(bg) Der größte Knaller zum Rückrundenstart der Handball-Oberliga ist nicht, dass die beiden Titelfavoriten aus Altenhagen-Heepen und Spenge weiterhin gleichauf liegen, da Spenge die hohe Hürde in Hamm hauchdünn nahm, sondern die Nachricht, dass der Oberliga-Meister wegen der Reduzierung der 2. Liga auf 18 Teams nicht direkt in die 3. Liga aufsteigen kann, sondern eine Relegation (der Gegner kommt von der Ostsee) erforderlich ist. Im Kellerduell bezwang Augustdorf/Hövelhof den künftigen Verbandsligisten Gevelsberg-Silschede, konnten seinen Fünf-Punkte.-Rückstand auf den ebenfalls daheim siegreichen Aufsteiger TuS Bielefeld/Jöllenbeck aber nicht verkürzen.

NW Bielefeld. Über die erste Halbzeit mochte TuS-97-Trainer Sven-Eric Husemann nicht lange sprechen. Das musste er auch nicht, denn seine Mannschaft hatte sich in Durchgang zwei klar von Möllbergen distanziert und mit 28:21 (11:11) gewonnen. „Wir haben uns in in der Abwehr schwer getan“, erkannte er aber richtigerweise, obwohl seine Mannschaft lediglich elf Gegentore bekommen hatte. Möllbergen agierte clever und spielte lange Angriffe aus – die Gastgeber mussten nach guter Anfangsphase über 6:8 (17.), 7:9 (18.) und 8:10 Rückstände hinnehmen. Gerade als das Spiel zu veröden drohte und über fast sechs Minuten torlos blieb, traf Meyer zum 9:10 (26.). Jakob Schulte im Nachwurf, nachdem Jakob Röttger einen Gegenstoß verworfen hatte, und Arne Kämper per Schlagwurf egalisierten energisch. „Da ist ein kleiner Ruck durch die Mannschaft gegangen. Wir hatten uns stabilisiert“, erkannte Coach Husemann. Die zweite Halbzeit begann zwar noch einmal hektisch, doch Christian Niehaus und Daniel Meyer warfen die Gastgeber mit verwandelten Gegenstößen in Führung – 14:12. Nach einem weiteren Gegenstoßtreffer von Meyer (16:13) reagierte Möllbergens Trainer Andre Torge und bot kontinuierlich einen siebten Feldspieler auf. In der Vorwoche noch siegbringend eingesetzt, bestraften die Jöllenbecker jetzt beinahe jeden Fehler der Gäste. Keeper Christian Trittin traf in dieser Phase gleich zwei Mal, Leon Ludwigs einmal ins verwaiste Tor. „Diese Treffer haben uns die Sicherheit gegeben, die wir auch brauchten“, erkannte Sportdirektor Thorsten Lehmeier. Insgesamt hatten die Gastgeber, die auf den siebten Feldspieler Möllbergens gut vorbereitet waren, am Ende fünf Bälle im leeren Tor versenkt. „Wir haben gekämpft und uns Selbstvertrauen erarbeitet. Möllbergen musste häufig aus der Bedrängnis abschließen“, erkannte Husemann, der seine Abwehr für ihr kompaktes Auftreten lobte. Möllbergens Leistungsträger Kurz, Altvater und Witte, die nahezu durchspielen mussten, schnaubten immer lauter. Über 21:16 (42.) und 23:17 (47.) enteilten die Gastgeber bis auf 27:18 (56.). Die später kraftlosen Würfe wurden zumeist Beute von Christian Trittin. Der schwergewichtige Kulttorwart stand beharrlich in der Torwartecke und hielt so allein in der zweiten Halbzeit zwölf Bälle.

Mindener TB. Der Start in die Rückrunde ging daneben. Im Duell der Aufsteiger unterlag Handball-Oberligist TuS Möllbergen am Samstag beim TuS Bielefeld/Jöllenbeck 21:28 (11:11) und kassierte nach zwei Siegen nun die erste Niederlage im neuen Jahr. Verdient, aber etwas zu hoch bezeichnete André Torge den Sieg der Gastgeber, die er mit Möllbergen im Hinspiel noch 27:22 bezwungen hatte. Der Trainer erklärte: „Unsere schwierige personelle Situation hat sich dieses Mal ausgewirkt. Die Mannschaft hat alles gegeben, aber es hat hinten raus nicht alles gepasst“. Das war in der ersten Halbzeit noch anders. Die Gäste besaßen leichte Vorteile und machten aus dem 2:4-Rückstand (8. Minute) in den folgenden zwölf Minuten eine Drei-Tore-Führung, als Frederik Altvater per Siebenmeter das 10:7 markierte. „Das war völlig verdient“, sagte Torge und bedauerte, dass seine Team die Führung bis zur Halbzeitpause nicht halten konnte. Bielefeld/Jöllenbeck profitierte von der starken Leistung des eingewechselten Keeper Christian Trittin und der wachsenden Fehlerzahl im Möllberger Angriffsspiel. Von 14:13 (33.) lösten sich die Gastgeber auf 16:13 und 20:16 sowie von 23:18 entscheidend auf 27:18 (56.). „Wir haben die Dinge nicht mehr auf den Punkt gespielt und zu viele Fehler gemacht,“ berichte Torge von vielen Gegenstoß-Gegentoren und begründete den Leistungsabfall: „Uns fehlten vielleicht auch die Pausen für unsere Leistungsträger.“ Zudem waren Sebastian Berg und Thorben Hanke nach gerade überstandenen grippalen Infekten noch nicht wieder richtig fit. Auch das taktische Mittel des siebten Feldspielers funktionierte am Samstag nicht. Sein Debüt im schwarz-gelben Trikot feierte Martin Damm, der von der Spvg Steinhagen kurzfristig zum TuS 09 gekommen ist. Dem variable einsetzbaren Zugang gelangen nach seiner Einwechslung noch drei Tore. „Er war ein Lichtblick“, lobte Torge.

