(bg) Auf der Zielgeraden hat die TSG A-H Bielefeld durch eine Niederlage in Mennighüffen doch noch die Herbstmeisterschaft in der Handball-Oberliga verspielt, denn der TuS Spenge zog dank des gewonnen direkten Vergleiches vorbei. Das eröffnet auch dem Rangdritten VfL Gladbeck, der die hohe Hürde in Soest nahm, die Möglichkeit, sich noch in den Titelkampf einzumischen. Aufsteiger TuS Ferndorf II feierte schon seinen fünften Sieg, was die Abstiegssorgen von Augustdorf/Hövelhof weiter erhöht. Für Schlusslicht Gevelsberg-Silschede scheint der Zug bereits abgefahren.

Mindener TB. Zwischen der 33. und 43. Minute klappte bei den Oberliga-Handballer von Lit Tribe Germania alles: Mit einem fulminanten 7:0-Lauf entschieden die Rot-Weißen das Duell gegen den Tabellen-Vorletzten HSG Augustdorf/Hövelhof für sich. Das Team von Daniel Gerling sorgte mit dem 34:29 (16:16)-Erfolg für einen erfolgreichen Abschluss des Heimspiel-Dreierpacks. Die gestrige Partie war die dritte in der Nordhemmeraner Halle innerhalb von sechs Tagen. In einer von Zeitstrafen geprägten ersten Hälfte taten sich die Hausherren schwer. „Das war chaotisch und hektisch“, sagte Lit-Trainer Daniel Gerling über die ersten 30 Minuten. Insgesamt ein Drittel dieser Spielzeit mussten die Hausherren mit einem Mann weniger auskommen. Die Rot-Weißen lagen zwar immer wieder vorn, konnten den Vorsprung aber nicht lange verteidigen. Lits 8:6-Führung nach 13 Minuten wandelte Augustdorf/Hövelhof innerhalb von drei Minuten in eine eigene 9:8-Führung um. Und vom 10:10 nach 20 Minuten setzten sich die Gäste bis zur 24. Minute auf 13:11 ab. Immerhin traf Germanen-Youngster Jona Finke kurz vor der Pause zum 16:16-Ausgleich. „Wir haben in der ersten Hälfte zu viele Gegentore kassiert“, stellte Lit-Kapitän Jannik Gartmann fest: „Nach der Pause haben wir dann richtig gut gedeckt. Da hat Augustdorf nicht mehr die richtigen Mittel gefunden.“ Der ehemalige Lit-Akteur Felix Bahrenberg traf zwei Minuten nach Wiederbeginn zwar zum 17:16, doch dann schlug die Stunde des Gerling-Teams. Innerhalb von zehn Minuten warfen die Rot-Weißen sieben Treffer und ließen keinen einzigen zu. Als Gäste-Trainer Micky Reiners nach 43. Minuten eine Auszeit nahm, schien die Partie schon entschieden zu sein. Die Gäste produzierten nach der Pause im Angriff einen Fehler nach dem anderen. Das bestraften die Germanen eiskalt. „Unser Angriff war überragend, allen voran Jannik Borcherding“, lobte Gerling den insgesamt zwölffachen Torschützen. Für ihre starke Abwehrarbeit holten sich Finke und Arne Ransiek ein Sonderlob ab. Zehn Minuten vor Schluss wurde es noch einmal kurzzeitig spannend. Nach und nach hatten sich die Gäste auf 24:27 angenähert. Augustdorf/Hövelhof hatte sogar die Chance, auf zwei Tore zu verkürzen. Doch der Treffer wurde der HSG aberkannt, weil ihr Rechtsaußen beim Wurf im Kreis stand. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass es noch einmal eng wird. Augustdorf war am Ende platt“, sagte Gerling, dessen Team in den Schlussminute den alten Abstand wiederherstellte.

NW Paderborn. Die HSG Augustdorf/Hövelhof wartet in der Handball-Oberliga bereits seit sieben Spielen auf den zweiten Saisonsieg und ist inzwischen auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht. Bei Lit Tribe Germania setzte es für die Sandhasen in Nordhemmern nun angesichts der 29:34 (16:16)-Niederlage im 13. Saisonspiel bereits die zehnte Schlappe. Dabei kam der Gast aus der Senne, der ohne den verhinderten Lennart Pieper antrat, gut in die Partie und lieferte den Hausherren einen offenen Schlagabtausch. Dementsprechend wechselte die Führung in Durchgang eins ständig zwischen den beiden Kontrahenten hin und her. Die HSG führte 3:1 (6. Spielminute), die Gastgeber konterten zum 4:3 (Minute 8) und 8:6 (13.), wiederum Augustdorf/Hövelhof zog auf 9:8 (Minute 16) und 14:12 (25. Spielminute) vorbei, bevor die Seiten beim Stand von 16:16 gewechselt wurden. Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs besorgte Felix Bahrenberg das 17:16 (32.) für die HSG, dann war es mit der Herrlichkeit aber vorbei. Lit nutzte elfeinhalb torlose Minuten der Mannen aus der Senne, um sich vorentscheidend zum 24:17 (44.) zu werfen, ließ sich auch von einem Zwischenspurt des Gastes (28:25 für Lit, 55.) nicht beeindrucken und siegte schlussendlich souverän mit 34:29. „Gegenüber dem Gladbeck-Spiel war das noch mal eine Steigerung, die Phase ohne Treffer zu Beginn der zweiten Halbzeit hat uns aber das Genick gebrochen. Da haben wir den Faden verloren und das Tor nicht mehr getroffen“, bilanzierte HSG-Teammanager Udo Schildmann, der den Fokus gleich auf den Rückrunden-Auftakt am kommenden Samstag gegen Schlusslicht Gevelsberg richtete und auch noch einen Neuzugang vermelden konnte. Linkshänder Jakob Pritschet (Jahrgang 1998) kommt von Handball Lemgo II aus der 3. Liga. „Jakob ist deckungsstark und beweglich und soll sich im rechten Rückraum gut mit Sebastian Rumniak ergänzen“, so Udo Schildmann.

