(bg) Auf die denkbar eindrucksvollste Weise verschaffte sich der TuS Spenge die besten Aussichten auf den Titelgewinn in der Handball-Oberliga, denn auch das zweite Gipfeltreffen gegen die TSG A-H Bielefeld wurde mit 36:27 gewonnen. Bei drei Minuspunkten Vorsprung und dem gewonnenen direkten Vergleich scheint der Drittliga-Aufstieg nur noch Formsache. Dafür nimmt der Abstiegskampf immer mehr an Fahrt zu. Bis auf Ferndorf II konnten alle fünf noch gefährdeten Teams punkten, bleibt völlig offen, wer die HSG Gevelsberg-Silschede in die Verbandsliga begleiten muss.

NW Paderborn. Die HSG Augustdorf/Hövelhof rollt das Feld in der westfälischen Handball-Oberliga weiter von hinten auf. Gegen den HSV 81 Hemer erkämpften sich die Sandhasen in der heimischen Witex-Halle ein 23:23 (11:12)-Remis und blieben damit im fünften Spiel hintereinander unbesiegt. Dabei standen die Vorzeichen vor dem Aufeinandertreffen mit dem Gast aus dem Sauerland alles andere als gut, denn Felix Bahrenberg, wurfgewaltiger Halblinker und zweitbester HSG-Torschütze in dieser Serie, weilte bei einer Uni-Exkursion in den Alpen. Trotzdem entwickelte sich ein enger und umkämpfter Schlagabtausch. Die Zwischenstände im ersten Durchgang – 2:1 (3.), 3:4 (6.), 6:6 (14.) und 11:12 (Pause) – unterstreichen das. In der zweiten Halbzeit erspielten sich die Hausherren erst leichte Vorteile und legten nach dem 13:12 (32.) zunächst weiter nach (15:13, 34.; 17:16, 47.), gerieten dann aber vermeintlich vorentscheidend ins Hintertreffen. Hemer setzte sich nämlich auf 21:18 (53.) und 23:21 (58.) ab. Dusan Maric per Siebenmeter zum 22:23 (59.) und David Honerkamp, der fünf Sekunden vor Abpfiff von der linken Außenposition traf, bewahrten aber kühlen Kopf und sicherten einen wichtigen Zähler. „Wir sind froh, dass wir glücklich einen Punkt gewonnen haben“, zeigte sich Udo Schildmann erleichtert. Und der HSG-Teammanager gab weiter zu Protokoll: „Kämpferisch haben die Jungs wieder voll überzeugt und alles reingehauen. Leider haben wir uns aber ein bisschen der eher ruhigen Spielweise des Gegners angepasst, waren vorne zu statisch und haben zu wenig Druck auf deren Abwehr erzeugt.“ Im Anschluss an eine dreiwöchige Osterpause startet Augustdorf/Hövelhof mit einem Auswärtsspiel am 7. April in Jöllenbeck in die abschließenden sechs Spieltage.

IKZ Hemer. Auch die Hemeraner konnten die Erfolgsserie der abstiegsbedrohten Ostwestfalen nicht beenden, aber die Enttäuschung hielt sich nach dem Remis in Grenzen. „Damit kann man leben“, meinte der sportliche Leiter Alfred Klein und dachte vor allem an den aktuellen personellen Engpass. Die   Spielpause kommt gerade recht.  Handball-Oberliga: HSG Augustdorf/Hövelhof – HSV Hemer 23:23 (11:12). Ganz am Ende dieser Partie erwischte es auch Moritz Frenzel, der sich am linken Knie verletzte. Er musste behandelt werden und versuchte es in der Schlussminute noch einmal. „Er darf jetzt wirklich nicht auch noch ausfallen“, stöhnte Trainer Tihomir Knez, der während Frenzels Zwangspause keinen  Linkshänder mehr auf dem Feld hatte. Als Max Klein zweieinhalb Minuten vor Schluss zum 23:21 für die Gäste traf, winkte der vierte  Auswärtssieg der Saison. Doch dann handelte sich Toni Mrcela eine Zeitstrafe ein, und Augustdorf verkürzte per Siebenmeter. Als dann HSG-Keeper Weber Max Kleins Wurf hervorragend parierte, kassierten die Gäste in Unterzahl fünf Sekunden vor dem Abpfiff den Ausgleich. „Diesmal hatten wir wirklich Pech, weil in ganz entscheidenden Phasen die Bälle an Latte oder Pfosten gelandet sind“, erläuterte Knez, der seiner Mannschaft aber dennoch ein Kompliment machte. „Sie hat alles reingeworfen, kämpferisch war das tadellos.“ Nur wogen die Ausfälle von Marvin Rosian und Thorsten Becker  schwer, und dass auch der zweite Keeper Max Müller (Grippe) passen musste, passte da ins Bild. Sören Reichert setzte sich auf die Bank.  In einer weitgehend ausgeglichenen ersten Hälfte lagen die Gäste nur dreimal in Font, aber eben auch   ganz knapp zur Halbzeit. Doch die zuletzt erfolgreich für den Klassenerhalt punktenden  Augustdorfer legten zu, hielten bis Mitte der zweiten  Hälfte konsequent dagegen, mussten dann aber permanent einem knappen Rückstand hinterher laufen.  Doch die Mannschaft gab nie auf und nutzte im Finish in Überzahl ihre Chance, zumindest einen Punkt zu ergattern. „Das ist ärgerlich, ohne die Dezimierung hätten wir das wohl über die Zeit gebracht“, meinte Knez.