NW Paderborn. Die HSG Augustdorf/Hövelhof lebt noch. Im wichtigen Spiel zum Rückrunden-Auftakt gegen Oberliga-Schlusslicht HSG Gevelsberg/Silschede setzte sich der Vorletzte aus der Senne daheim mit 22:20 (11:9) durch und stockte das eigene Punktekonto somit auf sechs Zähler auf. „Die Jungs haben ruhig und konzentriert gespielt und der Sieg ist total verdient“, atmete Augustdorf/Hövelhofs Teammanager Udo Schildmann nach dem Schlusspfiff tief durch, sagte aber auch: „Ein eindeutigeres Ergebnis haben wir durch unsere Fehler selbst verhindert.“ Die Sandhasen erwischten einen starken Start und lagen schnell 6:1 (9.) und 8:3 (13.) vorne. Dann kam der Gast aus dem Ruhrgebiet langsam besser in die Begegnung und verkürzte über 7:11 (28.) bis auf 9:11 zur Pause. Wichtig war für das Senne-Ensemble zu Beginn des zweiten Durchgangs ein Zwischenspurt vom 13:12 (39.) zum 16:12 (42.). Und dann gab es da auch noch Dusan Maric. Der Linkshänder, im bisherigen Saisonverlauf bester HSG-Schütze, verwarf beim Stand von 20:18 (59.) zwar erst einen Siebenmeter, versenkte den Nachwurf aber zum 21:18. Vater des Erfolgs war allerdings ein anderer: Torwart Robin Wetzel hatte zwischen den Pfosten einen Sahnetag erwischt. „Robin war mit 19 Paraden überragend“, lobte Udo Schildmann, der am Donnerstag vor dem Aufeinandertreffen noch einen personellen Rückschlag verkraften musste. Sven Suton, erst vor der Serie zur HSG gewechselt, bat die Verantwortlichen um Auflösung des Vertrags – und die entsprachen dieser Bitte.

WP Gevelsberg. Es bleibt dabei. Auch im ersten Spiel der Rückrunde in der Handball-Oberliga bleibt die HSG Gevelsberg-Silschede ohne Sieg. Schlimmer noch: Beim Vorletzten HSG Augustdorf-Hövelhof setzte es eine 20:22 (9:11)-Niederlage, womit auch dieses direkte Duell verloren geht. Das erste, das Hinspiel endete remis. Das direkte Duell kann möglicherweise wichtig für den Kampf um den Liga-Erhalt werden. Allerdings gilt das Augenmerk nicht mehr so sehr dem Liga-Erhalt im Gevelsberger Lager. Klar ist allerdings auch, dass die Hoffnung zuletzt stirbt. Nur sieht es beim derzeitigen Rückstand von zehn Punkten auf den Nichtabstiegsplatz ausgesprochen mies aus. „Wir müssen wieder in die Spur kommen. Ich will wieder lachende Gesichter sehen“, so Gevelsbergs Trainer Norbert Gregorz nach der Begegnung über die Ausrichtung für die kommenden Begegnungen in der Oberliga. Dabei stellte dieses Gastspiel den Trainer über weite Teile sogar zufrieden. Vor allem die Abwehr-Arbeit überzeugte. Nur 22 Gegentreffer in fremder Halle – das kann sich sehen lassen. „Wir haben oft und effektiv die gefährlichen Schützen aus dem Rückraum von Augustdorf phasenweise aus dem Spiel genommen“, so Gregorz. Andererseits hatte der Angriff einmal mehr zu viele Ladehemmungen. 27 Fehlversuche gab es schließlich zu verzeichnen. „Wir haben zu viele, auch einfache Chancen fahrlässig liegen gelassen“, so der Gevelsberger Trainer. „Wenn da jetzt noch bei uns der Knoten platzen würde.“ Immerhin stimmt die Basis im Gevelsberger Lager. Das hat das Spiel in Ostwestfalen einmal mehr gezeigt. Nur eben jenes Quäntchen, was zu Torerfolgen führt, das fehlt. Das Selbstbewusstsein der Gevelsberger HSG-Spieler ist derzeit nicht gerade ausgeprägt. Dabei sind die Jungs willig, sind voll motiviert, kämpfen bis zum Umfallen. „Das hat die Mannschaft hervorragend gemacht“, lobt Gregorz. Beispielhaft ist dafür die Anfangsphase des Spiels. Nach der 1:0-Führung der Gäste, die Sebastian Breuker nach gut drei Minuten mit seinem ersten von zwei Treffern erzielte, folgte eine derbe Flaute, die in der 6:1-Führung der Gastgeber mündete. Doch Gevelsberg ließ sich nicht entmutigen. Nach einer Auszeit besannen sich die Gäste ihrer Tugenden, holten Tor um Tor auf, verkürzten den Rückstand bis zur Pause auf zwei Treffer. Näher heran kam Gevelsberg gar in den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel heran. Sam Lindemann traf zum 10:11 (33.), Kevin Kliche per Strafwurf zum 11:12 (36.) aus Gevelsberger Sicht. Und auch jetzt gab es genügend Chancen, auf- oder gar überzuholen. Doch wie ein roter Faden zieht sich die mangelnden Chancen-Verwertung durch die Saison, durch dieses Spiel. „Und fehlt einfach der Breakpoint in so einem Spiel“, sagt Norbert Gregorz, der zwischenzeitlich auch versuchte, mit sieben Feldspielern zum Glück kommen zu lassen. „Die Basis ist da, wir kämpfen weiter“, so Norbert Gregorz – so am kommenden Samstag in heimischer Halle gegen Soest.

