(bg) Mit einem 35:22-Kantersieg über den allerdings arg geschwächten VfL Gladbeck bestätigte der TuS Spenge seine Tabellenführung in der Handball-Oberliga und hätte beinahe Schützenhilfe vom HSV Hemer erhalten, der beim Rangzweiten A-H Bielefeld dicht vor einem Punktgewinn stand. Den holte der Vorletzte Augustdorf/Hövelhof in Loxten, rückte damit auf vier Zähler zu Neuling Möllbergen auf.

NW Herford. Kaum 40 Minuten waren gespielt, da war die Messe gelesen. Spätestens jetzt avancierte der eigentlich als Spitzenspiel der Handball-Oberliga ausgerufene Vergleich zwischen Tabellenführer TuS Spenge und dem Dritten VfL Gladbeck zu einem Schaulaufen, einem Trainingsspiel. Wie der TuS die Gäste auseinandernahm, wie eine bärenstarke Abwehr den Gegner zur Verzweiflung brachte und vorne Tor um Tor fiel – das war (fast schon) meisterlich. Nach gut 20 Minuten hatten die Spenger den VfL geknackt, am Ende stand ein deutlicher 35:22 (17:9)-Heimsieg auf der Anzeigentafel. „Ich muss schon sagen: Das war wirklich gut“, untertrieb TuS-Trainer Heiko Holtmann nach dem Spiel fast ein wenig. Dabei ging es alles andere als gut los. 1:45 Minuten standen auf der Uhr, da führte Gladbeck mit 3:0. Zuvor hatten Sebastian Kopschek den Pfosten und Phil Holland den Torwart getroffen, während in der Abwehr irgendwie die Körpersprache nicht passte. „In dieser Phase war zu sehen, dass sich Gladbeck bei uns was ausgerechnet hat“, sagte Holtmann. Dass die Ruhrpottler bis zur Pause nur noch sechs Tore werfen würden – damit hatte wohl keiner der Zuschauer zu diesem Zeitpunkt gerechnet. Kapitän Oliver Tesch setzte dann erst einmal ein Zeichen, packte in der Abwehr aggressiv zu und handelte sich schnell eine Verwarnung (4.) und zwei Zeitstrafen (8., 10.) ein. Der TuS-Express wachte jetzt auf und kam ins Rollen. Hinten lief Keeper Kevin Becker – er hielt allein in der ersten Halbzeit zehn Bälle – zu großer Form auf, vorne drehten die Hausherren innerhalb von sechs Minuten einen 6:6-Gleichstand in eine 11:6-Führung (21.). Einen weiteren Zwischenspurt später stand es schon 15:7 (29.), beim 17:9 ging es in die Pause. „In der Kabine haben wir gesagt, dass wir die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit überstehen müssen“, sagte Coach Holtmann. Was seine Jungs dann auch eindrucksvoll taten, indem sie den Acht-Tore-Vorsprung auf 13 Treffer ausbauten (24:11). Kurios: Die ersten fünf TuS-Tore nach dem Wechsel erzielte allesamt Gordon Gräfe. Er, der in der Abwehr ein unüberwindbares Bollwerk war, avancierte jetzt, durchgehend perfekt von seinen Kollegen angespielt, zum Torjäger am Kreis. „Das war Zufall“, griente Gräfe, „abgesprochen war da nix. Aber das hat gut gepasst.“ Und weil die Entscheidung bereits gefallen war, aber noch gut 20 Minuten zu spielen waren, durfte jetzt auch mal jeder ran: So trugen sich auch noch Justus Clausing, Marcel Ortjohann oder Lasse Bracksiek in die Torschützenliste ein, nachdem in der ersten Halbzeit vor allem Sebastian Kopschek hier Akzente gesetzt hatte. „Nach einer eher schlappen Trainingswoche mit vielen angeschlagenen Spielern konnte man mit so einem Auftritt nicht rechnen“, sagte ein zufriedener Heiko Holtmann.

WAZ Gladbeck. Hoffnungslos unterlegen erwies sich der VfL Gladbeck im Spitzenspiel der Handball-Oberliga. Warum die Rot-Weißen mit 22:35 untergegangen sind. Da stand Sven Deffte nun in der Halle des TuS Spenge und wäre viel lieber in Gladbeck gewesen. „Ich hätte das Spiel gerne abgesagt“, sagte der Trainer des Handball-Oberligisten VfL Gladbeck knapp 60 Minuten vor Beginn der Partie. Es müsse alles passen und es dürfe gar nichts mehr passieren, so Deffte mit Blick auf seine stark ersatzgeschwächte Mannschaft. Es passte jedoch nichts und es passierte natürlich auch noch etwas – und so erwiesen sich die Rot-Weißen im Spitzenspiel bei Tabellenführer TuS Spenge als hoffnungslos unterlegen. Am Tag vor dem Vergleich waren die Gladbecker noch überaus zuversichtlich gewesen, beim Ligaprimus punkten zu können. 24 Stunden später war der Optimismus jedoch verflogen. Marcel Giesbert musste nämlich infolge einer Grippe ebenso kurzfristig absagen wie Fynn Blißenbach. Außerdem hatte Alexander Kramer sich im Abschlusstraining verletzt. Somit standen Sven Deffte insgesamt sechs Spieler nicht zur Verfügung. Und von denen, die zum Aufgebot gehörten, waren Florian Bach, Christoph Enders und Max Krönung nach überstandenen Erkrankungen längst noch nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte. Es kam aber noch schlimmer: Acht Minuten waren gespielt, als VfL-Kreisläufer Sebastian Janus mit einer Fingerverletzung raus musste. „Hoffentlich hat er sich nichts gebrochen“, so Sven Deffte nach dem Ende der Partie. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht. „Janus hat sich einen Finger gebrochen“, meldete Abteilungsleiter Tim Deffte der WAZ per SMS um 22.05 Uhr und am Ende eines Tages zum Vergessen. Als der Kreisläufer ausschied, lagen die Gladbecker mit 4:3 in Führung. Bis zum 6:6 in der 15. Minute hielt der VfL noch mit, danach hatte der Gast dem Spitzenreiter nichts mehr entgegenzusetzen. Binnen sechs Minuten erspielte sich der TuS Spenge eine 11:6-Führung. Das war bereits die Vorentscheidung. Denn es war erkennbar, dass das Gladbecker Häuflein der Maladen und Müden an diesem Tag nicht imstande sein würde, eine kraftraubende Aufholjagd zu starten. „Ich mache meiner Mannschaft überhaupt keine Vorwürfe“, sagte Sven Deffte. „In der letzten Viertelstunde standen bei uns in Felix Brockmann, Mats Diergardt und Jan Schmiemann drei Jungs auf dem Feld, die in der vergangenen Saison in der Landesliga gegen den Abstieg gespielt haben.“ Und obwohl insbesondere die beiden A-Jugendlichen Diergardt (ihm glückten drei Treffer) und Schmiemann ihre Sache gut machten, erwies sich der VfL in dieser Besetzung und Verfassung als chancenlos.