NW Bielefeld/Herford. Bei Schneematsch und Glätte auf den Straßen hatten es rund 1.000 Zuschauer in die Jöllenbecker Sporthalle geschafft. Viele hatten wohl – auf dem natürlich unverschneiten Parkett – auch auf einen Ausrutscher des TuS Spenge gegen den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck gehofft. Doch der 33:20 (17:10)-Erfolg der Spenger verdeutlichte, dass zwischen den Ortsrivalen derzeit eine kleine Handballwelt liegt.
Die Hoffnung der Bielefelder auf eine Überraschung hielt 22 Minuten lang. In diesem ersten Drittel des Spiels setzte sich keines der Teams ab. Beide Trainer schürten ein wenig die Derbyemotionen. Spenges Heiko Holtmann ließ den Ex-Jöllenbecker Sebastian Kopschek auflaufen, Sven-Eric Husemann vertraute dem aus Spenge gekommenen Jakob Röttger den rechten Rückraum an.
Röttger, Leon Ludwigs und Nils Grothaus waren es, die auf Seiten des TuS 97 gegen den monströsen Innenblock der Spenger mit Oliver Tesch und Gordon Gräfe zum Erfolg kommen sollten, leisteten sich aber auch zahlreiche Fahrkarten. Kreis und Außen der Bielefelder waren vor der Pause weitgehend abgemeldet. „Unser Rückraum musste sich die Würfe nehmen. Er hätte sie nur rein machen müssen“, sagte TuS-97-Coach Husemann. Beim 4:7 (12.) aus Sicht der Bielefelder sah es erstmals so aus, als reiße der Kontakt ab. Doch auch Spenge machte Fehler. Bielefelds Daniel Meyer, ausgerechnet ein Außen, war es, der zum 9:9 traf. Lukas Heins, ein Kreisläufer, hatte die Führung auf der Hand, vergab jedoch. Aus einem von Christian Trittin gehaltenen Siebenmeter schlugen die Bielefelder dann nur noch bedingt Profit. Das 10:11 war der letzte knappe Spielstand. Unter anderem dank des eingewechselten Leon Prüßner gelang Spenge ein Lauf bis zum 17:10. Nach der Pause kam ein derartiger Husarenritt zwar nicht mehr vor, doch die Herforder bauten den Vorsprung kontinuierlich aus, testen sogar eine 3:2:1-Deckung. „Wir wollten den Druck auf Jöllenbeck aufrechthalten und mal was Neues machen“, sagte der zufriedene Gästecoach Holtmann. Bemerkenswert, wenn auch nur eine Randnotiz, war der Auftritt der Schiedsrichter, die zwar nicht immer richtig lagen, aber durch eine erstaunlich offene Kommunikation mit Spielern und Bank immer wieder die Gemüter beruhigten. Auch das verdient nach einem Derby, welches letztlich erwartet einseitig verlief, Erwähnung.

NW Bielefeld. „Wir müssen da schon noch mal drüber reden“, sagte Sven-Eric Husemann. Der Trainer des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck wollte die 20:33-Niederlage gegen den TuS Spenge nicht schleunigst abhaken. Er hätte es tun können, denn die Schlappe gegen den Tabellenzweiten war erwartbar und auch verdient. Doch es grassierten im Jöllenbecker Umfeld auch Vorwürfe. Konditionsschwach seien die Akteure des Aufsteigers. Dem widerspricht Husemann energisch. „Spenge kann auf jeder Position ohne Qualitätsverlust wechseln. Ich muss eine erste Sieben fast durchspielen lassen. Das ist eine etwas andere Belastung.“ Insgesamt war der Trainer aber doch leicht enttäuscht, dass die Partie nicht länger offen gehalten werden konnte. Je länger der einseitige Nachbarschaftsvergleich dauerte, umso deutlicher wurde, dass Spenges Trainer Heiko Holtmann, im Gegensatz zum Kollegen Husemann, über ein ausgewachsenes Luxusproblem verfügt. „Ich habe 14 bis 15 gute Spieler im Kader. Die wollen alle zeigen, was sie können. Das macht sich im Ergebnis deutlich bemerkbar“, erkannte Holtmann. Wie selbstverständlich erweiterte der Coach seine funktionierende Abwehrreihe um offensive Elemente. „Ich wollte noch etwas Neues ausprobieren und Jöllenbeck stets unter Druck setzen“, erläuterte er. „Wenn Spenges Abwehr so gut, so kompakt steht wie am Freitag und das Zusammenspiel mit ihren Torhütern stimmt, wird es natürlich unglaublich schwer für uns“, erkannte TuS-Regisseur Leon Ludwigs. „Wir konnten uns zu wenig Räume für günstige Zweikampfsituationen erarbeiten. Das hat nur bis zur 18. Minute geklappt.“  Trotz der offensichtlichen Qualität, die Spenge aufbieten konnte, vergaß Ludwigs aber nicht darauf hinzuweisen, dass die Jöllenbecker weit unter ihren Möglichkeiten geblieben waren und teilweise lethargisch spielten. „Den letzten Funken konnten wir, anders als gegen die TSG, nicht entzünden“, bemerkte Ludwigs nachdenklich. Wichtiger als ein, zwei Tore mehr gegen ohnehin überlegene Spenger war vielleicht der Blick in die Rangliste. „Spenge steht nicht zu unrecht oben – und wir stehen auch nicht zu unrecht da, wo wir jetzt stehen“, wusste Ludwigs. Jöllenbecks Tabellennachbarn Augustdorf, Gevelsberg und Hemer haben verloren, Hamm II hat sich dafür mit einem Sieg etwas nach oben abgesetzt, Ferndorf II zog am TuS 97 vorbei. „Der Abstand zur Abstiegszone ist gleich geblieben, aber das Mittelfeld darf uns nicht entwischen“, warnt Husemann.