IKZ Hemer. HSV Hemer – Sfr. Loxten 28:22 (14:10). Einen solchen Schlussapplaus hat es im Grohe-Forum schon lange nicht mehr gegeben. Aber Hemers Handball-Publikum durfte sich auch über eine gute Samstagabendunterhaltung freuen, bei der zwei Akteure für echtes Spektakel zuständig waren: Moritz Frenzel, vom persönlichen Fanklub angefeuert, drehte mächtig auf und erzielte 17 Treffer, und Keeper Patrick Spiller brachte die Halle mit einigen herausragenden Paraden zum Toben. Die aus der Spur geratenen Hemeraner standen unter Druck, denn eine vierte Niederlage in Serie hätte sie wohl gezwungen, den Blick nach unten zu richten. Und die ersten Minuten verhießen nichts Gutes. Loxten wirkte entschlossener, traf gut von Außen und führte schnell mit 3:0. Dass es in dem Stil nicht weiterging, war ein Verdienst der HSV-Abwehr, die beweglicher agierte und viel energischer zupackte. Der Mittelblock stand sicher, Patrick Spiller war gleich voll da, so dass den Gästen nach dem 1:4 gut zehn Minuten lang kein Treffer gelang. Hemer hingegen legte in dieser Phase eine 7:0-Serie aufs Parkett, und die war in dieser Partie absolut richtungweisend. Wenn schnell gespielt und entschlossen die freie Bahn genutzt wurde, hatte Loxten das Nachsehen. Nach einer Auszeit fanden die Gäste wieder zurück ins Spiel, doch näher als auf drei Tore kamen sie nicht heran. Die Hälfte aller Hemeraner Tore bis zur Pause erzielte Moritz Frenzel, und seine Glanzleistung machte viele Schwächen im Rückraum der Hausherren wett. Max Klein und Marvin Rosian merkte man die Trainingsdefizite an, ihren Würfen fehlte jegliche Durchschlagskraft. Auch Christian Klein und Lukas Rosenbaum erzielten nicht die gewohnte Wirkung. Weil man beim HSV in dieser Saison ja schon viele überraschende Wendungen erlebt hat, ist eine Vier-Tore-Führung kein Grund zur Entspannung. Und in der Anfangsphase des zweiten Durchgang erlaubte sich die Mannschaft gegen eine offensivere gegnerische Deckung einige technische Fehler und ließ freie Würfe vom Kreis ungenutzt. Loxten kam jedoch trotz einiger leichter Treffer aus dem Rückraum nicht heran. Das lag an eigenen Fehlern, an Moritz Frenzels drei Siebenmeter-Treffern in Folge und Patrick Spillers Paraden. Als er nach 45 Minuten beim 20:14 erst Meyers Siebenmeter und dann auch dessen Nachwurf spektakulär abwehrte, stand die Halle Kopf. Die Ostwestfalen schienen in diesem Moment endgültig den Glauben an die Wende zu verlieren, und es folgte eine weitere Frenzel-Gala, die das Spiel entschied. Der Linkshänder traf nach Belieben, erzielte vier Treffer in Serie zum 24:14, und damit durfte sich der HSV nach 48 Minuten damit vertraut machen, wie sich Heimsiege anfühlen. Der Rest war Formsache. Den Gastgebern kam die Konzentration abhanden, Spiller durfte vorzeitig Feierabend machen und Max Müller den Platz zwischen den Pfosten überlassen. Der zeigte einige gute Paraden, aber weil seine Vorderleute nicht mehr konsequent verteidigten, gelang Loxten Ergebniskosmetik. Eng wurde es natürlich nicht mehr, und die Hemeraner feierten ausgiebig ihr lange vermisstes Erfolgserlebnis.

Haller Zeitung. Nach der zweiten verlorenen Begegnung in Folge hat sich die tabellarische Situation für den heimischen Oberligisten verschärft. Sechs Punkte beträgt der Vorsprung der Sportfreunde auf die HSG Augustdorf/Hövelhof, die trotz des Sieges gegen den Letzten Gevelsberg Silschede als 13. den ersten Abstiegsplatz einnimmt. Immerhin sechs Punkte, könnte man sagen. Doch die Ansprüche der »Frösche« sind bekanntlich andere. „Es ist eine Kacksituation“, versuchte sich Lay am Tag nach dem Spiel denn auch gar nicht erst in Beschönigungen. Der Trainer hatte am Abend zuvor im Sauerland eine Loxtener Mannschaft gesehen, die eine Abwehrleistung der Kategorie „noch okay“ (Lay) bot und sich zudem im Angriffsspiel an die Vorgaben hielt. Im Torabschluss aber erreichten die Gäste über 60 Minuten betrachtet kein Oberliga-Niveau. „Im Angriff fehlte die Konsequenz, wir haben unsere Möglichkeiten nicht genutzt“, bemängelte Lay und benannte damit zugleich die Ursache für die Niederlage. Dabei waren die Loxtener verheißungsvoll in die Partie gestartet. Die Gäste lagen im Grohe Forum von Hemer mit 3:0 in Führung, als der HSV 81 in der fünften Minute erstmals traf. In der Folge aber trat die Abschlussschwäche offen zutage: Ohne die verletzten Sebastian Hölmer und Heiner Steinkühler scheiterten die »Frösche« zu häufig mit ihren Würfen oder schlossen sauber herausgespielte Möglichkeiten nicht konsequent ab, sondern warteten zu lange oder passten den Ball weiter. So kamen die Gastgeber auf und lagen 8:4 in Führung, als Lay nach einer Viertelstunde Spielzeit mit einer Auszeit reagierte. Immerhin ließ seine Mannschaft den Rückstand bis zur Pause nicht weiter anwachsen. Nach dem Wechsel brachte sich der heimische Oberligist mit einer ganz schwachen Phase selbst um die Chance auf eine erfolgreiche Aufholjagd: Acht Minuten und 25 Sekunden lang blieben die Loxtener inklusive zweier verworfener Siebenmeter von Marian Stockmann und Marlon Meyer ohne eigenen Treffer. So zog Hemer um den am Ende 17-fachen Torschützen Moritz Frenzel zwischen der 40. und der 48. Minute von 18:14 auf 24:14 davon – damit war die Begegnung entschieden. „Wir kamen nicht in den Gegenstoß, und im Positionsspiel fehlte die Traute“, analysierte Lay enttäuscht. Dass die Loxtener, die das Hinspiel noch mit 28:23 für sich entschieden hatten, nicht nur die Partie, sondern damit auch den direkten Vergleich mit Hemer verloren, ist nicht mehr als eine Randnotiz. Allerdings eine, die zu einem Auftritt passt, den die Sportfreunde am liebsten schnell vergessen würden.