WP Gevelsberg. Jetzt ist auch rechnerisch nichts mehr möglich. Der Abstieg aus der Handball-Oberliga im siebten Jahr in Folge der Zugehörigkeit zur westfälischen Beletage ist besiegelt. Schlusslicht HSG Gevelsberg-Silschede steigt in die Verbandsliga ab. Mit der Schlusssirene am Samstagabend war dies besiegelt. Denn die bis dato dreizehn Punkte Rückstand zum rettenden Ufer können in sechs Spielen nicht mehr aufgeholt werden. Maximal kann Gevelsberg noch zwölf Zähler gewinnen. Dabei verpassten die Hausherren trotz einer über weite Strecken guten Vorstellung einen möglichen Sieg, mussten sich dem TuS 09 Möllbergen mit 22:25 (11:12) geschlagen geben. Erneut war die HSG dicht dran, wieder sollte es nicht sein mit dem ersten Erfolg der Saison. Die Gevelsberger zeigten eine gute Abwehrleistung und wussten auch offensiv weitestgehend zu überzeugen, scheiterten letztlich aber an ihrer zu schwachen Torausbeute über die Außenpositionen. Mit Christopher und Daniel Schrouven hatte die HSG zwei kurzfristig angeschlagene Akteure in ihren Reihen, die nur zu Kurzeinsätzen kamen. Zunächst brauchten die Hausherren einige Minuten, um in die Partie zu finden. Nach gut fünf Minuten lagen sie mit 1:5 zurück, ehe sich in den folgenden zehn Minuten nur zwei Gegentreffer kassierten und das Spiel zum 9:9 (27.) erstmals ausglichen. Grundlage dafür war eine gute Zusammenarbeit zwischen der stabilen Deckung und dem gut aufgelegten Keeper Sebastian Olschinka. Zehn Sekunden vor dem Halbzeitpfiff erzielte Sebastian Breuker mit seinem fünften Treffer das 11:11, mit dem Pausenpfiff stellte der TuS die Führung wieder her. In Halbzeit zwei waren die Gevelsberger von Beginn an am Drücker und gingen mit 15:13 in Führung, verpassten aber in der Folge sich eine komfortablen Vorsprung zu erspielen. Zudem fehlten ihnen einfache Treffer, da sie nach dem Seitenwechsel kaum noch in ihr Tempospiel kamen und zu wenig Druck über die zweite Welle erzeugten. Bis zum 18:18 (50.) hielten sie das Spiel offen, kassierten dann aber drei Treffer in Serie. Beim 21:22 gut drei Minuten vor dem Ende keimte noch einmal Hoffnung auf, zu mehr reichte es jedoch nicht mehr. In der entscheidenden Phase ließen sie wie schon zuvor klarste Möglichkeiten über die Außenpositionen aus, vergaben von dort insgesamt elf Möglichkeiten, die sie am Ende um einen möglichen Sieg brachten. Gregorz lobte seine Mannschaft für den Auftritt, haderte aber mit der erneuten vermeidbaren Niederlage. „Wir haben das defensiv gut gemacht. In manchen Phasen waren wir vorne zu hektisch um uns abzusetzen. Am Ende bricht uns die fehlenden Effektivität von außen das Genick, so dass wir uns leider wieder nicht für einen über weite Strecken guten Auftritt belohnt haben.“

Mindener TB. „Man hat gesehen, dass Vielen ein Stein vom Herzen gefallen ist“, sagte Trainer André Torge nach dem Befreiungsschlag des Handball-Oberligisten TuS 09 Möllbergen bei der HSG Gevelsberg Silschede. Sechs Mal in Folge verloren die Portaner zuletzt. Die Abstiegssorgen wurden von Woche zu Woche größer. Beim weiterhin sieglosen Schlusslicht feierte das Torge-Team einen 25:22 (12:11)-Sieg. „Die Freude ist in die Gesichter zurückgekehrt“, meinte Torge. Seine Mannschaft erwischte den besseren Start ins Kellerduell (5:1, 6.), verpasste es aber, sich frühzeitig abzusetzen. Anfang der zweiten Hälfte übernahm der abgeschlagene Tabellen-Letzte zum ersten Mal die Führung. Torge stellte fest: „Das war eine kritische Phase.“ Doch beim Comeback von Rückraumshooter Jan Camen trafen die Gäste im Angriff insgesamt die besseren Entscheidungen. Ein 5:1-Lauf zwischen der 46. und 53. Minute brachte den TuS auf die Siegerstraße.

