Rückblick auf den vierzehnten Oberligaspieltag
Rückblick auf den vierzehnten Oberligaspieltag
Die drei Kellerkinder TV Verl, TuS Brake und die Spvg. Steinhagen hatten am ersten Rückrundenspieltag allesamt Heimrecht, aber alle drei Teams verloren ihre Partien. Dabei hatte Verl den TuS Möllbergen beim 23:25 am Rande einer Niederlage. Steinhagen verlor das Derby mit 27:33 gegen den TV Isselhorst. Mit dem gleichen Ergebnis gewann der VfL Handball Mennighüffen beim TuS Brake. Die Reserve der TSG Altenhagen/Heepen bleibt weiterhin ungeschlagen. Gegen Lit 1912 3 gewann die Sieben von Trainer Arie Haenen ebenfalls mit 33:27-Toren. Gleich dreimal stand am Ende der Oberligapartien ein 33:27 auf der Anzeigetafel. Aufsteiger HSG Werther/Borgholzhausen kassierte in eigener Halle ein derbe 22:33-Klatsche gegen ASV Senden. Der TuS 97 Bielefeld hatte nur in der Anfangsphase Probleme mit der Reserve der Ahlener SG. Durch einen glatten 29:22-Erfolg rückte der TuS bei nunmehr 14:12-Punkten auf den siebten Rang vor. Die Reserve des TuS Spenge 2 war dem Aufsteiger TuS Brockhagen haushoch überlegen und schickte die Gäste mit einer 44:24-Packung auf die Heimreise. Ein Sieg mit zwanzig Toren Unterschied – das gibt es nicht alle Tage.
TV Verl – TuS Möllbergen 23:25 (12:13)
Torben Gottsleben ist kein Freund von Freitagabendspielen. Ob sich an dieser Abneigung des Verler Trainers etwas geändert hat, weil seine Sieben gestern gegen den TuS Möllbergen eine kämpferisch überzeugende Leistung zeigte, darf bezweifelt werden. Der Letzte der Handball-Oberliga unterlag dem Fünften nämlich mit 23:25 (12:13) und ist im Abstiegskampf um eine weitere Hoffnung ärmer. Hauptgrund für die so Gottsleben „ärgerliche“ Niederlage, war erneut die fehlende Durchschlagskraft im Angriff. Auch der starke Auftritt von Thilo Vogler (7 Tore) konnte dies nichts ändern. Verls Niklas Fischedick zog zufrieden die Zwischenbilanz, als die Seiten mit einem knappen 12:13-Rückstand gewechselt wurden. Tatsächlich hatte sich der Abstiegskandidat teuer verkauft, obwohl Möllbergen beim 5:10 (18.) enteilt zu sein schien. Ausschlaggebend für die Aufholjagd war die Steigerung in der Abwehr. Der für Torben Fischedick eingewechselte Torhüter Henri Tigges hielt einige „Hundertprozentige“, und Raphael Voßhans bekam auf Halbrechts die zuvor arg wacklige Abwehr zum Stehen. Nach dem Wechsel blieb die Partie zunächst spannend. Moritz Herzog, den die Gäste durch frühes Angehen weitgehend aus dem Spiel nehmen konnten, erzielte mit dem 16:16 (39.) erstmals den Ausgleich. Doch danach war es wie so oft bei Verls Spielen in dieser Saison. Die Mannschaft verlor den Faden, leistete sich viele technische Fehler und kassierte mit dem 18:23 den vorentscheidenden Rückstand. Dass sie es besser können, zeigten die Hausherren in der Schlussphase.Mit drei Treffern in Serie brachte Marcel Erichlandwehr sein Team noch einmal auf 23:24 heran. 30 Sekunden waren noch zu spielen, doch den Schlusspunkt setzte der Gast. TV Verl: Tigges, Gerlach, T. Fischedick – Hartkamper (1), Vogt (1), N.