Haller Zeitung. Mit dem Unentschieden hält Loxten den in der Winterpause mächtig verstärkten Tabellenvorletzten auf Distanz. Acht Zähler beträgt weiter der Abstand der Sportfreunde zum ersten sicheren Abstiegsplatz, noch neun Partien sind in dieser Saison zu absolvieren. „Das Ergebnis passt für uns schon“, sagte Thomas Lay nach der Partie. Loxtens Trainer sah in seiner Erleichterung auch darüber hinweg, dass seine Mannschaft im direkten Vergleich wegen der weniger erzielten Auswärtstore (das Hinspiel endete 20:20) schlechter abschneidet. Dass es für die Gastgeber eher ein gewonnener denn ein verlorener Punkt war, zeigt allein ein Blick in die Schlussminute: Hätte Sebastian Rumniak, Champions-League-erfahrener Linkshänder in Reihen der HSG, 40 Sekunden vor Schluss seine Chance zum 26:24 genutzt, Loxtens erste Heimniederlage des Jahres wäre wohl besiegelt gewesen. Stattdessen wühlte sich Kreisläufer Jan Patzelt im Gegenzug durch und glich zum 25:25 aus. Es war der Endstand, weil der finale Augustdorfer Freiwurf nach der Schlusssirene im grünen Block hängen blieb. Die letzte Loxtener Führung war zu diesem Zeitpunkt schon fast in Vergessenheit geraten: Bis zum 7:6 (15.) hatten die Gastgeber die Nase vorn, ehe sie im Angriff  den Faden verloren. Nachdem Max Schäper beim Aufstehen am Morgen über Unwohlsein geklagt hatte, blieb dem Rückraumspieler nur der Zuschauerplatz auf der Bank. Auf Halbrechts fehlte Marian Stockmann und später Marlon Meyer die Durchschlagskraft. Beide waren angeschlagen in die Partie gegangen. Mit zwei Toren Rückstand ging es in die Pause. Der Rückhandtreffer von Jan Patzelt zum 14:15 (33.) war sehenswert, half Loxten zunächst aber auch nicht zur Wende. Das Spiel wurde nun immer hektischer. Insgesamt 16 Zeitstrafen verteilten die Referees – zu viel für den Geschmack von Pascal Welge, vor allem gegen die eigene Mannschaft. „Es war schwierig, gegen die Schiris anzuspielen“, wiederholte Loxtens Torwart nach dem Spiel seine Kritik, für die er in der 35. Minute selbst auf die Strafbank verbannt worden war. Folge: Loxten geriet 15:19 (38.) ins Hintertreffen. „In so einem Moment musst du aufpassen, dass du dich als Mannschaft nicht verlierst“, wusste Lay. Doch ausgerechnet Welge hielt den Laden zusammen. Nach seiner Rückkehr aufs Feld entschärfte er erst einen Siebenmeter von HSG-Rechtsaußen Dusan Maric, mit den Klasseparaden gegen David Honerkamp und Rumniak machte der Keeper seinen Fehler endgültig wieder gut. Welges Fazit: „Wir haben heute sicher nicht optimal gespielt. Das war ein sehr glücklich gewonnener Punkt, der uns aber weiterhilft.“

NW Paderborn. Punkt verloren oder Punkt gewonnen? Diese Frage stellte sich nach dem 25:25 (12:14)-Unentschieden zwischen den Sportfreunden Loxten und der HSG Augustdorf/Hövelhof sicherlich der eine oder andere im Lager des abstiegsbedrohten Gastes aus der Senne. HSG-Teammanager Udo Schildmann bezog klar Position: „Ein Sieg wäre verdient gewesen. Wir haben in der zweiten Hälfte fast durchweg geführt – und das auch in der Schlussphase. Deshalb haben wir zwar einen Punkt geholt, einen zweiten aber verloren.“ In der Versmolder Sparkassen-Arena, wo Loxten die eigenen Heimspiele in der Handball-Oberliga austrägt, führten die Hausherren zwar schnell mit 4:1 (6. Spielminute) und 7:5 (Minute 14), dann wurden die Sandhasen aber stärker und hatten die Partie beim 9:7 (18.) zunächst mal gedreht. Zur Pause hieß es 14:12 für die HSG, die sich nach dem Seitenwechsel sogar bis auf 19:15 (Minute 38) absetzte und im Anschluss an einen kurzen Durchhänger (20:20, 46. Spielminute) vor allem durch die Treffsicherheit von Rechtsaußen Dusan Maric, der insgesamt elf Mal erfolgreich war und drei der letzten vier Tore für Augustdorf/Hövelhof warf, beim 24:22 (53.) wieder klar auf Siegkurs steuerte. „Beim 24:22 hatten wir sogar noch die Möglichkeit, auf drei Tore davonzuziehen, das wäre dann wahrscheinlich die Entscheidung gewesen“, so Teammananger Udo Schildmann. Der Ball fand aber nicht den Weg ins Sportfreunde-Tor und sechs Sekunden vor dem Abpfiff erzielte Loxtens Jan Patrick Patzelt den Ausgleichstreffer zum 25:25-Endstand. „Wir haben das Spiel in der Summe zwar gut gestaltet, waren aber teilweise nicht clever genug“, resümierte Schildmann. Da Ferndorf II, bis dato Drittletzter, Bielefeld/Jöllenbeck bezwang, beträgt der Abstand der HSG Augustdorf/Hövelhof auf einen Nichtabstiegsplatz weiterhin vier Zähler.

