Rückblick auf den fünfzehnten Oberligaspieltag

Rückblick auf den fünfzehnten Oberligaspieltag

Die Überraschung an diesem Spieltag gelang am späten Sonntagabend dem TuS Brake. Die Bielefelder kamen beim Tabellenvierten TV Isselhorst zu einem 34:36-Erfolg und konnten ihren dritten Saisonsieg feiern. Damit steht Brake jetzt punktgleich mit der Spvg. Steinhagen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Schlusslicht TV Verl verkaufte sich bei der Reserve der Ahlener SG sehr gut, kam aber um eine 28:24-Niederlage nicht herum. Die beiden Spitzenteams TSG Altenhagen/Heepen 2 und TuS Spenge mussten in den Handballkreis Minden reisen und wurden dort richtig gefordert. Der Spitzenreiter TSG Altenhagen/Heepen 2 musste sich in Möllbergen mächtig strecken, um am Ende knapp mit 26:25-Toren siegreich zu bleiben. Und der Tabellenzweite TuS Spenge 2 lag in Nettelstedt im Spiel gegen Lit 1912 3 lange Zeit zurück, aber am Ende reichte es zu einem glücklichen 33:34-Auswärtssieg. Der VfL Handball Mennighüffen hatte mit dem TuS 97 Bielefeld keine Probleme und siegte deutlich mit 27:22-Toren. Der ASV Senden klettert in der Tabelle weiter nach oben. Nach dem sehr deutlichen 41:25-Heimsieg gegen das Kellerkind Spvg. Steinhagen rückten die Münsterländer auf den fünften Tabellenplatz vor. Im Duell der Aufsteiger besiegte der TuS Brockhagen die HSG Werther/Borgholzhausen knapp mit 30:29-Toren.



VfL Handball Mennighüffen – TuS 97 Bielefeld 27:22 (13:10)

Glanzlos, aber verdient gewonnen. So lässt sich wohl am besten der 27:22-Sieg des VfL gegen Jöllenbeck beschreiben.“Einen Schönheitspreis haben wir jedenfalls nicht bekommen“, meinte VfL-Trainer Andre Fuhr. Vor nicht einmal 200 Zuschauern lief bei beiden Teams in der ersten Viertelstunde so gut wie nichts zusammen. Zahlreiche Fehler auf beiden Seiten sorgten dafür, das es nach dreizehn Minuten nur 4:4 stand. Andre Fuhr belohnte Jona David mit seinem Einsatz auf der Mittelposition für seine Trainingsleistungen, doch der junge Rechtshänder hatte einige unglückliche Aktionen. Die Jöllenbecker hatten wiederum große Probleme, die sehr gute 6:0-Abwehr der Hausherren auseinander zu spielen. Der TuS brauchte Durchbrüche, denn aus dem Rückraum kam nicht viel. Außerdem zeigte VfL-Torhüter Tristan Frerichs eine starke Leistung. Beim 6:4 in der 17.Minute nahm Trainer Jannik Nierste eine Auszeit. Doch die Wirkung blieb aus. Beim 11:6 in der 26.Minute hatte der VfL die Chance, zur Pause deutlicher davonzuziehen. „Wir waren in dieser Phase nicht konsequent genug. Wir haben zu viele Fehler gemacht und hätten den Sack viel früher zu machen müssen“, so Andre Fuhr. Beim Stand von 14:10 wurden die Seiten gewechselt und nach der Pause stand Tobias Bekemeier für Tristan Frerichs im VfL-Tor und auch er lieferte eine ganz starke Partie ab. Durch die besagten Fehler waren die Gäste in der 42.Minute bis auf 18:16 herangekommen. Tim Huckauf beendete in dieser Phase sein gelungenes Come-back und Fynn Walter übernahm die Regie auf der Mittelposition. Mit Erfolg. Als Tim Held zum 26:19 in der 53.Minute traf, war das Spiel entschieden. In den letzten Minuten schlich wieder der Fehlerteufel ins VfL-Spiel ein, aber am Ende feierten die Grünen einen ungefährdeten 27:22-Erfolg. „Wir dürfen unsere Leistung auch nicht zu schlecht reden“, warnte Andre Fuhr. „Man muss ein solches Spiel auch erst einmal gewinnen“. Tore: Fynn Walter (6), Marvin Vieregge (5), Tim Huckauf (4), Preben Barthold (3), Arne Kröger (2), Luke Heinrichsmeier (2), Tim Held (2), Tobias Bekemeier (1), Soenke Reitemeier (1) und Mats Rinne (1).