Westf. Anzeiger. Selten zuvor kämpfte ein Gästeteam beim ASV Hamm-Westfalen II zu Beginn einer Oberliga-Partie mit so viel Leidenschaft und Biss wie der angereiste Tabellenführer TuS Spenge. Die Handball-Sieben von Coach Heiko Holtmann wollte gewinnen – und sich für die klare 29:36-Hinspielpleite revanchieren. Als am Ende des umkämpften Treffens die knappe 25:26 (11:13)-Niederlage der Hammer besiegelt war, sprach der Gästetrainer gleich mehrfach von einem glücklichen Auswärtssieg.

„Insgesamt ist unsere Taktik mit einer offensiven Deckung aber aufgegangen“, urteilte Holtmann. Betroffene Gesichter gab es dagegen bei den ASV-Akteuren, insbesondere bei Coach Tobias Mateina, dessen Team zumindest einen Punkt schon so gut wie sicher in der Tasche hatte. „Gegen den Spitzenreiter haben wir eine sehr starke Leistung abgeliefert. Die Jungs haben ein Spiel gedreht und sich mit großem Engagement nach vorne gekämpft. Doch der TuS hatte in Person von Nils van Zütphen noch einen Trumpf im Ärmel“, spielte Mateina auf die Schluss-Offensive der Gäste an, denn Holtmann wechselte den vierfachen Torschützen erst in der 45. Minute ein. Den Widerstand des Spitzenreiters zu brechen, schien zu Beginn der Partie gar nicht möglich. Spenge ging mit 4:0 (7.) in Führung. Erst nach und nach bekamen die Hammer mit einer aggressiveren Abwehr Zugriff zum Gegner. Doch es dauerte noch lange 20 Spielminuten, ehe Treffer von Phil Schrage, Kim Voss-Fels und David Spiekermann einen schon klaren 4:9-Rückstand (18.) bis zur Pause in überschaubare Grenzen brachte (11:13) – und das, obwohl sich David Wiencek bereits in der Anfangsphase an der Wurfhand verletzte. Nach dem Wechsel erhöhte der ASV den Druck und gewann zunehmend die Oberhand. Meist durch schnelle Treffer von Vincent Saalmann von außen, Jan Pretzewofsky und David Spiekermann aus dem Rückraum sowie Phil Schrage nach sehenswerten Kontern. Erinnerungen aus dem Hinspiel wurden wach, als der ASV im nachfolgenden Schlagabtausch stets mit einem oder zwei Toren vorn lag (20:18/25:23). Stark auch ASV-Schlussmann Maurice Behrens, der beim Stand von 25:25 (59.) zur tragischen Figur wurde. Bei einem Angriff der Gäste beschwerte er sich beim Schiedsrichter-Gespann Antal/Krutschek und kassierte dafür eine Zwei-Minuten-Strafe. Da der Hammer Trainer für den verletzten Patrick Krömer keinen weiteren Schlussmann nominiert hatte, musste nun Feldspieler Justin Black zwischen die Pfosten. Das Schicksal der Gastgeber nahm seinen Lauf, als Sebastian Reinsch 18 Sekunden vor Schluss die ASV-Niederlage besiegelte.

 

NW Herford. Der TuS Spenge hat am ersten Rückrunden-Spieltag der Handball-Oberliga erfolgreich Revanche für die bittere Niederlage zu Saisonbeginn genommen. Beim ASV Hamm-Westfalen II siegte der TuS mit 26:25 (13:11) und präsentierte sich dabei vor allem in der Schlussphase als nervenstarke Einheit. Denn erst exakt 20 Sekunden vor der Schlusssirene machte Linksaußen Sebastian Reinsch mit seinem Tor den so wichtigen Erfolg perfekt – gut eineinhalb Minuten vorher lag der TuS noch mit 24:25 zurück. „Das war ein hartes Stück Arbeit“, sagte TuS-Trainer Heiko Holtmann, „unser Sieg ist glücklich, aber unterm Strich verdient.“ Die erste Halbzeit erinnerte die mitgereisten Spenger Fans an das Hinspiel. „Wir sind super ins Spiel gekommen“, sagte Holtmann. 4:0 führten die Ostwestfalen nach sechs Minuten, nach 18 Minuten lagen sie klar mit 9:4 vorne. „Wir haben fünf vorgelegt, aber wir hätten eigentlich noch viel höher führen müssen“, so der Trainer, dem sowohl in der Defensive als auch im Angriff der eine oder andere kleine Fehler zu viel auffiel. Und so war es aus Spenger Sicht durchaus ärgerlich, dass es nur mit einem Zwei-Tore-Vorsprung (13:11) in die Pause ging. Im zweiten Durchgang nutze die Hammer Bundesliga-Reserve die Zeitstrafe gegen Spenges Leon Prüßner, um ihrerseits 15:14 in Führung zu gehen (36.). Holtmann: „Wir haben die Deckung dann auf 3:2:1 umgestellt – das hat gut funktioniert.“ Das Spiel wog jetzt hin und her, keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Als Hamm jedoch fünf Minuten vor der Schlusssirene beim 25:23 die Führung auf zwei Tore ausbaute, schien der Pegel zugunsten der Hausherren auszuschlagen. Coach Holtmann ließ jetzt Hamms Rückraumriesen Kim Voss-Fels in Manndeckung nehmen – das sollte der entscheidende Schachzug sein. Denn die Hammer warfen nun kein Tor mehr. Und auf der anderen Seite traf erst Phil Holland per Siebenmeter zum 24:25 (57.) und dann Sebastian Kopschek zum 25:25 (59.). Dann wurde es kurios: Nach einem Tempogegenstoß von Kopschek gab es regelgerecht Freiwurf. Hamms Keeper Maurice Behrens kommentierte diese Entscheidung – und bekam zwei Minuten. Weil die Gastgeber aber keinen zweiten Keeper im Kader hatten, musste der Linksaußen ins Tor. 47 Sekunden waren zu diesem Zeitpunkt noch zu spielen – und Sebastian Reinsch ließ sich diese Steilvorlage nicht entgehen. Exakt in Spielminute 59:40 traf er zum 26:25-Sieg.