IKZ Hemer. HSV Hemer – TuS Möllbergen 29:30 (13:15). Guter Start, starkes Finish – und dazwischen eine indiskutable Leistung: Das ergab in der Summe die dritte Hemeraner Niederlage in Folge, die verdient war, auch wenn die Entscheidung erst per Siebenmeter nach der Schlusssirene fiel. Das Team steckt in einem Tief, denn einmal mehr scheiterte es an eigenen Unzulänglichkeiten und nicht an der Klasse des Gegners. Die meisten Zuschauer im Grohe-Forum hatten sich wohl mit der dritten Heimniederlage der Saison abgefunden, als die Ostwestfalen per Siebenmeter zum 26:21 trafen. Knapp sieben Minuten waren noch zu spielen, und wie sollte der vergeblich um Konstanz ringende HSV das Blatt noch wenden? Die Antwort gab Moritz Frenzel. Der hatte sich zuvor zwar ungewohnt viele Fehlwürfe gestattet, war im Finish aber der Garant für ungeahnte Spannung. Er markierte sechs Treffer in Folge, bei nur einem Siebenmetertor auf der Gegenseite, und eineinhalb Minuten vor dem Ende stand es 27:27. Möllbergen legte noch zweimal vor, aber jetzt zeigten die Hausherren die so lange vermisste Leidenschaft. Letzter Angriff für Hemer, und Christian Klein brachte Sekunden vor Schluss mit einer Energieleistung den Ball im Tor unter. Aber es gab noch einmal Anwurf für den TuS, und weil es hier zu einer strafbaren Behinderung kam, folgte das dicke Ende. Siebenmeter für den Gast, und Altvater entriss dem HSV den sicher geglaubten Punkt. Es war das spektakuläre Finale einer Partie, die die Gastgeber vielversprechend einleiteten. Tobias Schetters warf die Tore zur 3:1-Führung, ehe er abtauchte. Dennoch waren die Hemeraner in der Anfangsphase die bessere Mannschaft. Und bei etwas mehr Konzentration im Abschluss wäre die Führung (6:2, 10.) deutlicher ausgefallen. Dass für Gästeakteur Witte die Partie nach rüdem Foul an Christian Klein wenig später schon beendet war, schien ja auch kein Nachteil für die Hausherren zu sein. Doch sie gaben das Heft aus der Hand, kassierten zwei Gegentreffer in Überzahl und warteten mit hinlänglich bekannten Defiziten auf. Schlecht vorbereitete Würfe waren an der Tagesordnung, und die unsortierte und wenig dynamische Abwehr öffnete dem Gegner immer wieder Lücken. Der opferte bevorzugt seinen Torhüter zugunsten des siebten Feldspielers, wenn er im Angriff war, und das war gegen den behäbigen HSV ein wirksames Mittel. Der gewann nicht einen Ball, um dann das leere Tor ins Visier nehmen zu können, und geriet immer weiter in Rückstand. Möllbergen konnte nach Belieben schalten und walten, traf von Außen und nach guten Anspielen regelmäßig vom Kreis. Hemer bekam überhaupt keinen Zugriff, ließ die kämpferische Einstellung vermissen und war mit seinem statischen Angriffsspiel und den ungenauen Würfen keine Gefahr für die Ostwestfalen. Die hatten beim 22:16 (45.) ihre deutlichste Führung erarbeitet, ehe sich die Hausherren gegen die drohende Abfuhr stemmten. Mit veränderter Deckung nahmen sie dem Gegner die Wirkung, jetzt zeigten sie die lange vermisste Entschlossenheit im Angriff, und es wurde tatsächlich noch einmal spannend. Nur das Happy-End fehlte.

Mindener TB. André Torge will gar nicht hinschauen, er dreht sich weg vom Spielfeld, auf dem nur einen kurzen Moment später riesige Freude herrscht. Zumindest bei den Oberliga-Handballern des TuS 09 Möllbergen: Freddy Altvater trifft von der Siebenmeter-Marke zum 30:29 (15:13)-Erfolg beim HSV 81 Hemer. „Ich glaube, die Mannschaft hat sich dafür belohnt, dass sie in den 60 Minuten so viel gegeben hat“, sagt der glückliche TuS-09-Trainer. Um es vorwegzunehmen: Die Möllberger, die Simon Witte bereits nach 9:54 Minuten verloren, weil sich dieser ein schusseliges Foul an Christian Klein geleistet hatte, steuerten auch ohne ihren Kapitän einen glänzenden Kurs. „Wir haben als Mannschaft total überzeugt“, sagte André Torge. Er hatte aber auch ein Trumpf-Ass: Geschick. Die Taktik, die er seinem Team nach der Disqualifikation Wittes verordnet hatte, war überragend. „Wir haben geduldig gespielt, bis auf den Punkt“, erklärte André Torge. Die Umstellung von der 6:0- auf die 5:1-Deckung mit Freddy Altvater auf der vorgezogenen Position war schon ein guter Schlager, aber wie der TuS 09 seine Angriffe mit sieben Feldspielern präsentierte, war ein Super-Hit. Atemberaubend. „Ich muss“, sagte der Trainer, „der Mannschaft schon großen Respekt zollen, wie sehr sich alle an die Marschroute gehalten haben.“ Nachdem die Möllberger nach neun Minuten mit 2:6 zurückgelegen hatten, fanden sie immer besser ins Spiel. Zumal sie sich in der Defensive auch auf Jannis Finke verlassen konnten. „Sehr stark, herausragend“, fasste André Torge den Auftritt seines Schlussmannes zusammen. „Aber so eine Leistung brauchst du in so einem Spiel auch.“ Eine Leistung, an die Hemers Klasse-Keeper Patrick Spiller an diesem Abend nicht herankam. Und vorne? Da sorgte der ständige siebte TuS-09-Feldspieler für pure Verzweiflung beim HSV. So gelang den Möllbergern nach dem 15:14 ein 4:0-Lauf zum 19:15, und zwischenzeitlich bauten sie dieses Polster sogar auf sechs Treffer aus (22:16). „Gut, dass Hemer das nicht früher gelöst hat“, sagte André Torge. Als dann aber der zweite Ball ins leere Tor gesegelt war, erklärte der TuS-09-Trainer dieses Projekt für beendet. Er wollte das Schiff sicher in den Siegerhafen bringen, musste sich dann aber noch gegen einige hohe Wellen stemmen. Zumal Hemers Klasse nun nicht mehr nur auf dem Spielbericht zu erkennen war, sondern auch auf dem Feld deutlich wurde. Es entwickelte sich eine dramatische Schlussphase: Zum ersten Mal nach dem 8:8 glich der zwölfmalige Torschütze Moritz Frenzel für den HSV wieder aus, Torben Hanke traf zum Möllberger 28:27, Christian Klein gelang das 28:28, Alexander Wiemann das 29:28 für den TuS 09, ehe erneut Christian Klein zum 29:29 abschloss und alle schon dachten, es käme zu einer Punkteteilung. Doch dann gab es noch eine Kopie vom EM-Spiel Deutschlands gegen Slowenien: Hemers Tobias Schetters verhinderte den Mittelanwurf Alexander Wiemanns, sah die Rote Karte und anschließend, dass Freddy Altvater für einen traumhaften Hinrunden-Abschluss des TuS 09 Möllbergen sorgte. „Das sind Bonuspunkte“, sagte André Torge. Beeindruckende 13:13 Zähler stehen auf dem Konto des doch von vielen Verletzungen gebeutelten Aufsteigers, der mit einem Neun-Punkte-Polster auf die Abstiegsränge in die Rückrunde starten wird.

