(bg) Wer hätte gedacht, dass der vermeintliche Abstiegskandidat VfL Mennighüffen erster Spitzenreiter der neuen Handball-Oberliga-Saison sein würde? Aber noch überraschender als der Kantersieg über den überforderten Aufsteiger Ferndorf II war die deftige Heimschlappe des mutmaßlichen Titelanwärters aus Spenge gegen die Hammer Reserve. Hingegen landete der zweite Aufstiegskandidat A-H Bielefeld einen deutlichen Erfolg.

Haller Kreisblatt. Als sich Pascal Welge und Heiner Steinkühler irgendwo im kollektiven Loxtener Jubel nach Spielende plötzlich gegenüberstanden, schauten sie sich kurz und tief in die Augen. Dann machte sich ein Grinsen auf beiden Gesichtern breit. Schließlich schlossen sich die Routiniers herzlich in die Arme, als wollten sie sich gegenseitig bestätigen: „Das haben wir gut gemacht.“ In der Tat ragten Torwart und Mittelmann am Samstag aus einer geschlossen stark auftretenden Loxtener Mannschaft heraus. Die zeigte den rund 500 Zuschauern des Auftaktspiels in der Sparkassen-Arena, dass sie in den vergangenen Wochen offenbar doch gut und effektiv an sich gearbeitet hat. „Das war heute eine Zwei plus“, sagte Steinkühler schmunzelnd und in Anspielung auf die Benotung von Trainer Thomas Lay, der die zweite Vorbereitungsphase im HK-Interview eine Woche vorher noch mit „drei minus“ bewertet hatte. Mit sieben Treffern, sechs davon aus dem Feld, war Steinkühler am Ende bester Werfer seiner Mannschaft. Daneben zeigte der in der Vorsaison von Verletzungen geplagte Rechtshänder mit viel Übersicht und entschlossener Körpersprache, dass er auf dem Weg zurück zu alter Klasse ist. „Ich fühle mich gut und habe derzeit keine Wehwehchen“, bestätigte der 31-Jährige. Wohl kein Zufall, dass Loxten den anfänglichen Viertore-Vorsprung (5:1, 12. Minute) genau in der Phase einbüßte, als Lay seinem Spielmacher eine Verschnaufpause gönnte. Nach dem 8:8 (24.) blieb es bis zur Halbzeit eng, in Rückstand aber gerieten die Sportfreunde nie. Zu verdanken hatten sie dies auch ihrer neuen Nummer eins. „Wir wussten ja, dass Pascal so gut halten kann. Aber dass er es gleich in seinem ersten Spiel für uns zeigt, ist natürlich toll“, freute sich auch Lay über Welges Traumdebüt. 13 Bälle parierte der ehemalige Altenhagener allein im ersten Spielabschnitt. Am Ende standen 22 Paraden in seiner Statistik. Doch nicht nur das: Immer wieder setzte Welge die Gegenstoßspezialisten Nils Patzelt und Timo Menger mit perfekt getimten Pässen in Szene. „Ich bin gut ins Spiel reingekommen, habe mir früh Sicherheit geholt. Das hat richtig Spaß gemacht“, berichtete der 30-Jährige – nicht ohne das Kompliment gleich an eine „super Abwehr vor mir“ zurückzugeben. Als nach Wiederanpfiff auch die Quote der Gastgeber im Angriff immer besser wurde, stand dem ersten doppelten Punktgewinn der Saison nichts mehr im Weg. Loxten setzte sich Tor um Tor ab. Als Welge erst Max Harnacke zum 22:16 (50.) auf die Reise schickte, kurz darauf einen Strafwurf von Hemers Sideri entschärfte und Steinkühler von der Siebenmetermarke zum 23:18 (52.) verwandelte, war die Gegenwehr der nun immer müder werdenden Sauerländer gebrochen. „Die Erleichterung ist groß“, gab Heiner Steinkühler zu. Das Spiel hatte gezeigt: Im Ernstfall sind die »Frösche« für die Herausforderungen ihrer vierten Oberliga-Saison gerüstet.

IKZ Hemer. SF Loxten – HSV Hemer 28:23 (10:9). S.o hatte sich Tihomir Knez sein Pflichtspieldebüt mit den Hemeranern nicht vorgestellt. „Wir haben nicht gut gespielt und verdient verloren“, resümierte er und wartet nun auf das Video vom Spiel, um in die Fehleranalyse einzusteigen. Eine Halbzeit lang sah es noch so aus, als könne dem HSV ein erfolgreicher Saisoneinstieg gelingen. Denn die Sportfreunde erwischten zwar den besseren Start und erarbeiteten sich mehrfach ein Vier-Tore-Polster, aber der Zwischenspurt der Gäste (von 7:3 auf 7:7) sorgte für eine ausgeglichene Endphase des ersten Durchgangs. Und wenn Loxtens neuer Keeper Welge nicht einen absoluten Sahnetag (13 Paraden vor der Pause, 22 insgesamt) erwischt hätte, wäre sogar die Führung drin gewesen.  „Der hat uns irgendwie den Zahn gezogen“, meinte Knez. Er verwies aber auch auf die schwache Trefferquote aus dem Rückraum (Max Klein und Marvin Rosian) und vergebene hundertprozentige Chancen vom Kreis (Lars Henkels und Tobias Schetters). Als jedoch Christian Klein mit dem 10:10 den zweiten Durchgang eröffnete, gab es für die Gäste die Möglichkeit zur Wende. Doch sie trafen nicht, Loxten aber dafür umso besser. Die Abwehrarbeit der Hemeraner ließ aber auch viel Wünsche offen, 18 Gegentreffer nach dem Wechsel passten Knez überhaupt nicht. „Dabei haben die gar nicht so viele Tore mehr aus Positionsangriffen erzielt als wir“, analysierte der Trainer. Aber sein Team kam im Gegensatz zum Gegner nur selten per Tempogegenstoß zum Erfolg. „Wir hatten oft genug die Chance, im Spiel zu bleiben, und haben sie nicht genutzt. Und irgendwann haben sich die Jungs auch nicht mehr getraut zu werfen.“ Ein übriges tat in der zweiten Halbzeit die Strafzeitenverteilung. Loxten kassierte drei, die letzte davon in der Schlussminute, als bereits alles entschieden war, Hemer dagegen sieben. „Vielleicht konnte man in zwei Fällen diskutieren, aber alle anderen waren in Ordnung“, wollte Knez die Unparteiischen deshalb nicht kritisieren. Nur führte auch die häufige Unterzahl dazu, dass die Gäste die Ostwestfalen ziehen lassen mussten. Über 15:11 und 19:15 setzten sie sich immer weiter ab, und erst ganz am Ende gelang den Hemeranern noch etwas Ergebniskosmetik. Hemers Trainer Tihomir Knez: „Ich bin natürlich enttäuscht über die Niederlage, die absolut berechtigt ist. Unsere Abwehrleistung sowie unser Rückzugsverhalten waren nicht in Ordnung, und wir haben aus dem Rückraum zu schlecht getroffen. Die Angriffseffizienz war wirklich indiskutabel, auch wenn der Loxtener Torhüter eine überragende Leistung geboten hat. Vielleicht hätten wir deutlich selbstbewusster auftreten können, wenn uns nach der Pause die Führung gelungen wäre.“