NW Herford. René Wolff hatte lange vor der Partie passen müssen, Oliver Tesch sagte am Nachmittag wegen Fiebers ab. Und dann verletzte sich nach 14 Minuten auch noch Sebastian Reinsch so schwer, dass er nicht weiter mitwirken konnte. Die personellen Voraussetzungen beim TuS Spenge waren vor dem Oberliga-Spitzenspiel gegen die TSG A-H Bielefeld alles andere als gut. Aber irgendwie schien das die verbliebenen Spieler gar nicht zu interessieren, denn sie führten den bisherigen Tabellenführer bei ihrem 36:27 (19:13)-Sieg förmlich vor, haben nun drei Minuspunkte weniger auf dem Konto als der Kontrahent und stehen mit einem Bein in der 3. Liga. In dieser Deutlichkeit hatte wohl niemand den Spenger Sieg – wenn überhaupt! – erwartet. Die Grundlage dazu legte einmal mehr die Defensivstärke der Gastgeber, denn mit ihrer 5:1-Deckung sorgten sie dafür, dass der TSG-Rückraum von Beginn an nahezu wirkungslos war. Und weil Bastian Räber im Spenger Tor gleich in der Anfangsphase eine Reihe von Glanzparaden zeigte, lagen die Spenger nicht einmal zurück. Immerhin sorgte Altenhagens Linksaußen Julius Hinz dafür, dass seine Mannschaft noch halbwegs im Spiel blieb. Und auch der Ausfall von Sebastian Reinsch, der sich bei seinem Treffer zum 9:6 in der 14. Minute wahrscheinlich eine Bänderverletzung zuzog und den Rest der Partie nur noch von der Bank aus beobachten konnte, sorgte für keinen Bruch im Spenger Spiel. Seine Position nahm Marcel Ortjohann ein, der sich ebenso nahtlos ins Spiel einfügte wie Filip Brezina, der ab der 20. Minute den ebenfalls verletzten Fabian Breuer ersetzte. Die Gastgeber bauten ihren Vorsprung aus. Und je deutlicher sie führten, desto mehr machte sich Panik bei Altenhagen breit. Fehlpässe und überhastete Abschlüsse der Bielefelder häuften sich – Spenge nahm das gern an. Auf der Gästebank suchte Trainer Michael Boy nach Lösungen, wie die Spenger Deckung überwunden werden könnte. Er fand sie vermeintlich, indem er bei Ballbesitz den Torwart aus dem Spiel nahm und dafür einen siebten Feldspieler einsetzte. „Genau dazu wollten wir Altenhagen bringen“, lachte sich TuS-Trainer Heiko Holtmann ins Fäustchen. Und tatsächlich brach diese taktische Maßnahme dem Gast endgültig das Genick: Leon Prüßner und Marcel Ortjohann trafen jeweils ins leere TSG-Tor, sorgten für eine schon vorentscheidende 18:10-Führung nach 26 Minuten.
Die Bielefelder aber blieben bei ihren sieben Feldspielern – und standen sich oftmals im Angriff scheinbar selbst im Weg. Dass Marcel Ortjohann als nächster Spenger Spieler für einige Minuten verletzt aus dem Spiel genommen werden musste, war kaum zu bemerken. Spenge machte konzentriert weiter und hatte gegen einen überraschend harmlosen Spitzenreiter überhaupt keine Mühe. Wer da für den TuS auf dem Spielfeld stand, war nahezu gleichgültig: Hinten stand die Mannschaft sicher, vorn spielte sie souverän. Der Vorsprung wuchs und wuchs an, das Debakel für Altenhagen zeichnete sich ab.
Es waren fast noch zehn Minuten zu spielen, als die TuS-Fans auf der Tribüne ihre Siegesgesänge anstimmten. „Oh wie ist das schön . . .“ war da zu hören – und das Nachbarschaftsduell längst entschieden. Beim 35:22 gab?s die höchste Führung, wobei der mittlerweile eingewechselte Kevin Becker im Tor seinem Vorgänger Bastian Räber leistungsmäßig in nichts nachstand. Dass nun sogar Trainersohn Philipp Holtmann eingewechselt wurde, zeigt deutlich auf, dass der neue Tabellenführer alles hatte – aber keine Angst. Immerhin erlaubte er es seinem Gast, das Ergebnis in der Schlussphase noch etwas erträglicher zu gestalten. „Spenge hat sich in einen Rausch gespielt“, befand TSG-Trainer Michael Boy nach der Partie. „Wir konzentrieren uns eben darauf, Handball zu spielen, und reden nicht darüber, was in ein paar Jahren passieren könnte“, fand Sebastian Reinsch den Grund für den deutlichen Sieg.

NW Bielefeld. Spitzenspiel – laut Duden ein „Spiel von Spitzenmannschaften gegeneinander“. Bleibt zu definieren, was eine Spitzenmannschaft ausmacht. Der Tabellenplatz zum Beispiel. Das Kriterium haben der TuS Spenge und die TSG A-H Bielefeld als Erster und Zweiter der Rangliste zweifellos erfüllt. Damit hörten die Gemeinsamkeiten an dem mit Spannung erwarteten Derbyabend aber auch schon auf. Ein in allen Belangen überlegener TuS schlug – nein, er demontierte eine hoffnungslos überforderte TSG mit 36:27 (19:13).  Spenges Abwehrchef Oliver Tesch hatte sich mit Fieber abgemeldet. Außen Rene Wolff war auch ausgefallen. Trainer Heiko Holtmann musste Alternativpläne schmieden. Dass er und sein Team am Ende nur einen davon umsetzen musste, wird ihn selbst überrascht haben. Er meinte: „Es ist genau so aufgegangen, wie wir es uns ausgedacht haben.“
„Fünf plus eins“ war die Formel für den Derbysieg. Holtmann stellte einen Manndecker gegen TSG-Spielmacher Marius Kastening. Es war wie ein Wirkungstreffer in der ersten Minute der ersten Runde. Mühsam und mit viel Krampf versuchten die Rückraumspieler der TSG, ohne ihren Regisseur zurecht zu kommen. Kreisläufer Tobias Fröbel rückte immer wieder weit raus, wollte Kastening so Platz verschaffen. Johannes Krause rannte sich in der Spenger Deckung fest, versuchte gegnerische Spieler zu binden. Es half nichts, auch weil im Spenger Tor ein bestens aufgelegter Bastian Räber stand, der seinen Kasten schier vernagelte. 5:5 war der letzte Ausgleich, in Führung lag die TSG nie. Während Spenge auch vorne mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks die Gästedeckung auseinander spielte und nach Belieben traf, brach auf der Bank der Bielefelder Aktionismus aus. Trainer Michael Boy tauschte den Rückraum aus. Doch Arne Kröger fand überhaupt keinen Zugriff und vergab wertvolle Chancen. Dann kam der siebte Feldspieler. „Genau dazu wollten wir sie zwingen“, sagte Holtmann schelmisch. Die Falle schnappte zu, weil Spenge hinten weiter stark stand. Drei, vier Ballverluste der Bielefelder landeten als langer Ball im leeren Tor. „Das war der Knackpunkt“, so Holtmann.  Es stand 9:6 und 12:8. „Gefühlt waren wir ab der 20. Minute völlig chancenlos“, grantelte TSG-Kreisläufer Tobias Fröbel. Der Wechselreigen ging unterdessen weiter. Mehr als die halbe Mannschaft eilte zwischen Angriff und Abwehr zur Bank, um sich auszutauschen. Auf Spenger Seite musste Holtmann unterdessen eher in homöopathischen Dosen reagieren. Sebastian Reinsch verletzte sich bei einem Gegenstoß – der nächste Schock für die Spenger. Später fielen Spielmacher Fabian Breuer und Marcel Ortjohann kurzzeitig aus. Doch der TuS blieb auf Kurs.
Personell alle Register gezogen und taktisch nur noch ungewohnte Varianten zur Verfügung: Bielefelds Trainer Boy war nach der Pause nicht zu beneiden. Er versuchte eine 5:1-Deckung, später eine 3:3- Variante. Er brachte Zwaka als Mittelmann und setzte Carl-Moritz Wagner ein. Das Spiel machten jedoch die Spenger. Sie zogen bis auf 35:22 weg. „Die waren besser als wir“, gab Boy knapp zu, und um das zu unterstreichen ergänzte er mit einem Wort: „Ausrufezeichen“. Dann wurde der Coach präziser. „Keiner unserer Spieler, der rein kam, hat Normalform erreicht. Auch die Torhüter hatten einen schlechten Tag.“ Spitzenspiel. Spenge erfüllte die Definition an diesem Abend, die TSG nicht.