Mindener TB. Die Einstellung passte, das Ergebnis nicht: Die Handballer des TuS 09 Möllbergen haben gegen den Soester TV mit 27:31 (12:12) verloren und sind in der Oberliga-Tabelle auf den drittletzten Platz abgerutscht. Nach dem desaströsen Auftritt beim Vorletzten HSG Augustdorf/Hövelhof zeigte die Mannschaft von André Torge zwar eine deutliche Leistungssteigerung. Doch auch bei der vierten Niederlage in Folge war die Offensive der Schwarz-Gelben zu harmlos. „Wir haben vorne zu viele Chancen vergeben. Uns haben die einfachen Tore aus dem Rückraum gefehlt. Dann wäre mehr drin gewesen“, stellte TuS-Routinier Patrick Richter fest. Die Treffer des nach wie vor verletzten Rückraumshooters Jan Camen wurden mal wieder schmerzlich vermisst. Das gab auch Torge zu: „Wir brauchen mehr Gefahr über die linke Seite. Daran müssen wir weiter arbeiten.“ In seinem ersten Heimspiel seit September erlebte Richter trotz der Defizite im Angriff ein ausgeglichenes Duell. „Wir haben eine ganz andere Einstellung als in Augustdorf gezeigt“, sagte der Rückkehrer mit Blick auf die jüngste 17:29-Auswärtspleite: „Es war eine deutliche Steigerung. Dass wir am Ende verloren haben, ist bitter.“  Bis zur Schlussphase konnte sich keine der beiden Mannschaften absetzen. Soest erspielte sich zwar Anfang der zweiten Hälfte schnell einen Drei-Tore-Vorsprung, kassierte 15 Minuten später allerdings den Ausgleichstreffer zum 23:23. Die letzten zehn Minuten der Partie waren dann von vielen Zeitstrafen geprägt. Zwischen der 56. und 59. Minute mussten gleich drei TuS-Spieler pausieren, die Gäste traf es in der 55. und 58. Minute. Zwar sorgten Möllbergens Simon Witte und Sebastian Berg noch einmal für Spannung. Ihre Treffer zum 26:28 und 27:28 sollten aber die letzten der Hausherren sein. „Wir hatten in dieser entscheidenden Phase zu viele Ballverluste“, stellte Torge fest.

Soester Anzeiger. Den Schlusspunkt setzte Birk Muhr mit einem Doppelschlag. Der Torwart des Oberligisten Soester TV traf in der Schlussminute gleich zweimal quer über das Spielfeld ins leere Tor des TuS Möllbergen und so zum 31:27 (12:12)-Endstand beim Auswärtssieg des STV in Porta Westfalica. Der abstiegsbedrohte Gastgeber hatte am Ende einer sehr umkämpften Partie in Unterzahl alles riskiert, für einen Torwart einen sechsten Feldspieler gebracht. Zweimal eroberte Muhr den Ball für Soest, zweimal traf er quer über das Feld. Davor lagen aber 60 harte Minuten für die Soester, die sich mit kleinem Kader immer wieder einen Vorsprung erspielten, sich aber nie entscheidend absetzten. „Wichtig war, dass wir in den entscheidenden Phasen die Ruhe bewahrt haben. Wenn wir uns etwas vorwerfen können, dann dass wir uns nie wirklich abgesetzt haben, obwohl wir gefühlt das ganze Spiel über die Nase vorn hatten“, analysierte STV-Trainer Dirk Lohse.

Nach einem ausgeglichenen Beginn (2:2; 5.) lagen zunächst die Gastgeber leicht in Führung. Erst nach einer guten Viertelstunde holten sich die Gäste erstmals die Führung durch Kreisläufer Anton Schönle beim 5:6 (13.). Jetzt verlief das Spiel offener, Soest schien sich kurz vor der Pause nach Schnorfeils 9:11 (26.) erstmals ein wenig Luft verschaffen zu können, doch Berg, Wiemann und erneut Berg drehten die Partie (12:11; 29.). Jan Franke stellte immerhin fünf Sekunden vor der Pause den Gleichstand wieder her (12:12). Soest erwischte einen guten Start in die zweite Hälfte: Haake, Franke und wieder Haake zum 12:15 (33.). Die erste Drei-Tore-Führung des Spiels. Die hielt der STV zunächst, der agile Jan Franke traf von rechtsaußen eine Viertelstunde vor Schluss gar zum 18:22 (45.). Wieder drei Tore innerhalb von 100 Sekunden brachte Möllbergen wieder heran (21:22; 47.). In den Schlussminuten legte Soest wieder vor: Picht traf in Überzahl dreineinhalb Minuten vor Schluss zum 25:28, fing sich bald aber selbst eine Zeitstrafe, das folgende Überzahlspiel nutzte der TuS, um ein weiteres Mal bis auf ein Tor heranzukommen. Der achtfache Torschütze Sebastian Berg verkürzte auf 27:28 knapp zwei Minuten vor dem Ende.