NW Bielefeld. Die neu formierte TSG A-H Bielefeld hat ihr Auftaktspiel gegen den letztjährigen Vizemeister VfL Gladbeck überraschend deutlich mit 33:21 (18:7) gewonnen. Es scheint, als sei der Übergang vom ambitionierten zum semi-professionellen Handball geräuschlos gelungen. Von Beginn an glänzten Nils Prüßner und Marius Kastening als Torschützen; überlegt und ruhig agierte die TSG, die Gäste aus Gladbeck gewährten allerdings auch höflich den nötigen Raum dafür. Dass die Bielefelder nach halbwegs ausgeglichenen Anfangsminuten bis auf 12:2 (28.) davonpreschten, war aber nicht nur das Produkt vieler individueller Einzelleistungen im Angriff – es war die Schöpfung der roten Abwehrwand. Der neuformierte Innenblock um Gustav Rydergård und Johannes Krause – dahinter in schon fast perfekter Symbiose Keeper Maximilian Kroll, der am Ende 18 Paraden zu verzeichnen hatte – ließ wenig bis kaum Torgefahr der Gäste zu und ermöglichte ein zügiges Spiel nach vorne. „Das hat wirklich Spaß gemacht“, freute sich Kroll über sein gelungenes Pflichtspieldebüt für die TSG. „Gusti sagt, ich nehme diese Ecke, du nimmst die andere“ – klingt einfach, aber das habe die TSG tagelang trainiert, erläuterte Kroll später seelenruhig die so leicht aussehende Absprache. „Wir haben es gemeinsam geschafft. Ich glaube, Gladbeck war überrascht von unserer Emotionalität, von unserem Einsatz. Immer wenn irgendwo ein Fehler passiert ist – und das war wirklich nicht oft -, stand gleich der nächste Spieler da“, lobte TSG-Trainer Boy die geschlossene Mannschaftsleistung.
Gegen die nach Wiederbeginn offensive 4:2-Abwehr der Gäste gelang es der TSG nicht, den Traumstart aus Halbzeit eins zu wiederholen. Doch immer wenn es schien, dass die Gastgeber einen neuen Impuls nötig hätten, kam der von der vermeintlich zweiten Garde: Arne Kröger traf nach seiner Einwechslung gleich doppelt (21:9, 37.), aber auch Luca Sewing und Tim Schuwerack steuerten direkt Treffer bei – 31:18 (54.). Die rote Karte gegen Rydergard (51.) hatte am Ende lediglich statistischen Wert.
Es blieb einzig die Frage, ob die neue TSG, die Gladbeck teilweise wie eine Schülermannschaft aussehen ließ, tatsächlich so stark ist, wie es das Ergebnis ausdrückt – oder ob das Resultat doch noch wenig aussagekräftig ist. Sven Deffte, Trainer der Gladbecker, merkte halbwegs konsterniert an: „Wir waren keine zwölf Tore schlechter. Der Innenblock der TSG ist halt stark. Und wir haben ohne Druck auf die Gassen gespielt. Nils Prüßner hat da sofort ordentlich zugepackt, davon haben wir uns einschüchtern lassen.“ Und die TSG-Akteure? Sie versuchten recht professionell, die plötzlich entstandene Euphorie ein wenig einzudämmen: Keeper Kroll vermied es, ein klares Saisonziel auszusprechen, und auch Marius Kastening stellte fest: „Wir sind mit der nötigen Konzentration und Respekt an die Aufgabe herangetreten. Der Erfolg macht uns für heute sehr zufrieden, doch wir wissen, dass es erst der erste Spieltag war.“