WAZ Gladbeck. Unmittelbar nach Spielschluss herzte Björn Sankalla erst einmal Pascal Kunze. Auch andere Mannschaftskameraden gratulierten dem Rückraumrechten des VfL Gladbeck. Wozu? Nun, dem nicht gerade als Shooter bekannten Kunze waren beim 29:24-Erfolg der Rot-Weißen über den VfL Viktoria Mennighüffen drei blitzsaubere Treffer geglückt. Kunze verstand den ganzen Wirbel nicht: „Das war doch ein ganz normales Spiel.“ Das „sein“ VfL souverän gewonnen hat. Ungeachtet dessen ist der Routinier froh, dass die Oberliga jetzt erst einmal Osterpause macht. Kunze: „Wegen Verletzungen, Krankheiten und beruflicher Verpflichtungen können wir zurzeit immer nur mit fünf oder sechs Spielern trainieren. Aber dafür machen wir es gut.“ In der Begegnung mit Mennighüffen jedenfalls machten die Rot-Weißen es so gut, dass der Sieg eigentlich nie gefährdet war. „Wir haben unaufgeregt gespielt“, urteilte Sven Deffte, der Trainer der Gladbecker, später zufrieden. Und: „Alle haben gut gespielt.“ Zwei Akteure hätte der Übungsleiter besonders hervorheben können: Alexander Kramer, der mit sechs Toren treffsicherster Spieler der Gastgeber war, und Sebastian Büttner. Der Schlussmann des VfL Gladbeck zeichnete sich mit vielen Paraden aus und trug sich überdies in die Torschützenliste ein. Ab der 24. Minute versuchte es Mennighüffen nämlich mit einem siebten Feldspieler. Darauf waren die Gladbecker von Sven Deffte im Training vorbereitet worden. Und so machte ihnen das Überzahlspiel der Löhner keine Schwierigkeiten. Und in der 29. Minute reagierte nach einem Fehlversuch der Gäste Büttner sofort. Sein genauer Wurf landete zum 13:10 im leeren Tor – die Riesener-Halle jubelte. Mitte der zweiten Halbzeit wurde es einmal eng, als Mennighüffen dreimal in Folge traf und auf 17:19 (44.) verkürzte. Der VfL Gladbeck ließ sich davon jedoch nicht irritieren und konterte prompt. Alexander Kramer zweimal und Pascal Kunze einmal nutzten Chancen zum 22:17 (49.). Weiter geht es für die Gladbecker erst am Sonntag, 8. April, in Kreuztal gegen den TuS Ferndorf II. Die Osterpause wollen sie nutzen, um die Akkus noch einmal aufzuladen. Sie möchten schließlich die Saison erfolgreich zu Ende bringen. Dass es um nichts mehr geht, wollen die Gladbecker nämlich nicht hören. „Dass es um nichts mehr geht, würde ich nicht sagen“, betonte Pascal Kunze. „Es wäre schön, wenn wir Dritter werden könnten.“