Soest wusste wieder zu antworten: Erst erhöhte Schnorfeil auf zwei Tore (27:29). Möllbergen brachte in Unterzahl einen sechsten Feldspieler für einen Torwart. Das Ende ist bekannt…

WP Gevelsberg. In der Handball-Oberliga bleibt die HSG Gevelsberg-Silschede auch im 17. Saisonspiel ohne doppelten Punktgewinn. Das Schlusslicht unterlag der LIT Nordhemmern mit 27:30 (9:17) – nach einer indiskutablen ersten Halbzeit und einem eher versöhnlichem zweiten Spielabschnitt. Man wusste nicht, welche Worte für die „Leistung“ in der ersten halben Stunde man benutzen sollte. Zu schlecht das Auftreten der Gastgeber. In fast allen Aktionen agieren die Schützlinge von Trainer Norbert Gregorz zu unüberlegt, zu überhastet. Gegen die zweitschlechtest Abwehr der Liga – um einen ausgesprochen gut disponierten Keeper Linus Happel – fand das Schlusslichtes kein probates Mittel. Insbesondere in Unterzahl, wenn der Keeper dem sechsten Feldspieler Platz machte. „Wir haben die Angriffe dann nicht zu Ende gespielt, haben zu hektisch den Abschluss gesucht“, ärgerte sich Gregorz. Neben erfolgreichen Tempogegenstößen war eine weitere Folge, dass Gäste-Keeper Happel dreimal ins leere Tor traf. Das waren Treffer mitten ins Mark der Gevelsberger. Die Sicherheit wuchs nicht – wie auch. Selbstbewusstsein ging verloren. Nordhemmern spazierte fast durch die Gevelsberger Reihen. Wenngleich Gevelsberg immer wieder versucht ins Spiel zu kommen. Vergeblich. Vor allem zwei Phasen machten ihnen den Gar aus. Einmal waren es fünf, ein weiteres Mal vierzehn Minuten, in denen die Gevelsberger ohne Torerfolg blieben. Überdies sorgten die Schiedsrichter für Unmut. Und Gäste-Spieler Jannik Borcherding. Als der Rückraumspieler gen Gevelsberger Kreis marschierte, wurde er von Sam Lindemann unsanft gestoppt. Klarer Fall: Freiwurf, vielleicht Siebener, und Zeitstrafe. Sollte man meinen. Doch die Schiris fielen auf die schauspielerischen Künste von Borcherding herein. Der Ostwestfale markierte den sterbenden Schan, wälzte sich, hielt sich den Hals, schrie. Doch nach dem Rot gegen Lindemann, kam es zur wundersamen Heilung – und Borcherding setzte leichtfüßig die Partie fort. Zum Unmut der Gastgeber. Nach dem Seitenwechsel dann eine ganz andere Gevelsberger Mannschaft, die Tor um Tor aufholte – allerdings kam der Erfolg der Gäste nie wirklich in Gefahr. Immerhin aber gab es ein Lebenszeichen. Als Jan Beck mehrmals erstklassig hielt, unter anderem einen Strafwurf entschärfte, als Björn Rauhaus in Gevelsberger Unterzahl auf 16:19 verkürzte, machte sich so etwas wie Hoffnung in der Halle West breit. Doch eiskalt konterten die Gäste, ließen sich den Vorsprung nicht mehr nehmen.

Mindener TB. Souveräner Auftritt beim Schlusslicht. Lit Tribe Germania gelang ein 30:27 (17:9)-Erfolg bei der weiter sieglosen HSG Gevelsberg Silschede. Damit etablieren sich der Germanen in der Handball-Oberliga als „Best of the Rest“ auf Platz drei hinter dem Spitzenduo TSG AH-Bielefeld und TuS Spenge. Das 1:2 war am Samstag der einzige Rückstand der Gäste, die ohne den zum TuS N-Lübbecke gewechselten Jan-Eric Speckmann spielten und bei denen Janik Gartmann wegen seiner anhaltenden Schulterprobleme geschont wurde. Von 3:3 (7. Spielminute) ging über 8:3 (Nico Kruse/11.) und sodann von 12:7 (16.) zum 16:7 (Patrick Borgmann(23.) in der spiegelglatten Halle die Post ab. „Das war super konzentriert“, lobte Lit-Coach Daniel Gerling und hob Torwart Linus Happel hervor. Entschieden war die Partie trotz der Acht-Tore-Führung zur Halbzeit jedoch nicht. Beim 19:16 war der Vorsprung der Gäste bereits in der 40. Minute deutlich geschmolzen und auch nach dem 24:17 kämpften sich die unermüdlichen Gastgeber auf 26:23 und 28:25 heran. Mehr ließen die Germanen, bei denen Gerling den vier mitgereisten A-Jugendlichen reichlich Einsatzzeit gab, aber nicht zu. „Mit den Wechseln wurde es etwas ruckliger“, begründete Gerling den Qualitätsverlust in Halbzeit zwei gegen einen „unangenehm“ zu spielenden Gegner. Doch am Ende nahmen die Gäste die Punkte verdient mit nach Nordhemmern. Dort steht am kommenden Sonntag um 17 Uhr gegen den TuS Spenge das nächste Topspiel an.