TuS Möllbergen – TSG Altenhagen/Heepen 2 25:26 (13:14)

Der TuS Möllbergen hatte den Tabellenführer am Rande des ersten Punktverlustes. Von der ersten Minute an präsentierte sich der TuS wach und auf Augenhöhe. Vor allen Dingen die beiden Rückraumspieler GianLuca Tesi (10 Tore) und William Schläger (7/4) trumpften gegen die Bielefelder auf. Der TuS lief zwar fast immer einem Rückstand hinterher, ließ sich aber beim 9:12 und 18:21 nicht entmutigen. Fynn Achtelik brachte die couragiert aufspielenden Gastgeber in der Möllberger Sparkassen-Arena zum Ausgleich, als er in der Schlussminute den 25:25-Ausgleichstreffer erzielte. Nach dem 25:26 hatte Achtelik dann erneut den Ausgleich auf der Hand. In den verbleibenden zwanzig Sekunden spielte ihn das Team auf Linksaußen frei, doch er scheiterte an TSG-Torhüter Stanjek, der auch wie TuS-Keeper Quirin Huwer ein starkes Spiel machte. „Fynn musste werfen, das war genau richtig. Leider war es kein Tor. Aber kein Vorwurf an ihn, das kann passieren“, meinte TuS-Trainer Andre Torge. Weiterhin meinte der Trainer: „Leider haben wir uns für eine sehr gute Leistung nicht belohnt. Ich bin stolz darauf, was die Mannschaft geleistet hat. Sie hat gezeigt, das sie auch mit einem Spitzenteam mithalten kann“. Bei der TSG überragte Hannes Krassort. Der Torjäger traf achtmal ins Möllberger Gehäuse.

Lit 1912 3 – TuS Spenge 2 33:34 (15:13)

Ähnlich wie in Möllbergen verhielt es sich in Nettelstedt. Dort machte der Tabellenelfte auch ohne Trainer Olaf Grintz eine Menge Wirbel und überraschte den Tabellenzweiten gleich mit einem 6:1-Blitzstart. Mehrfach bauten die Hausherren den Vorsprung in Hälfte eins bis auf vier Treffer aus. Auch in Durchgang hielt Lit dagegen und führte nach einem 18:20-Rückstand wieder mit 30:28. Torben Meinking erzielte zum 33:32 die letzte Führung. In den beiden Schlussminuten drehten die Gäste das Spiel aber noch clever zum Auswärtssieg. Bei Lit trafen Paul Scheibe (9), Justus Westerbeck (9) und Torben Meinking (7) am besten. Und der ehemalige Mennighüffer Hagen Viering erzielte drei Treffer. Bei Spenge waren Sebastian Reinsch (10), Joshua Kern (4), Maximillian Schüttemeyer (4), Bennet Brinkmeier (4) und Justus Aufderheide (4) die besten Werfer.

Ahlener SG 2 – TV Verl 28:24 (11:12)

Auch eine der besten Halbzeiten, die Handball-Oberligist TV Verl bislang in dieser schweren Saison gespielt hat, reichten der stark abstiegsbedrohten Mannschaft gestern nicht zum Sieg. Bei der U23 der Ahlener SG musste sich das Tabellenschlusslicht am Ende mit 24:28 (12:11) geschlagen geben. Bis weit in den zweiten Durchgang sah es bei einer 20:18 Führung so aus, als könnte Verl nach fünf Niederlagen in Serie endlich mal wieder etwas Zählbares für das Punktekonto mitnehmen. Dann brachte ein Sechs-Tore-Lauf der Gastgeber die Wende. „Alles, was wir in der starken ersten Halbzeit noch mit Geduld auf den Punkt spielten, haben wir dann vermissen lassen“, bemängelte TVV-Trainer Torben Gottsleben verfrühte Abschlüsse. Das nutzten die konterstarken Gastgeber zu vielen einfachen Gegenstoßtoren. Während Ahlen mit dem Wechsel auf den siebten Feldspieler gegen Ende des ersten Durchgangs seine Fehlerquote reduzierte, leisteten sich die Verler Angreifer vermehrt Ballverluste. Erfreulich war das Debüt von Rückkehrer Philipp Eliasmöller. Der nach einem beruflichen Wechsel für einige Zeit beim Longericher SC Il in der Oberliga aktive Verler, der davor lange beim Tus 97 Bielefeld-Jöllenbeck gespielt hatte, nahm laut Gottsleben „in Abwehr und Angriff positiven Einfluss auf das Spiel“ und war nach erst einer Trainingswoche mit sechs Treffern gleich Verler Haupttorschütze. Uns laufen nun die Spiele weg“, sagte Gottsleben – zumal Brake in Isselhorst gewann und es nun drei Punkte Rückstand auf Platz 12 und 13 sind. Dass die Leistung des ersten Durchgangs nicht zu einem Erfolgserlebnis reichte, nage schon an der Moral, so der Trainer. „Doch Einstellung und Willen haben gestimmt. Es waren wieder in Summe die Kleinigkeiten. Und das gegen einen Gegner, der schlagbar war“, so Gottsleben, der ab dieser Woche mit Paul Freier trainieren kann und ab dem 22. Februar auch Jens Bechttloff einsetzen darf. TV Verl: T. Fischedick/Gerlach/Tigges – Hartkämper (1), Zawidzki, Vogt, N.Fischedick (2), Eliasmöller (6), Herzog (2), Dorow, Erichlandwehr (2), Jogereit (5/1), Schlüter (4), Vogler (1), Voßhans (1). Bei Ahlen traf Routinier Bastian Frenzel gleich siebenmal ins Verler Tor.