Westf. Anzeiger. Als ein Freudenfest für den ASV Hamm-Westfalen II und eine Demütigung für die HSG Gevelsberg-Silschede wird das letzte Hinrundenspiel der Handball-Oberliga den Anhängern der beiden Teams in Erinnerung bleiben. Mit 39:28 (20:14) siegten die Hammer Gastgeber gegen den enttäuschenden Liga-Letzten aus Ostwestfalen und erkämpften sich nach dem Vorwochenerfolg in Nordhemmern zwei weitere Punkte.
Und das zurecht, weil der ASV dem Gast in punkto Leidenschaft und Abwehrarbeit weit überlegen war. Während der Hammer Trainer Tobias Mateina im Anschluss von einer starken Mannschaftsleistung mit sehr wenigen Fehlern sprach, erkannte HSG- Teamleiter Christof Stippel fehlende Kampf-Bereitschaft bei seiner Truppe als Ursache der klaren Auswärtspleite. Und die zeichnete sich für das sieglose Schlusslicht in der ersten Hälfte, wenn nicht gar schon in den Anfangsminuten ab. Denn was die HSG in der Freiherr-vom-Stein Halle von Beginn an ablieferte, war sportliche Magerkost in der Defensive. Zudem hatte Gevelsbergs Keeper Sebastian Olschinka einen schwachen Tag.
Der ASV indes kam gut ins Spiel. Das Angriffstempo stimmte, David Wiencek führte clever Regie und beinahe unbedrängt trafen David Spiekermann, Justin Black und Kim Voss-Fels zur 3:0- und 5:2-Führung. Die offensive Gästeabwehr spielte dem ASV in die Karten, wobei HSG-Trainer Norbert Gregorz die Deckung sogar noch weiter öffnete, als er Spiekermann oder Wiencek eine Manndeckung verpasste. Die Hammer „bedankten“ die sich mit einer 13:7- (17.) und 19:11-Führung (26.).
Die Taktik der Hausherren ging auch nach dem 20:14-Seitenwechsel auf. Frühzeitig wurde der HSG-Rückraum schon vor dem Erreichen der Neun-Meter-Linie attackiert, zudem blieben beide Außenspieler der Gäste beinahe wirkungslos. Viele Einzelaktionen, Gewühle und in den glücklichen Momenten Kleingruppentaktik mit dem guten Kreisläufer Rafael Dudczak als Nutznießer prägten das Sturmbild der Gäste.
Mateinas Truppe spielte beherzt und überraschte mit gelungenen Kreuz-Kombinationen auf der gesamten Angriffsbreite. Selbst als der Hammer Coach Mitte der zweiten Hälfte ausschließlich seine Youngster auf das Feld schickte, blieben die Gastgeber in der Spur.

WP Gevelsberg. So langsam aber sicher schwinden die Chancen des Handball-Oberligisten HSG Gevelsberg/Silschede auf ein siebtes Jahr in der westfälischen Beletage. Nach der neuerlichen und ernüchternden Niederlage beim ASV Hamm-Westfalen II bleibt die HSG mit einem Punkt abgeschlagen am Tabellenende. Vor allem aber die Art und Weise, wie sich die Mannschaft von Norbert Gregorz bei der 28:39 (14:20)-Niederlage präsentierte, lässt die Hoffnungen auf den Klassenerhalt kleiner werden. Denn vor allem in der Defensive zeigte die HSG eine ganz schwache Leistung. Entsprechend ernüchtert wirkt Trainer Gregorz nach der Partie beim Tabellenzehnten. „Wir haben in keinster Art und Weise Zugriff bekommen“, fasst er den Auftritt vor den beiden glücklosen Torhütern Beck und Olschinka zusammen. Zwar kam man zu Beginn gut in das Spiel, hatte nach dem schnellen 0:3-Rückstand die Gelegenheit zum 5:5 auszugleichen. Das gelang nicht, Hamm zog in der Folge durch drei Treffer in Serie wieder davon und ließ sich diesen Vorsprung auch bis zum Spielende nicht mehr nehmen. „Das ist bei uns inzwischen ein echtes Kopfproblem. Bei uns gehen nach solchen Serien die Köpfe runter und die Mannschaft zerbröselt“, sagt ein enttäuschter Gregorz. Während man im eigenen Ballbesitz verbessert zur Vorwoche auftrat, fehlte in der Deckung zu jeder Zeit die Bereitschaft, den Kampf anzunehmen. Mal mit Übergängen zum Kreis, mal mit Wurfgewalt aus der zweiten Reihe kam Hamm zu einfachen Treffern, ohne dabei auf großartige Gegenwehr der offensiv eingestellten Gevelsberger zu stoßen. „In der letzten Woche war es vorne, diese Woche war es hinten zu wenig“, fasst Gregorz zusammen, wo es momentan fehlt, um Punkte für den Klassenerhalt sammeln zu können: „Es gelingt uns nicht, auf beiden Seiten des Spielfeldes konstant aufzutreten.“ Nach 18 Minuten des Spiels in Hamm lag man erstmals mit sechs Treffern zurück, bis zur Pause sollte sich dieser Rückstand dann auch halten. Wer sich im Handball auskennt, weiß, dass man einen solchen Rückstand in einer Halbzeit auch noch drehen kann. Und so schien es zu Beginn des zweiten Spielabschnitts auch, als Dudczak und Still auf vier Tore verkürzen konnten. Doch wer nun auf eine Leistungssteigerung in der Deckung der Gevelsberger hoffte, sah sich wieder schnell in den ersten Abschnitt versetzt. Bis zum 19:24 nach 36 Minuten blieb die HSG in Schlagdistanz, fünf Treffer der Gastgeber in Serie sorgten dann aber für die Entscheidung und klare Verhältnisse. Spätestens nach 42 Minuten beim Stand von 19:29 ging es für die Gregorz-Sieben nur noch um Schadensbegrenzung. Zwar kam man in den letzten Minuten noch zu neun Treffern, kassierte in dieser Zeit aber auch eben derer zehn. So blieb selbst die erhoffte Ergebniskosmetik aus. Zwar ist der Klassenerhalt noch rechnerisch möglich, die Saison jetzt gerade erst einmal zur Hälfte rum – große Chancen auf den Erhalt der Oberliga macht man sich in Gevelsberg aber nicht mehr: „Ich bleibe dabei, dass wir erst abgestiegen sind, wenn es auch rechnerisch feststeht“, sagt Gregorz, bevor er weiter ausführt. „Man hat aber bei einigen Spielern das Gefühl, dass sie sich schon mit der Verbandsliga arrangiert haben.“ Wo momentan der Mut herkommen soll, den Abstieg noch zu verhindern, ist fraglich. Zu verlieren haben die Gevelsberger eigentlich nichts mehr, vielleicht sorgt das ja für die nötige Lockerheit.