Fischedick (2), Herzog (1), Dorow (2), Erichlandwehr (4), Jogereit (3/2), Schlüter, Vogler (7), Voßhans, Zawidzki (2). Torben Gottsleben ist kein Freund von Freitagabendspielen. An dieser Abneigung des Verler Trainers dürfte wohl auch nichts ändern, dass seine Mannschaft gegen den TuS Möllbergen einen couragierten Auftritt zeigte. Der Tabellenletzte der Handball-Oberliga vergab mit der 23:25-Niederlage gegen den ersatzgeschwächten Rangfünften schließlich trotzdem „eine große Chance, im Kampf um den Klassenerhalt Boden gut zu machen“ (Gottsleben), weil es ihm am Ende an Konzentration und Disziplin fehlte. Hauptgrund für den verpassten Befreiungsschlag im Abstiegskampf war – wie schon so oft – die fehlende Durchschlagskraft im Angriff. Dieses Problem ist durch die Ausfälle von Lennart Voss (Kniescheibe herausgesprungen) und Moritz Altenau (Weltreise) umso größer geworden, als die Nachverpflichtungen Paul Freier (verletzt) sowie Jens Bechtloff (Wechselsperre bis 22. Februar) noch nicht zur Verfügung stehen. Zudem kann Teammanager Jasmin Baltic bislang nur von „guten Gesprächen mit Philipp Eliasmöller über eine Rückkehr“ berichten. Der starke Auftritt von Thilo Vogler war angesichts dieser Umstände zu wenig.
„Eigentlich war es wie immer: Wir spielen eine gute erste Halbzeit“, sagte Niklas Fischedick, als die Seiten mit 12:13 aus Verler Sicht gewechselt wurden. Tatsächlich hatte sich der Abstiegskandidat teuer verkauft, obwohl die Gäste beim 5:10 (16.) schon auf und davon schienen. Grundlage der Aufholjagd war eine Steigerung der Abwehr. Henri Tigges hielt einige „Hundertprozentige“. Raphael Voßhans bekam auf Halbrechts die zuvor gegen die durchsetzungsstarken Gäste arg wacklige Abwehr zum Stehen. Vor allem fehlten denen nun die Siebenmeter, die von den Schiedsrichtern nach den wuchtigen Durchbruchsversuchen von Gianluca Tesi wegen „Abwehr durch den Kreis“ verhängt und von William Schlaeger (11/6 Tore) sicher verwandelt wurden. Nach dem Wechsel blieb die Partie bis zum 16:16 (39.) durch Moritz Herzog, den die Gäste durch frühes Anlaufen weitgehend aus dem Spiel nehmen konnten, eng. Doch danach verloren die Hausherren den Faden, leistete sich zu viele Ballverluste und kassierten mit dem 18:23 den entscheidenden Rückstand. Was möglich gewesen wäre, zeigten die drei sauber herausgespielten Treffer von Rechtsaußen Marcel Erichlandwehr zum 23:24. 30 Sekunden waren da noch zu spielen, doch den Schlusspunkt setzte Schlaeger. TV Verl: Tigges/Gerlach/T. Fischedick – Hartkämper (1), Vogt (1), N. Fischedick (2), Herzog (1), Dorow (2), Erichlandwehr (4), Jogereit (3/2), Schlüter, Vogler (7), Voßhans, Zawidzki (2). Angeführt vom überragenden Spielmacher William Schläger, der mit dreizehn Treffern auch mit Abstand bester Werfer seines Teams war, fuhr Möllbergen am Freitagabend zwei wichtige Punkte beim Tabellenletzten TV Verl ein und bestätigte damit die ansteigende Formkurve. Die Portaner lagen von Beginn an in Front und gestatteten den Gastgebern lediglich beim 16:16 in der 40.Minute einmal einen Gleichstand. Ins Hintertreffen gerieten die Schützlinge von Trainer Andre Torge nie und scheinen für das Heimmatch am kommenden Samstag gegen den Tabellenführer TSG Altenhagen/Heepen 2 gewappnet.
Spvg.Steinhagen – TV Isselhorst 27:33 (12:14)
In diesem Derby erwischten die Hausherren den besseren Start und gingen mit 5:2 in Front. Bis zum 7:4 lief der Favorit aus Isselhorst der Musik hinterher. Danach gelang den Gästen ein 0:5-Lauf. Doch die 7:9-Führung hielt nicht lange. Steinhagen drehte das Spiel wieder und führte beim 10:9 wieder. Das sollte aber die letzte Führung für die Schnapsstädter sein. Beim Stand von 10:12 wurden die Seiten gewechselt. Als Lukas Hoevelmann in der 45.Minute für die Hausherren auf 19:20 verkürzte, schöpfte das Kellerkind wieder Hoffnung. Dann machte Isselhorst Ernst, erhöhte auf 23:29 und siegte am Ende verdient mit 27:33-Toren. Haupttorschützen Steinhagen: Torben Bode (6), Tim-Michael Ansorge (5) und Lukas Hövelmann (5). Bei Isselhorst überragte Alexander Wiese, der sich gleich zwölfmal in die Torschützenliste eintrug.