TuS Brockhagen – HSG Werther/Borgholzhausen 30:29 (12:14)

Beim Duell der Aufsteiger wechselte die Führung ständig. 9:6, 11:14, 18:18, 25:24 und fünf Minuten vor dem Ende lagen die Gäste mit 28:29-Toren vorn. Dann gelang ihnen aber kein Treffer mehr und Brockhagen freute sich über einen glücklichen 30:29-Sieg. Beim Sieger überragten Torhüter Philipp Süllwold und Sebastian Linkert. Vier Tore erzielte Brockhagens unermüdlicher Antreiber in der letzten Viertelstunde – drei davon ab der 52. Minute. Damit war der Rückraumspieler ein entscheidender Faktor beim knappen Derbysieg über die HSG Werther/Borgholzhausen. Torhüter Philipp Süllwold (früherer Wertheraner) hatte beim 30:29-Sieg gegen Werther/Borgholzhausen viele starke Szenen. Mit wichtigen Paraden und dem Weitwurf-Tor zum 25:24 verpasste Süllwold dem Gegner einige Wirkungstreffer. Bei den Gästen überzeugte Tom-Luca Helling. Nicht zum ersten Mal war der Rückraumschütze der zweiten Mannschaft im Oberliga-Team mehr als eine Aushilfe. Dass der sechsfache Torschütze gegen Ende der Partie in Brockhagen mit einem Krampf ausfiel, tat der HSG weh. Bei den Hausherren führten Lennart Philipp (8) und Jan Mescher (5) die Torschützenliste an. Für die HSG trafen Maurice Dingwerth (7), Louis Hartmann (6) und Tom-Luca Helling (6) am besten.



ASV Senden – Spvg. Steinhagen 41:25 (20:11)

Nein, ein Sonntagabendkrimi war es diesmal nicht. Zu eindeutig waren die Kräfteverhältnisse in der neuen Sporthalle. Am Ende setzte sich der ASV aufgrund der besten Saisonleistung vor eigenem Publikum um kein Tor zu hoch mit 41:25 gegen die Spvg. Steinhagen durch. Gerade vor eigenem Anhang hatte die Truppe von Trainer Alex Nolte noch etwas gutzumachen. Und das tat sie dann auch eindrucksvoll gegen überforderte Gäste. Bis zur 5.Minute hielt Steinhagen die Partie beim 5:3 noch offen. Danach gelang dem ASV ein 5:0-Lauf und beim Zwischenstand von 10:3 in der 12.Minute war das Spiel vorzeitig entschieden. Über 13:7 führte Senden beim Pausenpfiff klar mit 20:11-Toren. Und auch in Hälfte zwei stand Steinhagen auf verlorenem Posten. In der 44.Minute stand ein 30:18 auf der Anzeigetafel und am Ende siegten die Münsterländer ganz deutlich mit 41:25-Toren. Während Senden bei nunmehr 17:11-Zählern auf den fünften Tabellenplatz vorrückte, rutschte Steinhagen auf den vorletzten Rang ab. Bei den Hausherren führten Jakob Janssen (9), Nick Rueddenklau (6) und Anton Peuker (5) die Torschützenliste an. Für Steinhagen waren Colin Peperkorn (7), Tim-Michael Ansorge (4) und Torben Bode (4) am erfolgreichsten.

TV Isselhorst – TuS Brake 34:36 (17:16)

Für die Überraschung am fünfzehnten Spieltag sorgte der TuS Brake. Der Tabellenvorletzte gewann beim TV Isselhorst mit 34:36-Toren und durch den dritten Saisonsieg verließen die Bielefelder die Abstiegsränge. Dabei hatte es gar nicht nach einem Sieg der Gäste ausgesehen. Nur in der 12.Minute lagen die Gäste vorn, als Edwin Lause zum 7:8 traf. Danach lag Isselhorst durchgängig vorn. Elf Minuten vor dem Ende lagen die Hausherren klar mit 31:27 vorn und auch gut drei Minuten vor dem Abpfiff brachte Alexander Wiese mit seinem fünften Treffer den TV wieder mit 34:33 in Front. Doch danach hatte Isselhorst sein Pulver verschossen. Brake erzielte die letzten drei Tore dieser Partie und jubelte nach dem überraschenden 34:36-Auswärtssieg. Bei den Hausherren trafen Moritz Lünstroth (7), Niklas Reckmann (5), Marlon Walhorn (5) und Alexander Wiese (5) am besten. Bei Brake führten Marius Tiemann (9), Matti Eisele (7), Edwin Lause (7) und Jannis Johannmeier (6) die Torschützenliste an.