1. bg) Die zwischenzeitlich in Frage gestellten Saisonprognosen in der Handball-Oberliga scheinen doch zuzutreffen, denn durch den glatten Sieg in Verfolgerduell gegen Mennighüffen hat sich der TuS Spenge endgültig als der große Gegenspieler von Spitzenreiter A-H Bielefeld herauskristallisiert. Durch seinen glücklichen Erfolg bei Schlusslicht Gevelsberg-Silschede war Neuling TuS Ferndorf II der große, weil einzige Gewinner der Abstiegszone. Weil der HSV Hemer bei seiner Anreise im Stau feststeckte, fiel die Partie bei LiT Tribe Germania aus.

NW Paderborn. Udo Schildmann musste lange überlegen, wann „seine“ HSG Augustdorf/Hövelhof zuletzt 40 Gegentore in einem Pflichtspiel kassiert hatte. Dann sagte der Teammanager des Handball-Oberligisten nach der 26:41 (11:17)-Niederlage gegen die TSG AH Bielefeld: „Das könnte vielleicht 2007/2008 in der Regionalliga gewesen sein.“ Und in der Tat: Am letzten Spieltag der besagten Serie musste sich die HSG damals Bayer Uerdingen mit 23:47 beugen. Mehr als 40 Gegentreffer gab es seitdem nicht mehr – bis zum vergangenen Samstag. Dabei sah es lange Zeit nicht nach einer derart deutlichen Schlappe aus. In der Anfangsphase führten die Sandhasen sogar gegen den Tabellenführer (2:0, 4. Spielminute; 4:3, Minute 8). Doch nach dem 5:5 (10.) zog der Gast aus den Bielefelder Vororten Altenhagen und Heepen die Zügel an und preschte über 10:6 (Minute 20) bis zum 17:11 zur Pause davon. Nach dem Seitenwechsel kämpfte sich Augustdorf/Hövelhof nach einem Zwischentief noch mal auf 19:25 (46. Spielminute) heran, bevor alle Dämme brachen. Angeführt von den treffsicheren Julius Hinz (12) und Arne Kröger (10) rollte nun ein TSG-Angriff nach dem anderen auf das HSG-Gehäuse zu. Die Zwischenstände von 20:30 (50.) und 24:37 (57.) bis zum 26:41-Endergebnis sprechen hier Bände. „Wir hatten zwar nie wirklich eine Chance, das Resultat ist aber um einige Tore zu hoch ausgefallen. Leider haben wir uns am Ende der beiden Halbzeiten jeweils nicht clever genug angestellt, die Bälle zu schnell hergeschenkt und deshalb einige Gegenstoß-Treffer hinnehmen müssen“, so Udo Schildmann.

NW Bielefeld. Die Geschichte, welche eine herausgestellte Erwähnung verdient, spielte sich bei diesem kleinen OWL-Derby, das die TSG A-H Bielefeld mit 41:26 (17:11) gegen die HSG Augustdorf/Hövelhof gewann, auf der Bielefelder Reservebank ab. Dort saß mit Henrik Ortmann ein Akteur, der seit nunmehr 19 Jahren immer wieder im Kader der ersten Mannschaft auftaucht und es mit dieser Partie, in der er das Parkett gar nicht betreten musste, auf 255 Einsätze im TSG-Dress bringt. „Ötti“ war als Netz und doppelter Boden gleichzeitig mitgefahren. TSG-Coach Michael Boy wollte im ersten Spiel nach den Ausfällen von Gustav Rydergård und Marius Kastening absolut auf Nummer sicher gehen. „Alles andere wäre in unserer Situation doch fahrlässig“, sagte Boy. Und wer, wenn nicht der bundesligaerfahrene Ortmann, eignete sich besser als zusätzlicher Stützpfeiler? Um den passenden Spruch ist der 38-Jährige ohnehin nie verlegen: „Mit mir kam der Erfolg zurück“, sagte er grinsend. Letztlich sorgte aber das bewährte Personal für einen unspektakulären Sieg, dem die Lipper nichts entgegen zu setzen hatten. Nach dem 5:5 (10.) bog die TSG auf die Siegerstraße ein, hatte nach 20 Minuten mit 12:8 längst alles im Griff. „Bis zum 14:11 waren wir ja noch ganz gut dabei. Dann haben wir zweimal viel zu früh abgeschlossen“, beschrieb HSG-Trainer Micky Reiners. TSG-Coach Boy musste nicht experimentieren. Er begann mit der Formation, die erwartet worden war. Johannes Krause rückte auf die Mittelposition, von wo aus er routiniert die Fäden zog. Für die einfachen Tore kam Arne Kröger auf Halblinks. Nach ein, zwei kleinen Startschwierigkeiten strahlte der zehnfache Torschütze von dort die nötige Gefahr aus. Am Kreis und in der Abwehr trat der junge Tim Schuwerack auf. Schnell verschaffte Boy auch seinem restlichen Personal Einsatzzeit. Er ließ zwischenzeitlich mal in einer 4:2-Formation decken, und brachte Til Kirsch als Mittelmann. „Das war eine souveräne und kämpferisch starke Leistung“, lobte der Bielefelder Trainer. Der Tabellenführer hielt das Tempo über die gesamten 60 Minuten hoch. „Beruhigt werden mussten wir nicht, aber es war gut zu sehen, dass es auch ohne die beiden Verletzten geht“, fasste Boy, der sich bis Donnerstag zum A-Trainerlehrgang verabschiedet, den Auftritt zusammen. Reiners fand die Niederlage seiner ersatzgeschwächten Schützlinge „zu hoch. Die letzte Viertelstunde haben wir mit 6:15 verloren. Da fehlte das Selbstvertrauen“, klagte er. Über 20:30, 21:33 und 24:38 marschierten die Gäste zum Erfolg. Ortmann schaute sich das Spektakel von der Bank aus an. Für ihn blieb die Erkenntnis: „Zum Angst einflößen reicht es noch. Ich war froh, dass mir Rydergårds Aufwärmtrikot passte.“

NW Herford. Das war eine Demonstration der Stärke: Im Spitzenspiel der Handball-Oberliga hat der TuS Spenge vor 700 Zuschauern in eigener Halle den Kreisrivalen VfL Mennighüffen klar und deutlich mit 36:25 (17:9) bezwungen und damit nach dem grandiosen Sieg vor zwei Wochen bei Spitzenreiter TSG A-H Bielefeld ein weiteres Signal an die Konkurrenz gesendet. Nach dem sechsten Erfolg in Folge tauschte der TuS den Platz mit den zeitweise überfordert wirkenden Gästen und ist nun Zweiter. „Hut ab vor den Jungs, wie konzentriert sie das Ding runtergespielt haben“, sagte TuS-Trainer Heiko Holtmann. „In den ersten zehn Minuten war das Spiel ausgeglichen. Danach hat man einen Klassenunterschied gesehen“, brachte es Spenges Rückraumspieler Nils van Zütphen auf den Punkt. Genauso war es. Die Gäste aus der Löhner Vorstadt führten nach drei Toren von Marco Büschenfeld mit 3:1 (7.). Danach hatte nicht nur der Ex-Spenger sein Pulver verschossen, die gesamte VfL-Mannschaft wurde förmlich überrollt. Beim 5:4 führte Spenge das erste Mal (12.), und als die Hausherren im Express-Tempo von 5:5 (14.) auf 11:5 stellten (21.), war klar wohin die Reise gehen würde. Mennighüffen kam weder mit der Spenger 3:2:1-Abwehr noch der (nach der Einwechslung von Kapitän Oliver Tesch) 6:0-Formation zurecht. „Wir wollten den VfL sofort unter Druck setzen, damit er nicht so lange Angriffe spielen kann“, sagte Heiko Holtmann, „als wir dann auf 6:0 umgestellt haben, waren sie schon ganz schön am pumpen.“ Und so ging es über 14:7 (25.) beim 17:9 in die Pause. Auch nach dem Wechsel spielt zunächst nur eine Mannschaft. Nach einem 4:1-Lauf und einer 21:10-Führung (35.) erhöht der TuS innerhalb von zehn Minuten auf 29:16 (45.). Gerade dieses Tor von Sebastian Reinsch war symptomatisch für den Spenger Auftritt an diesem Abend: Nach einem Ballgewinn lief der Außenspieler völlig frei aufs VfL-Tor – und knallte die Kugel leichtfertig an die Latte. Doch mit einer Energieleistung eroberte er den Ball im Zweikampf zurück und traf dann doch noch ins Netz. Schon jetzt war die statistisch gesehen beste Abwehr der Liga war nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen worden und allerspätestens jetzt ging es nur noch um die Höhe des Sieges. „Ich habe selten so entspannt auf der Bank gesessen“, so Holtmann. Dass seine Jungs in der Schlussviertelstunde das Tempo herausnahmen und die Gäste von 17:30 auf 21:30 verkürzen konnten (52.) war dem Spielstand geschuldet. „Das Spiel war durch“, sagte Spenges Nummer 17 Lasse Bracksiek. Keine Frage, wenn?s nötig gewesen wäre, hätte der TuS auch die 40-Tore-Marke geknackt.

NW Bad Oeynhausen. Rund 700 Zuschauer lockt das Derby in der Handball-Oberliga an. Sie wollen ein Spitzenspiel sehen, das am Ende kein Spitzenspiel ist, weil der TuS Spenge seinen überforderten Gegner in Grund und Boden spielt. „Ich habe noch nie so einen schlechten Tabellenzweiten gesehen“, raunt ein Spenger Zuschauer. Das war sicher etwas überzogen. In der Tat halten die Mennighüffener, die als Tabellenzweiter beim Tabellendritten angereist sind, nur die ersten Minuten mit, als Marco Büschenfeld die ersten drei VfL-Treffer zur 3:1-Führung für die Gäste erzielt. Doch damit hat der VfL-Mittelmann sein Pulver bereits verschossen. Für eine Initialzündung sorgt dann Pascal Schumann, als er Spenges Torwart Bastian Räber frei vom Kreis den Ball ins Gesicht wirft. Räber schüttelt sich kurz und läuft dann zur Höchstform auf. Seine Kollegen ziehen mit, und dann zeigen die Spenger, warum sie wahrscheinlich in der 3. Liga besser aufgehoben sind als in der Oberliga. „Wir brauchten ein paar Minuten, um uns auf Mennighüffen einzustellen. Wir haben gemerkt, dass sie das Spiel verschleppen wollen und ziemlich langsam sind. Nach zehn Minuten hatten wir aber alles unter Kontrolle“, sagt Spenges Rückraumspieler Sebastian Kopschek. Die Gastgeber spielen zunächst eine hervorragende 3:2:1-Abwehr, erobern damit viele Bälle und überrennen den VfL. Auch als TuS-Trainer Heiko Holtmann mit der Einwechselung von Oliver Tesch auf 6:0 umstellt gibt es keinen Bruch im Spiel. Über 11:5 (21.) und 15:9 (28.) legen die Gastgeber auf 17:9 zur Halbzeit vor. VfL-Mittelmann Arne Halstenberg hatte vor dem Spiel dann eine Chancen gesehen, wenn sein Team über sich hinauswachse und Spenge einen schlechten Tag erwische. Es kommt genau anders herum: Mennighüffen macht eines seiner schwächsten Saisonspiele und Spenge spielt sich in einen Rausch. „Es gehören immer zwei dazu“, sagt auch VfL-Trainer Zygfryd Jedrzej. Die zweite Halbzeit wird dann eine Demonstration der Spenger Spielstärke – sowohl im Angriff als auch in der Abwehr. Sie nehmen die Mennighüffener Deckung, die bis vor dem Spiel immerhin die beste der Oberliga war, nach allen Regeln der Kunst auseinander. Der VfL ist an diesem Tag nicht in der Lage, Spenge in ein Kampfspiel zu zerren. Nur zwei Zeitstrafen für den VfL, eine davon auch noch für Trainer Zygfryd Jedrzej, zeigen, dass Spenge es gar nicht nötig hat, sich auf Zweikämpfe einzulassen. Im Angriff geht es sogar soweit, dass die Mennighüffener regelrecht Angst bekommen abzuschließen. Zwar fehlen an diesem Tag mit Mats Köster, Calvin und Jeremy Krone krankheitsbedingt drei Spieler, doch das tut nichts zur Sache, denn Jedrzej wechselt ohnehin nicht viel. Schwerwiegender ist da schon die Schulterverletzung, die sich Mittelmann Arne Halstenberg zuzieht. „Ich konnte nicht mehr werfen und musste mich auf Bälle verteilen konzentrieren. Und gegen so eine Mannschaft wie Spenge reicht das dann irgendwann nicht mehr“, sagt der 26-Jährige, der vorerst sein letztes Spiel für den VfL gemacht hat, weil er von Januar bis Mai studienbedingt in den USA sein wird. Die Mennighüffener werden in der zweiten Halbzeit von Spenge phasenweise vorgeführt. Beim 26:14 (40.) sind es bereits zwölf Tore Unterschied, und da sind immerhin noch zwanzig Minuten zu spielen. Torwart Kevin Becker fängt in den Schlussminuten einen Rückraumwurf von Lukas Mailänder und leitet einen Tempogegenstoß auf Rechtsaußen René Wolff ein, der den Pass mit einer Hand fängt und sicher zum 36:24 verwandelt. Wenn die Gastgeber nicht zwischendurch in den Verwaltungsmodus geschaltet hätten, dann wäre auch die 40-Tore-Marke gefallen – eindeutiger lässt sich die Überlegenheit von Spenge wohl nicht belegen. „Wir sind hier heute angereist, um ein gutes Spiel zu machen, doch dann sind wir ein bisschen unter die Räder geraten. Man hat gesehen, dass Spenge viel Selbstvertrauen hat und sehr gut Handball spielen kann“, sagt VfL-Linksaußen Tomasz Tluczynski, mit neun Toren bester VfL-Werfer. „Es ist aber besser, einmal mit elf zu verlieren als elfmal mit einem Tor.“

WP Gevelsberg. Wut und Enttäuschung machten sich breit, als die letzte Minute anbrach, als die Schlusssirene die Partie der Handball-Oberliga zwischen HSG Gevelsberg-Silschede und TuS Ferndorf II beendete. Gevelsberg bleibt weiterhin ohne Sieg, hat bisher einen Punkte auf dem Konto, musste eine bitte und unnötige 25:27 (13:12)-Niederlage einstecken. Verbittert und wütend waren die Gevelsberger Protagonisten sowie die Fans und Zuschauer über die Schiri-Entscheidungen der letzten fünf Minuten. Zunächst hatte das unparteiische Duo gleich zwei Treffer für die Gevelsberger zurück gepfiffen. Statt der Tore gab es Freiwürfe – zum Unverständnis vieler. Statt einer 27:24-Führung blieb es beim 25:24 für Gevelsberg. Weiter nahm das Unheil seinen Lauf mit einem Ellenbogen-Check, den Björn Rauhaus ins Gesicht bekam. Die Pfeifen der Unparteiischen blieben stumm. Stattdessen eine Zeitstrafe gegen Leo Stippel. Zu allem Überfluss – und hier entschieden die Referees richtig – leistete sich Björn Wohlgemuth einen Wechselfehler, lief zu früh aufs Feld, kassierte eine Zeitstrafe. Gevelsberg führte zu dem Zeitpunkt noch 25:24. Alles war ja noch drin – auch wenn es hier und da grummelte, ob einer verspielten Fünf-Tore-Führung, die die Gastgeber nach 47 Minuten noch inne hatten. Nach einer „Fahrkarte“ von André Bekston sorgte Florian Schneider mit seinem ersten und einzigen Treffer im Laufe des Spiels für den 25:25-Ausgleich – die Uhr zeigt eine gespielte Zeit von 57:44 Minuten an. Nach weiterem Fehler im Gevelsberg Angriff markierte der Ferndorfer Akteure Jan Klein die 26:25-Führung für die Siegerlänger – wobei der Gästespieler im Kreis stand, doch die Schiedsrichter diese Spielsituation anders beurteilten. Jetzt zeigte die Uhr 58:58 Minuten. Gevelsberg versuchte es mit einer Offenen Deckung – gegen eine Offene Deckung der Gäste –, setzte alles auf Risiko, um doch noch wenigstens einen Zähler in der Halle West zu behalten. Ferndorf II wusste das Risiko zu nutzen, eroberte den Ball, und der wuchtige Fabian Paul traf zum entscheidenden 27:25 für die Gäste. Noch 34 Sekunden sind zu spielen, der Sieg den Gästen allerdings nicht mehr zu nehmen. Unmittelbar nach der Schlusssirene belagerte einige HSG-Funktionäre die Schiedsrichter, waren wütend ob der in den letzten Minuten gezeigten fragwürdigen Entscheidungen. Viele fühlten sich um die Früchte der Leistung betrogen, großer Frust herrschte. „Jetzt müssen wir sehen, wie wir den Nackenschlag verarbeiten“, so HSG-Trainer Norbert Gregorz nach dem letzten Heimspiel im Kalenderjahr. Gregorz war zufrieden mit dem, was seine Jungs zuvor gezeigt hatten. Und in der Tat war Gevelsberg mit großem Engagement dabei. Allerdings war auch nicht zu übersehen, dass beide Mannschaften aufgelaufen waren, um nicht zu verlieren. Ziemlich viel stand in diesem Kellerderby auf dem Spiel. So war auch die Spielweise beider eher verhalten. Ferndorf erspielte sich auch eine leichte Überlegenheit, die Gevelsberg gegen Ende der ersten Hälfte zu drehen vermag. Sebastian Breuker erzielte die erste Führung für die HSG Gevelsberg-Silschede – zum 11:10 (24.) Nach dem Seitenwechsel bauten die Hausherrn die Führung kontinuierlich aus. Ein Grund wohl auch, dass die Mannen um Trainer Gregorz mit der offensive Deckung der TuS-Reserve immer besser zurecht kamen – egal, ob 5:1- oder 4:2-Formation. Gevelsberg hatte meist richtige Antworten parat. Dann kamen die letzten Minuten… HSG-Trainer Norbert Gregorz: „Bis zur 55. Minute lief alles gut für uns, haben die Jungs einen prima Job gemacht. Doch ich bin fassungslos über die Leistung der Schiedsrichter in den letzten fünf Minuten.“

WP Siegen. Den vierten Saisonsieg feierte die Reserve des TuS Ferndorf mit dem 27:25 (12:13)-Erfolg beim Oberliga-Schlusslicht HSG Gevelsberg-Silschede. „Acht Punkte zu haben eine Woche vor der Winterpause – das ist echt Weltklasse“, freut sich Trainer Michael Feldmann mit seiner arg dezimierten Mannschaft. „Wir hatten kaum Alternativen und damit keine echte Chance, defensiv zu verteidigen“, machte der TuS aus der Not eine Tugend und setzte alles auf die Offensive.  Dennoch schien die Partie nach 47 Minuten gelaufen, als die Gastgeber 23:18 vorne lagen. Die von Feldmann genommene Auszeit brachte dann aber die Wende. Die Gevelsberger produzierten Fehler um Fehler, hinten lief Keeper Hilmar Gudmundsson nach bis dahin durchwachsener Torhüterleistung zur Form auf (Feldmann: „Er hat das Tor vernagelt…“). Der TuS kam heran  und glich in der 58. Minute zum 25:25 durch Florian Schneider aus. „Eine tolle Team-Leistung“ gab für den Coach den Ausschlag für diese Aufholjagd. In den verbleibenden zwei Minuten wurde sie durch die siegbringenden Treffer von Linus Michel und Fabian Paul gekrönt. Die Undiszipliniertheiten der HSG, die sich in dieser Phase reihenweise Hinausstellungen leistete (Feldmann: „Es gab auch ein paar glückliche Pfiffe für uns….“), halfen mit,  den Vorsprung über die Zeit zu retten. Im letzten Heimspiel des Jahres erwarten die Ferndorf am Samstag noch den Tabellenzweiten TuS Spenge.