WAZ Gladbeck. „So schwach habe ich meine Mannschaft in den vergangenen drei Jahren noch nicht gesehen.“ Das sagte Sven Deffte, Trainer des Handball-Oberligisten VfL Gladbeck, nach der 21:33-Niederlage der Rot-Weißen zum Saisonauftakt bei Aufstiegs-Topfavorit TSG A-H Bielefeld. Tatsächlich hatten die Gäste einen rabenschwarzen Tag erlebt.Thorben Mollenhauer, langzeitverletzter VfLer und Ur-Gladbecker, trommelte unmittelbar nach dem Ende der Partie das Team zusammen. Während nur ein paar Meter davon entfernt die neu formierten Bielefelder ausgelassen ihren hochverdienten Erfolg feierten, redete „Molli“ sichtbar leidenschaftlich auf seine Kollegen ein. Was hatte er der Mannschaft mitzuteilen gehabt? „Dass wir nicht alles in Frage stellen dürfen und dass wir uns jetzt unter der Woche im Training das Selbstvertrauen wieder erarbeiten müssen.“ Mollenhauer weiter: „Wir wissen ja, was wir können.“ Davon war in der Bielefelder Seidenstickerhalle vor 950 Zuschauern nichts, aber auch rein gar nichts zu sehen. In der Halbzeitpause diskutierten die konsternierten Gladbecker Fans über die miserable Vorstellung ihrer Mannschaft. Als ein Anhänger behauptete, in den vergangenen zehn Jahren keinen so schwachen Auftritt der Rot-Weißen gesehen zu haben, mochte VfL-Chef Siegbert Busch nicht widersprechen: „Da könntest du Recht haben.“ Bezeichnend: Julian Borchert, der erst kurz vor dem Spiel verpflichtete 17-jährige Torwart, avancierte zum besten Akteur der Gäste. Der wollte davon jedoch mit Blick aufs ernüchternde Ergebnis überhaupt nichts hören: „Zufrieden kann ich nicht sein.“ Schon nach zehn Minuten hatte Sven Deffte den jungen Schlussmann für Sebastian Büttner gebracht. Die Nummer eins des VfL hatte schlicht und ergreifend keinen Ball an die Hand bekommen. Zu diesem Zeitpunkt stand es 2:6. Bereits fünf Minuten später – die TSG A-H Bielefeld führte nun mit 8:2 – nahm der Gladbecker Trainer seine Auszeit. Außerdem kamen Dustian Dalian und Christoph Enders auf die Platte. Besser wurde das Spiel der Rot-Weißen jedoch nicht. Nach 18 Minuten hieß es 12:2 – damit war die Partie schon entschieden. „Wir hatten uns viel vorgenommen“, sagte später Michael Boy, der Trainer der Gastgeber, „und wir haben fast alles umgesetzt.“ Gladbeck habe dagegen einen schwarzen Tag erwischt. „Da ging gar nichts“, stellte Boy überrascht fest. Sven Deffte schüttelte auch lange nach Spielende immer wieder seinen Kopf: „Wir haben völlig die Linie verloren.“ Der VfL-Trainer blickte noch in der Seidenstickerhalle schon wieder nach vorne. Am Samstag, 16. September, empfängt seine Mannschaft Lit Tribe Germania aus Nordhemmern. „Wir müssen diesen Auftritt jetzt so schnell wie möglich aus den Knochen kriegen“, sagte Sven Deffte. Julian Borchert, Gladbecks Bester in Bielefeld, sah es genauso. „Jeder geht anders mit so einer Niederlage um. Ich hake so ein Spiel ab“, so der Schlussmann.

NW Herford. Das hatten sich die Handballer des TuS Spenge ganz anders vorgestellt: Am ersten Spieltag der neuen Oberliga-Saison verlor der TuS am Samstagabend in eigener Halle ebenso überraschend wie sang- und klanglos mit 29:36 (9:16). „Das war eine absolute Enttäuschung. Hamm hat verdient gewonnen“, sagte TuS-Trainer Heiko Holtmann, „wir haben einiges aufzuarbeiten.“ Dabei ging es doch so gut los: Die Hausherren waren der Herr im Hause und führten schnell 5:2 (10.) und 6:3 (11.). Und weil vorne die Tore fielen und hinten die Abwehr gut stand – die Gegentore waren eher Zufallsprodukte – schien es, als ob sich die Spenger den erwarteten ersten Saisonsieg nicht nehmen lassen würden. Der Hammer Trainer Tobias Mateina hatte bereits die grüne Karte in der Hand, um eine Auszeit zu nehmen – doch dann riss beim TuS der Faden. Die Zweitliga-Reserve aus Hamm kam immer besser ins Spiel und nur acht Minuten später hatte sich nach einem 0:5-Negativlauf die 6:3-Führung in einen 6:8-Rückstand verwandelt. „Wir haben plötzlich in der Abwehr nicht mehr gearbeitet – jeder hat nur noch sein Ding gemacht“, sagte Heiko Holtmann, „keine Ahnung warum.“ Zwar kam der TuS noch einmal auf 8:9 heran (22.), doch nach dem 9:11 (24.) trafen in den letzten sechs Minuten bis zur Pausensirene nur noch die Gäste, die die sich nun häufenden Spenger Fehler gnadenlos ausnutzten. Als zur Pause ein 9:16-Rückstand von der Anzeigentafel leuchtete, hatte sich auf der Tribüne längst Ernüchterung breitgemacht. „Was ist denn hier los?“, fragte ein Zuschauer enttäuscht in die Runde. Bis dahin waren es praktisch nur die beiden Neuzugänge Phil Holland und Oliver Tesch, die Spenge überhaupt halbwegs im Spiel gehalten hatten. Nach dem Wechsel war es zunächst Coach Holtmann, der Akzente setzte, indem er sich nach einem Disput mit den Schiedsrichtern eine Zwei-Minuten-Strafe abholte (33.). „Klar, das war Absicht – ich wollte auch das Publikum wieder hochziehen“, sagte er. Doch erst ab etwa der 45. Minute schien es so, dass seine Mannschaft möglicherweise noch für eine Wende in Frage kam, als nach zweimal vier Toren in Folge (49., 56.) der Abstand beim 26:30 nur noch vier Treffer betrug. „Da habe ich gedacht, dass wir das Ding vielleicht noch drehen können“, sagte Holtmann. Doch davor und danach erlaubten sich die Spenger zu viele einfache Fehler, so dass Hamm unterm Strich nie ernsthaft in Gefahr geriet. „Nur mit Phil und Olli allein kannst du eben kein Spiel gewinnen, da müssen die anderen auch mal was machen“, sagte Coach Holtmann. Nach 60 Minuten hieß es schließlich 29:36 – und der TuS hatte gegen eine Reservemannschaft in eigener Halle exakt so viele Tore wie drei Wochen zuvor im DHB-Pokal gegen Rekordmeister Kiel kassiert. „Dafür haben wir aber zehn Tore mehr geworfen“, sagte Coach Holtmann mit Galgenhumor. Zum Lachen war ihm aber eigentlich nicht.