WAZ Gladbeck. Es war alles angerichtet für das Spitzenspiel in der Handball-Oberliga zwischen dem VfL Gladbeck und der TSG AH Bielefeld. Die Tribünen und die Empore der Riesener-Halle waren voll besetzt wie lange nicht mehr. Die Vorfreude auf den Vergleich mit dem Aufstiegsfavoriten aus Ostwestfalen, sie war beim Anhang förmlich mit den Händen zu greifen. Die Fans bekamen zunächst eine imponierende Lichtshow geboten, ein Spitzenspiel dann jedoch nicht. Und das lag am VfL, der insbesondere in der Offensive nicht wie eine Topmannschaft auftrat, sondern wie eine biedere Oberliga-Auswahl. 20:26 (8:13) hieß es aus Sicht der Gladbecker nach den 60 Minuten. „Entscheidend war unsere Angriffsleistung“, analysierte Sven Deffte. „Wenn wir vorne das spielen, was wir in den letzten Wochen gespielt haben, hätten wir eine Chance gehabt.“ Doch in der Partie gegen die TSG AH Bielefeld fanden die Gladbecker in der Offensive zu keinem Zeitpunkt ihren Rhythmus. Bezeichnend: Den beiden Goalgettern Max Krönung und Björn Sankalla glückten insgesamt nur drei Treffer. Normalerweise sind die beiden Rückraumakteure durchaus für 15 Tore gut und manchmal auch noch für mehr. Aber an der starken Abwehr der Ostwestfalen um den ehemaligen Bundesligaprofi Gustav Rydergard bissen sich Krönung & Co. immer wieder die Zähne aus. Und dann war da auch noch Maximilian Kroll im Gehäuse der TSG AH Bielefeld, an dem die VfLer reihenweise scheiterten. „Das war heute leider kein Spitzenspiel“, urteilte VfL-Chef Siegbert Busch unmittelbar nach Ende der Partie zwischen dem Tabellendritten und -zweiten. Begründung: „Von unserer Seite gab es leider keine Höhepunkte.“ Die eigene Mannschaft, so Busch, habe es erstens nicht geschafft, die überragende Deckung des Gegners zu knacken und zweitens gegen das Bielefelder Spiel mit sieben Feldspielern keine Mittel gefunden. Dass Gästetrainer Michael Boy frühzeitig bei eigenem Ballbesitz Kroll aus dem Kasten nahm und einen siebten Feldspieler brachte, hatte Sven Deffte gewissermaßen erzwungen. Der ließ seine Mannschaft zunächst nämlich mit einer 5:1-Abwehr statt der üblichen 6:0-Formation agieren. Eine überraschende Maßnahme, die den Bielefeldern nicht schmeckte. So verlief das Spiel anfangs ausgeglichen. Als Krönung in der 18. Minute das 6:6 erzielte, schien der VfL Gladbeck auf Kurs zu liegen. Neun Minuten später war die Partie jedoch bereits entschieden. Während der Heimmannschaft in dieser Phase kein einziger Treffer glückte, schlossen die Bielefelder ihre Angriffe immer wieder ebenso konsequent wie erfolgreich ab und zogen auf 13:6 (27.) davon. Besonders auffälllig dabei war Arne Kröger, Oberliga-Torschützenkönig der Vorsaison, mit drei seiner insgesamt sieben Treffer. Auch nach dem Seitenwechsel schafften es die VfLer nicht mehr, die TSG auch nur in Verlegenheit zu bringen. An der kämpferischen Einstellung lag das nicht, vor allem in der Deckung ackerten und rackerten die Rot-Weißen im permanenten Unterzahlspiel vorbildlich. Kapital schlugen sie daraus indes nicht, weil die Bielefelder auch bei angezeigtem Zeitspiel der Schiedsrichter Arnulf Löhr/Oliver Lüchtefeld stets kühlen Kopf bewahrten.  „Wir haben nicht schlecht verteidigt“, sagte Sven Deffte, „und auch ein sehr gutes Rückzugverhalten an den Tag gelegt. Aber wir haben viele Chancen, die wir uns erarbeitet haben, liegen gelassen.“ Und so stand am Ende aus Gladbecker Sicht eine verdiente 20:26-Niederlage. „Um gegen diesen Gegner eine Chance zu haben, muss bei uns alles passen“, so Trainer Deffte. Der Rückstand des VfL zum Spitzenduo TuS Spenge und TSG AH Bielefeld beträgt nun fünf Punkte. Für die Rot-Weißen, die sich nach dem verpatzten Saisonstart sowieso keine ernsthaften Aufstiegschancen mehr ausgerechnet hatten, dürfte es das endgültig gewesen sein. Weiter geht’s nun am Sonntag, 4. Februar, bei Lit Tribe Germania in Nordhemmern. Das nächste Heimspiel steigt Freitag, 16. Februar. Gegner des VfL ist dann die akut abstiegsbedrohte HSG Gevelsberg-Silschede.