WAZ Gladbeck. Zufriedene Gesichter so weit das Auge reichte waren am Samstagabend in der Riesener-Sporthalle zu beobachten. Der VfL Gladbeck hatte soeben sein letztes Heimspiel in diesem Jahr mit 30:21 (16:9) gegen den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck gewonnen und bleibt zum achten Mal in Folge ungeschlagen. In der Tabelle bedeutet der fünfte Saisonerfolg weiterhin Rang vier, die Heimbilanz wurde auf 6:4-Punkte korrigiert. Im Vorfeld der Partie hatte VfL-Trainer Sven Deffte davor gewarnt, den Tabellenzwölften zu unterschätzen. In der Anfangsphase deutete sich zumindest kurz an, was er damit meinte. Bielefeld ging in Führung, der VfL selbst brauchte aber bis zur vierten Minute, ehe Max Krönung den ersten seiner insgesamt neun Treffer an diesem Abend erzielte. Während die Gladbecker Offensive ihren Rhythmus erst finden musste, waren die Abwehr und Torhüter Sebastian Büttner aber von der ersten Minute an voll auf der Höhe.  Die Gäste bissen sich an der kompakten und hellwachen Verteidigung die Zähne aus, bis zur zehnten Minute zog Gladbeck auf 4:1 davon, nach 20 Minuten war der Vorsprung auf 11:5 angewachsen. „Die erste Halbzeit lief sehr gut“, brachte es Gladbecks bester Torschütze Max Krönung nach der Partie auf den Punkt. Zur Halbzeit führte der VfL mit 16:9. Auf der Tribüne erinnerte manch ein Zuschauer daran, dass der VfL in dieser Spielzeit schon häufiger einen bereits geschlagen gewähnten Gegner wieder zurück ins Spiel holte. Zu Beginn der zweiten Hälfte deutete zunächst nichts darauf hin. Gladbeck baute den Vorsprung gar auf neun Tore aus, schaltete nach 35 Minuten aber bereits in den Verwaltungsmodus. Das sichere Polster schmolz dahin, bis auf vier Tore konnten die Gäste verkürzen. „Andere Gegner nutzen das noch konsequenter aus“, sagte Sven Deffte, der seine Jungs mit einer lautstarken Ansprache in einer Auszeit noch einmal wach rüttelte. Offenbar fand der die richtigen Worten. Denn in der Folge konnte er sich wieder auf die starke Abwehr und Torsteher Büttner verlassen, im Angriff zielte der VfL nun wieder genauer und machte deutlich, dass die zwei Punkte in Gladbeck bleiben sollten. Fünf Treffer in Folge, und der Drops war endgültig gelutscht.  „In diesen Situationen war es wichtig, dass ich ein paar Bälle halte. Aber die Abwehr trägt da auch einen großen Teil zu bei“, beschrieb Sebastian Büttner die spielentscheidenden Minuten. Sven Deffte konnte nun allen Spielern Einsatzzeiten verschaffen, der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr. Auch, weil der Gast aus Ostwestfalen spürbar abbaute. „Wir haben taktische Fehler gemacht, nicht immer konzentriert gespielt. Gladbeck hat verdient gewonnen“, sagte TuS-Coach Eric Husemann. Positiver fiel logischerweise das Fazit von Sven Deffte aus. „Ich bin mit der Leistung zufrieden. Dass wir hier mit neun Toren Vorsprung gewinnen, damit hätte ich im Vorfeld nicht gerechnet“, sagte der Übungsleiter. Und auch Max Krönung war, abgesehen von der kurzen Schwächephase, einverstanden mit der Leistung, die er uns seine Teamkollegen auf das Parkett gelegt hatten: „Gefühlt ist es ein Schritt nach vorne. Wir haben unsere Serie ausgebaut und sind weiter oben dran.“ Entsprechend gut gelaunt ging es anschließend auf die Weihnachtsfeier. Verdient hatte sich der VfL die Party nach der guten Leistung allemal.

NW Bielefeld. TuS-97-Trainer Sven-Eric Husemann musste zugeben: „Die Niederlage ist auch in der Höhe verdient. Gladbeck war klar besser.“ Der letztjährige Vizemeister aus dem nördlichen Ruhrgebiet, nach schlechtem Saisonstart mittlerweile auf Rang vier gelistet, schien sich ordentlich und gewissenhaft auf die Bielefelder vorbereitet zu haben. Die Gäste ihrerseits ließen von Beginn an die für einen Auswärtssieg nötige Effektivität vermissen. Am Ende unterlagen die Jöllenbecker mit 21:30 (9:16) entsprechend deutlich.
Schnell lagen die Gäste so mit 2:6 (11.) und 4:10 (18.) in Rückstand. Insgesamt 20 Fehlwürfe und 17 technische Fehler hatten die Bielefelder am Ende notiert, lediglich drei Akteure vermochten mehr als ein Tor zu erzielen. Und immer, wenn Trainer Husemann das Gefühl hatte, dass sich seine Mannschaft besser zurecht finden würde, konnte Gladbeck einen Lauf starten. So gerieten die Bielefelder nach dem 8:12 (24.) wieder mit 11:20 (35.) in Rückstand. Arne Kämper bäumte sich jetzt mit drei Toren (10:18, 11:19, 12:20) gegen die drohende Deklassierung auf – schied jedoch wenig später mit Knieproblemen aus. Doch auch nachdem sich die Gäste tatsächlich und mühsam auf 18:22 (44.) heran gekämpft hatten – „Wir haben uns in der Abwehr besser positioniert und konnten so einige Gegenstöße laufen“ (Husemann) – , gelang es den Bielefeldern nicht, das Spiel ausgeglichen zu gestalten. „Wir stellen uns selbst ein Bein“, verzweifelte Husemann. Daniel Meyer, mit zwölf Toren der erfolgreichste Werfer, ließ ausgerechnet jetzt einen Siebenmeter aus und Youngster Jakob Schulte vergab freistehend von Rechtsaußen. Max Krönung und Björn Sankalla, die individuell starken Rückraumspieler der Gastgeber, vor denen Husemann natürlich gewarnt hatten, rissen das Spiel an sich. Die Gladbecker hatten so schon beim 26:18 (50.) eine Vorentscheidung herbei geführt. Dass die Auswärtsniederlage mit neun Toren am Ende recht deutlich ausfiel, missfiel Husemann: „Wir hatten die Möglichkeit, nach dem Erfolg in Augustdorf ein wenig Selbstvertrauen zu tanken.“

Mindener TB. Die drei Niederlagen gegen die Oberliga-Top-Teams haben bei den Handballern vom TuS 09 Möllbergen Spuren hinterlassen. Im letzten Spiel des Jahres waren die Schwarz-Gelben von ihrer Normalform weit entfernt und verloren gegen die Sportfreunde Loxten mit 29:33 (13:13). Die Anfangseuphorie ist beim Aufsteiger nach elf Spieltagen verflogen. „Die letzten Spiele waren bei uns noch im Kopf“, sagte TuS-Kreisläufer Alexander Wiemann. Nach den Pleiten beim Tabellen-Zweiten Spenge, dem Spitzenreiter Altenhagen-Heepen und dem Dritten Mennighüffen wollte seine Mannschaft wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Doch aus diesem Vorhaben wurde nichts: „Wir haben phasenweise katastrophal gedeckt und zu früh geworfen. Die Niederlage war verdient.“ Den Start in das erste Heimspiel seit sieben Wochen haben die Hausherren komplett verschlafen. Nach neun Minuten führte Versmold mit 6:1. „Da haben wir schlecht verteidigt und leichte Tore über den Kreis kassiert. Vorne haben wir zu viele Fehler gemacht und Versmold zu Gegenstößen eingeladen“, blickte 09-Coach André Torge zurück. Nach und nach steigerten sich seine Spieler. Nach 17 Minuten verkürzten sie auf 7:9. Kurze Zeit später – nach einer Auszeit der Gäste – erzielte Frederik Altvater das 8:9. Bis zum ersten Ausgleichstreffer dauerte es allerdings bis kurz vor der Pause. Erneut war es Altvater, der zum 13:13-Halbzeitstand traf. Die Partie Achter gegen Elfter war wieder offen. Doch in der Anfangsphase der zweiten Hälfte gelang es den Schwarz-Gelben nicht, in Führung zu gehen. Stattdessen setzten sich die Gäste zwischen der 35. und 39. Minute ab. Aus einem 14:14 machten sie ein 20:15 und deckten dabei Möllbergens Schwächen auf. „Das war unsere zweite schwache Phase“, sagte Torge und machte dieselben Kritikpunkte wie zu Beginn des Spiels aus. Mitte der zweiten Hälfte kämpften sich die Möllberger mit einem 4:1-Lauf auf 20:23 heran. Doch der Aufschwung wehrte nur kurz. Vier Minuten später lag das Torge-Team mit 20:27 zurück. „Es wirkte so, als würden wir aufgeben. Uns hat der Mumm gefehlt“, meinte Wiemann. Die Schwarz-Gelben verkürzten zwar noch einmal auf 25:28 (56.), kamen aber nicht näher als auf drei Tore heran. Als die Hausherren noch einmal das Tempo anzogen, machte Loxten wieder Ernst. Fast jeder Angriff der Gäste in der Schlussphase endete mit einem Treffer. Wäre Keeper Jannis Finke nicht gewesen, hätte die sechste Saisonniederlage womöglich schon früher festgestanden. „Jannis hat uns lange im Spiel gehalten. Er war einer der Wenigen mit Normalform“, sagte Torge. Die zweite Heimniederlage hat den TuS-Trainer vor allem deshalb geärgert, weil Loxten keineswegs unschlagbar war. „Sie waren keine Übermannschaft. Loxten ist nicht ans Limit gegangen, aber das mussten sie auch nicht. Wir haben nicht unsere Leistung der letzten Heimspiele gebracht“, stellte Torge fest. Obwohl aus den vergangenen acht Partien nur drei Punkte herausgesprungen sind, sind die „09er“ nach wie vor im Soll. Dank des überragenden Saisonstarts überwintern die Möllberger mit 9:11 Zählern auf dem Konto. Um nicht in Abstiegsgefahr zu geraten, müssen im neuen Jahr aber schnell weitere Punkte hinzukommen.

Haller Zeitung. Den Bundesliga-Schlager zwischen SG Flensburg-Handewitt und THW Kiel verfolgte Thomas Lay entspannt zu Hause am TV-Bildschirm. Dass der Trainer der SF Loxten am gestrigen Sonntag noch richtig Lust auf Handball hatte, hatte sicher auch damit zu tun, dass seine eigene Mannschaft am Vorabend eine reife Leistung abgeliefert hatte. „Man hat gemerkt, dass die Bedeutung dieses Spiels allen Beteiligten von Anfang klar war“, gab Lay seinen Eindruck wieder. In einer intensiven Anfangsphase zeigten die

Gäste, dass sie unter keinen Umständen in Richtung Tabellenkeller abrutschen wollen. „Unsere Abwehr war sofort präsent“, berichtete Lay, der sich beim Anpfiff für eine 5:1-Formation entschieden hatte. Mit Erfolg: Während der gastgebende Aufsteiger überhaupt keinen Rhythmus fand, schlugen die Sportfreunde aus ihrer sattelfesten Defensive im Angriff Kapital. Kreisläufer Jan Patzelt und sein Bruder Nils per Gegenstoß steuerten jeweils zwei der ersten fünf Gästetreffer bei. Als Möllbergens Coach André Torge schon in der 7. Minute die grüne Karte auf den Tisch legte und Timo Menger kurz darauf sogar auf 6:1 (8.) erhöhte, war der Jubel im Lager der Gäste groß. Gleichzeitig raubte der scheinbar sichere Vorsprung den Lay-Schützlinge offenbar aber auch ein Stück ihrer Aufmerksamkeit. „Hinten haben wir dann nicht mehr immer den letzten Schritt gemacht“, haderte Lay mit dem „zweiten Gesicht“ seiner Mannschaft. Folge: Der TuS holte Tor um Tor auf, mit einem 13:13-Halbzeitstand ging es in die Pause. Um neue Reizpunkte zu setzen, stellte Lay die Abwehr nach Wiederanpfiff auf das kompaktere 6:0-System um. Zwischen den Pfosten löste Daniel Plum Pascal Welge ab. „Wir haben uns dann wieder gefangen“, registrierte der Coach zufrieden. Erfreulich

auch, dass einer der Jüngsten im Loxtener Team Verantwortung übernahm: Marlon Meyer löste Heiner Steinkühler nach zwei Fehlversuchen als Siebenmeterschütze ab und verwandelte zweimal sicher. Meyers Tor zum 21:16 (41.) stellte den alten Abstand wieder

her. Möllbergen erhöhte jetzt das Risiko und verkürzte den Rückstand von 20:27 (51.)

in der 58. Minute noch einmal auf drei Tore (28:31).Mehr ließen die Gäste aber nicht

mehr anbrennen. „Loxten ist nicht ans Limit gegangen, aber das mussten sie auch nicht“, stellte TuS-Coach Torge enttäuscht fest. Kollege Lay dagegen resümierte: „Das

war eine gute Gesamtleistung von uns.“ Nach dem zweiten Auswärtssieg in Folge darf seine

Mannschaft nun am Freitag mit breiter Brust zum Spitzenreiter TSG A-H Bielefeld in

die Seidensticker Halle reisen.

Soester Anzeiger. Der Soester TV geht mit einer blütenweißen Heimweste ins neue Jahr in der Oberliga. Gegen die Reserve des ASV Hamm gelang im fünften Heimspiel der Saison der fünfte Sieg. Allerdings war das 27:24 (14:10) alles andere als ein handballerischer Leckerbissen zur Weihnachtszeit. „Das war kein schönes Spiel und sicherlich eine unserer schlechtesten Leistungen in dieser Saison“, gestand STV-Trainer Dirk Lohse ein.

Lohse schickte gegen den „Nachwuchs“ des Zweitligisten selbst eine junge Mannschaft aufs Feld: Leon Wolff, Jan Ole Zülsdorf und Max Picht standen schon in der Start-Sieben, Lasse Müller kam nach einer guten Viertelstunde dazu. Und der STV begann verheißungsvoll. Die Deckung – ohne die angeschlagenen Fabian Schnorfeil und Axel Loer – arbeitete gut, Torwart Birk Muhr deutete schon in der Anfangsphase an, dass er einen guten Tag erwischt hatte. Aber nach vorne ruckelte der STV-Motor. Schon in den ersten fünf Minuten gingen drei Balleroberungen im Gegenstoß verloren, oder ASV-Keeper Behrens stand im Weg. „Wir haben auf dem Weg nach vorne zu viele Fehler gemacht“, wusste auch Lohse.

Und im gebundenen Spiel war anfangs auf Benni Haake Verlass, der seine drei Tore in der Anfangsphase aus dem Rückraum erzielte. Ansonsten ging es über die schnellen Wolff und Picht, die aber auch keine Topquote aufwiesen. So lag Soest nach acht Minuten nur 4:1 vorne, nach einer Viertelstunde dann aber immerhin 9:3. Hamm gelang bis dahin kaum etwas in der Offensive und die 6:0-Deckung hatte kaum einen Zugriff. Gäste-Trainer Tobias Mateine reagierte, wandelte die 6:0-Deckung in eine 5:1 mit Zweitliga-Talent Saalmann als Vorgezogenen. Außerdem beorderte er Wienczek von der Mitte auf Halblinks. Das fruchtete nach und nach. Denn Soest gelangen nun weniger Ballgewinne und damit auch weniger Gegenstöße – und vorne fand der STV auch weniger Mittel. Bis zur Pause kam der ASV von zwischenzeitlich sieben (11:4) auf vier Tore heran (14:10). Und danach wurde es noch enger, weil das Soester Angriffsspiel einfach mit zu vielen einfachen Fehlern behaftet war und sich die ebenfalls nicht überzeugenden Hammer so nicht abschütteln ließen. Soest schien den Vorsprung aber weiterhin zumindest zu kontrollieren. Wolff, mit sieben Treffern bester Soester Torschütze, traf einer gute Viertelstunde vor Schluss zum 22:18. Aber auch Max Loers Siebenmetertor zum 25:21 knapp acht Minuten vor Schluss sorgte noch nicht für Beruhigung. Weil Soest vorne weiter schwächelte: Sogar Leader und Kapitän Max Loer unterliefen zwei Fehlpässe in Folge. Beim 25:24 war Hamm zwei Minuten vor Schluss wieder dran. Mateina forderte in einer Auszeit noch einmal lautstark den Sieg von seiner Mannschaft – und die ließ direkt nach Wiederbeginn einen „Kempa“ misslingen. Im Gegenzug fand war Bekel Schönle, der nur durch ein siebenmeterreifes Foul zu stoppen war. Jetzt blieb Max Loer ganz cool – und traf vom Punkt zum 26:24. Drei Minuten waren aber noch zu spielen. Jetzt stand aber hinten die STV-Deckung. Einen ersten Ballgewinn knallte Wolff im Gegenzug auf Keeper Behrens Hände. Anschließend landete Schrages Versuch im Soester Innenblock. Noch 70 Sekunden. Aber jetzt blieb Soest ganz cool gegen Hamms offene Deckung. Der Ball kam wieder zu Wolff, der wieder nur mit einem Foul zu stoppen war. Siebenmeter. Max Loer trifft – 27:24. Der STV siegt. Nicht schön, aber verdient.