Westf. Anzeiger. Wenn Tobias Mateina, dem Oberliga-Coach des ASV Hamm-Westfalen nach einem Match seiner Mannschaft die Worte fehlen, dann ist das schon etwas Besonderes. Doch der Trainer wusste nach dem 29:36 (9:16) Saison-Auftaktsieg seiner Truppe beim TuS Spenge zunächst überhaupt nicht, wo er anfangen sollte. „Ich bin völlig platt“, brauchte Mateina einige Minuten, um die Eindrücke zu verarbeiten. „Da fährst du mit einer der jüngsten Ligamannschaften nach Ostwestfalen zum selbst ernannten Titelanwärter, der immens in sein Team investiert hat und denkst unterschwellig an eine Schadensbegrenzung. An ein Ergebnis, mit dem du leben kannst. Und dann liefert deine Mannschaft eine Wahnsinnsleistung ab und fügt dem hohen Favoriten eine schmerzhafte Heimniederlage zu. Das sind Glücksmomente, die man eigentlich nicht beschreiben kann“, erfasste der Hammer Coach erst in der Kabine, was 60 Minuten zuvor geschehen war.

Und seine Younger? Die feierten den Auswärtssieg lautstark. Allen voran David Wiencek, Kim Voss-Fels und Vincent Saalmann, die mit insgesamt 23 Treffern erfolgreichsten Werfer der Gäste waren. Der Hammer Start verlief allerdings nicht wie im Bilderbuch. Nach einer schnellen 3:1- und 6:3-TuS-Führung ahnte zumindest der Gäste-Coach nichts Gutes. „Spenge war in der Anfangsphase deutlich stärker als wir, drückte richtig auf unser Tor. Da hatte ich kein gutes Gefühl“, erklärte Mateina.

Doch der gute Start war Gift für die Ostwestfalen, Ansporn indes für den ASV. Denn während die Gastgeber, wohl im trügerischen Siegesgefühl, zunehmend fahrlässiger spielten, drehten die Hammer mit Tempo im Angriff auf. Und plötzlich wendete sich das Blatt. „Wir hatten einen Lauf und agierten auch in der Abwehr richtig energisch“, erhob sich Mateina nach fünf Treffern in Serie erstmals von der Bank. Der hohe Favorit schien beeindruckt, verkrampfte völlig. Als Wiencek, Phil Schrage und Saalmann kurz vor dem Seitenwechsel vier Folgetreffer zur 16:9-Pausenführung erzielten, sackten die Hausherren förmlich zusammen. „Wir hatten Spenge eingeschüchtert. Unsere Gastgeber schlichen geschockt in die Kabine“, erkannte der Hammer Trainer. Dennoch war der ASV-Sieg zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht in trockenen Tüchern. „Wir mussten damit rechnen, dass sich der TuS mit einer Trotzreaktion gegen die drohende Heimpleite stemmen wird“, mahnte Mateina sein Team vor verfrühter Euphorie. Mit einer direkten Bewachung gegen Wiencek und David Spielermann versuchten die Ostwestfalen den Hammer Rhythmus zu irritieren. Doch der ASV blieb im Spiel: Weil Saalmann und Voss-Fels die nun größeren Räume in der TuS-Abwehr clever nutzten. Zudem stand die Hammer Abwehr weiterhin fest.

 

WP Gevelsberg. Krawummm! Mit einem Hammerspiel beginnt die HSG Gevelsberg-Silschede die sechste Saison in der Handball-Oberliga. 28:28 (14:12) endete die Begegnung vor etwa 600 Zuschauern gegen die HSG Augustdorf-Hövelhof. Eine Begegnung, die an Spannung, Tempo, Kampfeswille und auch Dramatik kaum zu überbieten war. Überdies eine robuste Spielweise, die oft an die Grenzen des Erlaubten, manchesmal auch darüber hinaus ging.Gevelsberg begann nervös. Die Abwehr stand bereits gut – wie überhaupt das gesamte Spiel über. Ballverluste ereigneten sich im Angriff. „Wir haben die möglichen Punkte im Angriff liegen lassen“, befand auch Gevelsbergs Trainer Norbert Gregorz. Die Ostwestfalen wussten diese Fehler zu nutzen. Gleich dreimal schafften die Gäste einen Vorsprung von drei Treffern. Nicht unmöglich aufzuholen. Doch immer wieder diesem Rückstand hinterher zu laufen, kann ganz schön schlauchen. Überdies kassierten die Gastgeber gleich sechs Zeitstrafen vor der Pause. Teils unnötig, teils unverständlich. Beim Gegner kamen nur derer zwei zustanden – zeitgleich mit Gevelsberger Strafen, so dass viermal die heimische HSG in Unterzahl agieren musste. So war Gregorz gezwungen, die Mannschaft mehrfach umzustellen. Insgesamt kassierte Gevelsberg neun, Augustdorf vier Zeitstrafen. Doch die Gevelsberger steckten dies weg, kämpften, wurden sicherer. Vor allem Sebastian Breuker, der in den ersten Minuten des Spiels gleich drei Fahrkarten schoss. Überdies war Gäste-Keeper Robin Wenzel in überragender Form. Doch irgendwann hatte sich Breuker warm geworfen, traf schließlich aus dem Rückraum. Es dauerte aber bis zur 25. Minute, als Daniel Schrouven per Strafwurf die erste Führung für die Gevelsberger erzielte. Fortan bestimmten die Hausherren die Partie. Nach dem Seitenwechsel ging die Überlegenheit der Gevelsberg munter weiter. Drei-Tore-Vorsprünge gab es dank Sam Lindemann (15:12; 31.) und Marvin Müller (19:16 und 20:17; 37. und 40.). Sebastian Breuker schaffte gar den Vorsprung auf vier Tore zu erhöhen (21:17; 41.). Doch die Partie war längst nicht entschieden, Augustdorf-Hövelhof glich zum 21:21 aus (45.) Durch einen gewissen Felix Bahrenberg, Torjäger vom Dienst (Achtbester der Vorsaison mit 132 Treffern), den die Gevelsberger Abwehr nach der Pause nie wirklich in den Griff bekam, der seine Farben immer wieder im Spiel hielt. Auch, als zwischendurch Breuker eine weitere Drei-Tore-Führung erzielte (24:21; 46.). Allerdings erlaubten sich die Gevelsberger einen uralten Fehler, fingen an, auf Einzelaktionen zu bauen, kamen auch nicht mit 5:1-Deckung der Gäste nicht zurecht. Der Spielfluss ging verloren, Augustdorf schickte sich nun an, bei Punkte aus der Halle West zu entführen. Nachdem zwischenzeitlich Björn Rauhaus (51.) und Nemanja Skrobic (55.) nach dritter Zeitstrafe Rot sahen, war die Spannung fast auf dem Siedepunkt. Knapp zwei Minuten sind noch zu spielen, als Breuker das 28:27 markierte. Bahrenberg, wer sonst, traf zum 28:28, 86 Sekunden sind noch zu spielen. Gevelsberg ist in Ballbesitz, doch Stippel verstolpert, Bahrenberg bekommt das Spielgerät, wirft, Bastian Olschinka hält. So wichtig war eine Parade schon lange nicht mehr. Frenetischer Jubel, noch sind 38 Sekunden auf der Uhr. Sechs Sekunden vor dem Ende hat Christopher Schrouven den Ball, verzieht aber. Schluss, Aus, vorbei – ein spannender Abend mit bester Handball-Unterhaltung endet mit einem gerechtem Remis.

