank Käber
Betreuer: Fabian Stallmann
Zeitnehmer: Sven Pfeiffer
Manager: Andre Zwiener
Eingesetze Spieler:
Tor: Christian Neumann (24), Georgios Triantifillou (27), Christian Scheer (1) und Marcel Hemeier (1) Feld: Jonas Bextermöller (26), Kay Daumann (24), Till Orgel (13), Nils Gimpel-Henning (12 ), Sebastian Theise (16), Philipp Budde (15), Arne Kröger (25), Stefan Paland (27), Henrik Bolte (18), Henning Kiel (27), Marcell Themann (15), Lukas Budde (17), Jasmin Baltic (16), Julian Peitzmeier (27), Andre Torge (3), Uli Neumann (3), Christian Menkhoff (1) und Martin Kracht (1).
In seinem ersten Oberligajahr wurde der erste neunzehnjährige Arne Kröger Torschützenkönig unserer Oberligatruppe. In fünfundzwanzig Spielen traf er 140mal ins gegnerische Tor, was einen Schnitt von 5,6 Treffern pro Partie entspricht. Des weiteren trafen Jonas Bextermöller (130), Stefan Paland (82), Henning Kiel (72), Henrik Bolte (65), Till Orgel (48), Sebastian Theise (39), Jasmin Baltic (42), Julian Peitzmeier (38), Kai Daumann (31), Lukas Budde (25), Marcel Themann (20), Philipp Budde (17) Nils Gimpel-Henning (7), Andre Torge (4), Martin Kracht (2) und ein Eigentor der Spvg. Ibbenbüren. (Es wurden die Treffer aus der nachträglichen für unsere erste Mannschaft gewertete Partie nicht mit berücksichtigt.)
Die Abschlusstabelle:
1) HSG Handball Lemgo 2 1015:789 50:6
2) VfL Gladbeck 975:808 43:13
3) TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck 870:791 42:14
4) HSC Menden/Lendringsen 888:812 40:16
5) Soester TV 1058:968 39:17
6) HSG Augustdorf/Hövelhof 831:762 37:19
7) Teutonia Riemke 773:809 29:27
8) ASV Hamm 2 777:804 26:30
9) Tura Bergkamen 883:910 25:31
10) HSG Gütersloh 872:917 23:33
11) TSV Hahlen 793:861 22:34
12) Ibbenbürener Spvg. 833:930 14:42
13) VfL Mennighüffen 763:832 13:43
14) TV Schwitten 805:919 13:45
15) TV Verl 760:985 4:52
Aufsteiger zur dritten Liga: HSG Handball Lemgo 2
Absteiger in die Verbandsligen: TV Verl, VfL Mennighüffen, TV Schwitten und Ibbenbürener Spvg.
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