WP Siegen. TuS Ferndorf II – SF Loxten 23:18 (14:10). „Mit fünf Siegen in der Hinrunde hat wohl niemand bei uns gerechnet“, zieht Michael Feldmann in Anbetracht der vielen Verletzungen in seinem Ferndorfer Team ein überaus positives Fazit der ersten Serie. Mit dem zehnten Tabellenplatz und sechs Zählern Vorsprung vor den Abstiegsplätzen sind die Ferndorfer vor der am kommenden Wochenende gegen den VfL Mennighüffen startenden Rückrunde auf einem guten Weg. Den Erfolg schrieb Michael Feldmann der guten Defensivarbeit, einem starken Keeper Niels Thies und einem konstruktiven Angriffsspiel über den Kreis zu, woran der überragende Mattis Michel mit 14 Treffern – davon acht Siebenmetern – den Hauptanteil hatte. „Wir waren gewarnt und haben uns optimal auf die aus allen Rohren schießenden Gäste eingestellt“, lobte der Coach sein Team, das nur beim 5:6 in der 13. Minute einen Rückstand hinzunehmen hatte. Spätestens beim 10:7 (22.) durch Florian Schneider hatte der TuS den Vorteil für sich. Beim 14:10-Pausenstand waren die Erfolgshoffnungen groß. Die sollten sich im Verlauf der zweiten Hälfte verfestigen, als über 16:12 (38.) zum 22:17 (55.) stets ein solider Vorsprung herausgespielt werden konnte.

Haller Zeitung. »Bang Boom Bang« ist Kult. Wirklich zum Lachen war den Handballern der Sportfreunde Loxten aber nicht mehr zu Mute, als die Ruhrpott-Komödie aus den 90er-Jahren auf der langen Rückfahrt aus Ferndorf über den Bildschirm ihres Reisebusses flimmerte. Zu deutlich und vor allem „verdient“, wie SFL-Trainer Thomas Lay einräumte, war die Niederlage im Siegerland ausgefallen. Vor der Minuskulisse von rund 40 Zuschauern hatten es die »Frösche« zu keiner Phase geschafft, an ihre Glanzleistung vom Heimsieg gegen Mennighüffen anzuknüpfen. „Das war genau das Gegenteil von letzter Woche“, stellte Lay ernüchtert fest. Die erste schlechte Nachricht hatte den Loxtener Tross schon vor der Abfahrt erreicht. Rechtsaußen Nils Patzelt musste wegen einer Grippe passen. Im Spiel blieb die dezimierte Gästemannschaft bis zum 7:7 (19.) dran, kassierte dann aber innerhalb von fünf Minuten fünf Gegentore, ohne selbst einen Treffer zu erzielen. „Die ersten Gegenstöße haben bei uns eine komische Stimmung ausgelöst. Danach sind wir von Angriff zu Angriff hektischer geworden“, analysierte Lay die vorentscheidende Phase des Spiels. Näher als auf drei Tore (10:13, 15:18, 17:20) kam seine Mannschaft danach nicht mehr heran. Vor allem in der Rückraummitte wurde nach den Ausfällen von Heiner Steinkühler und Sebastian Hölmer ein Taktgeber schmerzlich vermisst. Weil auch Ferndorfs Torwartduo als Punktsieger aus dem Vergleich mit Loxtens Keepern hervorging, stand für die Sportfreunde mit 18 erzielten Toren am Ende ein Negativrekord für die laufende Saison zu Buche. Auf der Gegenseite erzielte Mattis Michel alleine fast so viele Treffer wie die gesamte Gästemannschaft. „Egal, ob wir die Anspiele verhindern oder defensiv decken wollten, ihn wir haben nie in den Griff bekommen“, gab Lay zu. Ferndorfs Kreisläufer, der auch zum Drittligaaufgebot des TuS gehört, hatte am Ende des Spiels 14 Treffer auf dem Konto. Acht davon erzielte Michel mit Siebenmetern, „die er alle selbst rausgeholt hat“, wie Lay berichtete.  Mit der dritten Zeitstrafe gegen Malte Weigel gingen in der 51. Minute auch die letzten Hoffnungen dahin. „23 Gegentore müssen eigentlich reichen, um ein Spiel für uns zu entscheiden“, trauerte Lay der verpassten Chance hinterher. In der Tabelle fällt Loxten vor der Auswärtspartie in Hemer damit vom siebten auf den neunten Rang zurück.