 

Westf. Anzeiger. Daheim ist der Soester TV in der Handball-Oberliga eine absolute Macht. Satte 8:0 Punkte erkämpfte sich die Truppe von Börde-Coach Dirk Lohse schon vor dem Derby gegen den ASV Hamm-Westfalen II – jetzt kommen zwei weitere Zähler hinzu. Denn das Treffen der beiden Kreisrivalen endete mit einem 27:24 (14:10)-Heimsieg der Gastgeber, die sich über den keineswegs unverdienten Erfolg natürlich riesig freuten. Weniger gut gelaunt äußerte sich der Hammer Trainer Tobias Mateina nach dem Match: „Wir kamen nur schwer ins Spiel. Die Anfangsphase haben wir eigentlich gänzlich verschlafen. So brauchten wir gute zehn Minuten für unseren ersten Treffer“, erklärte der Coach, der auch mit der Abwehr seiner Truppe nicht zufrieden war. „Richtigen Zugriff zum Gegner hatten wir zunächst nicht.“

Kein Wunder also, dass die Gastgeber, die zeitweise ohne Torhüter und mit dem siebten Feldspieler agierten, durchweg den Ton angaben. Über 3:1 zog Soest zwischenzeitlich schon mit 12:5 (20.) nach vorn. Die Hammer Bemühungen scheiterten auch deshalb, weil den Gästen eine Vielzahl technischer Fehler unterliefen und sie auch mehrfach frei vor dem TVS-Gehäuse scheiterten. Die daraus resultierenden Ballverluste nutzte Soest zu einfachen Toren, meist schon im Gegenzug. Und so blieb das Treffen bis zum Seitenwechsel einseitig. Die Hausherren bestimmten das Spiel, obwohl sich der ASV bis zur Pause (14:10) zumindest auf Schlagdistanz brachte. Für Hamm nahm das Match erst nach dem Kabinengang einen vielversprechenden Verlauf. So kam auch erstmals Derbystimmung auf, als die Gäste den Rückstand verkürzten und sich Tor um Tor herankämpften. „Wir waren jetzt endlich wach, wenngleich uns in einigen Spielphasen immer noch die notwendige Cleverness fehlte“, erkannte der Hammer Trainer plötzlich Feuer im Auftreten seiner Mannschaft. Soest wackelte mächtig, als der ASV nach Treffern von Saalmann, Tröster und Richter bis auf 25:24 (54.) aufschloss. Doch als in dieser Schlüsselphase Justin Black eine Zwei-Minuten-Strafe auf der Bank kassierte, Hamm also in Unterzahl weiterkämpfen musste, spielte dieser Vorteil Soest in die Karten. Per Siebenmeter erhöhte Max Löhr die Führung der Gastgeber auf 26:24. „Wir standen uns wieder selbst im Weg“, ärgerte sich Mateina, der sein Team in einer Auszeit noch einmal einschwor, doch wieder auf Kurs brachte er seine Akteure nicht. Ganz anders Soest, das konzentriert weiter spielte und erneut durch Löhr den Abschlusstreffer zum 27:24-Heimsieg erzielte. „Heute war zweifellos mehr für uns drin. Doch unsere Fehlerquote im Angriff war einfach zu hoch. Auch in der Abwehr haben wir es unseren Gastgebern gleich mehrfach viel zu einfach gemacht“, sagte Mateina und gratulierte Soest doch etwas zähneknirschend zum verdienten Heimerfolg.

 

HSG Augustdorf/Hövelhof – TSG A-H Bielefeld 26:41 (11:17). HSG-Tore: Dusan Maric (8/4), Nico Schmeckthal (4), Sebastian Rumniak (4), Felix Bahrenberg (3), Dominik Schmidt (2/1), Lennart Pieper (2), Sergej Braun (2), David Honerkamp (1). TSG-Tore: Julius Hinz (12), Arne Kröger (10), Nils Prüßner (4), Luca Sewing (4), Nils Strathmeier (4), Johannes Krause (3/1), Jonas Zwaka (2), Tim Schuwerak (1), Tobias Fröbel (1).

TuS Spenge – VfL Mennighüffen 36:25 (17:9). TuS-Tore: Sebastian Reinsch (6), Nils van Zütphen (5), Sebastian Kopschek (5/2), Gordon Gräfe (5), René Wolff (4), Justus Clausing (3), Phil Holland (3/1), Fabian Breuer (2), Leon Prüßner (2), Filip Brezina (1). VfL-Tore: Tomasz Tluczynski (9/4), Marco Büschenfeld (5/2), Lukas Mailänder (3), Maik Dittrich (3), Jonas Köster (2), Malte Ames (2), Pascal Schumann (1).

HSG Gevelsberg-Silschede – TuS Ferndorf II 25:27 (13:12). HSG-Tore: Sebastian Breuker (5), Björn Rauhaus (4), Sam Lindemann (4), Jannik Still (3/3), Tobias Fleischhauer (3), Björn Wohlgemuth (3), Andre Bekston (2), Kevin Kliche (1/1). TuS-Tore: Michel Sorg (7/4), Leon Sorg (6), Jan Niklas Klein (5), Fabian Paul (4), Linus Michel (4/1), Florian Schneider (1).

VfL Gladbeck – TuS Bielefeld/Jöllenbeck 30:21 (16:9). VfL-Tore: Max Krönung (9), Björn Sankalla (6/1), Sebastian Janus (3), Christoph Enders (3), Dustin Dalian (3), Tim Krause (2), Fynn Blissenbach (1), Marcel Giesbert (1), Felix Brockmann (1), Moritz Schölich (1). TuS-Tore: Daniel Meyer (12/5), Arne Kämper (3), Nils Grothaus (3), Leon Ludwigs (1), Lukas Heins (1), Maik Braunheim (1).

TuS  Möllbergen – Spfr. Loxten 29:33 (13:13). TuS-Tore: Sebastian Berg (8), Frederic Altvater (7/4), Patrick Kurz (3), Simon Witte (2), Alexander Wiemann (2), Leon Richter (2), Thorben Hanke (1), Lukas Eickenjäger (1), Timo Beining (1), Fabian Arning (1), Jannis Finke (1). SF-Tore: Jan Patzelt (6), Heinrich Steinkühler (6/1), Marlon Meyer (5/2), Max-Leroy Schäper (4), Timo Menger (4), Nils Patzelt (3), Paul Blankert (3), Maximilian Harnacke (2).

Soester TV – ASV Hamm-Westfalen II 27:24 (14:10). STV-Tore: Leon Wolff (7), Max Loer (7/6), Max Picht (3), Benni Haake (3), Robin Bekel (2), Jan-Ole Zülsdorf (2), Julian Vukoja (1), Anton Schönle (1), Jan Franke (1). ASV-Tore: Vincenz Saalmann (7), Luca Tröster (5), David Wiencek (4/1), Dennis Richter (3), David Spiekermann (2), Phil Schrage (2), Niklas Kölsch (1).

(bg) Der Kampf um die Torjägerkrone in der Handball-Oberliga verspricht in dieser Saison besondere Spannung, denn nach zehn Spieltagen trennt die drei Topschützen gerade mal ein Treffer. Aktuell hat Julius Hinz, vom Tabellenführer A-H Bielefeld, mit zwölf Treffern auch Tagesbester, die Führung übernommen, gefolgt vom Spenger Phil Holland und dem quasi gleichauf liegenden Soester Max Loer. Hier die Spitzengruppe:

Julius Hinz (A-H Bielefeld) 72/23

Phil Holland (Spenge) 71/27

Max Loer (Soest) 71/39

Dusan Maric (Augustdorf) 66/29

Björn Sankalla (Gladbeck) 63/20

Moritz Frenzel (Hemer) 62/1

Sebastian Reinsch (Spenge) 59/4

Daniel Meyer (Bielefeld/J.) 59/25

David Wiencek (Hamm II) 58/25

Max Krönung (Gladbeck) 57/7

Felix Bahrenberg (Augustdorf) 54

Sebastian Berg (Möllbergen) 54/12

Tomasz Tluczynski (Mennighüffen) 54/13

Marco Büschenfeld (Mennighüffen) 52/24

Leon Sorg (Ferndorf II) 50

Frederic Altvater (Möllbergen) 50/10

Heinrich Steinkühler (Loxten) 50/10

Mattis Michel (Ferndorf II) 47/7

Julian Knickmeier (LiT) 46/12

Nils Grothaus (Bielefeld/J.) 44

Johannes Krause (A-H Bielefeld) 44/3

Lucas Rüter (LiT) 44/19

Beim Topfavoriten TuS Spenge wurden unserer ersten Mannschaft vor gut 1000 Zuschauern die Grenzen aufgezeigt. Am Ende gab es eine deftige 36:25-Schlappe. Unsere Reserve verschlief im Kreisderby bei TG Herford die Anfangsphase und lag schnell mit 10:2 zurück. Danach lief es besser, aber am Ende verlor der VfL mit 23:19-Toren.

 

Sa 19.15Uhr   TuS Spenge – VfL 1.Herren                 36:25

Sa 19.30Uhr   TG Herford – VfL 2. Herren               23:19

 

 

TuS Spenge – VfL 1. Herren  36:25 (17:9)

Dem VfL gelang beim großen Favoriten TuS Spenge ein guter Start. Marco Büschenfeld sorgte im Alleingang für die 2:4-Führung. Dann aber war es mit der Herrlichkeit der Gäste vorbei. Aus einem 5:5 machte der TuS Spenge ein 10:5 und setzte sich immer weiter ab. Der VfL-Angriff lief sich immer wieder in der stabilen Abwehr des TuS fest und spätestens beim 17:9 zur Halbzeit war die Vorentscheidung gefallen. Die sonst so starke VfL-Abwehr bekam die körperlich sehr präsenten Spenger Angreifer nicht in den Griff und beide Torleute bekamen so gut wie nichts an die Finger. In der 33.Minute lag der TuS beim Zwischenstand von 20:10 das erste Mal mit zehn Buden vorn. Beim 29:16 war es ganz bitter für den VfL aus. Lukas Mailänder traf in der Schlussphase noch dreimal für seine Farben, aber die sehr deutliche 36:25-Niederlage konnte auch er nicht mehr abwenden.

Tore:Tomasz Tlucznyki (9/4), Marco Büschenfeld (5/2), Lukas Mailänder (3), Maik Dittrich (3), Jonas Köster (2), MalteAmes (2) und Pascal Schumann (1).

 

TG Herford – VfL 2. Herren 23:19 (14:6)

Nach nur wenigen Minuten war klar, das unsere Reserve in Herford für einen Punktgewinn nicht in Frage kam. Die Hausherren gingen mit 6:0 in Front und bauten ihren Vorsprung bis auf 10:2 aus. Beim Stand von 14:6 wurden die Seiten gewechselt. Im zweiten Durchgang war der VfL besser im Bilde und gewann die Hälfte mit 9:13-Toren. Beim Zwischenstand von 21:14 legte die Truppe von Trainer Christian Neumann einen 0:5-Lauf hin und war beim 21:19 wieder auf Tuchfühlung. Aber die beiden letzten Treffer der Partie erzielte die TG und gewann mit 23:19.

Tore: Miklas Bröhenhorst (10/9), Tim Wienkemeier (3), Christian Menkhoff (2), Nils Laubenstein (2), Andreas Kreft (1) und Marius Hepermann (1).

NW Bielefeld. Das Derby zwischen der TSG A-H Bielefeld und dem TuS Spenge – es wurde zu genau diesem magischen Handballabend, den sich alle Fans erhofft hatten. Am Ende siegte Spenge mit 27:24 (11:11) und brachte dem Tabellenführer aus Bielefeld die erste Niederlage bei. Schon in der ersten Halbzeit lagen Lust und Frust ganz dicht beieinander. Die Bielefelder legten unter den Augen einer Rekordkulisse von 3.000 Zuschauern vor. Der gerade erst von einer langen Verletzung genesene Tobias Fröbel erzielte das 1:0, Bielefelds Mittelmann Marius Kastening legte auf 2:0 nach. Nach nur vier Minuten folgte der nächste Schock für Spenge: Phil Holland, bester Torschütze der Herforder, musste am Oberschenkel behandelt werden. Keine zwei Minuten später humpelte Kastening raus. Hektisch verarzteten die Physiotherapeuten auf beiden Seiten jetzt zwei der vermeintlichen Protagonisten. Die Partie lief unterdessen weiter, und das im wachenden Derbymodus: Nach zehn Minuten nahm Spenges Abwehrchef Oliver Tesch TSG-Kreisläufer Fröbel ordentlich in den Schwitzkasten. Es folgte das erste Wortgefecht auf dem Feld. Holland und Kastening kehrten zurück, wurden aber auch gleich Opfer der jetzt beginnenden Wechselspielchen. Spenge Coach Heiko Holtmann, der zu Beginn mit einer sehr offensiven 4:2-Deckung überraschte, hatte früh damit angefangen, sein Personal auszutauschen. TSG-Trainer Michael Boy zog im Rückraum nach. Er brachte Arne Kröger und Luca Sewing. Johannes Krause rückte für Kastening auf die Mitte. Nachdem die TSG stärker begonnen hatte, nutzte Spenge in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit zahlreiche Fehlwürfe des Tabellenführers. Beim 5:5 glich Sebastian Reinsch erstmals aus, erzielte eine Minute später gar den 6:5-Führungstreffer. Auf beiden Seiten zeigten sich die Torhüter in glänzender Form. Bielefelds Felix Hendrich parierte allein vor der Pause drei Siebenmeter. Beim zweiten davon wurde auch der Nachwurf Beute des Schlussmanns. Nach dem Seitenwechsel trumpfte Spenges Torwart Bastian Räber auf. Er hielt zwei Strafwürfe. Der TuS kam erneut mit der offensiven 4:2-Abwehrvariante aufs Feld, was die Bielefelder zunehmend in Schwierigkeiten brachte. Hatte Hendrich mit seinem gehaltenen Siebenmeter kurz vor der Pause noch das 11:11-Halbzeitremis gerettet, so zog Spenge jetzt über 13:15, 15:19 und 21:17 davon. Zehn Minuten waren noch zu spielen. Sebastian Kopschek traf zum 23:18 aus Sicht der Herforder – noch acht Minuten. Der Abstand hatte weiter bestand. Auch fünf Minuten vor dem Ende lagen die Gäste mit fünf Treffern vorne (25:20). Spenge war in der zweiten Hälfte die bessere Mannschaft. Auf Seiten der TSG stemmte sich vor allem Johannes Krause gegen die drohende erste Niederlage. Michael Boy reagierte nach dem 19:23. Er stellte seine Abwehr auf eine offensivere 4:2-Variante um. Später spielte die TSG sogar eine 3:3-Version. Arne Kröger, Gustav Rydergård und Krause brachten ihr Team auf 23:25 ran. Doch Kopschek machte in der Schlussminute mit dem 26:23 alles klar. TSG-Coach Boy gab zu: „Der Sieg war verdient. Uns hat das Konzept gefehlt, Der Ausfall von Marius Kastening hat uns nicht in die Karten gespielt.“ Spenges Trainer Heiko Holtmann fand: „Wir haben über 60 Minuten die bessere Struktur gehabt.“

NW Herford. Das Derby zwischen der TSG A-H Bielefeld und dem TuS Spenge – es wurde zu genau diesem magischen Handballabend, den sich alle Fans erhofft hatten. Am Ende siegte Spenge mit 27:24 (11:11) und brachte dem Tabellenführer aus Bielefeld die erste Niederlage bei. Schon in der ersten Halbzeit lagen Lust und Frust ganz dicht beieinander. Die Bielefelder legten unter den Augen einer Rekordkulisse von 3.000 Zuschauern vor. Der gerade erst von einer langen Verletzung genesene Tobias Fröbel erzielte das 1:0, Bielefelds Mittelmann Marius Kastening legte auf 2:0 nach. Nach nur vier Minuten folgte der nächste Schock für Spenge: Phil Holland, bester Torschütze der Herforder, musste am Oberschenkel behandelt werden. Keine zwei Minuten später humpelte Kastening raus. Hektisch verarzteten die Physiotherapeuten auf beiden Seiten jetzt zwei der vermeintlichen Protagonisten. Die Partie lief unterdessen weiter, und das im wachenden Derbymodus: Nach zehn Minuten nahm Spenges Abwehrchef Oliver Tesch TSG-Kreisläufer Fröbel ordentlich in den Schwitzkasten. Es folgte das erste Wortgefecht auf dem Feld. Holland und Kastening kehrten zurück, wurden aber auch gleich Opfer der jetzt beginnenden Wechselspielchen. Spenge Coach Heiko Holtmann, der zu Beginn mit einer sehr offensiven 4:2-Deckung überraschte, hatte früh damit angefangen, sein Personal auszutauschen. TSG-Trainer Michael Boy zog im Rückraum nach. Er brachte Arne Kröger und Luca Sewing. Johannes Krause rückte für Kastening auf die Mitte. Nachdem die TSG stärker begonnen hatte, nutzte Spenge in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit zahlreiche Fehlwürfe des Tabellenführers. Beim 5:5 glich Sebastian Reinsch erstmals aus, erzielte eine Minute später gar den 6:5-Führungstreffer. Auf beiden Seiten zeigten sich die Torhüter in glänzender Form. Bielefelds Felix Hendrich parierte allein vor der Pause drei Siebenmeter. Beim zweiten davon wurde auch der Nachwurf Beute des Schlussmanns. Nach dem Seitenwechsel trumpfte Spenges Torwart Bastian Räber auf. Er hielt zwei Strafwürfe. Der TuS kam erneut mit der offensiven 4:2-Abwehrvariante aufs Feld, was die Bielefelder zunehmend in Schwierigkeiten brachte. Hatte Hendrich mit seinem gehaltenen Siebenmeter kurz vor der Pause noch das 11:11-Halbzeitremis gerettet, so zog Spenge jetzt über 13:15, 15:19 und 21:17 davon. Zehn Minuten waren noch zu spielen. Sebastian Kopschek traf zum 23:18 aus Sicht der Herforder – noch acht Minuten. Der Abstand hatte weiter bestand. Auch fünf Minuten vor dem Ende lagen die Gäste mit fünf Treffern vorne (25:20). Spenge war in der zweiten Hälfte die bessere Mannschaft. Auf Seiten der TSG stemmte sich vor allem Johannes Krause gegen die drohende erste Niederlage. Michael Boy reagierte nach dem 19:23. Er stellte seine Abwehr auf eine offensivere 4:2-Variante um. Später spielte die TSG sogar eine 3:3-Version. Arne Kröger, Gustav Rydergård und Krause brachten ihr Team auf 23:25 ran. Doch Kopschek machte in der Schlussminute mit dem 26:23 alles klar. TSG-Coach Boy gab zu: „Der Sieg war verdient. Uns hat das Konzept gefehlt, Der Ausfall von Marius Kastening hat uns nicht in die Karten gespielt.“ Spenges Trainer Heiko Holtmann fand: „Wir haben über 60 Minuten die bessere Struktur gehabt.“