NW Bielefeld.  Die TSG A-H Bielefeld hat eine Reaktion gezeigt – eine beeindruckende. Zwar eroberte das Team die in der vergangenen Woche verlorene Tabellenführung (noch) nicht zurück, aber sie unterstrich ihre Vormachtstellung in der Oberliga. Mit einem 26:20 (13:8)-Erfolg gegen den Tabellendritten VfL Gladbeck strafte die Mannschaft von Michael Boy alle vorschnellen Kritiker, die den Aufstieg schon abgeschrieben hatten, Lügen. Im Hinspiel zum Saisonauftakt kam der VfL als Vizemeister des Vorjahres, entpuppte sich dann aber hilfloser Gegner. Doch die Mannschaft von Trainer Sven Deffte hatte sich nach dem holprigen Start gefangen und mit einer starken Serie auf den dritten Platz vor gespielt. Gegen eine TSG, die kurz zuvor einen schweren Wirkungstreffer erhalten hatte, witterte man im Ruhrgebiet seine Chance. Doch die Bielefelder begannen schon besser als ihre Gastgeber, führten schnell mit 3:1 und 4:2. Gladbeck fand kurzzeitig ins Spiel zurück, glich durch Florian Bach zum 5:5 und durch Max Krönung zum 6:6 aus. Krönung, einer der Leistungsträger des VfL, der im Hinspiel noch an den Nachwirkungen einer Verletzung gelitten hatte, war auch in dieser Partie kein entscheidender Faktor. Dafür zog Bielefelds Coach Michael Boy das richtige Register: Ab der zehnten Minute ließ er konsequent im Angriff einen siebten Feldspieler auflaufen. Der Erfolg dieser Maßnahmen war enorm. Mit einem 7:0-Lauf sorgten die Ostwestfalen bis zur 27. Minute für eine Vorentscheidung. Mit Kröger (dreimal), Hinz, Strathmeier, Kastening und Sewing trug sich dabei jede Position einmal in die Torschützenliste ein. Es passte zu Boys Eindruck: „Man hat gemerkt, dass die Mannschaft die Art und Weise der Niederlage gegen Mennighüffen nicht auf sich sitzen lassen wollte. Das war heute eine absolute Teamleistung.“ Mit zwei Toren vor der Pause gelang dem VfL Ergebniskosmetik. Große Optimisten auf Seiten der Gladbecker hätten nach dem Sturmlauf der ersten Hälfte jetzt noch auf einen Einbruch der TSG nach der Pause hoffen können. Das war den Bielefeldern in der Hinrunde bisweilen passiert, diesmal wackelte aber nichts – vor allem nicht die Abwehr, in der einer für den anderen kämpfte und die bis zur 50. Minute lediglich 14 Gegentreffer zugelassen hatte. Die Leistung seiner Schützlinge brachte Boy zu dem nüchternen Fazit: „Auch vom Gefühl her ist diese Partie nicht mehr spannend geworden.“  Über 19:14, 23:14 und 25:16 hielt sich die TSG ihre Kontrahenten vom Leib: „Alle wollten eine Reaktion zeigen. Ich glaube nicht, dass Gladbeck uns besonders gut liegt, wir haben diesmal einfach sehr gut gespielt“, lobte Boy, der keinen Spieler besonders hervor heben wollte, aber nicht unerwähnt ließ, dass sich Arne Kröger mit sieben Toren einmal mehr „als hervorragender Abschlussspieler“ hervor tat.
Dem Rest der Liga bleibt die Erkenntnis, dass Spenge und die TSG jetzt mit fünf Punkten Vorsprung vor der Konkurrenz liegen.

WP Siegen. TuS Ferndorf II – VfL Mennighüffen 26:22 (11:12). Hut ab, TuS Ferndorf! Gegen den Tabellenvierten gelang den Youngsters von Michael Feldmann dank einer überragenden Deckungsleistung und einem Torwart Hilmar Gudmundsson in einer Form wie in allerbesten Tagen ein verdienter Sieg. In den ersten 30 Minuten begegneten sich beide Teams auf ähnlichem Niveau: Gute Abwehrreihen, verbesserungswürdiger Angriff! So wechselte die Führung hin und her, meist mit leichtem Vorteil für die Ostwestfalen, die mit einem knappen 12:11-Vorsprung in die Kabine gingen und direkt nach dem Seitenwechsel beim 14:12, als deren Torwart Daniel Habbe ins verwaiste TuS-Tor traf, ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden schienen. Doch da hatte Mennighüffen die Rechnung ohne den Kampfgeist und Siegeswillen der Ferndorfer Jungspunde gemacht. Die witterten ihre Chance, als beim Gast mit Marco Büschenfeld der bis dahin beste Torschütze (7/3) und guter Vertreter von Abwehrchef Neumann nach der dritten Zeitstrafe einen Platz auf der Tribüne suchen musste (37.). Obwohl Ferndorf die folgende vierminütige Überzahl mit negativer Torbilanz abschloss, wendete sich das Blatt. Gudmundsson steigerte sich in einen Rausch, die Abwehr wurde immer bissiger, und im Angriff setzte vor allem Michel Sorg auf der zentralen Position diverse Nadelstiche. Für die erste TuS-Führung seit dem 6:5 sorgte jedoch sein jüngerer Bruder Leon (18:17/47.). Mennighüffen kam zwar von 17:20 auf 20:21 heran, doch als Erik Irle, Magnus Neitsch und Mattis Michel die drei Anleihen aus dem Drittliga-Kader das Ergebnis auf 24:20 für den TuS aufstockten, Gudmundsson zudem den Siebenmeter von Lukas Mailänder mit dem Fuß abwehrte, nahm der Ferndorfer Konturen an. „Wir haben überragend verteidigt, Einstellung und Bereitschaft, alles zu geben, waren top“, lobte Michael Feldmann.