NW Bad Oeynhausen. Die Mennighüffener zeigten nach den teilweise desolaten Vorstellungen in Spenge und Loxten ihr anderes Gesicht. Sehr zur Freude von Trainer Zygfryd Jedrzej: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Das war heute wieder so ein Spiel, das man sich als Trainer wünscht.“ TSG-Trainer Michael Boy reagierte dagegen enttäuscht. Er sagte nach dem Abpfiff: „Wir sind heute an unserer Chancenverwertung gescheitert. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr hat Mennighüffen seine Chancen gewittert, doch zu gewinnen. Sie haben das Spiel gut verschleppt und dann den Deckel draufgesetzt.“ Kämpferisch wollte er seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Beide Teams nervten die rund 500 Zuschauer in der ersten Halbzeit mit vielen Fehlern im Angriff. Deckungsmäßig stellten sowohl VfL als auch TSG eine ordentliche 6:0-Abwehr, hinter der die Torwarte einen guten Job machten. Deshalb fielen die Tore auch nur allmählich. Als die Gäste aus einem 1:3-Rückstand (7.) die 6:3-Führung (12.) gemacht hatten, glaubten viele in der Halle, der Favorit spielt sich so langsam warm. Doch ausgerechnet in dieser Phase verletzte sich Kreisläufer Gustav Rydergård am linken Ellenbogen. Zwar versuchte er, sich in der Halbzeitpause wieder fit zu bekommen, doch das Spiel war für ihn gelaufen. Der 33-Jährige fehlte der TSG somit im Mittelblock. Doch die Mennighüffener ließen sich nicht abschütteln, auch nicht dadurch, dass sie sich die Treffer zum 7:5 und 8:5 (beide 21.) durch Weitwürfe einfingen. Selbst die Disqualifikation von Abwehrchef Ulrich Neumann in der 32. Minute (nach der dritten Zeitstrafe) kompensierten die Gastgeber. Für ihn kam Lukas Mailänder, der sich von Trainer Zygfryd Jedrzej eine „Eins plus“ verdiente. Trotz der engen Spielstände wollte unter dem Fachpublikum keine echte Derby-Stimmung aufkommen, da beide Mannschaften immer noch reichlich Fehler produzierten. Das änderte sich in der dramatischen Schlussphase, als da VfL-Linksaußen Tomasz Tluczynski mit zwei Distanzwürfen den VfL mit 17:16 (45.) in Führung warf. Die Mennighüffener hatten ihren Gegner dort, wo sie ihn haben wollten – im Positionsspiel mit Kampfmodus.
Jetzt gab es auch auf den Rängen kein Halten mehr. Mennighüffen erhöhte erstmalig durch Kreisläufer Malte Ames auf zwei Tore Abstand (22:20, 55. Minute), aber die TSG hielt dagegen. Mennighüffen legte noch zweimal vor durch Mats Köster (59.) und Tomasz Tluczynski (59.), während Altenhagen/Heepen durch Marius Kastening und Johannes Krause eine Minute vor dem Abpfiff wieder auf 23:24 verkürzte. Die TSG setzte jetzt alles auf eine Karte und spielte offene Manndeckung. VfL-Rechtsaußen Mats Köster erkannte die Lücke auf seiner Außenbahn, markierte den Siegtreffer zum 25:23 eine halbe Minute vor Schluss und krönte damit seine starke Leistung. Den letzten Wurf hielt Mennighüffens guter Torwart Calvin Born – und der Rest war dann nur noch VfL-Jubel. „Wir haben im Angriff ziemlich konzeptlos gespielt, haben uns auch viele Würfe genommen, die wir uns nicht hätten nehmen dürfen. Mennighüffen hat mit Härte dagegen gehalten, und wir hatten nicht den richtigen Biss“, kommentierte der Ex-Mennighüffener Arne Kröger die Niederlage des jetzt entthronten Spitzenreiters.

NW Bielefeld. Die TSG A-H Bielefeld ist die Tabellenführung in der Handball-Oberliga los. Die Mannschaft von Trainer Michael Boy verlor beim VfL Mennighüffen mit 23:25 (11:10) und musste den TuS Spenge vorbeiziehen lassen. Trainer Michael Boy reagierte enttäuscht. Er sagte nach dem Abpfiff: „Wir sind heute an unserer Chancenverwertung gescheitert. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr hat Mennighüffen seine Chancen gewittert, doch zu gewinnen. Sie haben das Spiel gut verschleppt und dann den Deckel draufgesetzt.“ Kämpferisch wollte er seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Beide Teams nervten die rund 500 Zuschauer in der ersten Halbzeit mit vielen Fehlern im Angriff. Deckungsmäßig stellten sowohl VfL als auch TSG eine ordentliche 6:0-Abwehr, hinter der die Torwarte einen guten Job machten. Deshalb fielen die Tore auch nur allmählich. Als die Gäste aus einem 1:3-Rückstand (7.) die 6:3-Führung (12.) gemacht hatten, glaubten viele in der Halle, der Favorit spielt sich so langsam warm. Doch ausgerechnet in dieser Phase verletzte sich Kreisläufer Gustav Rydergård am linken Ellenbogen. Zwar versuchte er, sich in der Halbzeitpause wieder fit zu bekommen, doch das Spiel war für ihn gelaufen. Der 33-Jährige fehlte der TSG somit im Mittelblock. Doch die Mennighüffener ließen sich nicht abschütteln, auch nicht dadurch, dass sie sich die Treffer zum 7:5 und 8:5 (beide 21.) durch Weitwürfe einfingen. Selbst die Disqualifikation von Abwehrchef Ulrich Neumann in der 32. Minute (nach der dritten Zeitstrafe) kompensierten die Gastgeber. Für ihn kam Lukas Mailänder, der sich von Trainer Zygfryd Jedrzej eine „Eins plus“ verdiente. Trotz der engen Spielstände wollte unter dem Fachpublikum keine echte Derbystimmung aufkommen, da beide Mannschaften immer noch reichlich Fehler produzierten. Das änderte sich in der dramatischen Schlussphase, als jetzt VfL-Linksaußen Tomasz Tluczynski mit zwei Distanzwürfen den VfL mit 17:16 (45.) in Führung warf. Die Mennighüffener hatten ihren Gegner dort, wo sie ihn haben wollten – im Positionsspiel mit Kampfmodus.  Jetzt gab es auch auf den Rängen kein Halten mehr. Mennighüffen erhöhte erstmalig durch Kreisläufer Malte Ames auf zwei Tore Abstand (22:20, 55. Minute), aber die TSG hielt dagegen. Mennighüffen legte noch zweimal vor durch Mats Köster (59.) und Tomasz Tluczynski (59.), während Altenhagen/Heepen durch Marius Kastening und Johannes Krause eine Minute vor dem Abpfiff wieder auf 23:24 verkürzte. Die TSG setzte jetzt alles auf eine Karte und spielte offene Manndeckung. VfL-Rechtsaußen Mats Köster erkannte die Lücke auf seiner Außenbahn, markierte den Siegtreffer zum 25:23 eine halbe Minute vor Schluss und krönte damit seine starke Leistung. Den letzten Wurf hielt Mennighüffens guter Torwart Calvin Born – und der Rest war dann nur noch VfL-Jubel. „Wir haben im Angriff ziemlich konzeptlos gespielt, haben uns auch viele Würfe genommen, die wir uns nicht hätten nehmen dürfen. Mennighüffen hat mit Härte dagegen gehalten, und wir hatten nicht den richtigen Biss“, kommentierte der Ex-Mennighüffener Arne Kröger die Niederlage des entthronten Spitzenreiters.