NW Paderborn. Die HSG Augustdorf/Hövelhof ist mit einem Erfolgserlebnis in die Handball-Oberliga-Saison 2017/18 gestartet, die in der Senne unter dem Titel „Veränderungen“ steht. Die Sandhasen holten bei der heimstarken HSG Gevelsberg/Silschede mit einem couragierten Auftritt ein 28:28 (12:14)-Remis. „Ich bin mit einem Punkt am ersten Spieltag absolut zufrieden. Das Ergebnis ist gerecht“, hielt Augustdorf/Hövelhofs neuer Trainer Micky Reiners direkt nach dem Schlusspfiff fest. Der Coach hatte recht mit dem, was er sagte, was der Blick auf die Zwischenstände beweist. Denn über die ganze Spielzeit gesehen wechselte die Führung oft hin und her. Der Gast war zwar durch Treffer von Bahrenberg, Hengsbach sowie der Neuzugänge Suton und Maric (2) schnell mit 5:2 (11. Minute) in Front, konnte den knappen Vorteil aber nur bis zum 7:5 (19.) behaupten. Gevelsberg kam in der Folgezeit erst zum Ausgleich (7:7; 20.) und übernahm dann die Führung (14:12 zur Halbzeit). In der Anfangsphase von Durchgang zwei zogen die Gastgeber von 16:16 (35.) auf 19:16 (37.) davon. Doch Augustdorf/Hövelhof bewahrte kühlen Kopf, ließ sich auch vom 21:24-Rückstand (46.) nicht beeindrucken und kam vor allem durch den in Durchgang zwei sieben Mal erfolgreichen Bahrenberg immer wieder heran – und schließlich zum 28:28-Ausgleich. „Wir haben noch einiges zu tun, sind aber auf einem ordentlichen Weg. Die Abwehr hat gut gearbeitet und Robin Wetzel stark gehalten“, resümierte Reiners.

 

NW Bad Oeynhausen. Die Tabelle vom 1. Spieltag der Handball-Oberliga sollte sich der VfL Mennighüffen ausschneiden und an die Pinnwand heften. Nach dem 37:20 (19:10)-Sieg gegen Aufsteiger TuS Ferndorf II ist der VfL Tabellenerster. Das heißt zwar nichts, sieht aber gut aus. „Wir waren heute in allen Belangen unterlegen. Für meine Mannschaft ist das der Beginn eines Lernprozesses“, sagte Ferndorfs Trainer Michael Feldmann. Der ehemalige Ferndorfer Top-Spieler musste zwei seiner Stammspieler an die „Erste“ abgeben, die in der 3. Liga zeitgleich mit 31:21 in Aurich gewann. Zusätzlich waren drei Stammspieler verletzt, so dass sich der überwiegende Teil der Mannschaft aus Spielern zusammensetzte, die gerade ihre A-Jugendzeit hinter sich gebracht haben oder sogar noch Jugend spielen. Das soll keinesfalls die Leistung des VfL Mennighüffen schmälern, relativiert aber dennoch etwas den Kantersieg. Auf der anderen Seite präsentierte sich den rund 250 Zuschauern eine Mennighüffener Mannschaft in einer bemerkenswerten spielerischen Verfassung. „Wir wussten am Anfang nicht genau, was auf uns zukommt und waren deshalb auch etwas nervös“, sagte Kreisläufer Ulrich Neumann. Doch nach den ersten Spielzügen wurde die 6:0-Deckung mit Neumann und Marco Büschenfeld im Innenblock immer sicherer und stärker. Und im Tor zeigte Neuzugang Calvin Born eine herausragende Leistung. Der Mann des Tages war aber ein ganz anderer: Mats Köster. Der Linkshänder erzielte von seiner Position auf Rechtsaußen zwölf blitzsaubere Tore – bei nur einem Fehlversuch. „Mats ist in der Form seines Lebens“, urteilt Neumann. Gespannt waren wohl die meisten Mennighüffener Zuschauer, wie sich der VfL nach dem personellen Aderlass spielerisch präsentieren wird. In dieser Hinsicht gibt es nichts zu kritisieren, auch nicht von Trainer Zygfryd Jedrzej. Auf der Mittelposition hat der 50-Jährige mit Lukas Mailänder, Arne Halstenberg und Marco Büschenfeld drei gleichwertige Alternativen, die auch auf den Halbpositionen spielen können. Uli Neumann und Marco Büschenfeld besetzen den Kreis, Links- und Rechtsaußen sind ebenfalls doppelt gut besetzt. Den Weggang von Shooter Arne Kröger spielerisch zu lösen und die Verantwortung zu verteilen, scheint ein vielversprechender Weg zu sein. 23 der 37 Tore machte der VfL von Außen, vom Kreis oder vom Siebenmeterpunkt. Fünf Tore fielen per Weitwurf, weil die Ferndorfer in der zweiten Halbzeit sehr lange die Torwartposition auflösten, ohne diese missglückte Maßnahme zu korrigieren.