NW Bad Oeynhausen. Es ist März 2018 und nicht März 2017. Vor einem Jahr ging es um viel, viel mehr, um den Klassenerhalt. Die Situation ist für die Oberliga-Handballer des VfL Mennighüffen ein Jahr später aber so beruhigend und stressfrei, dass Zygfryd Jedrzej nach der 24:29 (11:14)-Pleite beim VfL Gladbeck einen ungewöhnlich entspannten Eindruck machte. Obwohl diese achte Saisonniederlage unnötig gewesen war, obwohl der Trainer jeden Grund gehabt hätte zu schimpfen. „Wir haben gegen eine gute Mannschaft gespielt und nicht gegen einen Abstiegskandidaten“, sagte der Coach des Tabellensechsten, der seinen Schalter nach dem Schlusspfiff und einer Zigaretten-Pause sehr schnell auf den Ruhig-Modus gestellt hatte. Der Mennighüffener Trainer wollte sich am Samstagabend nicht einmal darauf einlassen, die fällige Torwart-Schelte auszusprechen. Obwohl er durch die ständigen Wechsel deutlich gezeigt hatte, dass ihm Daniel Habbe und Calvin Born nicht gefallen hatten. Sein Duo zwischen den Torpfosten hatte das Duell gegen Sebastian Büttner ganz klar verloren. Ein paar Worte gab es immerhin, doch die waren dann genauso überraschend wie zuvor die starke Leistung des 20-jährigen Alexander Kramer, dem sechsmaligen Rückraum-Torschützen der Gastgeber. „Die Gladbecker“, meinte Zygfryd Jedrzej, „hatten sehr viel Wurfglück. Sie haben ja auch aus aussichtslosen Situationen getroffen.“ Ein intensives Gespräch über die Torhüter war also nicht möglich. Vielleicht aber eines über Mats Köster, der in der 18. Minute hinausgestellt worden war, weil er den Ball nach einem Pfiff gegen sein Team nicht ordnungsgemäß abgelegt und Zygfryd Jedrzej unübersehbar wütend gemacht hatte. Darüber ärgerte sich der 51-Jährige auch noch nach dem Spiel!? „Auf jeden Fall“, antwortete er – aber ganz klar im Ruhig-Modus. Die Phase rund um diese dusselige Zeitstrafe hatte er noch bestens vor Augen. „Da waren wir mit zwei Toren hinten und hatten die Chance, auf einen Treffer heranzukommen“, erklärte Zygfryd Jedrzej, um die Schuld für das Misslingen aber gleich auf weitere Schultern zu verteilen. Die Anspiele von Marco Büschenfeld und Tomasz Tluczynski zum Kreis, meinte er, seien schlecht gewesen.
Zwar schaffte Pascal Schumann ein Tor in Unterzahl, aber die Mannschaft von Trainer Sven Deffte zog von 9:7 auf 12:8 weg. „Gladbeck hat sich in dieser Phase in einen kleinen Rausch gespielt“, sagte der Mennighüffener Trainer, der reagierte und fortan mit sieben Feldspielern hatte angreifen lassen. Eigentlich hätte er mit dem Ergebnis auch zufrieden sein können, obwohl an dieser Variante nicht alle teilnehmen durften. Fast immer ging es über die rechte Seite, auf der Maik Dittrich eine durchwachsene Quote im Abschluss hatte, während Tomasz Tluczynski in den meisten Fällen von seinen Mitspielern ignoriert wurde.
Die Mennighüffener ignorierten es zudem, aus ihren vielen guten Möglichkeiten für ein für sie freundlicheres Bild auf der Anzeigetafel rechts neben dem Doppelpunkt zu sorgen. Da hätte am Ende statt der 24 auch locker eine 30 oder sogar eine 32 stehen können. Jetzt hätte Zygfryd Jedrzej doch endlich mal schimpfen müssen! Zumal er inzwischen ja auch nicht mehr zittern musste, nachdem er kurzärmelig von draußen ins Foyer der Riesener-Halle zurückgekehrt war. Er äußerte sich aber nur zu den Minus-Graden ein kleines bisschen lauter, die Analyse der vielen schwachen Abschlüsse nahm er schon wieder im Ruhig-Modus vor: „Wir hatten mehrere gut herausgespielte Aktionen, die der Torwart dann aber hatte.“
Nach der Pause versuchte es Zygfryd Jedrzej statt der 6:0- auch mal mit einer 5:1-Formation. Jonas Köster deckte vorgezogen und durfte nach einem 3:0-Lauf sogar hoffen. Lukas Mailänder, Pascal Schumann und Tomasz Tluczynski per Siebenmeter hatten auf 17:19 verkürzt. „Wir haben uns ganz gut herangekämpft, das Spiel dann aber im entscheidenden Moment aus der Hand gegeben“, sagte der Trainer. Der VfL Gladbeck setzte sich schließlich entscheidend ab. Da half auch kein Schimpfen mehr. Als Zygfryd Jedrzej seinen Ruhig-Modus noch nicht erreicht hatte und zu laut geworden war, präsentierte ihm Schiedsrichter Carsten Korte, der Vizepräsident des Deutschen Handballbundes, die Gelbe Karte. Ganz ruhig.

 

Westf. Anzeiger. Eigentlich hatten die Oberliga-Handballer des ASV Hamm-Westfalen den erhofften Heimerfolg über den TuS Bielefeld schon sicher in der Tasche. Mit seinem sechsten Treffer hatte David Wiencek noch in der 56. Spielminute die 25:22-Führung der Gastgeber erzielt. Doch dann reichten 70 Sekunden aus, um der Truppe von Coach Tobias Mateina den schon sicher geglaubten Sieg wieder aus den Händen zu reißen – zum 25:25 (12:13)-Endstand. Eine kurze Zeitspanne, in der die Gastgeber gleich vier Angriffsfehler in Folge produzierten. Die nachfolgenden drei Gästetore zum 25:25- Endstand versetzten den ASV-Trainer in einen regelrechten Schockzustand. „Es ist einfach unglaublich, was gerade passiert ist“, konnte Mateina den Kollektiveinbruch seiner Sieben in den Schlussminuten nicht nachvollziehen. Erst beim Eintreffen weiterer Ergebnisse erhellten sich die Gesichtszüge des Trainers ein wenig. Denn auch die HSG Augustdorf kam daheim gegen Hemer nicht über ein 23:23-Remis hinaus, die Verhältnisse im Tabellenkeller der Oberliga haben sich somit nicht verändert. Von einem gewonnenen Punkt wollte Mateina aber dennoch nicht sprechen. „Wir haben in den nächsten Wochen ein richtig anstrengendes Programm. Da müssen wir höllisch aufpassen, dass wir nicht weiter nach unten abrutschen“, erklärte der Coach, der sich nun auch um seinen Shooter David Spiekermann sorgt. Der Hammer Rückraumschütze musste in der 52. Minute mit einer ernsthaften Fußverletzung passen.
Der Verlauf des Heimspiels gegen Bielefeld lässt sich auf die zweiten 30 Minuten reduzieren. In Halbzeit eins überboten sich beide Mannschaften mit Wurf- und Spielfehlern. Erst eine deutliche Steigerung der Hammer Abwehr bescherte den Gastgebern nach dem 12:13-Pausenrückstand die besseren Karten. Zwar begann die Halbzeit mit einer Zwei-Minuten-Strafe für Melf Krause und einem verworfenen Strafwurf durch Spiekermann, doch danach nahm das Spiel der ASV-Reserve richtig Fahrt auf. Erkämpfte Bälle in der Abwehr warfen die Gastgeber mit Tempo nach vorn, zwei ASV-Konterserien drehten das Treffen bis hin zu einer 23:17-Führung der Gastgeber (48.) um. Diesen Vorsprung hätten die Hausherren zweifellos über die Zeit bringen können, doch das schafften sie nicht. Gleich vier Zeitstrafen und der Ausfall von Spiekermann warfen den ASV II regelrecht um. Zudem häuften sich nun wieder Fehler im Gastgeber-Sturm. Als zwei Treffer von Wiencek den 23:22-Anschluss (52.) der Gäste wieder zu einem 25:22 (56.) steigerten, war die Hammer Handballwelt dennoch im Lot. Doch vier torlose ASV-Minuten zum Ende ebneten Bielefeld den Weg zum Unentschieden.