NW Bad Oeynhausen. „Wir wollen als Tabellenzweiter nach Spenge fahren.“ Dieses Ziel hatte Klaus Gerkensmeier, Teammanager des VfL Mennighüffen, ausgegeben. Weil Spenge das Derby in Altenhagen mit 27:24 gewonnen hatte, musste ein Sieg gegen Möllbergen her. Und der gelang den Mennighüffener in erneut überzeugender Form. „Es gibt nichts zu kritisieren“, sagte VfL-Trainer Zygfryd Jedrzej nach dem klaren 30:19 (14:12)-Erfolg über Möllbergen. Allerdings brauchten die Gastgeber eine Halbzeit lang, um sich ihren Gegner zurechtzulegen. Die stark ersatzgeschwächten Möllbergener hatten nämlich keine Lust, sich vorführen zu lassen. Im Gegenteil – als die Mennighüffener bereits mit 12:8 (23.) in Führung lagen, begann die stärkste Phase des TuS Möllbergen. Er legte in der Deckung zu, während der VfL Mennighüffen eine Zeit lang brauchte, um den Ausfall von Rückraumspieler Pascal Schumann zu verarbeiten. Der 21-Jährige war Mitte der ersten Halbzeit beim einem Durchbruch auf der halbrechten Position auf den Rücken gefallen, verließ das Spielfeld mit einer schmerzhaften Prellung und kam auch nicht mehr wieder. „Ich hoffe, dass es nichts Schlimmeres ist“, sagte Schumann nach dem Spiel, wirkte aber positiv. Möllbergen kam auf 12:13 (30.) heran. Die entscheidende Phase erlebten die rund 350 Zuschauer dann nach Wiederanpfiff, als der VfL vom 15:13 (34.) auf 25:13 (46.) davonzog, womit das Spiel entschieden war. Die Möllbergener waren in dieser Phase mit der erneut starken 6:0-Deckung der Mennighüffener überfordert. „Da sind wir regelrecht eingebrochen und haben viel zu ängstlich gespielt. Das darf uns natürlich nicht passieren“, sagte Gäste-Trainer André Torge, der mit Jan Camen, Patrick Richter und Patrick Kurz auf drei etatmäßige Rückraumspieler verzichten musste. Torge hatte den erst 19-jährigen Leon Richter aus der zweiten Mannschaft hochgezogen. Außerdem hatte Linkshänder Simon Witte, Leistungsträger im halbrechten Rückraum, in der ersten Halbzeit bereits zwei Zeitstrafen kassiert. Mennighüffens Marco Büschenfeld übrigens auch. Für Witte war in der 49. Minute Schluss, als er nach seiner dritten Zeitstrafe disqualifiziert wurde. Marco Büschenfeld folgte ihm acht Minuten später. Beide saßen danach auf der Tribüne nebeneinander und verfolgten von dort die letzten Spielminuten. Herausragender Akteur beim VfL erneut Mittelmann Arne Halstenberg, der geschickt und dennoch beinahe unauffällig die Fäden zog. Rechtsaußen Mats Köster mit sechs Feldtoren und Lukas Mailänder mit fünf Feldtoren waren die besten VfL-Werfer. „Das war ein grandioser Sieg. Und man hat gesehen, dass hier eine Mannschaft spielt“, sagte Pascal Schumann. Der VfL freut sich nun, am Samstag, 9. Dezember, als Tabellenzweiter zum Derby nach Spenge zu fahren.

TSG A-H Bielefeld – TuS Spenge 24:27 (11:11). TSG-Tore: Johannes Krause (10/2), Arne Kröger (5), Julius Hinz (3/2), Tobias Fröbel (1), Luca Sewing (1), Gustav Rydergård (1), Nils Prüßner (1), Till Kirsch (1), Marius Kastening (1). TuS-Tore: Sebastian Reinsch (7/2), Sebastian Kopschek (5), Leon Prüßner (5), Phil Holland (3), Fabian Breuer (3), Oliver Tesch (2), Filip Brezina (1), René Wolff (1).

 

VfL Mennighüffen – TuS Möllbergen 30:19 (14:12). VfL-Tore: Marco Büschenfeld (6/3), Mats Köster (6), Lukas Mailänder (5), Arne Halstenberg (3), Tomasz Tluczynski (3), Malte Ames (2), Pascal Schumann (2), Calvin Born (1), Jonas Köster (1), Julian Peitzmeier (1). TuS-Tore: Frederic Altvater (6/3), Sebastian Berg (4/1), Simon Witte (3), Marc Kelle (1), Thorben Hanke (1), Lukas Eickenjäger (1), Timo Beining (1), Fabian Arning (1), Hauke Riechmann (1).

 

 

(bg) Der neunte Spieltag der Handball-Oberliga bestätigte die Kräfteverhältnisse, denn sowohl der weiter verlustpunktfreie Spitzenreiter TSG A-H Bielefeld als auch seine unmittelbaren Verfolger punkteten doppelt. Die einzige echte Überraschung war der glatte Heimsieg von Neuling TuS Ferndorf II über LiT Tribe Germania, wodurch sich die Abstiegssorgen von Augustdorf/Hövelhof und vor allem Schlusslicht Gevelsberg-Silschede (nur 14 Tore in Mennighüffen) weiter verschärft haben.

 

NW Bielefeld. Das Heimspiel gegen die auswärts noch sieglosen, trotzdem aber leicht favorisierten Gäste vom Soester TV wurde vom Bielefelder Anhang als richtungsweisend eingestuft: „Wenn wir heute verlieren, spielen wir schwer gegen den Abstieg“, war auf der Jöllenbecker Tribüne zu hören. Ob das 26:26 (11:12)-Unentschieden die Gemüter beruhigt? Wohl eher nicht. Die Bielefelder begannen couragiert, führten nach Toren von Nils Grothaus, Jakob Röttger und Moritz Klapdohr schnell mit 3:0 (4.). Bis zum 6:3 (12.) dominierten die Gastgeber – das Angriffsspiel der Bördestädter wirkte aber auch seltsam einsilbig und ohne Tempo vorgetragen. Wenig später hatte Soest das Spiel trotzdem gedreht (7:6, 16.). Die offensive 4:2-Abwehrformation der Gäste verursachte Schwierigkeiten: „Uns haben die Ideen gefehlt“, bemängelte TuS-97-Trainer Sven-Eric Husemann. Selten nutzten die Bielefelder die Räume, die ihnen die offensive Gästeabwehr zugestand, so kreativ, wie es Christian Niehaus und Kreisläufer Lukas Heins mit einem feinen Doppelpass taten – 7:8 (17.). Generell wurde das Spiel fahrig, gar scheußlich und torarm. Aufregung kam erst nach Wiederbeginn auf, als einige Beobachter bemängelten, dass für die Gäste ein Tor zu viel notiert worden sei. Nach kurzer Beratung entschieden die Schiedsrichter, dass keine Korrektur des Spielstandes nötig ist. Dirk Lohse, innovativer Trainer der Gäste, reagierte: Er bot im Angriff konsequent einen siebten Feldspieler für einen Torwart auf. Doch auch nach plötzlichen Ballgewinnen gelang es den verunsicherten Jöllenbeckern nicht, die vermeintlich einfachen Versuche auf das leere Tor zu treffen. Kraatz und Grothaus verfehlten in Halbzeit eins, Keeper Trittin und Meyer in Halbzeit zwei. Leon Ludwigs machte es erst im fünften Versuch besser – 16:21 (47.). „Lange Zeit zu überlegen, ob du werfen sollst, hast du als Spieler nicht. Der Wechsel ist perfekt eingespielt“, lobte Husemann die Taktik. „Soest spielte seine Angriffe mit einer unfassbaren Geduld und sehr diszipliniert“, erkannte auch Kapitän Leon Ludwigs, der sein Heim-Comeback gab. Als dann noch Rückraumschütze Axel Loer traf und Soest mit 23:17 führte (50.), schien das Spiel entschieden. Doch plötzlich starteten die Bielefelder noch eine beherzte Aufholjagd: Arne Kämper spielte stark auf, Daniel Meyer traf seine Siebenmeter und Rechtsaußen Kraatz verwandelte jetzt sicher. Das 26:26 erzielte Leon Ludwigs 20 Sekunden vor dem Ende per Gegenstoß, nachdem er selbst einen Pass abgefangen hatte. „Ehrlich gesagt, habe ich nicht mehr an ein Unentschieden geglaubt. Mit dem Punkt müssen wir heute zufrieden sein“, wusste Ludwigs. Eine Chance, die Schiedsrichter noch einmal über das vermeintliche Phantomtor auszufragen, hatten die Gastgeber eh nicht: „Da kannst du nichts machen. Dirk Lohse belagert seit Minuten die Kabine der Schiedsrichter“, berichtete Jöllenbecks Sportlicher Leiter Thorsten Lehmeier. Auch Lehmeier war tief zufrieden. Nur der Gästetrainer fühlte sich insbesondere in den Schlussminuten benachteiligt.

Soester Anzeiger. Der Soester TV hat am Samstagabend seinen ersten Auswärtssieg der Saison verpasst – trotz eigentlich starker Vorstellung beim TuS Bielefeld-Jöllenbeck. Dabei führte der STV knappe zehn Minuten vor dem Ende noch mit sechs Toren. Entsprechend enttäuscht war Soests Trainer Dirk Lohse nach dem Spiel.

„Wir haben in der Schlussphase einige wichtige Abschlüsse liegen gelassen. Schade für meine Spieler. Die bessere Mannschaft ist nicht belohnt worden. Das Ergebnis fühlt sich sehr blöd an.“ Was er nicht ansprach, waren auch einige sehr umstrittene Entscheidungen gegen Soest in der Schlussphase. So bekam Max Picht in der 52. Minute eine sehr überzogene Zeitstrafe, den Soestern wurde relativ früh Zeitspiel angezeigt – und im letzten Angriff wurde Vukoja Augenblicke vor dem Ende auf dem Weg zum Abschluss zurückgepfiffen; wegen eines Fouls an Max Loer, der ihn bedient hatte. Den folgenden direkten Freiwurf setzte Axel Loer über das Tor. Doch die Soester mussten die Gründe für den Punktverlust auch bei sich suchen. Waren sie nach der Pause im Angriff 20 Minuten lang sehr treffsicher, sank die Quote gegen Ende der Partie doch sehr ab – was auch am guten TuS-Keeper Christian Trittin lag. Die Gastgeber wurden mit jedem Treffer, den sie näher heran kamen, selbstbewusster. Arne Kämper und Till Kratz trafen aus erster und zweiter Welle oder Rechtsaußen in den letzten Minuten fast nach Belieben. Zweieinhalb Minuten vor Schluss waren es nach Max Loers Siebenmetertor aber immer noch drei Tore Vorsprung für Soest, das danach aber gar nicht mehr traf. Kämper und Kraatz brachten Jöllenbeck eine Minute vor Schluss auf 25:26 heran. Soest nahm Zeit von der Uhr, Lohse 30 Sekunden vor Schluss eine Auszeit.

Doch Bekels erster Pass landete anschließend bei den Gastgebern. Ludwigs glich aus. Noch einmal kam Soest. Max Loer passt zu Vukoja. Der trifft. Aber es wird Foul an Loer gepfiffen. Das Ende ist bekannt. Vor der dramatischen Schlussphase schien der TuS eigentlich mausetot. Soest hatte die Partie, stand super in der Deckung, traf ein ums andere Mal nach Balleroberungen aus dem Gegenzug. Von 13:13 zog der STV auf 17:13 davon. Auch das Positionsspiel – ob zu sechst oder zu siebt – funktionierte, denn auch Axel Loer im Rückraum kam nun besser zum Zug. Über 21:16 (47.) und 23:17 (50.) schien Soest dem sicheren Sieg entgegen zu spielen. Diese Dominanz hatte sich schon in der ersten Hälfte angedeutet. In den Anfangsminuten sah es zwar nicht gut aus für den STV, als vorne einige Bälle leichtfertig hergegeben wurden, doch spätestens durch den Einsatz von Max Loer im Angriff und des Angriffsspiels zu siebt und mit zweitem Kreisläufer war Soest in der Partie. Aus einem 1:4 (8.), machte Soest ein 6:6 (15.), wenig später traf Picht von Linksaußen zur ersten Führung (7:6). Jöllenbeck wehrte sich, ließ sich nicht abschütteln, doch immerhin gelang Max Loer mit der Pausensirene der Treffer zur 12:11-Führung, die zu diesem Zeitpunkt schon mehr als verdient war.

 

Haller Zeitung. Als die Hoffnung schwand, flüchteten sich die Loxtener Fans in Galgenhumor. „Ohne Holland fahr’n wir zur WM“, höhnte es aus dem Block der Gastgeber, als Spenges gleichnamiger Rückraumschütze zum Siebenmeter antrat. Doch Phil Holland, anders als sein Name vermuten lassen könnte ein Landsmann der deutschen Fußballweltmeister, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und verwandelte souverän zum 24:18 für den TuS. Es war vor allem diese Abgezocktheit, die am Samstagabend vor 700 Zuschauern in der Sparkassen-Arena den Unterschied zwischen der jungen Loxtener Mannschaft und einem ehemaligen Zweitligisten machte. „Wir sind ihnen in die offenen Arme gelaufen und haben ein bis dahin gutes Spiel innerhalb weniger Minuten weggegeben“, beschrieb SFL-Trainer Thomas Lay die vorentscheidende Phase. Mitte der zweiten Halbzeit war es, als die Gäste ihre größte Stärke gnadenlos ausspielten: Kaum mehr als 60 Sekunden brauchten Rechtsaußen René Wolff (2) und Holland, um mit drei Gegenstößen aus einer knappen 20:18-Führung ein komfortables 23:18 (51.) für Spenge zu machen.

Die Köpfe der Sportfreunde gingen danach sichtbar runter. Mehr aus Enttäuschung, denn schämen brauchten sie sich für ihre Leistung nicht. Auch wenn es in der Schlussphase so wirkte: „Das war alles andere als eine lockere Aufgabe für uns“, betonte Zehnfach-Torschütze Holland nach der Partie.  Bis zum 1:5 (9.) dauerte es, ehe die Loxtener ihren Respekt vor Spenges massiver 6:0-Deckung abgelegt hatten. Dann brachte Lay sein Team mit ein, zwei taktischen Kniffen auf den richtigen Weg – und Spenge vorübergehend aus dem Rhythmus. Mit der Hereinnahme des agilen Max Schäper, einem blendend aufgelegten Heiner Steinkühler (acht Tore vor dem Seitenwechsel) und den Paraden ihrer Torhüter Pascal Welge und Daniel Plum, der einen Siebenmeter von Holland entschärfte, drehten die Sportfreunde das Spiel. Mit stehenden Ovationen und einer 11:9-Führung verabschiedeten die heimischen Anhänger ihre Mannschaft in die Kabine. „Irgendwann haben uns vorne die Ideen gefehlt“ Doch die Aufholjagd hatte Kraft gekostet. Christian Kalms verfolgte die zweite Halbzeit nach einem Pferdekuss weitgehend von der Bank. Steinkühler konnte sich gegen den von Gästecoach Heiko Holtmann umgestellten und nun deutlich effektiver agierenden Spenger Innenblock kaum mehr durchsetzen. „Irgendwann haben uns vorne die Ideen gefehlt“, gab Loxtens bester Werfer zu.  Für die Freunde kurioser Statistiken ging es am Ende des Spiels noch um die Höhe des Spenger Sieges. Erst mit der Schlusssirene verhinderte der Treffer von Leon Prüßner, dass der TuS die Loxtener zum sechsten Mal mit fünf Toren Unterschied bezwang. Und Phil Holland? Er fährt mit seiner Mannschaft zwar tatsächlich nicht zur WM – aber dafür mit viel Selbstvertrauen zum Topspiel am Freitag bei der TSG A-H Bielefeld.