WP Siegen. Außer Spesen nichts gewesen. Die zweite Mannschaft des TuS Ferndorf wurde zum Start der Oberliga-Saison regelrecht demontiert. „Und das haben wir uns zum Teil auch selbst zuzuschreiben“, kommentiert Trainer Michael Feldmann die 20:37 (10:19)-Niederlage seines Teams beim VfL Mennighüffen.  Außer Spesen nichts gewesen. Die zweite Mannschaft des TuS Ferndorf wurde zum Start der Oberliga-Saison regelrecht demontiert. „Und das haben wir uns zum Teil auch selbst zuzuschreiben“, kommentiert Trainer Michael Feldmann die 20:37 (10:19)-Niederlage seines Teams beim VfL Mennighüffen. Auf der langen Rückfahrt aus dem tiefsten Nordosten Westfalens konnte sich der Coach so seine Gedanken über das Erlebte machen. „Ich kann nur auf einen Lerneffekt hoffen“, meinte Michael Feldmann, auf die eklatante Fehlerquote der jungen TuS-Mannschaft verweisend. Man lud die Gastgeber geradezu zum Tempogegenstoß ein. 14, 15 Mal passierte das. Und das erklärt die deutliche Schlappe nur allzu gut. Allein der Mennighüffener Mats Köster trug sich zwölf Mal in die Torschützenliste ein. „Das war einfach eine Nummer zu groß für uns“, kann der Coach nur hoffen, dass sich dieser von ihm propagierte Lerneffekt einstellen wird. Und dabei ist das Team des VfL Mennighüffen von der Liga-Konkurrenz vor dem Start eher ein Team angesehen worden, das in den Kampf gegen den Abstieg involviert sein wird. Daraus lässt sich erahnen, wo der TuS mit seiner zweiten Welle derzeit anzusiedeln ist. is zum 3:3 (8.) und 5:4 (11.) schienen die Nordsiegerländer noch auf einem viel versprechenden Weg, doch war schon beim Mennighüffener 10:5 (18.) zu erkennen, dass dieser Rückstand schon zu groß werden würde. Zur Pause war beim 19:10 die Partie praktisch entschieden.

Mindener TB. In den letzten drei Minuten löste sich schon die Spannung bei den Spielern des TuS 09 Möllbergen endgültig. Die Spieler inklusive Trainer André Torge klatschten sich auf der Bank ab und freuten sich über die ersten beiden Punkte zum Saisonstart. Denn als Patrick Kurz kurz zuvor zum 25:21 eingenetzt hatte, war das Aufsteigerduell der Handball-Oberliga gegen den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck endgültig entschieden. Am Ende feierten die Portaner in einem abwechslungsreichen Spiel mit extremen Leistungsschwankungen auf beiden Seiten einen 27:22 (13:13)-Heimsieg. „Wir hatten einen perfekten Start, verlieren zwischenzeitig völlig den Faden, verschlafen dann auch noch den Auftakt der zweiten Halbzeit, um dann wieder zurückzukommen“, brachte es TuS-Trainer André Torge auf den Punkt. Mit einem furiosen 7:1-Start überrumpelten die Möllberger die Gäste anfangs (9.). Anschließend hielten sich die Gastgeber aber nicht mehr an die Marschrichtung ihres Trainers und ließen den Gegner wieder heran kommen. Über die Stationen 8:6 (15.), 10:8 und 11:10 hieß es zur Pause nur 13:13. Und in der zweiten Halbzeit sollte es zunächst noch schlimmer kommen für die Schwarz-Gelben, die erst nach 35 Minuten durch Lukas Eickenjäger zu ihrem Treffer in Durchgang zwei kamen. 14:17 hieß es zu diesem Zeitpunkt und angesichts der weiteren Fehlwürfe aus dem Rückraum deutete wenig auf eine erneute Wende zugunsten der Möllberger hin. „Ich weiß nicht, was in meine Mannschaft gefahren ist. Plötzlich haben wir dann total den Faden verloren“, sagte ein sichtlich enttäuschter Jöllenbecker Trainer Sven-Eric Husemann nach der Partie. Denn in dem Maße, wie sich die Gäste in der nun wieder gut gestaffelten Möllberger Abwehr festrannten, befreiten sich die Hausherren und zogen dank vieler einfacher Treffer und einem stark haltenden Dominic Donnecker wieder vorbei. Beim 20:17 (45.) durch einen Tempogegenstoß von Bastian Berg stand die Halle Kopf. Und beim 23:17 durch Patrick Kurz (48.) war die Partie vorentschieden. Die Gäste um Rückraumshooter Arne Kämper versuchten noch einmal alles. Doch als sich Kämper in der 56. Minute eine kleine Rangelei mit Patrick Richter erlaubte und dafür eine Zeitstrafe bekam, war die Partie gelaufen. Die Minuten bis zum Schluss war so eine Kür in Schwarz und Gelb.