WP Siegen. Die „zweite Welle“ des TuS Ferndorf hat ihre Chancen auf den Klassenerhalt in der Oberliga am Samstag deutlich erhöht. Die TuS-Youngster setzten sich in einem von viel Kampf und Leidenschaft geprägten Spiel verdient mit 30:28 (14:13) gegen den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck durch, überflügelten die Ostwestfalen in der Tabelle und vergrößerten den Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf fünf Punkte. Entwarnung gibt Trainer Michael Feldmann aber noch nicht: „Wir brauchen noch mindestens vier Punkte, um unser großes Ziel zu erreichen.“ Nun, dies dürfte, da mit Augustdorf/Hövelhof und Gevelsberg-Silschede noch der Vorletzte und Letzte in die „Stählerwiese“ kommen, angesichts der Ferndorfer Heimstärke aber machbar sein. Das Mitwirken von Erik Irle, Mattis Michel und Magus Neitsch aus dem Kader der ersten Mannschaft wirkte sich wie erhofft positiv auf die Gesamtleistung des Teams aus, doch waren es in der spannenden Schlussphase andere, die den TuS Ferndorf zu diesem wichtigen Sieg gegen einen Konkurrenten im Abstiegskampf führten: Michel Sorg wollte seine Patzer, die er sich zwischenzeitlich geleistet hatte, nicht auf sich sitzen lassen. Der Spielmacher traf nach dem 16:17-Rückstand drei Mal in Folge, nahm das Heft mit starken Einzelleistungen in die Hand und holte sein Team damit zurück ins Spiel, das ihm in dieser Phase aus den Händen zu gleiten schien. „Na ja, ich musste  was tun. Immerhin hatte ich uns ja auch in diese Situation hineingeführt“, sagte Michel Sorg. Aber auch als Erik Irle die Führung auf 27:24 ausbaute (52.), war der Bielefelder Widerstand noch nicht gebrochen. Das Momentum sprach in der Schlussphase, als Arne Kämper zum 28:28 egalisiert hatte, sogar für die Gäste, doch da war ja noch Michel Sorg, der nicht nur für das 29:28 sorgte, sondern auch den Strafwurf zum 30:28 sicher verwandelte. Den endgültigen Garaus für Bielefeld/Jöllenbeck machte der kurz vor der Pause eingewechselte Torwart Niels Thies, der zunächst gegen Kreisläufer-Popeye Lukas Heins, der bis dahin alle Anspiele auf ihn entweder in ein Tor umgemünzt oder Siebenmeter herausgeholt hatte, parierte und wenig später auch den Wurf von Siebenmeter-Spezialist Christian Niehaus glänzend abwehrte. Michael Feldmann monierte nach dem Schlusspfiff zwar „einige doofe Aktionen von uns, durch den wir den Gegner erst richtig stark machen“, aber nicht nur dem TuS-Coach blieb nach diesem siebten Saisonsieg die positive Erkenntnis, „dass wir solch ein Crunchtime-Spiel vor zwei Jahren nicht gewonnen hätten.“ Der Reifeprozess des jungen Teams ist unverkennbar.

NW Bielefeld. „Es war die erwartet harte Nuss“, musste TuS-97-Trainer Sven-Eric Husemann nach der 28:30-Auswärtsniederlage zugeben, auch wenn Ferndorf sicher nicht bärenstark gewesen ist. „Wir haben uns im Angriff schwer getan, und es Ferndorf hinten zu leicht gemacht“, resümierte Husemann. Insgesamt skizzierte er die Atmosphäre eines merkwürdigen Auswärtsspiel, in dem es die Bielefelder nie schafften, die agilen Spieler des TuS Ferndorf in Zweikämpfen zu stoppen und in dem sie fast ständig einem Rückstand hinterliefen. Ferndorf, das zumeist nur in seinen Heimspielen sämtliche Youngster, die in Oberliga und 3. Liga gleichermaßen spielen, einsetzt, war vollständig angetreten. Die Bielefelder fanden gegen die erwartet offensive 3:2:1-Abwehrformation schlecht ins Spiel und lagen nach einer 3:2-Führung zügig mit 3:6 in Rückstand (12.). Husemann hatte seine Formation schnell durchgetauscht und konnte anschließend berichten, dass sich seine Mannschaft mit etwas Verzögerung reingefuchst habe. Moritz Klapdohr kam früh und gefiel in der Rolle des Regisseurs. „Moritz hatte gute und richtige Ideen“, lobte Husemann, dessen Mannschaft so immer wieder der Anschluss gelang. Über 6:7 (14.), 8:9 (19.) und 10:11 (25.) gelang Till Kraatz der 11:11-Ausgleich (26.). Ferndorf, das sich phasenweise bereits defensiver aufgestellt hatte, zog sich Ende der ersten Halbzeit endgültig in eine 6:0-Abwehr zurück. „Wir haben nicht die passende Lösung gefunden“, haderte Husemann. Die Kontrolle über das Spielgeschehen hatten stets die Gastgeber. „Über die gesamte Partie sind wir auch nicht in unser Tempospiel gekommen“, berichtete Husemann, dessen Mannschaft Mitte der zweiten Halbzeit über die Zwischenstände 24:21 (46.) und 27:24 (53.) dem Geschehen deutlich hinterherlief. Doch trotz der Rückstände gaben sich die Bielefelder nicht auf: In der hektischen Schlussphase, in der die Schiedsrichter insgesamt fünf Zeitstrafen vergaben, gelang noch einmal der Ausgleich. Arne Kämper verwandelte auch den zehnten Siebenmeter des TuS 97, nachdem Christian Niehaus, der zuvor sämtliche neun Versuche eiskalt verwandeln konnte, eine Zeitstrafe erhalten hatte – 28:28 (57.). Ferndorf legte wieder vor, ehe Leon Ludwigs Wurf am Innenpfosten landete. „Wir hatten nie den Punch, den Hebel noch einmal richtig umzulegen“, musste Husemann nach der Niederlage zugeben.