NW Bad Oeynhausen. Die 220 Kilometer lange Reise nach Kreuztal hat sich für den Handball-Oberligisten VfL Mennighüffen nicht gelohnt. Beim TuS Ferndorf II verlor die Mannschaft von Trainer Zygfryd Jedrzej mit 22:26 (12:11), bleibt aber in der Tabelle auf Rang vier. „Wir haben im Angriff nicht die nötige Ruhe und Übersicht gehabt. Ferndorf hat offensiv gedeckt, und wir haben nicht genügend Chancen herausgespielt. Und von den Chancen, die wir hatten, haben wir noch einige verworfen“, sagt ein enttäuschter „Siggi“ Jedrzej. Allerdings war die personelle Ausstattung der Mennighüffener nicht optimal. Julian Peitzmeier ist für die „Zweite“ abgestellt, Ulrich Neumann fehlte krankheitsbedingt, genauso wie Torwart Calvin Born. Bedauerlicherweise verletzte sich Jeremy Krone dann auch noch relativ früh an der Hand, und Mittelmann Marco Büschenfeld bekam in der 38. Minute beim 14:14 die dritte Zeitstrafe und wurde disqualifiziert. Das war wohl doch etwas zu viel Aderlass für die Gäste, die Ferndorf zunächst auf 20:17 (50.) davonziehen ließen, aber mit zwei Treffern in Folge wieder Anschluss fanden. Als Ferndorf dann aber vier Minuten vor dem Abpfiff auf 24:20 erhöhte, war das die Vorentscheidung. Lukas Mailänder verkürzte noch einmal auf 21:24 (57.), doch Ferndorf machte zwei Tore in Folge und damit den Sack zu.

 

Soester Anzeiger. Das war den Schlüsselträgern in der Hinrunde nicht gelungen, 30 Tore in einem Spiel zu werfen. Im Rückrunden-Auftaktspiel aber war der Bann gebrochen. Gegen LIT Nordhemmern feierte der Soester TV einen 36:28-Sieg, der unterm Strich sogar noch höher hätte ausfallen können.Doch letztlich war die Freude groß nach den knappen Niederlagen in den beiden ersten Spielen dieses Jahres.

Die Gäste aus dem Nordost-Zipfel von Westfalen wurden von den Schützlingen von Trainer Dirk Lohse förmlich überrannt. Die Flügelzange mit Max Picht und Leon Wolff war so schnell, dass den „Litties“ Hören und Sehen verging. Kaum war ein Ball abgefangen oder neben dem Soester Tor, waren die beiden Soester Flügelflitzer schon weit vorn, der Gäste-Defensive enteilt, und setzten einen Treffer nach dem anderen. Die hervorragende Abwehrarbeit mit einem gut aufgelegten Keeper Birk Muhr dahinter legte den Grundstein für dieses überzeugende Ergebnis. Dabei agierte der STV in eher ungewohnter 6:0-Formation, ließ in der Mitte mit Julian Vukoja und Benni Haake nur wenig anbrennen. Daneben hatten die Loer-Brüder mit ihrer Reichweite die LIT-Angreifer sehr oft im Griff.

Entsprechend zufrieden war Trainer Lohse nach den 60 Minuten: „Die Jungs haben nach den beiden unglücklichen Niederlagen richtig gebrannt. Wir waren von Anfang an hellwach, liefen eine schnelle erste Welle, hatten schnell den klaren Vorsprung. Da ist es verständlich, dass am Ende die Konzentration ein wenig verloren ging und ein noch höherer Sieg verpasst wurde.“ Seine Jungs machten Dampf von Anfang an mit Max Loer auf der Mitte zwischen Fabian Schnorfeil und Benni Haake. Letztgenannter schraubte sich ein ums andere Mal mit Tempo im Rückraum hoch und hatte mit seinen Würfen eine ausgezeichnete Quote. Das galt unterm Strich auch für das Gros seiner Mitspieler, die das Ziel zwar 22-mal verfehlten, doch immerhin eine Quote von über 60 Prozent aufwiesen.

Die Post ging richtig ab, als Max Loer bei Zeitspiel aus dem Stand und zweimal Leon Wolff aus einem 6:4 ein 9:4 machten. Nach einer Auszeit wechselte LIT zwar den Keeper, der Neue zeigte auch einige Paraden. Doch zur Pause führte Soest mit eben diesen fünf Toren Vorsprung. Bis auf 24:15 zog der STV nach dem Seitenwechsel davon, hatte das Spiel voll und ganz im Griff, beim 28:18 waren es zehn Tore. Die schon zur Pause gestellte Prognose von Chefstatistiker Klaus Fischer, dass es erstmals in dieser Saison für 30 Tore reichen würde, bewahrheitete sich in der 53. Minute, als Benni Haake nach einem Freiwurf das 30:23 erzielte. Treffer Nummer 35 setzte Max Loer zum 35:25 ins leere Tor, als die Gäste einmal mehr in Unterzahl ihren Torwart auf die Bank geholt hatten. Mit dieser Taktik erlitten sie ähnlich Schiffbruch wie die deutsche Nationalmannschaft gegen Spanien, denn Loers Treffer war nicht der erste ins leere Tor. Nach drei überflüssigen Gegentoren setzte Anton Schönle den Schlusspunkt. LIT-Trainer Jan Hendrik Meyer erkannte an, dass der Soester Sieg verdient war: „Der STV hat schlau und clever gespielt, wir haben uns zu viele Fehler geleistet.“

Mindener TB. Das Duell der Tabellennachbarn wurde zu einer klaren Angelegenheit: Die Oberliga-Handballer von Lit Tribe Germania mussten beim Soester TV eine 28:36 (13:18)-Niederlage einstecken. In der gesamten Spielzeit lagen sie nicht einmal vorn. „36 Gegentore hören sich nach einer schlechten Abwehrleistung an. Aber dazu hat unsere Angriffsleistung beigetragen. Wir haben viele einfache Bälle verloren und Kontertore kassiert“, sagte Lit-Co-Trainer Jan-Henrik Meyer, der zusammen mit dem Sportlichen Leiter Bert Fuchs Chef-Trainer Daniel Gerling (Magen-Darm-Infekt) vertrat. Nach zwölf Minuten setzte sich der Soester TV erstmals deutlich ab (9:4). Als die Gastgeber ihre Führung nach 37 Minuten auf 24:15 ausbauten, drohte den Lit-Handballern ein Debakel. Die restliche Spielzeit gestalteten die Rot-Weißen ausgeglichen. Von einem Auswärtssieg waren sie allerdings weit entfernt. „Es hatten nur wenige Spieler Normalform. Das Selbstvertrauen hat gefehlt“, stellte Meyer fest. Aufgrund der Niederlage tauschten die beiden Teams die Plätze: Soest ist nun Tabellen-Fünfter, Lit Sechster.