NW Bielefeld. Es war zweifellos keine einfache Aufgabe, die der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck beim ASV Hamm Westfalen II zu lösen hatte. Aber es war auch eine wichtige, denn nach der Niederlage der Vorwoche liefen die Bielefelder Gefahr, wieder verstärkt in den Abstiegskampf zu rutschen. Das 25:25 (12:13) ging für Trainer Sven-Eric Husemann in Ordnung. Die Partie begann ausgeglichen. Nach 2:1 für die Bielefelder ging Hamm mit 3:2 in Führung. Über 4:4, 5:5 und 6:6 blieb es bis zur 18. Minute offen. Dann setzte sich der TuS 97 erstmals mit zwei Treffern auf 8:6 ab. Das hatte nicht lange bestand. Hamm glich wieder aus. Die Bielefelder nahmen einen zweiten Anlauf, der wieder zu einer 2-Tore-Führung führte (10:8). Und wieder egalisierten die Gastgeber, gingen sogar mit 11:10 und 12:11 in Führung. Kurz vor der Pause gelang es Husemanns Schützlingen, die Führung zurück zu erobern (13:12). Nach dem Seitenwechsel blieb es acht Minuten lang beim Wechselspielchen mit knappen Führungen (14:13 für den TuS 97, 16:15 für Hamm). Dann marschierte Hamm erstmals davon. In Überzahl, Jakob Röttger schmorte auf der Strafbank, gelang den Gastgebern das 18:16. „In der zweiten Halbzeit haben wir einen Knacks im Angriff bekommen. Da haben wir viele Fehlwürfe und schlechte Kreisanspiele gezeigt“, sagte Husemann. Eine Auszeit des TuS 97 verpuffte. Hamm war am Drücker und zog bis auf 20:16 davon. In der Phase kassierte Melf Krause seine dritte Zeitstrafe und sah die Rote Karte. Trotzdem blieb der ASV gefährlich und erhöhte auf 23:17. Da waren noch gut zehn Minuten zu spielen, doch nach dem bis dahin knappen Spielverlauf schien das einer Vorentscheidung zugunsten der Gastgeber gleich zu kommen. Drei TuS-Treffer in Folge durch Niehaus, Ludwigs und Kraatz zwangen Hamms Coach Tobias Mateina zu einer Auszeit. Diese Phase war geprägt von Zeitstrafen. Das nutzte der TuS 97, indem er in Überzahl offensiv deckte. „Die Schiedsrichter haben einige Aktionen auch sehr schnell abgepfiffen. So sind wir immer wieder in Ballbesitz gekommen“, sagte Husemann. Beim 25:25 war der TuS 97 ein letztes Mal in Ballbesitz. Leon Ludwigs verwandelte einen Freiwurf, der aber zurück gepfiffen wurde. Die Zeit lief ab, und es blieb beim Remis. „Es war kein gutes Spiel, aber vom Spielverlauf her war es sicher ein gewonnener Punkt“, bewertete Husemann das Geschehen. Der große Kontrahent des TuS 97, Augustdorf/Hövelhof, spielte ebenfalls unentschieden.

Mindener TB. Daniel Gerling und Julien Knickmeier waren sich einig: Der Handball-Oberligist Lit Tribe Germania scheiterte gegen die Sportfreunde Loxten an der eigenen Angriffsleistung. „Ich kann mich nicht erinnern, wann wir vorne so schlecht gespielt haben“, sagte Germanen-Trainer Gerling nach der 21:23 (14:13)-Heimniederlage. Von seiner Generalkritik schloss er nur den zehnfachen Torschützen Knickmeier, Schlussmann Kevin Körtner und Rechtsaußen Patrick Borgmann aus. „Das war ganz mies. Wir hatten im Angriff kein Tempo und kein Zug zum Tor“, monierte Gerling. Vor dem Duell Fünfter gegen Siebter trafen seine Spieler im Schnitt 29,7 Mal pro Partie. Gegen Loxten folgten nur 21 Treffer. Von der ersten Minute an stockte der Positionsangriff der Germanen. Immer wieder stellte Loxtens robuste Deckung die Lit-Spieler vor Probleme. Erst zwei Minuten vor der Pause traf Knickmeier zur ersten Zwei-Tore-Führung der Hausherren. „Vorne hat etwas gefehlt“, stellte der Torschütze später fest: „Wir hatten eine schlechte Chancenauswertung.“ In die zweite Hälfte starteten die Rot-Weißen verheißungsvoll. Mit einem 3:1-Lauf setzten sie sich schnell auf 17:14 ab. Doch dann funktionierte plötzlich kaum etwas. Zwischen der 34. und 42. Minute erzielte Lit kein einziges Tor. Loxten zog auf 19:17 vorbei und zwang Gerling zu einer Auszeit. In der Folge kämpften sich die Germanen zwar noch einmal zurück. Nach Borgmanns Treffer zum 20:20 (48.) enttäuschte die Lit-Offensive aber erneut und erzielte in den letzten zwölf Minuten nur ein Tor.