NW Bad Oeynhausen. Von Krisenstimmung keine Spur! Die Oberliga-Handballer vom VfL Mennighüffen haben sich mit einem souveränen 31:24 (13:11)-Heimsieg gegen den ASV Hamm-Westfalen II zurückgemeldet. Doch diesen Sieg mussten sie sich knüppelhart erarbeiten. Als der Anpfiff ertönte, rieben sich die Spieler vom VfL Mennighüffen zunächst verwundert die Augen. Die Gäste aus Hamm spielten in der Deckung mit einer offensiven Manndeckung und bearbeiteten die Gastgeber bereits an der Mittellinie, womit beim VfL vor dem Spiel wohl niemand gerechnet hatte. Diese Maßnahme forderte enorm viel Bewegung im Angriffsspiel vom VfL Mennighüffen. In der Anfangsphase blieb es über weite Phasen ein sehr sehenswertes und schnelles Handballspiel, bei dem vor allem die Gäste aus Hamm zu sehenswerten Rückraumtreffern kam und beim 4:5 (10.) erstmalig die Führung übernahm. Doch auch VfL Mennighüffens Trainer Zygfryd Jedrzej hatte ein taktisches Ass im Ärmel und setzte aufgrund der ungewöhnlichen Abwehrvariante der Gäste auf den siebten Feldspieler. Die Gäste stellten ihre Deckung folgerichtig auf eine 5:1-Variante um. Beim 9:9 (17., Lukas Mailänder) war der VfL wieder am Drücker und musste wenige Minuten später erneut das Zepter aus der Hand geben, als beim 9:11 (20.) erneut die Gäste vorne lagen. Und dann sahen die insgesamt 200 Zuschauer vor der Pause die beiden Szenen des Spiels. VfL-Torhüter Daniel Habbe machte aus der Not eine Tugend. Als die Gäste aus Hamm erneut auf Manndeckung umstellten, lief Habbe in zwei aufeinanderfolgenden Angriffen mit dem Ball auf das gegnerische Tor zu, nutzte seine Chancen und erzielte zwei Tore mit sehenswerter Wurfhaltung. Die Zuschauer standen Kopf, die Stimmung war prächtig und der VfL wieder mit 12:11 (28.) im Spiel. Nach der Halbzeitpause verloren die Gäste aus Hamm im Angriff ihre Linie und kamen nicht mehr so leicht zu einfachen Torerfolgen. Der VfL hingegen nutzte seine Torchancen, indem er ruhig und abgeklärt seine Angriffe zu Ende spielte. Über 14:11 (31.), 18:15 (43.) und 21:15 (45.) legte der VfL den Grundstein für den Sieg. Das Spiel verlor jetzt etwas an Tempo, was allerdings dem spielerischen Niveau in einem ansehnlichen Oberligaspiel nichts ausmachte. Der VfL hatte seinen Gegner nun gut im Griff, lediglich beim 23:19 (51.) keimte bei den Gästen noch einmal Hoffnung auf, die der VfL spätestens beim 26:21 (54.) im Keim erstickte und einen souveränen Heimerfolg einfuhr.

Westf. Anzeiger. VfL Mennighüffen – ASV Hamm-Westfalen II 31:24 (13:11). Noch lange neun Spieltage dauert die laufende Serie in der Handball-Oberliga, doch von ruhigen Zeiten spricht beim ASV Hamm-Westfalen nach der 24:31 (11:13)-Niederlage beim VfL Mennighüffen niemand mehr. „Unsere Verfolger aus Ferndorf und Augustdorf holen Punkte, wir lassen viele gute Möglichkeiten beim Gegner einfach aus“, ärgerte sich der Hammer Trainer Tobias Mateina nach der Auswärtspleite beim Liga-Siebten. Und so endete für den ASV-Coach die schon oftmals zitierte „Achterbahn der Gefühle“ auf der Gefällstrecke. „Nach einem guten Start haben wir unsere Linie verloren. Doch letztendlich waren es die vielen verschenkten Chancen, die uns aus dem Rennen warfen “, erklärte der Hammer Coach, der den Heimsieg der Ostwestfalen zwar als völlig verdient bezeichnete, die Trefferdifferenz empfand er allerdings als viel zu hoch. Ein Kampfspiel, einen richtig harten Fight hatte Mateina seiner Mannschaft prophezeit und ebenso verlief das Duell dann auch – zumindest noch im ersten Spieldurchgang. Denn dem Offensivdrang der Gastgeber, die nach der jüngsten 23:33-Auswärtspleite in Bielefeld Wiedergutmachung anstrebten, stellten sich die Hammer mit einer ganz und gar offensiven Abwehr, die den Spielfluss der Ostwestfalen auch empfindlich stören konnte. „Wir wollten den VfL aus der Reserve locken, den Angriff ständig beschäftigen, und das ist uns auch wirklich gut gelungen“, freute sich der ASV-Coach. Nach einer knappen 3:2-Führung der Hausherren gewann der ASV zunehmend die Oberhand. So sah sich VfL-Coach Zygfryd Jedrzey bereits in der neunten Spielminute gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Richtig auf Kurs bringen konnten die Worte des Trainers sein Team allerdings nicht. Denn die Gäste blieben vorne und führten in der 23. Spielminute gar mit 11:9. Doch Tobias Mateina bemerkte die aufkommenden Unzulänglichkeiten in seinem Team. Auch der Hammer Trainer griff zur grünen Karte. „Wir gehen zu fahrlässig mit unseren Chancen um, verpassen gar viermal das leere Tor des Gegners“, sagte er. Der VfL kam in Fahrt, drehte den knappen Rückstand bis zur Pause in einen 13:11-Vorsprung um und erwischte auch den besseren Start nach dem Kabinengang. „Wir haben uns mehrfach die Bälle in der Abwehr erkämpft, diese dann aber förmlich weggeworfen“, ärgerte sich Mateina. Mit 20:15 lag der VfL Mitte der zweiten Hälfte vorn. „Unser Ziel war es, Mennighüffen aus der Ruhe zu bringen. Das ist uns im weiteren Spielverlauf nicht mehr gelungen“, analysierte Mateina, der ein Aufbäumen seiner Truppe zwar bemerkte, doch zu mehr als einem 24:21 (53.)-Anschluss reichte es für die Hammer nicht. Der Liga-Siebte indes genoss die letzten Spielminuten.