NW Bielefeld. Die Hoffnung auf einen Auswärtssieg bei der Rückkehr in die Oberliga – sie keimte nur rund zehn Minuten lang. Am Ende unterlag der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck beim Mitaufsteiger TuS Möllbergen mit 22:27 (13:13). Es begann haarsträubend. Der TuS kam in der Anfangsphase gegen die mit viel Tempo spielenden Gastgeber gehörig unter die Räder. In der vierten Minute erzielte Till Kraatz einen Treffer, ansonsten schlug es nur im Gehäuse der Bielefelder ein. Altvater, Witte oder Camen – der TuS netzte von allen Positionen ein und lag zum Ende dieser Sturm- und Drangphase mit 7:1 vorne.
Dann erwachte der TuS 97. Arne Hofemeier übernahm die Regie und die Abwehr stabilisierte sich. „Mit viel Kampf sind wir zurück ins Spiel gekommen“, sagt Trainer Sven-Eric Husemann. Beim 9:8 (19.) gelang der Anschluss, pünktlich zur Pause glich der TuS 97 aus (13:13). Die Phase um die Pause herum ließ einen Sieg möglich erscheinen, denn die Neuzugänge Jakob Röttger, Arne Kämper und Routinier Daniel Meyer brachten die Gäste mit 17:14 (37.) in Front. „Und plötzlich verlieren wir völlig den Spielfluss“, beschrieb Husemann, dass wie aus dem Nichts der Faden riss. „Vielleicht hat die Aufholjagd zu viel Kraft gekostet. Wir müssen das noch analysieren“, sagte er. Die Durchschlagskraft im Angriff erlahmte. Immerhin hielten die Bielefelder den Anschluss. Doch als beim 24:21 gleich zwei seiner Schützlinge (Begemann und Kämper) eine Zeitstrafe kassierten, erkannte auch Husemann: „Das war der Genickbruch.“ Die verbleibenden vier Minuten nutzte Möllbergen zum 27:21.

 

Mindener TB. Perfekte Vorbereitung, perfekter Saisonstart. Einer makellosen Reihe von Testspielsiegen ließen die Handballer von Lit Tribe Germania gestern einen Erfolg beim ersten Oberliga-Auftritt der neuen Spielzeit folgen. Mit 33:29 (18:17) Toren besiegten die Germanen im Soester TV einen starken Gegner. Zweimal Speckmann plus zweimal Happel – ergibt in der Addition einen Heimsieg. Doch bis in den beiden Schlussminuten die einfache Gleichung aufging, hatten die Germanen eine Menge Arbeit zu verrichten. Bei wechselnden Führungen lieferten sich beide Teams ein flottes Duell auf Augenhöhe. Die Gastgeber gaben in der zweiten Spielhälfte den Ton an, lagen auch bis auf den 21:22-Rückstand immer vorn. Doch sie vermochten sich vom stabil auftretenden Gast nicht zu lösen. Das gelang aber mit der Schlussoffensive, als die Gäste Innenblocker Axel Loer nach der dritten Zeitstrafe verloren hatten. Patrick Borgmann erzielte von Rechtsaußen zum 29:27 die erste Zwei-Tore-Führung in der 53. Spielminute. Der bärenstarke Kreisläufer Lucas Rüter legte fast von der Rechtsaußenposition zum 30:28 (55.). Jannik Borcherding sicherte den Vorsprung mit einem entschlossenen Wurf, der zum 31:29 ins Netz flog. Den folgenden Angriff vertändelten die Gäste. Diese Chance ließen sich die Gastgeber nicht entgehen: Sie machten den Sack zu. Fein freigespielt versenkte Linksaußen Jan-Eric Speckmann den Ball mit einem an den Innenpfosten klatschenden Wurf zum 32:29 (59.). Dann wehrte Linus Happel einen Verzweiflungswurf der Gäste ab. In den letzten 30 Sekunden wiederholten die beiden Germanen den Ablauf und setzten das Tüpfelchen auf das i. Der Heimsieg war perfekt. „Ich wollte ihn eigentlich schon rausnehmen“, sagte Germanen-Coach Daniel Gerling über den zuvor glücklos agierenden Speckmann. „Gut, dass ich den Wechsel noch etwas aufgeschoben habe“, meinte Gerling mit einem Grinsen über den Linksaußen, der in den 13 Schlussminuten satte sechs Treffer erzielte. Trumpf für die Hausherren war aber nicht die durchaus erwähnenswerte Leistung eines Einzelnen – wie beispielsweise die des starken Lucas Rüter, der zehn Tore erzielte. Der Kreisläufer war ein steter Unruheherd und ein sicherer Vollstrecker nicht bei den sechs souverän verwandelten Siebenmetern. Herzstück des Germanen-Spiels war vielmehr die starke Teamleistung und die stabile Psyche. „Das war sehr diszipliniert heute“, lobte Rüter und stand mit dieser Wertung im Einklang mit seinem Coach: „Wir haben das gegen die offensive Soester Abwehr konsequent über Außen und über den Kreis gespielt und die Ruhe bewahrt“, lobt Gerling und analysierte: „Wir haben in der ersten Hälfte das Soester Kreisspiel schlecht verteidigt. Das war in der zweiten Halbzeit besser. Das hat den Ausschlag gegeben.“ Sein Gegenüber Dirk Lohse befand: „Das war ein super ausgeglichenes Spiel. Wir haben rund um das 27:27 ein paar Angriffe fahrlässig abgeschlossen. Das hat sich hinten raus gerächt.“