Soester Anzeiger. Ärgerlicher Rückschlag für den Soester TV im Rennen um einen der vorderen Plätze in der Oberliga. Im Heimspiel gegen den Tabellendritten VfL Gladbeck setzte es eine 26:28 (13:12)-Niederlage. Die erste Heimniederlage der Saison war mehr als vermeidbar, denn die Quote des STV war zu schwach.
Drei Siebenmeter – und damit alle – vergaben Max Loer und Max Picht im Laufe der 60 Minuten. Die allein hätten schon das Pendel für Soest ausschlagen lassen können. Doch es kam noch ein gutes Dutzend klarer Chancen hinzu. „Unsere Chancenauswertung war der entscheidende Faktor“, ärgerte sich auch Trainer Dirk Lohse. Sein Team brachte sich selbst um den Erfolg. „Wir haben Anfang der zweiten Hälfte zwei Tore Vorsprung und verwerfen in dieser Phase sechs freie Würfe.“ Schnorfeil scheiterte da mit zwei Versuchen von Rechtsaußen. Picht, der ansonsten mit seiner Explosivität und Schnelligkeit wieder eine der stärksten Soester Offensivwaffen war, beförderte einen Gegenstoß per Aufsetzer über das Tor. Dann scheiterte Max Loer per Siebenmeter – zum zweiten Mal an diesem Tag. Wenig später parierte VfL-Keeper Büttner gegen Kreisläufer Schönle. Im nächsten Angriff traf Brockmann gegen Muhrs Laufrichtung zur ersten VfL-Führung in der zweiten Hälfte (16:17; 37.). Anschließend stabilisierte sich Soest zwar und schien das Spiel wieder im Griff zu haben. Besonders die Manndeckung gegen Gladbecks „1 000-Tore-Mann“ Max Krönung zeigte Wirkung. Gladbeck fiel jetzt nicht viel ein. Aus einem 20:20 machten Franke, Bekel und Schönle eine 23:20-Führung. Aber eine Zeitstrafe gegen Vukoja brachte Soest wieder aus dem Tritt. Und Wurfpech machte sich breit. Haake traf zweimal hintereinander den Pfosten, während Gladbeck dank schnellem Umschaltspiel vier Tore in Folge erzielte. Krause traf gar in Unterzahl zur 24:23-Führung des VfL.
Und wieder kam Soest zurück. Picht glich aus, wenig später Max Loer zum 25:25. Eine weitere Parade von Muhr später war Soest sogar wieder auf der Siegerstraße, als Max Loer Vukoja mit einem No-Look-Pass am Kreis bediente (26:25; 55.). Doch was auch immer Soest in den Schlussminuten versuchte – es klappte vorne nichts mehr.
Der VfL dagegen traf. Krönung mit seinem vierten Tor stellte auf Gleichstand (26:26). Vorne misslang das Soester Kreisläuferspiel. Das des VfL funktionierte nun dagegen: Sankalla bediente Enders – 26:27. Drei Minuten noch. Bei Soest fehlte nun das Glück, trotz siebtem Feldspieler, auf den Lohse sonst verzichtete. Bekel wurde mehrfach rüde gestoppt. Loers Versuch touchierte den Pfosten. Noch einmal holte sich Soest den Ball – und bekam 30 Sekunden vor Schluss einen Siebenmeter, als Kunze gegen Picht im Kreis verteidigte. Picht trat an und traf den Pfosten. Im Gegenzug fand Brockmann den Weg durch die offene Soester Deckung – Tor. Die Entscheidung.
Das enge Spiel hatte sich so schon vor der Pause abgezeichnet. Büttner und Muhr hielten stark und die Angriffsreihen in Schach. 4:5 hieß es nach zehn Minuten, 8:10 nach 20 Minuten. Soest versuchte sich mit mehreren Defensivvarianten gegen die Gladbecker Wurfgewalt und hatte sie mit einer Manndeckung durch Picht gegen Krönung zehn Minuten vor der Pause gefunden. Aus einem 11:12 machten Schnorfeil und Picht mit Tempo innerhalb weniger Augenblicke den 13:12-Halbzeitstand.

WAZ Gladbeck. Was für eine Schlussphase, was für eine Spannung in der Sporthalle des Soester Börde-Berufskollegs: Der VfL Gladbeck liegt in Führung, hat aus einem 23:20 für Soest eine 27:26-Führung gemacht – Christoph Enders’ erstes Tor war der Führungstreffer. Und jetzt sind noch drei Minuten auf der Uhr. Soest nimmt den Torwart raus, spielt sieben gegen sechs. Der VfL wusste, dass das irgendwann kommen würde – können die Gladbecker es auch stoppen? Zweieinhalb bange Minuten laufen auf der Hallenuhr herunter, in Wirklichkeit sind es sicher sechs oder sieben, es fühlt sich noch nach viel mehr an – aber die Abwehr hält! Eine Soester Auszeit, ein Siebenmeter an den Pfosten des Gladbecker Tores und zwei Ballgewinne der VfL-Abwehr später trifft Felix Brockmann zum 28:26 und sorgt für einen Jubelsturm auf der Bank seiner Mannschaft – und die erste Heimniederlage des Soester TV in dieser Saison. Trainer Sven Deffte war eine halbe Stunde nach Abpfiff schon wieder gefasst, sparte aber nicht am Lob für seine Mannschaft. „Es war hart umkämpft, aber die ganze Mannschaft hat ein Riesenspiel gemacht“, sagte der VfL-Coach, der keinen Spieler explizit hervorheben wollte – warum auch? Einer stand für den anderen ein, jeder übernahm wichtige Aufgaben – so verdiente sich der VfL einen unfassbar emotionalen Auswärtssieg. Und das gegen alle Widerstände. Denn der angeschlagene Sebastian Janus konnte nur eine Viertelstunde in der Abwehr spielen, einen Großteil der Partie standen die Nachwuchsspieler Alexander Kramer und Felix Brockmann hinten in der Mitte – und das mehr als ordentlich. Christoph Enders, dessen Einsatz ja auch fraglich gewesen war, wühlte und ackerte wie üblich am Kreis, blieb aber eine knappe Stunde lang ohne Torerfolg – bis zum Führungstreffer drei Minuten vor Schluss. Topschütze Max Krönung wurde in Hälfte zwei fast durchgängig in Manndeckung genommen, traf nur zweimal aus dem Feld – egal, weil Felix Brockmann Verantwortung übernahm, fünfmal traf. Und Björn Sankalla, der die ganze Woche krank gefehlt hatte, traf an seinem 25. Geburtstag neunmal – das nennt man Teamleistung. „Besonders die Jungen haben es richtig gut gemacht“, war Sven Deffte beeindruckt. Nur Ende der ersten Halbzeit hatte der VfL einige Probleme mit der offensiven 3:2:1-Deckung der Soester, da ging der STV dann auch erstmals in Führung. Den Zwei-Tore-Rückstand zur Pause hatte Gladbeck schnell aufgeholt, bewahrte auch beim 20:23 die Ruhe und kam durch einen Sankalla-Doppelpack zurück ins Spiel. Dann kamen die Schlussminuten. „Die Mannschaft hat es genau gemacht, wie abgesprochen“, hatte Sven Deffte sein Team explizit auf den siebten Feldspieler vorbereitet. Die Abwehr hielt dem Druck (beim Siebenmeter auch mit etwas Glück) stand und sicherte den siebten Sieg in Folge. Jetzt kann der VfL mit viel Vorfreude Spitzenreiter Altenhagen-Heepen in der Riesener-Halle erwarten. Sven Deffte: „Das war eine große kämpferische Leistung, wir haben jetzt die breite Brust. Eigentlich waren wir schon weg vom Fenster – wir gehen jetzt ganz befreit in das Spitzenspiel.“