NW Bielefeld. Es fehlte nicht viel, und die TSG A-H Bielefeld hätte ihre immer noch ordentliche Ausgangsposition im Titelrennen gegen den TuS Spenge durch einen weiteren Punktverlust vielleicht entscheidend verschlechtert. Doch mit viel Kampf, einigem Glück und einem bärenstarken Torwart Maximilian Kroll rettete der Oberliga-Zweite gegen den HSV 81 Hemer ein 23:21 (10:11) so gerade eben ins Ziel. „Mit spielerischem Glanz hatte das heute nicht viel zu tun, dieser Sieg war Mentalitätssache“, fasste Trainer Michael Boy die 60 Minuten im Heeper Dom treffend zusammen. Die Gastgeber bekamen nach einem recht guten Start (3:1, 5.) schnell Sand ins Angriffsgetriebe und rannten ab der achten Minute lange Zeit einem Rückstand hinterher. Zu frühe und unplatzierte Abschlüsse machten es den Gästen leicht, bis zum Ende mitzuspielen. Denn auch nach zwischenzeitlichen 3-Tore-Führungen (19:16/48.; 21:18/ 53.) bekam die TSG einfach nicht den Deckel auf das Spiel.
„Ich muss die Mannschaft heute ein wenig in Schutz nehmen: Johannes Krause fehlte wegen einer starken Grippe, und auch Marius Kastening und Nils Prüßner konnten die ganze Woche nicht trainieren“, erläuterte Boy, warum bei seinem Team im Angriff kaum etwas zusammenlief. Immerhin war zumindest Kastening einigermaßen „auf dem Damm“ und avancierte mit sieben Treffern zum Alleinunterhalter aus dem Rückraum. „Auch wenn ich körperlich nicht ganz voll da war, bin ich in so einer Situation natürlich als Führungsspieler gefordert“, meinte Kastening. Alle Halben kamen dagegen selten bis gar nicht zum Zug – hier hat die TSG sicher einiges Steigerungspotenzial. Zum Glück funktionierte wenigstens die Defensive der Bielefelder, die in Keeper Maximilian Kroll ihren großen Rückhalt besaß. Der Torwart entschärfte ein gutes Dutzend Bälle, darunter einen Siebenmeter, und hatte auch in der entscheidenden Szene des Spiels das bessere Ende für sich: Als die TSG zweieinhalb Minuten vor Schluss beim Stand von 22:20 in doppelte Unterzahl geraten war und schon den Anschlusstreffer zum 22:21 kassiert hatte, wehrt Kroll den Wurf des frei vor ihm auftauchenden Linksaußen des HSV Hemer mit einem tollen Reflex ab. „Schließlich bin ich dafür da, ein paar entscheidende Bälle zu halten“, blieb der Matchwinner ganz bescheiden, legte aber anschließend den Finger in die Wunde: „Wir werfen in letzter Zeit im Angriff zu viel weg. Wenn wir das abstellen, können wir solche Spiele deutlicher gestalten.“
Coach Boy war es wichtig zu betonen, „dass die Mannschaft absolut intakt ist: Wir wissen, was wir können, und werden das auch in den nächsten Partien wieder besser abrufen.“ Das wird auch nötig sein, um bis zum Spenge-Spiel in drei Wochen weiter im Aufstiegsrennen zu bleiben.

IKZ Hemer. TSG AH Bielefeld – HSV Hemer 23:21 (10:11). Zur großen Überraschung in der Heepener Sporthalle fehlte nicht viel. Hemers Oberliga-Handballer boten dem Tabellenzweiten und Titelaspiranten die Stirn und durften bis 90 Sekunden vor dem Ende auf einen Erfolg bauen. Doch da vergaben sie in Überzahl einen freien Wurf zum 22:22-Ausgleich, und anschließend machte die TSG den Sack zu.  „Wenn man einer Mannschaft, die in dieser Saison erst zweimal verloren hat, bis zum Ende Paroli bieten kann, dann gibt es wirklich nichts zu meckern.“ Tihomir Knez, den Hemeraner  Trainer, hat man nach einer Niederlage selten so zufrieden erlebt wie am Sonntagabend. Denn seine ohne Max Klein (Studium) und ohne den aus dem Kader gestrichenen Tobias Schetters dezimiert angetretene Mannschaft  überzeugte mit einer disziplinierten und engagierten Leistung von der ersten Minute an. Bielefeld legte zwar zunächst vor, doch Marvin Rosian und dreimal Moritz Frenzel machten aus dem 1:3 ein 5:3, und das zeigte Wirkung. Die Gäste agierten immer selbstbewusster, sie wirkten hoch konzentriert in der Abwehr und konnten  sich einmal mehr auf den starken Patrick Spiller im Tor verlassen. Auch wenn sie phasenweise schon mit drei Treffern vorn lagen, so war die knappe Halbzeitführung doch ein erster Achtungserfolg. Nach dem Wechsel drehten die Bielefelder auf und zogen über 16:14 bis auf 19:16 (48.) davon. Doch die Gäste ließen sich nicht beirren, behielten ihre Linie konsequent bei und blieben dran. In einigen Aktionen hätte man sich jedoch mehr Durchschlagskraft aus dem Rückraum gewünscht, und dass zwei Siebenmeter vergeben wurden, fiel in diesem engen Spiel ebenfalls ins Gewicht.  Es spricht für die Moral der Mannschaft, dass sie bis zuletzt an ihre Chance glaubte, und mit etwas Glück hätte sie einen Punkt mitnehmen können. „Am Samstag geht es in Jöllenbeck weiter, und wenn wir dort wieder eine solche Leistung abrufen, dann werden wir auch etwas holen,“ meinte der sportliche Leiter Alfred Klein.