NW Herford. Es ist angerichtet. „Das sind beste Voraussetzungen für ein spannendes Spiel am Freitag“, sagte Heiko Holtmann, Trainer des Handball-Oberligisten TuS Spenge, nach dem 29:23 (9:11)-Sieg seiner Mannschaft bei den SF Loxten und vor dem Schlagerspiel am kommenden Freitag in der Bielefelder Seidensticker-Halle gegen die TSG A-H Bielefeld. „Da werden sich die beiden besten Mannschaften der Oberliga gegenüberstehen“, glaubt Holtmann. Nach dem Kantersieg gegen Neuling TuS Möllbergen eine Woche zuvor bestätigten die Spenger ihren Leistungsanstieg nun auch in Versmold. Die Gäste kamen – auch dank eines stark haltenden Kevin Becker – gut ins Spiel und gingen schnell mit 5:1 in Führung. Vieles deutete darauf hin, dass erneut ein Start-Ziel-Sieg gelingen würde, denn Loxten verkürzte zwar, beim 9:6 in der 19. Minute aber lag Spenge immer noch in Führung. Dann aber kippte das Spiel. „Pascal Welge hat das Tor zugenagelt“, beschrieb Heiko Holtmann die folgenden elf Minuten, in denen seinen Schützlingen kein Treffer mehr gelang, obwohl sie beste Chancen dazu hatten. Drei Gegenstoß-Möglichkeiten wurden ausgelassen, ein Siebenmeter verworfen. Und so ging Loxten mit einer Führung in die Pause. Nach der war zunächst ein Spiel mit wechselnden Führungen zu sehen, wobei die Sportfreunde beim 16:14 wieder vorn lagen, als Spenge seine Deckung umstellte, um Loxtens Haupt-Torschützen Heiner Steinkühler besser in den Griff zu bekommen. Gordon Gräfe und Oliver Tesch wechselten ihre Plätze, Fabian Breuer und Justus Clausing ebenfalls – das fruchtete. Die TuS-Deckung agierte in der Folge ganz stark, und auch Steinkühler kam nun nicht mehr so zur Geltung wie zuvor. Die Folge: Spenge kam zu leichten Gegenstoß-Toren und hatte die Partie spätens beim 24:28 in der 54. Minute entschieden. Die Gastgeber stellten danach zwar noch einmal ihre Deckung auf einen 4:2-Verbund um, der Titelkandidat aber verteidigte seine Führung und kam damit letztlich sogar zum deutlichsten Sieg überhaupt gegen Loxten, denn in den voraus gegangenen Duellen hatte es ein Unentschieden und fünf Spenger Siege mit jeweils fünf Toren Vorsprung gegeben. Dieses Mal waren es am Ende sechs. „Das war das erste Mal in dieser Saison, dass wir nach einer etwas schwächeren Phase beziehungsweise einer sehr starken Phase des Gegners nicht an uns gezweifelt haben und zurück gekommen sind. Die Mannschaft hat einfach das gemacht, was sie kann“, freute sich Heiko Holtmann. Und nun hofft er natürlich darauf, dass das, was die Mannschaft kann, auch am kommenden Freitag zu einem Sieg gegen Tabellenführer Altenhagen-Heepen ausreicht.

 

IKZ Hemer. HSV Hemer – VfL Gladbeck 24:25 (13:11). Im Oktober hatten die HSV-Handballer einen Lauf und gewannen dreimal in Folge, doch in der Spielpause während der Herbstferien haben sie offenbar elementare Erfolgsvoraussetzungen vergessen. Was sich in Soest andeutete, setzte sich gegen Gladbeck massiv fort, und daher waren es allein die eigenen Unzulänglichkeiten, die zu dieser Niederlage führten.  Natürlich gingen die Hemeraner mit der Absicht ins Spiel, die schwarze Serie gegen Gladbeck zu beenden, doch in die Umsetzung dieses Planes investierten sie von Anfang an zu wenig. Gewiss war es ein Manko, dass der erkrankte Kapitän Lars Henkels ausfiel. Marvin Rosian gab nach langer Pause zwar ein Comeback, doch je länger das Spiel dauerte, desto mehr war die mangelnde Fitness an seinen kraftlosen Würfen zu erkennen. Und was sich wie ein roter Faden durch diese 60 Minuten zog, waren die miserablen Abschlüsse. Viele Würfe waren schlecht vorbereitet und endeten in den Armen der gegnerischen Deckung, und viel zu viele freie Positionen am Kreis wurden nicht genutzt. Zum Glück für die Gastgeber agierte auch Gladbeck mit hoher Fehlerquote, und zudem glänzte Keeper Patrick Spiller mehrfach mit starken Paraden. Die Partie begann mit wenig Tempo und verlief über weite Strecken der ersten Hälfe ziemlich unspektakulär. In der Regel hatte Hemer die Nase vorn, aber für ein kleines Polster hätte man zumindest die klarsten Chancen nutzen müssen. Viel zu selten wurde flott kombiniert, stattdessen gab es ein Fülle unmotivierter Würfe aus dem Rückraum, der keinerlei Durchschlagskraft bewies. Dennoch: Im zweiten Durchgang besaßen die Hausherren lange Zeit Vorteile, sie führten mehrfach mit drei Treffern, schlugen aber alle Einladungen des Gegners aus, sich vorentscheidend abzusetzen. So nach Moritz Frenzels Siebenmeter zum 20:17, dem Spillers Parade folgte – aber eben auch eine Serie eklatanter Fehlschüsse. Strafzeiten kamen hinzu, so dass sich das Blatt allmählich wendete. Acht Minuten vor Schluss hieß es 21:22. Max Klein glich aus, eine HSV-Überzahl schloss sich an, mit der die Mannschaft aber nichts anzufangen wusste. Dass ihr in dieser Phase zwei Siebenmeter verweigert wurden, war gewiss ärgerlich, für die Niederlage aber nicht ausschlaggebend. Einfallslos knallten die Hemeraner Rückraumspieler die Bälle in die Abwehrmauer oder am Tor vorbei, vernünftige Kombinationen unter Einbeziehung der Außenpositionen blieben völlig aus. Weil es Gladbeck jedoch nicht schaffte, den Sack zuzumachen, blieb es bis in die letzten Sekunden spannend. Und kurz vor der Sirene lag der Ball tatsächlich im VfL-Tor, doch Marvin Rosians Treffer gaben die Unparteiischen wegen Stürmerfouls nicht. Nach dieser Leistung steht fest, dass sich die Mannschaft enorm steigern muss, wenn sie im Dezember einen vernünftigen Jahresabschluss hinbekommen will.

 

WAZ Gladbeck. Die Serien haben gehalten: Der VfL Gladbeck ist nun schon zwei Monate beziehungsweise sieben Spiele ungeschlagen in der Oberliga – seit dem zweiten Spieltag. Und: Wenn Thorben Mollenhauer als Aushilfstrainer  auf der Gladbecker Bank sitzt, gibt es zwei Punkte – zum wiederholten Male war Mollenhauer am Samstagabend in Hemer erfolgreich. Der verletzte Kapitän musste als Verantwortlicher nicht nur auf den kranken Chef Sven Deffte verzichten – er hatte auch eine ganze Hand voll angeschlagener Spieler mit ins Sauerland genommen. Die machten am Ende aber den Unterschied aus. „Ich kann mich über die Leistung sicher nicht beschweren“, war Mollenhauer nachher glücklich, „hintenraus war der Sieg verdient.“ Ja, hintenraus. Es brauchte aber ganze fünfzig Spielminuten, bis der VfL tatsächlich vorne lag – nach einer ganz kurzen 3:2-Führung für den VfL marschierte immer Hemer vorneweg. Gladbeck ließ aber nie abreißen, nicht einmal als Hemer mit einem 4:0-Lauf in der Phase nach dem Seitenwechsel die Partie zu entscheiden schien – 17:13 stand es da. Doch Mollenhauer hatte noch ein Ass im Ärmel. Er brachte Marcel Giesbert – dessen Comeback hatte Sven Deffte im Vorfeld aber eigentlich noch ausgeschlossen. „Er hat dann aber für die wichtigen Aktionen gesorgt“, so Mollenhauer.  Giesberts erstes Tor war das 17:15 – es folgten dann noch zwei ganz wichtige Treffer: Sein zweites brachte den VfL mit 22:21 in Führung, eine Minute und ein Gegentor später machte er dann auch das 23:22. Und das ließen sich die Gladbecker nicht mehr nehmen. „Eine starke kämpferische Leistung“, resümierte Mollenhauer, „Hemer hat fast über das ganze Spiel gegen unseren Angriff keine Lösungen gefunden.“ Daran hatte vor allem ein weiterer Matchwinner großen Anteil. Björn Sankalla traf neunmal (siebenmal aus dem Feld) und glänzte wie üblich in der Deckung. „Er geht nach vorne, in jeden Zweikampf und ist sich für nichts zu schade“, lobte Mollenhauer seine mal wieder bestens aufgelegte Nummer vier. Ebenfalls erwähnenswert, wie sich Dustin Dalian und Sebastian Janus (jeweils vier Tore) trotz Krankheit beziehungsweise Verletzung durchbissen. Die Gladbecker haben jetzt Zeit, Wunden zu lecken: Erst am 9. Dezember geht es zu Hause gegen Jöllenbeck weiter, vor Weihnachten geht es dann noch gegen Hamm. Thorben Mollenhauer verspricht: „Wir werden jetzt nicht die Füße hochlegen, aber schon etwas weniger machen. Und dann kommen wir mit Vollgas zurück.“

NW Bielefeld. Irgendwann in diesem OWL-Derby stand auf Seiten der TSG A-H Bielefeld eine Formation auf dem Feld, die in dieser Besetzung so noch nie zusammengewirkt hatte. Spätestens da waren die Gäste vom TuS Möllbergen, die als Aufsteiger bislang eine solide Saison gespielt hatten, zu Statisten des 39:29 (21:12)-Erfolgs degradiert. Der Tabellenführer aus Bielefeld hatte seine Muskeln, personell wie sportlich, spielen lassen. Der kurzfristige Ausfall von Abwehrchef Gustav Rydergård, der aufgrund von Wadenproblemen aussetzen musste, fiel auf Seiten der Gastgeber nicht ins Gewicht. Tim Schuwerack ersetzte den Schweden auf der Defensivposition zwischen Johannes Krause und Nils Prüßner bestens. Da hatte der TuS schon schwerer an der Abwesenheit von Mittelmann Patrick Richter, sowie dem Ausfall von Top-Torjäger Jan Camen zu knabbern. „Ich hätte mir zu Beginn aber schon eine breitere Brust gewünscht. Da haben wir etwas Mut vermissen lassen“, bilanzierte TuS-Coach André Torge, der ansonsten, wie auch TSG-Trainer Michael Boy, wenig an dem klaren Spielausgang analysieren konnte. Es begann mit einem Doppelschlag von Julius Hinz, der mit zwei Gegenstößen innerhalb von nicht mal anderthalb Minuten den Auftakt markierte. Nach rekordverdächtigen drei Minuten und vier Sekunden nahm Torge die erste Auszeit, nahm anschließend den Torwart raus und brachte einen zusätzlichen Feldspieler. Trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit, gelang es den Gästen erst mit ihrem dritten Treffer, die Bielefelder Defensive mal spielerisch zu überwinden: Simon Witte hatte sich über Außen frei gelaufen und traf zum 3:7 (10.) aus Sicht des TuS. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die TSG bereits durch Nils Strathmeier, Nils Prüßner, Marius Kastening, Schuwerack und Johannes Krause abgesetzt. Boy gab der nächsten Rückraumformation die Chance: Luca Sewing und Arne Kröger kamen nach einer guten Viertelstunde im Angriff. Ersterer bediente gleich mit einem sehenswerten Rückhandpass Strathmeier, der zum, 13:7 verwandelte.
Neben den wenigen Momenten der Spielfreude entledigte sich der Tabellenführer oft auch recht humorlos dieser Pflichtaufgabe. „Möllbergen hat in der zweiten Halbzeit das Tempo verschleppt. Wir hätten bei der Chancenverwertung vielleicht noch eine Schippe drauf legen können“, sagte Michael Boy, dem man aber anmerkte, dass er auf gar keinen Fall ein Haar in der Suppe suchen wollte. Es gab auch keins. „Ich bin zufrieden. Die waren nicht in der Lage, uns in den Griff zu kriegen“, so Boy. Der zweite Durchgang begann mit drei Treffern der Gäste, bevor Schuwerack mit der Verwertung eines Abprallers den Torreigen für sein Team fortsetzte. Nach einer Dreiviertelstunde geriet der TuS auch noch in dreifache Unterzahl, was seine Chancen zusätzlich schmälerte. Es folgten – noch einmal als Hingucker für die Fans – zwei lange Zuckerpässe von Jonas Zwaka auf Strathmeier, der beide gekonnt zum 29:20 und 30:20 verwandelt. „Die erste Welle war heute sehr gut“, lobte auch Boy.
Am Ende blieb nur Arne Kröger ohne Treffer. Er nahm es sportlich: „Ich habe mich noch so bemüht“, sagte er lachend, gab aber auch zu, dass einhundert Prozent nicht mehr nötig waren. Johannes Krause meinte: „Es wäre angesichts der Spielstände doch gelogen, wenn wir sagen, dass wir in jede Aktion noch mit voller Pulle gegangen sind.“ Die TSG A-H Bielefeld hat ihr Potenzial aufblitzen lassen. Vor dem ostwestfälischen Derby gegen Spenge am kommenden Freitag konnte Boy seine erste Sieben im Schongang belassen. Bessere Voraussetzungen kann es kaum geben.

Mindener TB. Auch gegen das zweite Top-Team der Oberliga konnten die Handballer des TuS 09 Möllbergen nicht mithalten und unterlagen bei der TSG Altenhagen-Heepen 29:39 (12:21). Mit 9:9 Zählern rangieren die Portaner aber weiter im Mittelfeld der Liga. „Auch wenn bei uns alles geklappt und Altenhagen-Heepen einen schwachen Tag gehabt hätte, wäre für uns lediglich ein knapperes Ergebnis drin gewesen“, sagte TuS-Trainer André Torge. Die Übermacht des Titelfavoriten zeigte sich bereits in den Anfangsminuten, als sich die Möllberger vor der stattlichen Kulisse von rund 860 Zuschauern noch sammeln mussten. „Da haben wir im Spielaufbau die Bälle leichtfertig hergegeben, und der Gegner hat das natürlich eiskalt bestraft“, so Torge. Nach dem frühen 2:7-Rückstand fingen sich die Gäste und konnten das Spiel offener gestalten, obwohl die Portaner nach dem Geschmack Torges zu wenig Mut zeigten und in der Defensive Keeper Jannis Finke „im Stich ließen“. Nach dem Seitenwechsel agierte Möllbergen entschlossener und konnte durch Alexander Wiemann, Patrick Kurz und den für Finke zwischen die Pfosten gerückten Dominic Donnecker einige Akzente setzen. „Wir hatten dann mehrmals die Möglichkeiten, das Ergebnis ein bisschen knapper zu gestalten. Letztlich ist es ärgerlich, wie in Spenge, so hoch verloren zu haben“, empfand Torge, dessen Team beim 20:30 (47.) erstmals mit zehn Treffern in Rückstand geriet. „Man hat in vielen Situationen eben gemerkt, dass mit Jan Camen und Patrick Richter zwei körperlich robuste Spieler gefehlt haben, die vor allem auch in der Deckung dagegenhalten können“, schloss Torge sein Fazit. Nach den Duellen gegen die Top-Teams der Liga reist der Aufsteiger am kommenden Samstag zum VfL Mennighüffen.

WP Siegen. TuS Ferndorf II – LIT Nordhemmern/Mindenerwald 34:26 (16:10). Überzeugender Start-Ziel-Sieg für die Ferndorfer Reserve, die ihren dritten Erfolg feierte und den Ostwestfalen keine Chance ließ. Trainer Michael Feldmann lobte vor allem seine Außenspieler Magnus Neitsch und Jonas Haupt, die diesmal in die Bresche sprangen für weniger effektives Spiel vom Kreis. Leon Sorg mit seinen acht Treffern war eine weitere wichtige Säule im Spiel der Nordsiegerländer, die zudem vor guten Torhütern konsequent in der Deckung arbeiteten. Der Tus ließ von Beginn an keinen Zweifel darüber aufkommen, wer hier als Sieger die Platte verlässt. Über 4:1 (8.) ging es über 10:5 (17.) zum 16:10-Pausenstand, für den im übrigen Keeper Hilmar Gudmundsson mit seinem zweiten Treffer ins verwaiste LIT-Gehäuse sorgte. Auch nach dem Wechsel hielten die Ferndorfer das Niveau hoch, waren beim 25:17 (45.) erstmals bei acht Toren Differenz angekommen, die auch am Ende den Unterschied machten. „Das war ein verdienter Erfolg“, lautete das Feldmann-Resümee nach 60 guten Ferndorfer Minuten. Nach der Totensonntags-Ruhe am kommenden Wochenende und der Spielpause in allen Klassen wegen der am ersten Advents-Wochenende beginnenden Damen-Weltmeisterschaft steht das nächste Spiel für die Ferndorfer erst am 9. Dezember beim sieglosen Schlusslicht HSG Gevelsberg/Silschede auf dem Programm.

Mindener TB. Eine enttäuschende Vorstellung lieferte gestern Handball-Oberligist Lit Tribe Germania beim TuS Ferndorf II ab. Beim bisherigen Tabellen-Vorletzten verlor die Mannschaft von Trainer Daniel Gerling deutlich 26:34 (10:16)-Toren. „Wir sind zu keinem Zeitpunkt der Partie für einen Sieg in Frage gekommen. Es war so ein Tag, wo für uns überhaupt nichts zusammenlief“, sagte ein enttäuschter Trainer Daniel Gerling nach der Partie. Zwar fehlte mit Kim-Patrick Kliver ein zentraler Spieler in seiner Mannschaft und zudem war Jannik Borcherding angeschlagen in die Partie gegangen, doch das wollte Gerling nicht als Ausrede gelten lassen. „Wir haben über die gesamte Spielzeit gesehen auch zu viele Großchancen ausgelassen“, kritisierte der Lit-Trainer seine Spieler, nahm aber Torwart Linus Happel aus der Kritik heraus. Mit seinen zwölf Paraden war er ein Garant dafür, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Auch Jannik Gartmann präsentierte sich zumindest in der ersten Halbzeit in Normalform und sorgte mit dem 1:0 für die einzige Führung. Anschließend zogen die Gastgeber davon, doch auch die Auszeit nach dem 7:3 (12.) brachte keine Wende zum Guten. Der 14:17 schmeichelte den Gästen doch sehr. In der zweiten Halbzeit sorgten die Hausherren aber schnell für klare Verhältnisse. Mit dem 27:19 (48.) war die Partie vorentschieden.