Soester Anzeiger. Da war mehr drin für die Handballer des Soester TV beim Start in die Oberliga-Saison 17/18. Beim LIT Tribe Germania in Nordhemmern unterlagen die Schlüsselträger mit 30:34 (17:18), verspielten erst im Schlussspurt den möglichen Erfolg. Dabei begann das Wochenende mit einer Hiobsbotschaft für Trainer Dirk Lohse und seine Mannen, entpuppte sich doch die am Vorwochenende erlittene Verletzung von Torwart-Routinier Veit Lichtenegger als Kreuzbandriss. „Er wird uns über Monate fehlen“, wusste Lohse sofort, als er vom Ergebnis der MRT-Untersuchung erfuhr. Da war sofortiges Handeln angesagt. Lohse ließ seine alten Kontakte spielen und lotste in einer Last-Minute-Aktion den Mindener A-Jugend-Bundesliga-Torwart Leon Grabenstein in die Börde. So stand der Youngster schon beim Saisonstart im Nordostzipfel des Landes zwischen den Soester Pfosten. In der Anfangsphase bekamen er und seine Vorderleute wenig Zugriff auf die Offensive der Gastgeber, die ganz gewiss nicht zu den Schlechtesten in der Liga zählt. Erst nach einer Umstellung von einer 6:0-Formation auf eine offensivere Variante mit Robin Bekel und Fabian Schnorfeil davor lief es besser. Vor der Pause führte der STV sogar mit 14:11, ging mit einem knappen Rückstand in die Kabinen. Danach stand die Partie lange auf des Messers Schneide, mit wechselnder Führung. „Da hatten wir es in der Hand, das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden“, bedauerte Lohse, dass seiner Truppe in den entscheidenden Situationen einige Fehler unterliefen. „Wir hatten mehrmals den Ball erobert, doch umgehend wieder abgegeben“, schilderte er Szenen, die letztlich zur Niederlage führten.Außerdem waren einige Fehlwürfe zu registrieren, sodass der Soester TV in den letzten zehn Minuten entscheidend ins Hintertreffen geriet, in den letzten fünf Minuten gar ohne eigenen Torerfolg blieb. „Es ist ärgerlich, da wir gewiss gleichwertig waren. Da haben Kleinigkeiten entschieden“, so Lohse nach der Auftaktniederlage in Nordhemmern.

 

Spfr. Loxten – HSV 81 Hemer 28:23 (10:9). SF-Tore: Heinrich Steinkühler (7/1), Christian Kalms (7/4), Paul Blankert (4), Timo Menger (4), Nils Patzelt (2), Jan Patzelt (2), Marlon Meyer (1), Maximilian Harnacke (1). HSV-Tore: Moritz Frenzel (6), Christian Klein (5), Lars Henkels (4), Alessio Sideri (2/2), Tobias Schetters (2), Torsten Becker (1), Marvin Rosian (1), Maximilian Klein (1), Antonio Mrcela (1).

TSG A-H Bielefeld – VfL Gladbeck 33:21 (18:7). TSG-Tore: Nils Prüßner (8), Julius Hinz (6), Marius Kastening (5), Luca Sewing (3), Arne Kröger (3), Johannes Krause (2), Nils Strathmeier (2), Tim Schuwerak (2), Jonas Zwaka (1), Tobias Fröbel (1). VfL-Tore: Björn Sankalla (6/2), Dustin Dalian (5), Max Krönung (2), Marcel Giesbert (2), Christoph Enders (2), Felix Brockmann (2), Mats Pfänder (1), Fynn Blissenbach (1).

TuS Spenge – ASV Hamm-Westfalen II 29:36 (9:16). TuS-Tore: Phil Holland (12/4), Sebastian Reinsch (7), Sebastian Kopschek (5), Oliver Tesch (4), René Wolff (1). ASV-Tore: David Wiencek (8/4), Vincenz Saalmann (8), Kim Voss-Fels (7), Phil Schrage (5), Dennis Richter (3), David Spiekermann (3/1), Christopher Kohl (2).

HSG Gevelsberg-Silschede – HSG Augustdorf/Hövelhof 28:28 (14:12). HSGG-Tore: Sebastian Breuker (12), Daniel Schrouven (4/3), Marvin Müller (3), Björn Rauhaus (2), Andre Bekston (2), Christopher Schrouven (2), Sam Lindemann (2), Tobias Fleischhauer (1). HSGA-Tore: Felix Bahrenberg (9), Dusan Maric (6/4), Dominik Schmidt (4), Sebastian Rumniak (3), Florian Hengsbach (3), Sven Suton (2), Robin Wetzel (1).

VfL Mennighüffen – TuS Ferndorf II 37:20 (19:10). VfL-Tore: Mats Köster (12), Marco Büschenfeld (8/3), Tomasz Tluczynski (4), Jonas Köster (4), Uli Neumann (3), Lukas Mailänder (3), Arne Halstenberg (2), Calvin Krone (1). TuS-Tore: Linus Michel (7/4), Jan Niklas Klein (6), Leon Sorg (3), Fabian Paul (2), Fabian Schneider (1), Adrian Schmidt (1).

TuS Möllbergen – TuS Bielefeld /Jöllenbeck 27:22 (17:13). Tore Möllbergen: Sebastian Berg (6/1), Frederic Altvater (5), Alexander Wiemann (4), Patrick Kurz (4), Simon Witte (3), Fabian Arning (2), Jan Camen (1), Patrick Richter (1), Lukas Eickenjäger (1). Tore Bielefeld: Daniel Meyer (6/2), Arne Kämper (4), Lukas Heins (4), Nils Grothaus (2), Jakob Röttger (2), Till Kraatz (2), Arne Hofemeier (2).

LIT TRIBE GERMANIA – Soester TV 33:29 (18:17). LiT-Tore: Lucas Rüter (10/6), Jan-Eric Speckmann (7), Jannik Borcherding (5), Jannik Gartmann (3), Julian Knickmeier (2), Kevin Körtner (2), Kim-Patrick Kliver (2), Patrik Borgmann (2). STV-Tore; Max Loer (9/3), Fabian Schnorfeil (6), Anton Schönle (3), Julian Vukoja (3), Max Picht (2), Axel Loer (2), Lars Wiggershoff (2), Leon Wolff (1), Benni Haake (1).

 

 

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