LiT Tribe Germania – HSG Augustdorf/Hövelhof 34:29 (16:16). LiT-Tore: Jannik Borcherding (12/1), Jan-Eric Speckmann (6/2), Bjarne Schulz (4), Jannik Gartmann (4), Julian Knickmeier (3/1), Lucas Rüter (2), Marvin Mundus (1), Patrik Borgmann (1), Jona Finke (1). HSG-Tore: Dusan Maric (8/2), Sebastian Rumniak (6), Felix Bahrenberg (6), David Honerkamp (2), Milan Weissbach (2), Dominik Schmidt (2), Nico Schmeckthal (2), Jannes Gräser (1).

TuS Bielefeld/Jöllenbeck – TuS Spenge 20:33 (10:17). TuS-Tore: Daniel Meyer (7/3), Nils Grothaus (6), Lukas Heins (3), Leon Ludwigs (2), Jakob Röttger (1), Moritz Klapdohr (1). Spenger Tore: Leon Prüßner (7), Sebastian Kopschek (7/4), Gordon Gräfe (4), Oliver Tesch (3), Phil Holland (3), Filip Brezina (3), Sebastian Reinsch (2), René Wolff (2), Marcel Ortjohann (1), Nils van Zütphen (1).

HSV 81 Hemer – TuS 09 Möllbergen 29:30 (13:15). HSV-Tore: Moritz Frenzel (12/1), Christian Klein (5), Maximilian Klein (4), Tobias Schetters (3), Lukas Rosenbaum (2), Torsten Becker (1), Bastian Frenzel (1), Torsten Kötter (1). TuS-Tore: Thorben Hanke (7), Alexander Wiemann (7), Patrick Kurz (6), Frederic Altvater (5/3), Sebastian Berg (2), Lukas Eickenjäger (2), Simon Witte (1).

ASV Hamm-Westfalen II – HSG Gevelsberg-Silschede 39:28 (20:14). ASV-Tore: Kim Voss-Fels (9), David Wiencek (8/5), Justin Black (5), David Spiekermann (4), Vincenz Saalmann (4), Dennis Richter (4), Phil Schrage (2), Jannis Bihler (1), Maximilian Zyska (1), Luca Tröster (1). HSG-Tore: Rafael Dudczak (7), Tobias Fleischhauer (5/1), Christopher Schrouven (4), Sebastian Breuker (4), Andre Bekston (4), Jannik Still (2/2), Sam Lindemann (1), Björn Wohlgemuth (1).

TuS Ferndorf II – Spfr. Loxten 23:18 (14:10). TuS-Tore: Mattis Michel (14/8), Magnus Neitsch (3), Leon Sorg (2), Erik Irle (1), Michel Sorg (1), Florian Schneider (1), Linus Michel (1). SF-Tore: Marian Stockmann (6), Christian Kalms (4/2), Max-Leroy Schäper (2), Jan Patzelt (2), Thilo Stinhans (1), Kim Harting (1), Maximilian Harnacke (1), Malte Weigel (1).

VfL Mennighüffen – TSG A-H Bielefeld 25:23 (10:11). VfL-Tore: Tomasz Tluczynski (8/2), Mats Köster (5), Pascal Schumann (4), Marco Büschenfeld (3/1), Lukas Mailänder (2), Malte Ames (2), Ulrich Neumann (1). TSG-Tore: Nils Strathmeier (5), Johannes Krause (4), Julius Hinz (4/2), Marius Kastening (3), Tim Schuwerak (2), Luca Sewing (2), Arne Kröger (1), Maximilian Kroll (1), Nils Prüßner (1).

Soester TV – VfL Gladbeck 26:28 (13:12). STV-Tore: Max Picht (8), Anton Schönle (5), Jan Franke (4), Robin Bekel (2), Fabian Schnorfeil (2), Max Loer (2), Benni Haake (2), Julian Vukoja (1). VfL-Tore: Björn Sankalla (9), Felix Brockmann (5), Tim Krause (5), Max Krönung (4/2), Christoph Enders (1), Dustin Dalian (1), Fynn Blissenbach (1), Florian Bach (1), Alexander Kramer (1).

(bg) Der Hemeraner Moritz Frenzel hat sich in seiner „englischen Woche“ ziemlich ausgetobt und mit 21 Toren aus den beiden letzten Spielen die Führung in der Oberliga-Torschützenliste übernommen. Auf Rang zwei verbesserte sich der Augustdorfer Dusan Maric, der ebenso einen Sprung nach vorne machte wie der neue Drittplatzierte Björn Sankalla (Gladbeck). Der bisherige Spitzenreiter Julius Hinz (A-H Bielefeld) folgt auf Rang vier, auch dahinter geht es so eng zu, dass Woche für Woche mit reizvollen Verschiebungen zu rechnen ist. Hier die Spitzengruppe zum Hinrunden-Abschluss::

Moritz Frenzel (Hemer) 89/6

Dusan Maric (Augustdorf) 88/36

Björn Sankalla (Gladbeck) 86/23

Julius Hinz (A-H Bielefeld) 86/27

Max Krönung (Gladbeck) 84/11

Max Loer (Soest) 82/43

David Wiencek (Hamm II) 79/30

Phil Holland (Spenge) 77/30

Daniel Meyer (Bielefeld/J.) 72/32

Felix Bahrenberg (Augustdorf) 71

Mattis Michel (Ferndorf II) 71/21

Lucas Rüter (LiT) 66/25

Sebastian Reinsch (Spenge) 65/4

Tomasz Tluczynski (Mennighüffen) 65/16

Julian Knickmeier (LiT) 62/17

Max Picht (Soest) 61/4

Frederic Altvater (Möllbergen) 57/14

Sebastian Berg (Möllbergen) 56/12

Nils Grothaus (Bielefeld) 60

Christian Klein (Hemer) 59

Jannik Gartmann (LiT) 58/2

Jannik Borcherding (LiT) 58/4

Sebastian Berg (Möllbergen) 58/12

Marco Büschenfeld (Mennighüffen) 57/26

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