NW Bad Oeynhausen. Das Ergebnis erscheint wie ein Kantersieg aus der 1980er Jahren: mit 24:14 (12:7) besiegen die Oberliga-Handballer vom VfL Mennighüffen die HSG Gevelsberg Silschede und lassen dem Schlusslicht nicht den Hauch einer Chance. Den Gästen ist nicht einmal etwas vorzuwerfen, denn an der Einstellung liegt es nicht. Ihnen fehlen lediglich die spielerischen Mittel, um mit der erneut starken 6:0-Deckung der Mennighüffener auch nur ansatzweise etwas anfangen zu können. Hinter der VfL-Abwehr glänzt Torwart Calvin Born als als starker Rückhalt. Das ist der Hauptgrund, warum die Gastgeber dieses Spiel gewinnen. Lobend ist allerdings auch zu erwähnen, dass die Gevelsberger nicht die Nerven verlieren, als sie gleich mit 0:3 (7.) und 3:8 (17.) der Kapelle hinterherlaufen. Im Gegenteil – sie bleiben bei ihrem langen Positionsspiel und zwingen die Mennighüffener dazu, sich dem gebundenen Spiel zu stellen. Außerdem zeigen sie ein ordentliches Rückzugsverhalten, was wiederum dazu führt, dass auch Mennighüffen den Torerfolg im Positionsspiel finden muss. Das tun sie auch – und wie. Geduldig, zielstrebig mit vielen Kreuzungen erarbeiten sie sich ihre Chancen, spielen den Ball auf den Punkt und verwerten die meisten Einwurfmöglichkeiten auch. Sehr zur Freude von Trainer Zygfryd Jedrzej. „Es ist natürlich schön, wenn man ein Spiel so gewinnt. Es ist wichtig, dass wir bei einer Viertelchance nicht gleich aufs Tor werfen, sondern den Ball weiterlaufen lassen, bis sich eine besser Möglichkeit ergibt“, lobt „Siggi“ nach dem Abpfiff. „Die Gefahr bestand darin, dass wir und im eigenen Angriff das Leben selbst schwer machen.“ Ladehemmung hat der VfL nur zwischen der 19. und der 25. Minute, was Gevelsberg aber auch nur dazu nutzen kann, um von 4:10 auf 6:10 zu verkürzen. Marco Büschenfeld beendet die Torflaute mit seinem Strafwurf zum 11:6 (25.). In der zweiten Halbzeit lassen die Gastgeber nichts mehr anbrennen und schaffen beim 22:12 (57.) erstmalig die Zehn-Tore-Führung. VfL-Kreisläufer Malte Ames nutzt auch seine zweite Chance. Nachdem er beim Auswärtsspiel in Nordhemmern schon eine starke Leistung brachte, bleibt er auch im Spiel gegen Gevelsberg nach seiner Einwechselung beim 7:3 in der 15. Minute durchgängig auf der Platte. Er ersetzt Ulrich Neumann, der eine Zeitstrafe bekommen hat, nahtlos im Angriff und in der Abwehr. „Ich fühle mich hier sehr wohl. Wir verstehen uns auch außerhalb des Sports gut“, sagt der 22-Jährige, der vom Landesligisten TuS Lahde/Quetzen zum VfL gewechselt war, sich Anfang August aber verletzte und in Nordhemmern erstmalig spielte. „Oberliga-Handball ist körperbetonter als in der Landesliga. Außerdem wird viel schneller gespielt“, erklärt Ames die Unterschiede der beiden Spielklassen. Für Mennighüffen geht es am normalerweise spielfreien kommenden Wochenende mit dem Spiel gegen den TuS Möllbergen weiter. Anwurf der Begegnung in der Sporthalle Mennighüffen ist am Samstag um 18.30 Uhr. Trainer der Möllbergener ist mit André Torge ein VfL-Urgestein.

WP Gevelsberg. Die HSG Gevelsberg-Silschede bleibt in der Handball-Oberliga am Tabellenende kleben. Erneut gab es keinen Sieg, erneut gab es keine Punkte, warten die Schützlinge von Trainer Norbert Gregorz auf den ersten doppelten Punktgewinn. Der einzige Saisonpunkt resultiert aus dem Auftaktremis gegen Augustdorf. Jetzt, am Sonntagabend, behielt der VfL Viktoria Mennighüffen die Oberhand – mit 24:14 (12:7). Der Start in die Begegnung war für den Gevelsberger Angriff zäh. Es brauchte fast sieben Minuten und einen Strafwurf, ehe Christopher Schrouven den ersten Treffer der Gäste markiert – zum 1:3. Es wollte auch in den weiteren Minuten nicht viel besser laufen. Björn Rauhaus markierte das 2:5 (10.), Leo Stippel das 3:5 (11.), Christopher Schrouven zum 4:8 (17.; im Anschluss an einem verworfenen Siebener) und 5:10 (20.; per Strafwurf), Björn Wohlgemuth zum 6:10 (21.) sowie erneut Rauhaus zum 7:12-Pausenstand (30.). Allerdings: Auch die Gevelsberger Abwehr stand vergleichsweise gut. Die lediglich kassierten zwölf Treffer erscheinen akzeptabel. Nach dem Seitenwechsel wiederholte sich das Geschehen aus den ersten dreißig Minuten – zumindest was das Ergebnis betrifft. Denn die Hausherren ließen die Gevelsberger am eigenen Kreis kaum zum Zuge kommen, ließen auch im zweiten Durchgang nur sieben Treffer zu – und erzielten selbst erneut zwölf Tore. Dabei stand die Gevelsberger durchaus ganz ordentlich – und variabel. Mal kompakt als 6:0-Formation, mal offensiver in 5:1- oder 4:2-Systemen. „Wir wollten aus der stabilen Deckung für schnelle Gegenstöße sorgen, die dann zu Treffern führen“, so Gregorz. „Wir standen ganz ordentlich. Nur der Zug nach vorne ist misslungen. Unsere Quoten sind katastrophal.“ Mit zunehmender Spieldauern zeigten sich die Gevelsberger Akteure frustrierter, agierten immer mutloser. „So wird es schwer“, sagt Norbert Gregorz, der hofft, mit der anstehenden Pause neue Impulse der Mannschaften geben zu können.

 

Westf. Anzeiger. In der Handball-Oberliga hat der ASV Hamm-Westfalen II die ersten Saison-Heimpunkte eingefahren. Doch ehe der 30:25 (14:13)-Sieg über die HSG Augustdorf/Hövelhof in trockenen Tüchern war, mussten die Schützlinge von Coach Tobias Mateina Schwerstarbeit abliefern. „Wir haben einen kampfstarken Kontrahenten erwartet und mussten diesem mit unserem vollen Einsatz das Wasser abgraben. Das ist uns vor allem in der zweiten Spielhälfte absolut gelungen“, erklärte der Hammer Trainer.

Wer nach den Verletzungsausfällen der Ostwestfalen in der Vorwochenpartie gegen Bielefeld damit gerechnet hatte, dass die Truppe von HSG-Trainer Micky Reiners mit angezogener Handbremse in Hamm spielen wird, wurde schon in den Anfangsminuten eines Besseren belehrt. So ließen sich die Gäste auch von einer schnellen Hammer 3:1-Führung nicht beeindrucken. Felix Bahrenberg im Rückraum und Nico Schmeckthal am Kreis sorgten für Irritationen in der Hammer Deckung. Ordentlich Sand im Getriebe steckte allerdings auch im Angriff der Gastgeber, die in den folgenden Minuten gleich fünfmal frei vor dem guten HSG-Schlussmann Robin Wetzel scheiterten. Hinzu gesellten sich weitere Hammer Fehlversuche, und auch bei zwei missglückten Rückhandpässen sahen die oftmals zu übereifrigen Hausherren nicht gut aus. Ein Wunder, dass der ASV bis Mitte der Spielhälfte immer noch mit 7:5 vorne lag. Doch insgesamt fehlte dem Hammer Spiel die Handschrift, so dass Augustdorf über 7:7 einen Führungswechsel erzielte. Maßgeblichen Anteil daran hatte Nico Schmecktal, der gleich drei Kreistreffer bis zum 11:9-Vorsprung markierte. Doch dann sorgten auch Fehlversuche der Gäste wieder für Hoffnung bei den Hausherren. Drei Folgetreffer des sich steigernden David Wiencek, sowie zwei Kontertore von Luca Tröster drehten den knappen Rückstand in eine Hammer 14:13-Pausenführung um. Mit einer offensiven 5:1-Abwehr, in der Phil Schrage bei Zweikämpfen herausstach, kaufte der ASV dem Kontrahenten nach dem Seitenwechsel den Schneid ab. Wenngleich die Hammer Trefferquote immer noch nicht den grünen Bereich erreichte. Selbst in doppelter Überzahl glückte dem Gastgeber lediglich ein Tor von Wiencek. Augustdorf blieb über 16:16, 20:20 noch bis zum 23:22 (46.) Anschluss ständig dran. Und die Ostwestfalen schöpften in dieser Phase sogar zusätzlichen Mut. In Überzahl (Strafe gegen Dennis Richter) drängte die HSG auf den erneuten Ausgleich. „Aber viel zu kopflos“, wie Coach Micky Reiners meinte. Die Hammer zogen durch Treffer von Wiencek, Saalmann und Voss-Fels mit 26:22 (51.) nach vorne. Jetzt waren die Hammer mit Luca Tröster im Spiel.  Mateina: „Wir haben über den Kampf zu unserem Rhythmus gefunden. Das war eine vorbildliche zweite Hälfte meiner Mannschaft.“.

NW Paderborn. Die HSG Augustdorf/Hövelhof versinkt immer tiefer im Tabellenkeller der Handball-Oberliga. Beim ASV Hamm II setzte es für die Sandhasen gestern eine 25:30 (13:14)-Niederlage, die gleichbedeutend mit dem Abrutschen auf den vorletzten Tabellenplatz ist. Grund: Ferndorf II zwang gleichzeitig LIT Tribe Germania an diesem Spieltag überraschend mit 34:26 in die Knie. Die Mannen aus der Senne hatten wiederum beim Gastspiel in Hamm lange Zeit einem ordentlichen Resultat entgegen gesteuert. Die Gastgeber warfen sich zwar früh zu einer 3:1-Führung (3.). Augustdorf/Hövelhof blieb aber dran und gestaltete die Begegnung über 5:5 (7.), 8:7 (18.) und 11:9 (23.) nicht nur ausgeglichen, sondern teilweise auch mit eigenen Führungen. Trotzdem erkämpfte sich die Hammer Reserve ein 14:13 zum Seitenwechsel. „Das hing damit zusammen, dass wir denen da einfach schon zu viele Bälle geschenkt haben“, monierte HSG-Teammanager Udo Schildmann. In Durchgang zwei war ebenfalls einiges für den Gast aus dem Grenzgebiet zwischen den Kreisen Paderborn und Lippe möglich und beim 15:15 (32.), 19:19 (42.) und 22:23 (47.) lag zumindest der Gewinn eines Punktes in der Luft. Doch Hamm zog auf 26:22 (52.) davon, hatte die Partie spätestens beim 28:23 vier Zeigerumdrehungen später entschieden und gewann mit 30:25.

TuS Bielefeld/Jöllenbeck – Soester TV 26:26 (11:12). TuS-Tore: Daniel Meyer (5/5), Leon Ludwigs (4), Arne Kämper (4), Christian Niehaus (4/1), Till Kraatz (3), Moritz Klapdohr (2), Nils Grothaus (2), Jakob Röttger (1), Lukas Heins (1). STV-Tore: Max Loer (8/5), Axel Loer (5), Max Picht (5), Julian Vukoja (3), Jan Franke (2), Anton Schönle (1), Robin Bekel (1), Leon Wolff (1).

 

Spfr. Loxten – TuS Spenge 23:29 (11:9). SF-Tore: Heinrich Steinkühler (10/3), Paul Blankert (3), Max-Leroy Schäper (2), Timo Menger (2), Nils Patzelt (2), Malte Weigel (2), Marlon Meyer (1), Kim Harting (1). TuS-Tore: Phil Holland (10/5), Sebastian Reinsch (6), Oliver Tesch (3), René Wolff (3), Leon Prüßner (2), Sebastian Kopschek (2), Filip Brezina (2), Fabian Breuer (1).

 

HSV 81 Hemer – VfL Gladbeck 24:25 (12:11). HSV-.Tore: Moritz Frenzel (10/1), Tobias Schetters (6/1), Maximilian Klein (4), Marvin Rosian (2), Antonio Mrcela (1), Torben Voigt (1). VfL-Tore: Björn Sankalla (9/2), Sebastian Janus (4), Dustin Dalian (4), Marcel Giesbert (3), Tim Krause (2), Max Krönung (2), Pascal Kunze (1).

 

TSG A-H Bielefeld – TuS  Möllbergen 39:29 (21:12). TSG-Tore: Nils Strathmeier (8), Julius Hinz (7/1), Luca Sewing (5), Nils Prüßner (5), Johannes Krause (5), Tim Schuwerak (3), Jonas Zwaka (2), Marius Kastening (2), Tobias Fröbel (1), Till Kirsch (1). TuS-Tore: Alexander Wiemann (6), Patrick Kurz (6/1), Sebastian Berg (4), Frederic Altvater (4/2), Leon Richter (3), Lukas Eickenjäger (2), Thorben Hanke (2), Fabian Arning (1), Simon Witte (1).

 

TuS Ferndorf II – LiT Germania Tribe 34:26 (16:10). TuS-Tore: Leon Sorg (8), Magnus Neitsch (6), Michel Sorg (4/1), Jonas Haupt (4), Jan Niklas Klein (3), Erik Irle (3), Fabian Paul (2), Hilmar Gudmundsson (2), Mattis Michel (1), Adrian Schmidt (1). LiT-Tore: Lucas Rüter (6/2), Julian Knickmeier (6/2), Jannik Gartmann (6), Jannik Borcherding (4), Jan-Eric Speckmann (2), Patrik Borgmann (1), Arne Ransiek (1).

 

VfL Mennighüffen – HSG Gevelsberg-Silschede 24:14 (12:7). VfL-Tore: Pascal Schumann (5), Tomasz Tluczynski (4/1), Marco Büschenfeld (4/3), Lukas Mailänder (4), Malte Ames (2), Ulrich Neumann (2), Maik Dittrich (2), Arne Halstenberg (1). HSG-Tore: Christopher Schrouven (5/2), Leonard Stippel (2), Björn Rauhaus (2), Sam Lindemann (2), Tobias Fleischhauer (1), Jannik Still (1/1), Björn Wohlgemuth (1).

 

ASV Hamm-Westfalen II – HSG Augustdorf/Hövelhof 30:25 (14:13). ASV-Tore: David Wiencek (8/3), Luca Tröster (7), Vincenz Saalmann (4), Kim Voss-Fels (3), David Spiekermann (3), Melf Krause (2), Sören Feldmann (2), Jannis Bihler (1). HSG-Tore: Dusan Maric (7/3), Nico Schmeckthal (6), Dominik Schmidt (5), Felix Bahrenberg (2), Sven Suton (1), Sebastian Rumniak (1), Lennart Pieper (1), Leonhard Janzen (1), Sergej Braun (1).

 

(bg) Wieder ein Führungstausch bei den Torjägern der Handball-Oberliga: Der Spenger Phil Holland traf zweimal häufiger als der Soester Max Loer und übernahm damit erneut die Spitze. Der Hemeraner Moritz Frenzel, mit 10/1 Treffern Tagesbester, verkürzte den Rückstand zu diesem Duo. Der Bielefelder Julian Hinz musste Rang vier an den Gladbecker Björn Sankalla abtreten. Hier die Spitzengruppe:

 

Phil Holland (Spenge) 65/26

Max Loer (Soest) 64/33

Moritz Frenzel (Hemer) 62/1

Björn Sankalla (Gladbeck) 57/19

Julius Hinz (A-H Bielefeld) 57/21

David Wiencek (Hamm II) 54/24

Dusan Maric (Augustdorf) 50/19

Max Krönung (Gladbeck) 48/7

Mattis Michel (Ferndorf II) 47/7

Sebastian Reinsch (Spenge) 46/2

Julian Knickmeier (LiT) 46/12

Leon Sorg (Ferndorf II) 44

Heinrich Steinkühler (Loxten) 44/9

Lucas Rüter (LiT) 44/19

Felix Bahrenberg (Augustdorf) 43

Jannik Gartmann (LiT) 43

Tobias Schetters (Hemer) 43/10

Daniel Meyer (Bielefeld) 43/18

Tomasz Tluczynski (Mennighüffen) 42/9

Sebastian Berg (Möllbergen) 42/11

Marco Büschenfeld (Mennighüffen) 41/19

Christian Klein (Hemer) 40

Jan-Eric Speckmann (LiT) 40/6

 

 

Unsere erste Mannschaft verbuchte gegen den Tabellenletzten HSG Gevelsberg/Silschede einen 24:14-Kantersieg und blieb zum sechsten Mal in dieser Saison siegreich. Gestützt auf eine tolle Deckungsarbeit fuhr der VfL einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Unsere erste Damen fuhren bei der HSG EGB Bielefeld einen 23:25-Auswärtssieg ein. Durch diesen Erfolg rückte die Truppe von Sonja Balsmeyer bei 6:6-Punkten ins Mittelfeld der Tabelle vor. Gegen den Tabellendritten HSG EGB Bielefeld hatte unsere Reserve keine Siegeschance. Die klare 28:38-Niederlage fiel um einige Tore zu hoch aus. Unsere dritte Herrenmannschaft gewann bei der HSG EGB Bielefeld 3 am Ende noch klar mit 19:26-Toren und hat den Anschluss an die beiden besten Teams der Kreisliga C geschafft. Im Derby gegen die HSG Löhne/Obernbeck machte es unsere vierte Mannschaft sehr spannend, siegte aber am Ende verdient mit 24:22-Toren. Unsere fünfte Mannschaft verschenkte gegen den Tabellendritten HSG Quelle/Ummeln 3 beim 19:19-Unentschieden einen Punkt. Kai Eschedor war der überragende Akteur aus dem Parkett und erzielte 15 der 19 Treffer. Duch eine tolle Leistung kam unsere zweite Damenmannschaft gegen TG Herford 3 zu einem klaren 18:13-Sieg und rückte bei jetzt 6:6-Punkten ins Mittelfeld der Tabelle vor.