TSG Altenhagen/Heepen 2 – Lit 1912 3 33:27 (16:15)
Trotz der Niederlage war Lit-Trainer Olaf Grintz nach der Partie voll des Lobes über die Leistung seines Rumfkaders, mit dem er die Reise zum souveränen Tabellenführer angetreten hatte. Mit vielen taktischen Wechseln in der Abwehr stellte der Trainerfuchs die Angreifer der TSG immer wieder vor Probleme. Das hatte zur Folge, das die Gäste beim Pausenpfiff nur ganz knapp mit 16:15 zurücklagen. In Durchgang zwei spielte dann Altenhagen seine körperliche Überlegenheit aus, während Lit der nur mit einem Ersatztorhüter und zwei Auswechselspielern dürftig besetzten Bank Tribut zollen musste. Bis zum 23:22 in der 41.Minute blieben die Gäste dran. Danach setzte sich die TSG auf 27:22 an und fuhr am Ende einen klaren 33:27-Sieg ein. Hannes Krassort führte mit sieben Treffern die Torschützenliste des Spitzenreiters an. Für Lit trafen Jannes Jasper (6), Justus Westerbeck (5) und Paul Scheibe (5) am besten.
TuS Brake – VfL Mennighüffen 27:33 (14:19)
Auch wenn der VfL beim Abstiegskandidaten TuS Brake nicht seine beste Leistung abrief, reichte es dennoch zu einem klaren 27:33-Erfolg. Trainer Andre Fuhr meinte nach dem Spiel: „Wir sind alle nicht zufrieden mit unserer Leistung. Das wir das Spiel trotzdem gewinnen, ist ja vielleicht auch ein Ausdruck von Qualität“. Der VfL erwischte einen guten Start und führte schnell mit 1:4 und 3:9 in der 9.Minute. Danach ließen die Gäste in der Abwehr etwas die Zügel schleifen und Brake kam zu einfachen Toren. Zu Beginn des zweiten Durchganges versuchten es die Gastgeber mit einer offensiven Abwehr und hatten damit Erfolg. Der VfL verzettelte sich in Einzelaktionen und in der 37.Minute hatte Brake bis auf 18:20 verkürzt. Ein Knackpunkt für den weiteren Spielverlauf dürfte die rote Karte gegen Braker Spielmacher Marius Tiemann gewesen sein, der sich beim Stand von 18:22 seine dritte Zeitstrafe einhandelte. Auf der anderen Seite steigerte sich VfL-Torhüter Tristan Frerichs, den Trainer Fuhr kurz vor der Halbzeitpause für Tobias Bekemeier eingewechselt hatte. Der VfL setzte sich durch einige Treffer des überragenden Mats Rinne in der 50.Minute auf 20:27 ab und legte damit den Grundstein für den klaren Auswärtserfolg. Mats Rinne markierte insgesamt dreizehn Treffer, drei davon vom Siebenmeterpunkt, und war von Brake nicht zu kontrollieren. Tore: Mats Rinne (13), Preben Barthold (5), Fynn Walter (4), Simon Harre (3), Marvin Vieregge (3), Tim Held (2), Soenke Reitemeier (1), Christian Menkhoff (1) und Jona David (1).
TuS 97 Bielefeld – Ahlener SG 2 29:22 (17:9)
Gut zwanzig Minuten lang konnten die Gäste aus Ahlen noch auf etwas Zählbares hoffen. Zu diesem Zeitpunkt führte Jöllenbeck ganz knapp mit 9:8-Toren. Durch einen tollen 8:1-Lauf zog der Gastgeber bis zur Pause auf 17:9 davon und kam in Durchgang zwei überhaupt nicht mehr in Bedrängnis. Der TuS 97, bei dem Spielmacher Dominic Wehmeyer überragte und zehn Treffer erzielte siegte klar mit 29:22-Toren. Bei den Gästen trafen Jano Altsellmaier (5), Bastian Frenzel (4) und Jonas Horstmann (4) am besten.