Haller Zeitung. „Tabellendritte können wir“, kommentierte Loxtens Trainer Thomas Lay nach der Schlusssirene mit hörbarem Vergnügen den zweiten Coup seiner Mannschaft in Folge. Am vergangenen Spieltag hatten die Sportfreunde den VfL Gladbeck in eigener Halle entzaubert, gestern knüpften sie nahtlos an ihre starke Form an und räumten ein weiteres „Schwergewicht der Liga“ (Lay) aus dem Weg. Den Grundstein zum Erfolg legten die Gäste wie so oft in den zurückliegenden Wochen in der Defensive. „Die Abwehr hat von Anfang bis Ende sehr gut gearbeitet“, bestätigte Lay. Ein Urteil, das beinahe untertrieben wirkte. Denn dass eine mit zahlreichen Ausnahmekönnern besetzte Mannschaft wie LiT in einer Halbzeit nur sieben Treffer erzielt und in einer entscheidenden Phase über elf Minuten sogar gänzlich ohne eigenen Torerfolg bleibt, wird es selten gegeben habe. So geschehen zwischen der 48. und 60. Spielminute: Das 20:20 durch Patrik Borgmann war der letzte Treffer der Gastgeber, ehe Julien Knickmeier Sekunden vor Schluss nur noch auf 21:23 abschwächen konnte. Dazwischen vernagelte Pascal Welge hinter einer leidenschaftlich arbeitenden SFL-Deckung seinen Kasten. Mit 14 Paraden nach dem Seitenwechsel war Loxtens Keeper der herausragende Akteur seiner Mannschaft. Sechs Bälle hatte »Calli« schon im ersten Durchgang abgewehrt. „Ich kann mich nicht erinnern, wann wir vorne so schlecht gespielt haben“, haderte Germanen-Trainer Daniel Gerling. Für Lay war die Überlegenheit seiner Mannschaft in der Schlussphase derweil keine echte Überraschung. „Wir wussten, dass LiT in der zweiten Halbzeit oft Federn lässt, weil sie von der Bank nicht viel nachlegen können“, erklärte der Coach und konnte deshalb mit dem knappen 13:14-Pausenrückstand gut leben. Probleme hatte sein Team immer dann, wenn Jannik Borcherding oder Kim Kliver auf die Nahtstellen gingen. Vier Zeitstrafen gegen Loxten innerhalb von neun Minuten und ein Verlust der Führung von 12:11 auf 12:14 waren die Folge. Für einige ganz wichtige Treffer sorgte nach der Pause Nils Patzelt. Loxtens blendend aufgelegter Rechtsaußen, mit sieben Toren am Ende erfolgreichster Feldtorschütze der Partie, glich zum 14:14 aus, später gelang ihm ein Doppelpack zur 19:17-Führung. Als Welge beim 20:18 für Loxten auch noch einen Siebenmeter von Knickmeier entschärfte, war der Weg zum Auswärtssieg frei.

Soester Anzeiger. 16:13 führte der Soester TV im Oberliga-Duell mit dem TuS Ferndorf II, ehe alle Felle wegzuschwimmen drohten. Sieben Gegentore in Folge kassierten die Schlüsselträger. Doch Taktikfuchs Dirk Lohse zog die richtige Karte. Er brachte den siebten Mann, ging das Risiko ein, bei Ballbesitz ohne Torwart zu spielen. Er wurde belohnt. Mit 28:25 gewann der STV, meldete sich zurück im Kampf um Platz drei. Geprägt war die Partie nach der vorherigen Ehrung der auf Kreisebene so erfolgreichen Soester Jugendmannschaften durch eine Vielzahl von Siebenmeter-Entscheidungen der Unparteiischen Himmelreich und Hooge. Das nutzte STV-Kapitän Max Loer weidlich aus. Am vergangenen Wochenende noch zweimal von der Marke gescheitert, bewies er diesmal Nervenstärke und verwandelte alle elf Strafwürfe – ein wesentlicher Faktor in der Endabrechnung. Denn auf der Gegenseite wehrte Keeper Birk Muhr beim Stand von 25:25 einen Siebenmeter des Ferndorfers Sorg ab. Ohnehin war auch der Soester Torwart einer der entscheidenden Akteure, gelangen ihm doch nach dem 16:20-Rückstand sechs weitere Paraden. „Der hat das Soester Tor zugenagelt“, war Ferndorfs Trainer Michael Feldmann nach dem Schlusspfiff völlig frustriert. Dabei sah er seine Farben nach einem anfänglichen 7:4 für Soest auf einem guten Weg, da den Schlüsselträgern mit zunehmender Spielzeit immer weniger einfiel im Spielaufbau. Schon die drei Tore zum 7:7 zeigten, dass es schwere Arbeit für die Hausherren werden würde. Ungewöhnlich dabei, dass die Schiedsrichter einen Konter der Gäste laufen ließen, nachdem die Soester den Ball bei einem Freiwurf auf den Boden gelegt hatten, der prompt vom Ferndorfer Michel stibitzt wurde. Der Kreisläufer der Gäste bereitete dem STV ohnehin die größten Schwierigkeiten. Der Junioren-Nationalspieler war am Kreis nicht zu bremsen, machte elf Tore aus dem Spiel heraus. Dass der STV dennoch zwischendurch wieder mit drei Toren vorne lag, war auch den Wurfkünsten des Youngsters Luke Tischer auf der rechten Außenbahn zu verdanken. Der Vorsprung schmolz schon vor der Pause auf 16:15, danach setzte es noch fünf Gegentore in Folge, ehe Lohse handelte und Julian Vukoja als zweiten Kreisläufer und damit siebten Feldspieler brachte. Darauf hatte Ferndorf keine Antwort. Der STV kam Tor um Tor heran, beim 24:24 zum Ausgleich und nach Muhrs Siebenmeter-Parade durch zwei Kreistore von Vukoja und Anton Schönle zur vorentscheidenden Führung. Robin Bekel machte den Deckel drauf.

WP Siegen. Niederlagen sind immer unnötig, aber die, die sich die „zweite Welle“ des TuS Ferndorf gestern beim Soester TV fing, zählte zur Kategorie „überflüssig“. Bis zur 46. Minute lag der TuS bei einer 24:20-Führung auf Kurs Auswärtssieg. „Doch dann hat uns die Kaltschnäuzigkeit verlassen“, berichtete Trainer Michael Feldmann von einer Schlussphase, in der sich alles, auch die Schiedsrichter, gegen die Gäste verschworen hatte, die sich aber auch selbst im Weg standen, denn in den letzten zwölf Minuten gelang nur noch ein Tor, der Treffer von Linus Michel zum 25:24 (52.). Beim 25:25 verwarf Michel Sorg einen Siebenmeter (55.), zudem wurde ein Gegenstoß verbaselt. Hauptursache der Ferndorfer Flaute war aber das „Aus“ des bis dato starken Spielmachers Leon Sorg (50./dritte Zeitstrafe). Mit ihm fehlte der entscheidende Passgeber für den bis dahin 13 (!) Mal erfolgreichen Mattis Michel, der in Manndeckung genommen wurde und nicht mehr in Erscheinung trat. So glitt den TuS-Youngstern am Ende alles aus den Händen, war die bis zur 45. Minute richtig gute Leistung nichts mehr wert. „Wir waren nicht die schlechtere Mannschaft. Deshalb sind die Punkte verschenkt worden“, so Feldmann.