Am kommenden Samstag erwartet unsere erste Mannschaft in einem vorgezogenen Meisterschaftsspiel um 18.30Uhr in der Mennighüffer Sporthalle den Nachbarn TuS Möllbergen. Da viele Fans die Truppe von Andre Torge begleiten werden, erwarten wir das erste Mal in dieser Saison eine ausverkaufte Halle. Alle Fans sollten pünktlich erscheinen, wenn sie noch einen Sitzplatz ergattern wollen.

 

 

So 17.00Uhr   VfL 1.Herren – HSG Gevelsberg                24:14

Sa 17.15Uhr   HSG EGB Bielefeld – VfL 1. Damen           23:25

Sa 19.00Uhr   VfL 2. Herren – HSG EGB Bielefeld          28:38

So 13.30Uhr   HSG EGB Bielefeld 3 – VfL 3.Herren        19:26

So 14.30Uhr   VfL 4. Herren – HSG Löhne/Obernb. 3     24:22

So 13.00Uhr   VfL 5.Herren – HSG Quelle/Ummeln 3      19:19

Sa 15.00Uhr   VfL 2. Damen – TG Herford 3                    18:13

 

VfL 1 .Herren – HSG Gevelsberg/Silschede 24:14 (12:7)

Der VfL rückte nach dem klaren 24:14-Erfolg über den Tabellenletzten HSG Gevelsberg/Silschede wieder auf den zweiten Tabellenplatz vor und bleibt zusammen mit dem TuS Spenge einer der ärgsten Verfolger des ungeschlagenen Tabellenführers aus Bielefeld. Der VfL sorgte in dieser einseitigen Partie schnell für klare Verhältnisse. Die Abwehr stand wieder einmal ausgezeichnet und Torhüter Calvin Born war der beste Mann seiner Truppe. Über 3:0 lag der VfL schnell mit 5:1-Toren vorn und ließ danach den Gästen nicht den Hauch einer Chance. Lediglich beim Zwischenstand von 6:3 waren die Gäste noch in Schlagdistanz. Danach erhöhten die Grünen auf 8:3 und gingen mit einer klaren 12:7-Führung in die Pause. Und in Durchgang zwei führte der VfL mindestens immer mit fünf Toren Vorsprung. Gevelsberg kam am Ende auf mickrige 14 Tore, davon fielen noch drei Treffer vom Siebenmeterpunkt. Ohne voll zu überzeugen, fuhren die Hausherren einen klaren 23:14-Pflichtsieg ein. Diesmal

führte Pascal Schumann die Torschützenliste an. Er traf fünfmal ins Schwarze-

Tore: Pascal Schumann (5), Thomaz Tluczynski (4/1), Lukas Mailänder (4), Marco Büschenfeld (4/3), Arne Halstenberg (2), Maik Dittrich (2), Malte Ames (2) und Uli Neumann (1).

Am kommenden Samstag kommt es nun zum Derby gegen den Aufsteiger TuS Möllbergen. Die Truppe von Trainer Andre Torge  hat einen tollen Saisonstart hingelegt und belegt zur Zeit mit 9:9-Punkten den achten Tabellenplatz. Wir erwarten am Samstag ein ausverkauftes Haus und bitten alle VfL-Fans pünktlich gegen 18.00Uhr zu erscheinen. Anpfiff der Partie: 18.30Uhr

 

HSG EGB Bielefeld – VfL 1. Damen 23:25 (12:11)

Unsere Damen verbuchten in Bielefeld ihren ersten Auswärtssieg in dieser Saison und rückten durch einen hart umkämpften, aber verdienten 23:25-Sieg  ins Mittelfeld der Tabelle. In Bielefeld erwischten die Schützlinge von Spielertrainerin Sonja Balsmeyer den besseren Start und lagen in der 17.Minute schon klar mit 4:8-Toren vorn. Doch dann lief im Angriff nicht mehr viel zusammen und in der 26.Minute schaffte Bielefeld beim 10:10 den Gleichstand. Zur Pause hatte die HSG die Führung übernommen und beim Stand von 12:11 wurden die Seiten gewechselt. Gleich nach Wiederanpfiff erhöhte EGB auf 15:12, doch der VfL ließ sicht nicht abschütteln und schaffte in der 38.Minute beim 16:16 den Gleichstand. Beim zwischenzeitlichen 20:17 sah es nicht gut für den VfL aus. Aber die Gäste kämpften hevorragend und glichen in der 54.Minute zum 21:21 aus. Und dann kam der große Auftritt von Vanessa Timm. Nach dem 22:22-Ausgleich traf sie gleich dreimal in Folge für ihre Sieben und sorgte für die Vorentscheidung, als sie zwei Minuten vor dem Ende per Siebenmeter das 22:25 erzielte. Bielefeld konnte nur noch auf 23:25 verkürzen und danach war der Jubel bei unseren Damen riesengroß. Obwohl man vier Siebenmeter ausließ und lange Zeit einem Rückstand hinterher laufen musste, reichte es am Ende auf Grund der tollen Moral zum ersten Auswärtssieg.

Tore: Caja Simon (6), Luisa Herde (5), Vanessa Timm (4/1), Sina Kunkel (3/1), Sonja Balsmeyer (2/1), Romina Sander (2), Alena Herde (2) und Sophie Walter (1).

 

 

VfL 2. Herren – HSG EGB Bielefeld 28:38 (11:16)

Der VfL hatte sich viel vorgenommen, konnte aber gegen die routinierten und körperlich sehr starken Gäste die Partie nur knapp fünfzehn Minuten offen halten. Bis zum 7:7 konnte sich kein Team absetzen. Doch danach verballerte der VfL die besten Chancen, ließ zwei Siebenmeter aus und traf einige Male Holz. Die Gäste ließen sich nicht lange bitten und legten eine klare 7:12-Führung vor. Und damit war die Vorentscheidung gefallen. Lediglich beim 17:20 glaubten die VfL-Fans noch an eine Wende, aber spätestens beim 18:25 war dem letzten  Zuschauer klar, das die Gäste das Parkett als Sieger verlassen würde. In einer wilden zweiten Hälfte kam der VfL zwar auf 17 Treffer, aber die Abwehr bekam überhaupt keinen Zugriff mehr auf die Angreifer aus Bielefeld. 22 Gegentreffer sprechen eine deutliche Sprache. Der VfL kämpfte zwar bis zum Schluss vorbildlich, aber wenn man ein Spitzenspiel gewinnen will, darf man mit den sich bietenden Chancen nicht so fahrlässig umgehen. Zudem vergaben die Schützlinge von Trainer Christian Neumann auch noch vier Siebenmeter.

Tore: Marius Hepermann(9), Miklas Bröhenhorst (5/2), Christoph Marx (5), Christian Menkhoff (3), Maxi Schäffer (2), Andreas Kreft (1), Pascal Awischus (1), Simon Harre (1) und Tim Wienkemeier (1).

 

HSG EGB Bielefeld 3 – VfL 3. Herren 19:26 (10:12)

Es war keine leichte Begegnung für die dritte Mannschaft des VfL. Die erste Hälfte verlief zäh und nervenaufreibend. Der VfL konnte sich nicht absetzen und bis zum 9:9 blieb Bielefeld dran. Beim Stand von 10:12 wurden die Seiten gewechselt und nach der Pause spielte die Truppe von Detlev Harre sehr diszipliniert und setzte sich immer weiter ab. In 45.Minute war das Spiel beim 15:20 entschieden. Am Ende siegte der VfL, bei dem Torhüter Marcel Hemeier eine tolle Leistung bot, klar mit 19:26-Toren.

Tore: Malte Bröhenhorst (7), Marc Sulewski (5), Bastian Bröhenhorst (3), Patrick Barkowski (2), Jan Domenik Mores (2), Christian Haubrock (2), Lars Wülker (2), Nico Kuban (1), Joel Becker (1) und Dennis Stürmer (1).

 

VfL 4. Herren – HSG Löhne/Obernbeck 3 24:22 (13:10)

In diesem sehr fairen Derby blieb es während der gesamten Spielzeit spannend. Die HSG konnte nur einmal beim Zwischenstand von 7:8 in Führung gehen. Der VfL hatte den besseren Start und ging mit 4:2 in Front. Dann knickte Martin Kracht um und fiel für den Rest der Partie aus. Doch der VfL, der danach nur noch einen Auswechselspieler zur Verfügung hatte, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und lag fast durchgängig mit zwei Toren vorn. Kurz vor dem Ende war beim 19:19, 21:21 und 22:22 alles offen, aber dann zeigte Edwin Scheer im VfL-Tor zwei tolle Paraden und die letzten beiden Tore erzielte der VfL zum etwas glücklichen 24:22-Derbysieg. Eine überragende Partie bot Holger Beck, der mit seinen acht Treffern einen großen Anteil am VfL-Sieg hatte.

Weitere Tore: Martin Kracht (4/1), Jörg Tiemann (5/1), Timo Langenbach (1), Martin Albsmeier (4), Andre Busse (1) und Andre Steffen (1).

VfL 5. Herren – HSG Quelle/Ummeln 3 19:19 (9:10)

Gegen den Tabellendritten aus Quelle verschenkte die fünfte Mannschaft des VfL einen Zähler. In Durchgang eins wechselte die Führung ständig und beim Pausenpfiff lagen die Gäste knapp mit 9:10-Toren vorn. In der zweiten Hälfte drehte der VfL das Spiel und lag schon mit 16:13 vorn. In der Endphase führten die Hausherren auch noch mit 18:16 und sahen schon wie die sicheren Sieger aus. Aber dann vergab man klare Chancen und am Ende musste man sich mit einem 19:19-Unentschieden begnügen. Überragender Akteur war Kai Eschedor, der sage und schreibe 15 der 19 Tore erzielen konnte.

Tore: Kai Eschedor (15), Eckhard Hüske (2), Christian Pape (1) und Frank Brune (1).

 

VfL 2. Damen – TG Herford 3  18:13 (11:6)

Gegen das Schlusslicht aus Herford feierte unsere zweite Damenmannschaft ihren ersten Heimsieg in dieser Saison und festigte durch diesen feinen Erfolg ihren Mittelfeldplatz. In Durchgang eins spielten unsere Damen einen feinen Ball und hatten bis zum Pausenpfiff eine klare 11:6-Führung herausgeworfen. Zu Beginn der zweiten Hälfte baute der VfL den Vorsprung auf 17:6 aus. Andrea Henke und Annelie Wienkemeier zogen im Angriff geschickt die Fäden und Karina Busse im Tor des VfL hatte einen Sahnetag erwischt und war kaum zu bezwingen. Im Gefühl des sicheren Sieges spielten die Gastgeberinnen in der Endphase dann nicht mehr so konzentriert weiter, aber am Ende feierte man beim 18:13-Endstand den ersten Heimsieg dieser Saison. Mit 6:6-Punkten rangiert die Truppe des Trainergespannes Simon Harre und Ralf Hackbarth im gesicherten Mittelfeld.

Tore: Andrea Henke (7), Annelie Wienkemeier (4), Pia Sandmann (3), Kaya Friedrich (2), Melissa Reinert (1) und Rebecca Oborowicz (1).

(bg) Die TSG A-H Bielefeld bleibt in der Handball-Oberliga das Maß aller Dinge, führt die Tabelle nach dem sicheren Sieg in Hamm weiter verlustpunktfrei an. Mit dem höchsten Tageserfolg (33:19 über Neuling Möllbergen) deutet der TuS Spenge an, dass er den Titelkampf noch nicht aufgegeben hat. Die SF Loxten konnten als einziges Team der unteren Region punkten und vergrößerten die Abstiegsnöte von Schlussmann Gevelsberg-Silschede. Wegen der schweren Verletzungen von zwei Spielern wurde die Partie zwischen Augustdorf/Hövelhof und Bielefeld/Jöllenbeck abgebrochen und neu angesetzt.

 

Mindener TB. Im vierten Heimspiel hat es gestern Abend die Oberliga-Handballer Lit Tribe Germanias erwischt. Nach einer uninspirierten Vorstellung verlor das Team von Trainer Daniel Gerling das Prestigeduell und gleichzeitige Spitzenspiel gegen den VfL Mennighüffen mit 24:28 (11:13). Nach der dritten Saisonniederlage rutschen die Germanen in der Tabelle vorerst auf Platz drei ab, Mennighüffen rückt auf Platz zwei vor. Zunächst deutete vieles auf eine runde Sache für Lit hin. Keeper Linus Happel kaufte nicht nur beim Stand von 1:1 VfL-Werfer Marco Büschenfeld einen Strafwurf ab. Vorne spielten die Hausherren die Angriffe geduldig aus und nutzte die sich dann bietenden Lücken konsequenter als Mennighüffen. Die 8:6-Führung durch Linksaußen Jan-Eric Speckmann war vollauf verdient. Einen gehörigen Anteil daran hatte auch der in 16. Minute erstmals eingewechselte Jannik Borcherding. Der an der Hand verletzte Torjäger bediente einige Male sehenswert Kreisläufer Lucas Rüter oder beim Speckmann-Treffer den Linksaußen.

Die Gerling-Sieben war am Drücker, verpasste nach einem Steal von Patric Borgmann im folgenden Angriff das mögliche 10:7. Überhastet vergab Kim-Patrick Kliver. Bis dahin fiel es auch nicht ins Gewicht, dass Lits Rückraumlinkshänder Jannik Gartmann blass blieb und nach 21 Minuten auch Youngster Marvin Mundus wich. „Uns fehlte die Gefahr aus der zweiten Reihe“, erkannte Daniel Gerling einen großen Schwachpunkt am gestrigen Abend. Die geduldig verteidigenden Gäste warteten die zu frühen Lit-Abschlüsse ab und schlugen nach dem 7:9 eiskalt zu. Gestützt auf den insgesamt elffachen Torschützen und Ex-Lit-Akteur Tomek Tluczynski zog der VfL über den 13:11-Halbzeitstand, begünstigt durch eine Zeitstrafe für Rüter, binnen weniger Minuten auf 18:12 (36.) weg. „Wir waren klar besser heute“, diktierte der frühere polnische Nationalspieler. Dessen Team musste nur noch einmal um den Sieg bangen. Aber Mundus vergab in der Schlussphase den möglichen 25:26-Abschluss. Dann zog der VfL wieder weg. „Geht der rein, wird es noch einmal richtig heiß. In dieser Phase waren wir richtig gut. Schade“, erzählte Gerling und erkannte wie der neunfache Torschütze Julien Knickmeier einen Schwachpunkt: „Im Angriff waren wir zu statisch. Es hat von allem etwas gefehlt.“

NW Bad Oeynhausen. Sie wussten nicht, wo sie nach der Herbstpause stehen. Doch jetzt sehen sie klarer. Mit einer eindrucksvollen Leistung haben sich die Handballer vom VfL Mennighüffen in den Spielbetrieb der Oberliga zurückgemeldet und mit einer spielerisch famosen Leistung am Freitagabend beim Top-Team LIT Tribe Germania mit 28:24 (13:11) gewonnen. Ob es spielerisch betrachtet die beste Saisonleistung war, wollte Mittelmann Arne Halstenberg direkt nach dem Abpfiff noch nicht bestätigen. „Dazu müsste ich erst das Video sehen“, sagte der 26-Jährige und lachte. „Wir hatten jedenfalls nicht viele Ballverluste.“ Das war in der Tat der Schlüssel zum Sieg. Mit Halstenberg als Denker und Lenker spielte der VfL kluge und geduldige Angriffe. Die Abschlüsse waren meistens sehr gut vorbereitet und landeten auch im Netz. Das führte dazu, dass die Nordhemmeraner ihr Tempospiel nicht aufziehen konnten und sich so im gebundenen Spiel den Mennighüffenern stellen mussten. Und die beste Deckung der Oberliga zeigte den Hausherren, wo der Bartel den Most holt. Im Tor stand mit Daniel Habbe ein starker Rückhalt, während die Hiller „Nordies“ drei Keeper verschlissen. Die Mannschaft von Trainer Daniel Gerling war von der ersten Sekunde an auf der Suche nach sich selbst. Diese Findungsphase hielt bis weit in die zweite Halbzeit hinein an, und das fachkundige Germanen-Publikum sah schon ein Debakel auf sich zukommen, als Mennighüffen in der 37. Minute mit 18:12 führte. Zu hören war der LIT-Anhang da schon lange nicht mehr. Auch bei der 25:19-Führung (53.) gingen wohl alle davon aus, dass der VfL das Spiel bis ins Ziel verwalten würde. Doch Pustekuchen. Die taktische Maßnahme von „Siggi“ Jedrzej, den siebten Feldspieler zu bringen, funktionierte nur suboptimal. Im Gegenteil, mit diesem Risikospiel half der VfL seinem Gegner wieder aufs Pferd. Binnen weniger Minuten fingen sich die Gäste zwei Weitwürfe ein, danach traf Jannik Gartmann zweimal aus dem halbrechten Rückraum zum 24:25 (57.) – und die Germanen waren wieder da. Daniel Habbe blieb nun im Tor und wurde in der Schlussphase zum Helden. Er hielt die nächsten vier Würfe der Gastgeber, wobei sie zweimal komplett frei vor ihm auftauchten. Die Mennighüffener zogen den Kopf noch einmal aus der Schlinge, als nacheineinander Pascal Schumann, Malte Ames und Lukas Mailänder den verdienten 28:24-Erfolg klar machten.