TuS Spenge – VfL Gladbeck 35:22 (17:9). TuS-Tore: Sebastian Reinsch (7), Gordon Gräfe (6), Sebastian Kopschek (6), René Wolff (3), Leon Prüßner (3), Phil Holland (3/2), Oliver Tesch (2), Marcel Ortjohann (2), Lasse Bracksiek (2), Justus Clausing (1). VfL-Tore: Max Krönung (6), Björn Sankalla (5/2), Mats Diergardt (3), Christoph Enders (3), Dustin Dalian (3), Felix Brockmann (1), Florian Bach (1).

Spfr. Loxten – HSG Augustdorf/Hövelhof 25:25 (12:14). SF-Tore: Heinrich Steinkühler (5), Jan Patzelt (4), Christian Kalms (4/1), Marlon Meyer (4/2), Marian Stockmann (3), Thilo Stinhans (2), Paul Blankert (2), Maximilian Harnacke (1). HSG-Tore: Dusan Maric (11/7), Milan Weissbach (3), Til Kirsch (3), David Honerkamp (3), Felix Bahrenberg (2), Lennart Pieper (2), Jakob Pritschert (1).

TuS 09 Möllbergen – Soester TV 27:31 (12:12). TuS-Tore: Sebastian Berg (8), Simon Witte (8), Alexander Wiemann (5), Patrick Richter (3), Frederic Altvater (3/1). STV-Tore: Max Loer (7/3), Max Picht (5), Jan Franke (5), Fabian Schnorfeil (4), Benni Haake (3), Anton Schönle (3), Birk Muhr (2), Axel Loer (1), Jannis Falkenberg (1).

HSG Gevelsberg-Silschede – LiT Tribe Germania 27:30 (9:17). HSG-Tore: Björn Rauhaus (6), Leonard Stippel (4), Andre Bekston (4), Sebastian Breuker (3), Daniel Schrouven (3/3), Rafael Dudczak (2), Tobias Fleischhauer (2), Jan Dirk Beck (1), Christopher Schrouven (1), Sam Lindemann (1). LiT-Tore: Lucas Rüter (6/2), Julian Knickmeier (6/2), Nico Kruse (5), Jannik Borcherding (4), Patrik Borgmann (3), Linus Happel (2), Marvin Mundus (2), Bjarne Schulz (1), Jonas Hehemann (1).

TuS Ferndorf II – TuS Bielefeld/Jöllenbeck 30:28 (14:13). TuS II-Tore: Michel Sorg (11/6), Jonas Haupt (4), Mattis Michel (4), Leon Sorg (3), Erik Irle (3), Fabian Paul (2), Magnus Neitsch (2), Linus Michel (1/1). TuS-Tore: Christian Niehaus (9/9), Nils Grothaus (5), Lukas Heins (4), Arne Kämper (3/1), Leon Ludwigs (2), Jakob Röttger (2), Maik Braunheim (1), Till Kraatz (1), Malte Begemann (1).

VfL Mennighüffen – ASV Hamm-Westfalen II 31:24 (13:11). VfL-Tore: Tomasz Tluczynski (8/2), Pascal Schumann (5), Lukas Mailänder (4), Marco Büschenfeld (3), Maik Dittrich (3), Malte Ames (2), Daniel Habbe (2), Ulrich Neumann (2), Mats Köster (1), Jonas Köster (1). ASV-Tore: David Spiekermann (7), Vincenz Saalmann (4), David Wiencek (4), Melf Krause (3), Phil Schrage (2), Justin Black (1), Jannis Bihler (1), Jan Pretzewofsky (1), Dennis Richter (1).

TSG A-H Bielefeld – HSV 81 Hemer 23:21 (10:11). TSG-Tore: Marius Kastening (7), Julius Hinz (7/2), Tobias Fröbel (4), Arne Kröger (2), Nils Strathmeier (1), Luca Sewing (1), Nils Prüßner (1). HSV-Tore: Marvin Rosian (5), Moritz Frenzel (5), Alessio Sideri (4/1), Christian Klein (4/1), Antonio Mrcela (2), Torben Voigt (1)

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(bg) Der Hemeraner Moritz Frenzel ist weiterhin Spitzenreiter der Handball-Oberliga-Torjägerliste, aber mit seinen elf Tagestreffern machte Dusan Maric (Augustdorf/Hövelhof) reichlich Boden gut. Julius Hinz (A-H Bielefeld) verdrängte Gladbecks Björn Sankalla vom dritten Platz.  Julius Hinz (SA-H Bielefeld) und der Soester Max Loer eine dreistellige Ausbeute auf. Spitzenreiter bleibt, neuer Zweiter ist der Augustdorfer Dusan Maric.Hier die Spitzengruppe:

Moritz Frenzel (Hemer) 126/11

Dusan Maric (Augustdorf) 120/51

Julius Hinz (A-H Bielefeld) 113/33

Björn Sankalla (Gladbeck) 111/29

Max Krönung (Gladbeck) 110/16

Max Loer (Soest) 107/52

Phil Holland (Spenge) 98/39

Felix Bahrenberg (Augustdorf) 92

Julian Knickmeier (LiT) 89/27

Sebastian Reinsch (Spenge) 88/4

David Wiencek (Hamm II) 85/31

Daniel Meyer (Bielefeld/J.) 84/34

Tomasz Tluczynski (Mennighüffen) 83/22

Jannik Borcherding (LiT) 82/4

Max Picht (Soest) 80/4

Lucas Rüter (LiT) 80/27

Mattis Michel (Ferndorf II) 79/21

Sebastian Berg (Möllbergen) 78/12

Marco Büschenfeld (Mennighüffen) 77/37

Frederic Altvater (Möllbergen) 76/26

Christian Klein (Hemer) 75/1

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