TuS Bielefeld/Jöllenbeck – TuS 09 Möllbergen 28:21 (11:11). B/J.-Tore: Daniel Meyer (8/1), Arne Kämper (4), Jakob Röttger (3), Lukas Heins (3), Jakob Schulte (2), Christian Trittin (2), Leon Ludwigs (2), Nils Grothaus (2), Till Kraatz (1), Christian Niehaus (1). TuS 09-Tore: Patrick Kurz (5), Frederic Altvater (4/2), Simon Witte (3), Alexander Wiemann (3), Martin Damm (3), Thorben Hanke (1), Sebastian Berg (1), Fabian Arning (1).

HSG Augustdorf/Hövelhof – HSG Gevelsberg-Silschede 22:20 (11:9). HSGA-Tore: Dusan Maric (5/3), Milan Weissbach (5), Felix Bahrenberg (3), Dominik Schmidt (3), Sebastian Rumniak (2), David Honerkamp (2), Nico Schmeckthal (1), Jakob Pritschert (1). HSGG-Tore: Kevin Kliche (5/5), Christopher Schrouven (3), Leonard Stippel (2), Sam Lindemann (2), Tobias Fleischhauer (2), Sebastian Breuker (2), Andre Bekston (2), Björn Rauhaus (1), Jannik Still (1/1).

HSV 81 Hemer – Spfr. Loxten 28:22 (14:10). HSV-Tore: Moritz Frenzel (17/4), Tobias Schetters (5), Christian Klein (3), Maximilian Klein (1), Marvin Rosian (1), Alessio Sideri (1). SF-Tore: Nils Patzelt (5), Marian Stockmann (3), Jan Patzelt (3), Christian Kalms (3/3), Paul Blankert (2), Kim Harting (2/1), Max-Leroy Schäper (1), Marlon Meyer (1), Timo Menger (1), Malte Weigel (1).

ASV Hamm-Westfalen II – TuS Spenge 25:26 (11:13). ASV-Tore: David Spiekermann (6/4), Vincenz Saalmann (5), Phil Schrage (5), Kim Voss-Fels (5/1), Jan Pretzewofsky (3), Dennis Richter (1). TuS-Tore: Phil Holland (8/2), Nils van Zütphen (4), Sebastian Reinsch (4), René Wolff (3), Sebastian Kopschek (2), Filip Brezina (2), Gordon Gräfe (1), Oliver Tesch (1), Justus Clausing (1).

VfL Gladbeck – TSG A-H Bielefeld 20:26 (8:13). VfL-Tore: Dustin Dalian (7/1), Sebastian Janus (3), Marcel Giesbert (3), Max Krönung (2), Florian Bach (2), Christoph Enders (1), Björn Sankalla (1/1), Fynn Blissenbach (1). TSG-Tore: Arne Kröger (7), Julius Hinz (5/1), Marius Kastening (4), Nils Strathmeier (3), Luca Sewing (2), Nils Prüßner (2), Johannes Krause (2), Tim Schuwerak (1).

TuS Ferndorf II – VfL Mennighüffen 26:22 (11:12). TuS-Tore: Michel Sorg (7/2), Leon Sorg (4), Magnus Neitsch (4), Mattis Michel (4), Erik Irle (3), Jonas Haupt (3), Jan Niklas Klein (1). VfL-Tore: Marco Büschenfeld (7/3), Lukas Mailänder (4/2), Mats Köster (4), Pascal Schumann (3), Tomasz Tluczynski (2), Daniel Habbe (1), Malte Ames (1).

Soester TV – Lit Tribe Germania 36:28 (18:13). STV-Tore: Leon Wolff (11), Benni Haake (7/1), Max Loer (5/1), Max Picht (4), Anton Schönle (3), Julian Vukoja (2), Fabian Schnorfeil (2), Birk Muhr (1), Axel Loer (1). LiT-Tore: Julian Knickmeier (8/4), Jannik Borcherding (7), Jannik Gartmann (5), Bjarne Schulz (3), Lucas Rüter (2), Jan-Eric Speckmann (2), Arne Ransiek (1).

(bg) Mit eindrucksvollen 17 Treffern gegen Loxten untermauerte der Hemeraner Moritz Frenzel seine Anwartschaft auf die Torjägerkrone der Handball-Oberliga und durchbrach damit auch als bislang einziger Schütze die 100er-Marke. Der Augustdorfer Dusan Maric bleibt auf Rang zwei, neuer Dr0otter Julius Hinz (A-H Bielefeld), der den Gladbecker Björn Sankalla überflügelte. Hier die Spitzengruppe:

Moritz Frenzel (Hemer) 106/10

Dusan Maric (Augustdorf) 93/39

Julius Hinz (A-H Bielefeld) 91/28

Björn Sankalla (Gladbeck) 87/24

Max Krönung (Gladbeck) 86/11

Max Loer (Soest) 87/44

Phil Holland (Spenge) 85/32

Daniel Meyer (Bielefeld/J.) 80/33

David Wiencek (Hamm II) 79/30

Mattis Michel (Ferndorf II) 75/21

Felix Bahrenberg (Augustdorf) 74

Julian Knickmeier (LiT) 70/21

Sebastian Reinsch (Spenge) 69/4

Lucas Rüter (LiT) 68/25

Tomasz Tluczynski (Mennighüffen) 67/16

Frederic Altvater (Möllbergen) 66/19

Jannik Borcherding (LiT) 65/4

Max Picht (Soest) 65/4

Marco Büschenfeld (Mennighüffen) 64/29

Jannik Gartmann (LiT) 63/2

Nils Grothaus (Bielefeld) 62

Christian Klein (Hemer) 62

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