Nach der enttäuschenden Vorstellung in der Vorwoche zeigte unsere Mannschaft diesmal die richtige Reaktion. Mit einem 29:22 (17:9)-Erfolg über Ahlen gelang ein überzeugender Auftritt, der deutlich machte, dass das Team wieder zu seinem Spiel gefunden hat. Die Partie begann allerdings zäh: Nach zwei schnellen Gegentoren lag der TuS 97 schon in der 2. Minute mit 0:2 zurück. Erst allmählich kam das Team besser in die Begegnung, und nach dem 3:3-Ausgleich durch Dominic Wehmeyer (10. Minute) nahm Ahlen schon früh die erste Auszeit. Bis zum 9:8 in der 20. Minute blieb die Partie offen, ehe unsere Mannschaft das Geschehen zunehmend bestimmte. Gestützt auf eine stabile Abwehr und konsequent ausgespielte Angriffe setzte sich der TuS bis zur Pause auf 17:9 ab. Auch die taktische Umstellung Ahlens mit dem siebten Feldspieler nach dem Seitenwechsel brachte keine Wende mehr. Unser Team ließ sich den Vorsprung nicht mehr nehmen und blieb konzentriert, auch als es nach dem Tor von Keeper Mirko Seliger zum 23:15 (41.) eine eigene Auszeit nahm, um den letzten Abschnitt kontrolliert anzugehen. Am Ende stand ein verdienter 29:22-Erfolg, getragen von einer geschlossenen und kämpferischen Mannschaftsleistung. Am kommenden Samstag (19 Uhr) geht es auswärts zum VfL Mennighüffen – dort hat unsere Erste nach der knappen Hinspielniederlage noch etwas gutzumachen.
HSG Werther/Borgholzhausen – ASV Senden 22:33 (8:10)
Für den Aufsteiger HSG Werther/Borgholzhausen hat in der Oberliga der graue Alltag begonnen. Nach der klaren 22:33-Heimniederlage gegen den ASV Senden rutschte die Sieben von Trainer Albert Kreismann mit 12:14-Zählern auf den achten Tabellenplatz ab. Die HSG konnte sich in dieser Partie nur einmal über eine Führung freuen, als Louis Hartmann nach 74Sekunden zum 1:0 traf. Kurze Zeit später führte Senden mit 1:4 und gab diese Führung nicht mehr her. In der 35.Minute war die HSG beim Zwischenstand von 12:13 wieder in Schlagdistanz. In den nächsten neun Minuten machten die Münsterländer durch einen feien 1:7-Lauf alles klar. Die Gäste führten in der 45.Minute mit 13:20-Toren und kamen am Ende zu einem ganz klaren 22:33-Auswärtssieg. Während bei der HSG Louis Hartmann (5), Nick Borgstedt (3) und Fynn Huxohl (3) die Torschützenliste anführten, trafen bei Senden Anton Peuker (8), Jakob Janssen (7) und Vicent Lukas (6) am besten.
TuS Spenge 2 – TuS Brockhagen 44:24 (17:10)
Das war schon mehr als ein Klassenunterschied. Der Tabellenzweite TuS Spenge 2 deklassierte den Aufsteiger TuS Brockhagen mit zwanzig Toren Unterschied und freute sich am Ende über einen 44:24-Kantersieg. Dabei sah es zunächst überhaupt nicht nach einem deutlichen Erfolg der Spenger aus, denn in der 22.Minute stand nur ein 10:8 auf der Anzeigetafel. Dann gelang Spenge bis zur Pause ein 7:2-Lauf und beim Stand von 17:10 ging es in die Kabinen. In der zweiten Hälfte wurden die Gäste demontiert. Spenge gewann den zweiten Durchgang mit sage und schreibe 27:14-Toren. Über 22:10, 29:14 und 35:18 kamen die Hausherren zum 44:24-Kantersieg. Haupttorschützen Spenge: Sebastian Reinsch (9), Bennet Brinkmeier (7), Kenneth Krüger (7) und Jannik Osha (5). Haupttorschützen Brockhagen: Yannik Sonntag (6), Sergej Braun (6) und Tom Eckstein (5).