HSG Augustdorf Hövelhof – HSV 81 Hemer 23:23 (11:12). HSG-Tore: Til Kirsch (5), Milan Weissbach (4), Dominik Schmidt (4), Dusan Maric (3/3), David Honerkamp (2), Sebastian Rumniak (2), Leonhard Janzen (2), Nico Schmeckthal (1). HSV-Tore: Moritz Frenzel (9), Christian Klein (8/1), Maximilian Klein (3), Torsten Kötter (1), Antonio Mrcela (1), Alessio Sideri (1).

HSG Gevelsberg/-Silschede – TuS 09 Möllbergen 22:25 (11:12). HSG-Tore: Sebastian Breuker (7), Sam Lindemann (5), Björn Wohlgemuth (2), Daniel Schrouven (2/2), Christopher Schrouven (2), Jannik Still (1), Björn Rauhaus (1), Tobias Fleischhauer (1), Andre Bekston (1). TuS-Tore: Patrick Kurz (5/1), Frederic Altvater (5/2), Simon Witte (4), Martin Damm (4), Jan Camen (3), Alexander Wiemann (2), Thorben Hanke (1), Patrick Richter (1).

TuS Spenge – TSG A-H Bielefeld 36:27 (19:13). TuS-Tore: Phil Holland (9/4), Sebastian Kopschek (8), Leon Prüßner (7), Fabian Breuer (3), Sebastian Reinsch (2), Gordon Gräfe (2), Nils van Zütphen (2), Lasse Bracksiek (1), Marcel Ortjohann (1), Filip Brezina (1). TSG-Tore: Julius Hinz (11/3), Johannes Krause (3), Marius Kastening (3/1), Nils Prüßner (3), Luca Sewing (2), Arne Kröger (2), Tim Schuwerak (1), Gustav Rydergård (1), Nils Strathmeier (1).

VfL Gladbeck – VfL Mennighüffen 29:24 (14:11). VfLG-Tore: Alexander Kramer (6), Dustin Dalian (4), Max Krönung (4), Björn Sankalla (4/1), Pascal Kunze (3), Florian Bach (2), Felix Brockmann (2), Sebastian Büttner (2), Tim Neumann (1), Fynn Blissenbach (1). VFLM-Tore: Tomasz Tluczynski (5/2), Lukas Mailänder (4), Jonas Köster (3), Maik Dittrich (3), Marco Büschenfeld (3), Ulrich Neumann (2), Pascal Schumann (2), Malte Ames (2).

ASV Hamm-Westfalen II – TuS Bielefeld/Jöllenbeck 25:25 (12:13). ASV-Tore: David Wiencek (6/2), David Spiekermann (6/2), Vincenz Saalmann (5), Dennis Richter (2), Phil Schrage (2), Jannis Bihler (2), Eike Jungemann (1), Melf Krause (1). TuS-Tore: Christian Niehaus (7/5), Leon Ludwigs (5), Till Kraatz (4), Arne Kämper (4), Lukas Heins (2), Nils Grothaus (2), Moritz Klapdohr (1).

LiT Tribe Germania – SF Loxten 21:23 (14:13). LiT-Tore: Julian Knickmeier (10/4), Patrik Borgmann (4), Nico Kruse (3), Lucas Rüter (2), Marvin Mundus (1), Jona Finke (1). SF-Tore: Nils Patzelt (7), Heinrich Steinkühler (5), Marlon Meyer (4/2), Max-Leroy Schäper (3), Thilo Stinhans (2), Kim Harting (1), Paul Blankert (1).

Soester TV – TuS Ferndorf II 28:25 (16:15). STV-Tore: Max Loer (13/11), Max Picht (4), Luke Tischer (3), Anton Schönle (3), Julian Vukoja (2), Robin Bekel (2), Benni Haake (1). TuS-Tore: Mattis Michel (13/2), Linus Michel (3), Leon Sorg (2), Michel Sorg (2/1), Erik Irle (2), Jonas Haupt (2), Hilmar Gudmundsson (1).

(bg) Der Hemeraner Moritz Frenzel hat seine zuletzt hauchdünne Führung  in der Torschützenliste der Handball-Oberliga im direkten Duell mit seinem Hauptverfolger Dusan Maric (Augustdorf) auf sieben Tore ausgebaut. Der Bielefelder Julius Hinz führt ein Verfolger-Trio an, in das sich der Soester Max Loer mit seinen 13 Treffern vorgeschoben hat. Um gleich 50 Prozent vergrößerte sich der „Club der Hunderter“, in den der Hammer Davied Wiencek, der Mennighüffener Tomasz Tluczynski, Julian Knickmeier (lIt) und Christian Klein (Hemer) einzogen. Hier die Spitzengruppe:

Moritz Frenzel (Hemer) 148/11

Dusan Maric (Augustdorf) 141/63

Julius Hinz (A-H Bielefeld) 131/39

Max Loer (Soest) 131/66

Björn Sankalla (Gladbeck) 130/34

Max Krönung (Gladbeck) 121/17

Phil Holland (Spenge) 116/46

Christian Klein (Hemer) 104/8

David Wiencek (Hamm II) 104/36

Julian Knickmeier (LiT) 102/32

Felix Bahrenberg (Augustdorf) 101

Tomasz Tluczynski (Mennighüffen) 101/31

Frederic Altvater (Möllbergen) 98/33

Mattis Michel (Ferndorf II) 95/23

Sebastian Reinsch (Spenge) 93/4

Daniel Meyer (Bielefeld/J.) 92/39

Jannik Borcherding (LiT) 89/5

Leon Sorg (Ferndorf II) 88

Nils Grothaus (Bielefeld) 87

Max Picht (Soest) 87/4

David Spiekermann (Hamm II) 87/9

Marco Büschenfeld (Mennighüffen) 87/37

Sebastian Berg (Möllbergen) 85/12

Lucas Rüter (LiT) 85/27

Kim Voss-Fels (Hamm II) 82/7

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