 

WP Gevelsberg. Die HSG Gevelsberg musste sich nach einer packenden Schlussphase den Sportfreunden Loxten mit 20:22 (8:10) geschlagen geben. Damit verpasste die Mannschaft von Trainer Norbert Gregorz, in der Marvin Müller angeschlagen passen musste, auch im achten Anlauf den ersehnten ersten Saisonsieg der Handball-Oberliga und gleichzeitig den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze. In Durchgang eins war den Hausherren die Verunsicherung durch die Rückschläge der letzten Wochen deutlich anzumerken. Nach schnellen Toren durch Christopher Schrouven (1.) und Björn Rauhaus (2.) und der 2:1-Führung dauerte es ganze 13 Minuten bis zum nächsten Treffer durch Andre Bekston. Es fehlte der Druck, zu selten schlugen die Gevelsberger ihren Gegner im Eins gegen Eins. Die Gäste ihrerseits erspielten sich deutlich mehr Chancen, ließen diese aber immer wieder liegen. Keeper Christian Scholz im HSG-Tor spielte eine bärenstarke Halbzeit, so dass Loxten zum Seitenwechsel bei vier verworfenen Strafwürfen stand und den Gegner aufgrund der eigenen schwachen Chancenverwertung selbst im Spiel hielt. In Halbzeit zwei fand die HSG zunehmend Lücken in der Deckung der Sportfreunde, spielte ihre Angriffe mit mehr Geschwindigkeit und wusste auch in diversen Unterzahlsituationen zu überzeugen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem beide Teams gute und schlechte Phasen hatten, sich aber keine Mannschaft entscheidend absetzte. Nach dem 19:20 (54.) durch Sebastian Breuker kassierte Björn Rauhaus eine ärgerliche Zeitstrafe wegen Meckerns, überstand diese aber mit nur einem Gegentreffer. Wie der sichere Sieger sahen die Loxtener erst nach dem 19:22 durch den dritten Treffer von Max-Leroy Schäper aus. Rauhaus erzielte im Gegenzug den Treffer zum 20:22 und holte eine Zeitstrafe gegen die Gäste heraus, die nach einer weiteren Hinausstellung nur wenig später die letzten 50 Sekunden zu viert auskommen mussten. Die Chance auf ein Tor heranzurücken ließen die Gastgeber durch einen technischen Fehler leichtfertig liegen, was gleichzeitig die Entscheidung zugunsten der Sportfreunde bedeutete. Loxten spielte die Zeit herunter und entführte die zwei Punkte aus der Halle West. Nach der bitteren Niederlage blickte Gregorz bereits auf die kommenden Wochen. „Wir müssen weiter mit der Mannschaft arbeiten, und wir brauchen dringend ein Erfolgserlebnis. Man hat die Verunsicherung bei einigen im Angriff klar gespürt“, bewertete er die aktuelle Situation. „22 Gegentreffer sind zwar vollkommen okay, aber vorne hat uns erst der Druck gefehlt, nach der Pause haben wir einige wichtige Möglichkeiten ausgelassen.“

 

Haller Zeitung. Die letzten Minuten sind hektisch: Die 22:19-Führung der Loxtener durch Max Schäper beantwortet Gevelsbergs Bester, Björn Rauhaus, 20 Sekunden später mit seinem sechsten Treffer. 22:20 steht es nun, 90 Sekunden vor Schluss. Ausgerechnet in dieser Phase müssen die »Frösche« erst auf Timo Menger und dann auch noch auf Schäper verzichten. Beide haben sich eine Zeitstrafe eingehandelt. Also ist es an Heiner Steinkühler, Christian Kalms, den Patzelt-Brüdern Nils und Jan sowie Torhüter Pascal Welge, die zwei Pluspunkte der Gäste zu sichern. „Wir haben mit allem, was wir hatten, dagegengehalten und waren vielleicht die etwas glücklichere Mannschaft“, sagt Trainer Thomas Lay später über die spannende Schlussphase vor 400 Zuschauern.

Fortune haben seine Mannen, als ein Wurfversuch des HSG-Rückraumspielers Sebastian Breuker nur an das Gebälk fliegt. So bleibt es aus Sicht der Sportfreunde beim 22:20. Für das Schlusslicht Gevelsberg-Silschede ist es die siebte Niederlage im achten Spiel. Schon vor dem Anpfiff gibt es im SFL-Lager gute Nachrichten: Rechtsaußen Nils Patzelt gibt nach doppeltem Bänderriss im Sprunggelenk sein Comeback. Sein Positionskollege Max Harnacke muss indes zuschauen. Seine Patellasehne macht ihm zu schaffen. Er sieht ein torarmes Spiel, in dem beide Abwehrreihen mitsamt der Torhüter dominieren. Lay hat seiner Mannschaft eine 5:1-Deckung verordnet, mit Menger als Speerspitze. So bearbeiten die »Frösche« permanent Gevelsbergs Rauhaus und verhindern erfolgreich dessen Kreisanspiele: Sam Lindemann und Rafael Dudczak bringen es daher gemeinsam auf nur einen Treffer. Auf der Gegenseite findet Loxten gegen die 6:0-Defensive der HSG viele spielerische Lösungen, nutzt die Chancen aber oft nicht. „Wir haben deren Abwehr oft ausgespielt, das i-Tüpfelchen aber nicht gemacht“, sagt Lay. Es passt ins Bild, dass Loxten beim 7:3 (20.) schon drei Strafwürfe vergeben hat. Dass es im zweiten Durchgang eng bleibt, die Gastgeber jedoch beim 12:12 (38.) zum letzten Mal ausgleichen, liegt an der Loxtener Deckungsreihe und der starken Vorstellung von Pascal Welge. „Er hat exzellent gespielt“, lobt Lay seinen Schlussmann, der unter anderem drei Strafwürfe pariert.

 

NW Herford. Das war genau das Spiel, das sich Heiko Holtmann als Trainer des Handball-Oberligisten TuS Spenge gewünscht hatte: Im Nachbarschaftsduell gegen Neuling TuS Möllbergen gab es für die Gastgeber einen ganz klaren 33:19 (17:10)-Sieg und vor allem eine Leistung, die kaum Kritik zuließ und entsprechend für viel Selbstvertrauen vor den anstehenden schweren Auswärtsspielen bei den SF Loxten und bei der TSG A-H Bielefeld sorgen sollte. Die Ersatz geschwächt angetretenen Gäste hatten nie die Chance auf einen Punktgewinn. Gestützt auf eine unglaublich aufmerksame und nahezu perfekt agierende Deckung sowie einen sehr gut aufgelegten Torhüter Kevin Becker lagen die Spenger schon nach sieben Minuten 5:0 vorn. Und diese Führung geriet bis zum Schlusspfiff nicht mehr in Gefahr. Dank einiger „Lustwürfe“ im Angriff schmolz sie zwar zwischenzeitlich, wenn es aber etwas knapper wurde, hatte Spenge stets wieder etwas zuzulegen.
„Unsere Qualität auf der Bank war extrem hoch“, sagte nach der Partie Heiko Holtmann. Und da wollte niemand widersprechen, wobei das krankheitsbedingte Fehlen von Fabian Breuer überhaupt nicht ins Gewicht fiel. Aber Spenge konnte variieren, bot beispielsweise in der Anfangsformation Sebastian Reinsch und Sebastian Kopschek auf den Außenposition auf, um dort später Leon Prüßner und René Wolff aufzubieten – einen Unterschied machte das nicht. Besonders auffällig allerdings war ein Spieler: Filip Brezina, der tschechische Neuzugang des TuS, spielte rund 45 Minuten lang in der Rückraum-Mitte und erwies sich als ein ganz, ganz starker Regisseur. „Er hat keine Fehler gemacht“, stellte ihm der Trainer ein Zeugnis aus, wie es nicht besser ausfallen konnte. „Ich habe das getan, was ich tun sollte“, übte sich der 19-Jährige in Bescheidenheit. Übrigens sagte er das in deutsch – Brezina hat in Rekordzeit auch die zuvor bestehenden Sprachbarrieren überwunden.
Das Spiel: Es wurde nicht mehr spannend, zu deutlich war Spenge dem zuvor in der Tabelle vor ihm platzierten Neuling in Deckung wie Angriff überlegen. Zwar stellte Möllbergen die eigene Abwehr auf ein 5:1 um, aber auch das störte die Gastgeber einfach nicht – ebenso wie einige Gegentore, die der Neuling auf eher unkonventionelle Art erzielte. Schon beim 25:19 in der 50. Minute war die Partie entschieden. Danach gab Möllbergen auf und erzielte keinen Treffer mehr – Spenge nutzte die Fehler des Gastes und baute den Vorsprung durch Gegenstoß-Tore weiter aus. Und nun kann es auch nach Loxten gehen.

Mindener TB. Fast erwartungsgemäß verlor in der Handball-Oberliga der TuS 09 Möllbergen beim ambitionierten TuS Spenge. Allerdings fiel die Niederlage beim 19:33 (10:17) deutlicher aus, als sich das TuS-Trainer André Torge vorgestellt hatte. „Nach einem 0:5-Start war sehr schnell klar, dass es für uns schwer werden würde. Aber so, wie wir uns in den letzten Minuten präsentiert haben, geht es gar nicht“, ärgerte sich Torge über den 0:9-Lauf in den letzten elf Minuten. Dabei hatte sich sein Team vor gut 500 Zuschauern nach einem 10:17- Pausen-Rückstand in der zweiten Halbzeit wieder ins Spiel zurückgekämpft. Und sie hatten nach dem 19:24 (49.) sogar die Chance, weiter zu verkürzen. „Leider haben wir da die Chance leichtfertig vergeben. Und danach war die Partie durch“, sagte der TuS-Trainer. Die Gründe für die derbe Niederlage sind aus Torges Sicht vielfältig und keinesfalls damit alleine zu erklären, dass neben Patrick Richter auch noch Rückraumschütze Jan Camen aufgrund eines Knorpelschadens im Knie ausgefallen war. „Die Trainingsbeteiligung war zuletzt schlecht und dann funktionieren manche Automatismen auch nicht mehr“, sagte Torge.

 

 

WAZ Gladbeck. Im vierten Anlauf hat es geklappt: Die Handballer des VfL Gladbeck feierten gegen den TuS Ferndorf 2 den ersten Heimsieg der Oberliga-Saison. Am Ende mussten die Rot-Weißen, die zwischenzeitlich schon mit sieben Toren Vorsprung in Führung gelegen hatten, noch um den Erfolg zittern. Zufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft war VfL-Trainer Sven Deffte beileibe nicht. „Wir sind unseren Fans etwas schuldig“, so der Übungsleiter nach dem 26:24 (14:9) gegen ersatzgeschwächte Ferndorfer. Und weiter: „Ich bin stinksauer.“ Warum Deffte so schlecht auf die Seinen zu sprechen war? Ganz einfach: Einmal mehr hatte es sein Team verpasst, die Partie vorzeitig zu entscheiden. „Wir müssen den Sack eher zumachen“, sagte der Coach, „wir haben bestimmt wieder zehn bis 15 Freie liegen gelassen.“ Am Ende rettete Torwart Sebastian Büttner dem VfL Gladbeck den ersten Heimerfolg der laufenden Runde. Der Schlussmann wehrte z. B. zwei Siebenmeter ab. Und als es wirklich darauf ankam, in den letzten drei Minuten nämlich, war die Nummer eins der Gastgeber dreimal glänzend zur Stelle. „Sebastian“, lobte Sven Deffte, „hat überragend gehalten.“ Die Austragung der Partie gegen den TuS Ferndorf 2 hatte auf der Kippe gestanden. Mittags war  Tim Deffte, der Leiter der Handball-Abteilung, darüber informiert worden, dass die Tribüne nicht ausgefahren werden kann. Er schloss sich mit Rainer Weichelt kurz, dem 1. Beigeordneten der Stadt. Knappe zehn Minuten später kümmerten sich die Elektrotechniker Martin Baumeister, Ludger Tautz, der VfLer Paul Sontowski und Sportamtsleiter Dieter Bugdoll um die Zuschauerränge. Mit Erfolg, es konnte gespielt werden. Es war proppenvoll in der Halle. Unter anderem feuerte die 2a der Regenbogenschule die VfLer an. Die Klasse hatte bei dem Sommerfest der Schule den Hauptpreis gewonnen – den Besuch eines Heimspiels der Gladbecker. Und weil Rückraummann Björn Sankalla an der Regenbogenschule eine Sport-AG leitet, gehörten ihm ganz besonders die Sympathien der jungen Fans. Eigens für den Abend hatten sie ein Plakat mit der Aufschrift „Björn Sankalla Fanclub“ gebastelt. „Darüber“, bekannte der Spieler später, „habe ich mich mega gefreut.“ Sankalla avancierte zum auffälligsten VfL-Akteur. Die ersten fünf Treffer der Rot-Weißen gingen alle auf sein Konto, am Ende standen für ihn 10/5 Tore zu Buche.

 

WP Siegen. VfL Gladbeck – TuS Ferndorf II 26:24 (14:9). „Bei dieser personellen Konstellation war nicht mehr zu erwarten“, kommentierte TuS-Trainer Michael Feldmann die Partie beim Oberliga-Vizemeister der beiden vergangenen Jahre. Sein Team habe nach der Pause „unglaublich geackert“, um den deutlichen Pausenrückstand aufzuholen. Im ersten Durchgang musste der TuS sechs Minuten in Unterzahl spielen, was den Fünf-Tore-Rückstand erklärte. Ohne Philipp Pfeil, der ansonsten die Abwehrarbeit organisiert, und Mattis Michel, der in der zeitgleich spielenden „Ersten“ gebraucht wurde, fehlten den Ferndorfern wichtige  Stützen. Daher sei es, so Feldmann, umso lobenswerter, was sein Team im zweiten Durchgang auf die Beine gestellt hätte. Jan-Niklas Klein sowie die Sorg-Brüder Leon und Michel sorgten am Ende dafür, dass sich die Höhe der Niederlage in erträglichen Grenzen hielt.

 

 

Westf. Anzeiger. Da war mehr drin für die Handballer des ASV Hamm-Westfalen II im Heimspiel gegen den Oberliga-Tabellenführer TSG AH Bielefeld – trotz einer letztlich klaren 19:26 (12:13)-Niederlage. Doch selbst Gästecoach Michael Boy sprach nach dem sehenswerten Match von einer schweren Aufgabe: „Hamm hat vor Ehrgeiz richtig gebrannt. Die Truppe wollte gewinnen und hat gekämpft. Einen Sieg mit sieben Treffern Differenz muss man gegen diese Mannschaft erst einmal schaffen“, urteilte der Trainer und lobte natürlich auch seine eigenen Akteure: „Wir haben unseren Streifen runter gespielt und sind leistungsmäßig in keiner Phase abgesackt.“ Diesen Eindruck vom Gegner hatte auch Tobias Mateina, der Hammer Coach: „Bielefeld war ein richtig abgezocktes Team. Das war schon eine echte Herausforderung für uns, die wir über weite Strecken der Partie aber recht ordentlich meistern konnten“, empfand der ASV-Trainer, der natürlich auch den Knackpunkt der Partie erkannte. „Nur sieben Treffer in der zweiten Spielhälfte reichen nicht aus, um einen Gegner wie Bielefeld dauerhaft unter Druck zu setzen. Der Auswärtssieg des Liga-Ersten geht daher völlig in Ordnung – auch leider in der Deutlichkeit“, erklärte Mateina. Der musste seine Truppe mit Sören Feldmann und Jonas Gerke (beide ASV III) ergänzen, da Phil Schrage und Christopher Kohl sowie drei langzeitverletzte Akteure fehlten. Doch gerade Feldmann erwies sich als eine echte Teamverstärkung – gute drei Treffer steuerte der Landesliga-Spielertrainer bei. Gegen den bislang wohl leistungsstärksten Heimkontrahenten kamen die Hammer erstaunlich gut in Fahrt. Mit einer aggressiven Abwehr und einem starken Maurice Behrens im Tor warfen sich die ASVer dem wuchtigen TuS-Rückraum erfolgreich entgegen. Und drei Folgetreffer von David Spiekermann zur 3:1-Führung beeindruckten Bielefeld anfangs sehr. Das Spiel war absolut ausgeglichen, zeitweise gar mit echten Vorteilen für die Gastgeber, die über ihren Spielmacher David Wiencek zunehmend ins Rollen kamen. Über 4:2 und 8:6 lagen die Hammer noch in der 22. Minute mit 11:9 vorn. „Unsere Abwehr stand richtig gut, unser Angriffsspiel war schnell und variabel“, ging die Marschroute für Mateina bis dahin auf. Doch immer dann, wenn die Gastgeber Zeitstrafen kassierten, nutzte Bielefeld die zahlenmäßige Überlegenheit clever aus. So auch in den Schlussminuten der ersten Hälfte, als Melf Krause seine erste (es folgten noch zwei weitere) Strafzeit kassierte und der TuS den knappen Rückstand in eine 13:12-Pausenführung umdrehte. Gleich drei technische Hammer Folgefehler erschwerten dem ASV den Start in die zweite Spielhälfte. Das bis dahin fünfte Tor durch David Wiencek zum 13:13 weckte bei den Gastgebern zwar einmal Zuversicht, doch die Antwort des Liga-Ersten, der jetzt zahlreiche Hammer Versuche zum Kreis oder aus dem Rückraum erfolgreich abblockte, ließ nicht lange auf sich warten. Und wieder spielten Bielefeld zwei aufeinanderfolgende Zeitstrafen von Krause in die Karten. Von 16:15 zogen die Ostwestfalen bis auf 20:15 (44.) erstmals deutlich nach vorn. Gegen diesen Rückstand kämpften die Gastgeber im weiteren Spielverlauf erfolglos an. Weil der rechte Hammer Rückraum einfach zu harmlos agierte und die strebsamen Aktionen von Wiencek, Kreisläufer Dennis Richter und Luca Tröster nicht ausreichten, um das Spiel noch einmal zu kippen. Selbst eine offene Hammer Deckung blieb ohne nennenswerten Erfolg. „Unsere Gäste hatten jetzt ihren Lauf“, erkannte folgerichtig auch der Hammer Coach, der in den Schlussminuten noch einmal durchwechselte und sich doch darüber ärgerte, als der Tabellenführer den Vorsprung über 22:17 bis auf 26:19 heraufschraubte.

NW Bielefeld. Der ASV Hamm Westfalen II ist sicherlich nicht das Fallobst der Liga. Die Zweitligareserve steht im unteren Mittelfeld der Tabelle. Und trotzdem schreiben die Ruhrgebietler eine kuriose Bilanz, die sich auch nach der 19:26 (12:13)-Niederlage gegen die TSG A-H Bielefeld nicht geändert hat. Von den vier bisherigen Heimspielen gewann das Team von Tobias Mateina keins. Drei der vier Auswärtsauftritte gingen dafür an den ASV. Um im häufig genutzten Bild zu bleiben: Über eine eigene Festung verfügt Hamm augenscheinlich nicht, bedroht dafür aber als wilde Horde gerne andere Domizile.
Für den Tabellenführer, und als solcher reiste die TSG bekanntlich die A 2 hinunter, wäre es wohl leicht beschämend gewesen, wenn er als erstes Team in Hamm die Punkte abgegeben hätte. Aber die Gastgeber zeigten sich von Beginn an gefährlich. Nach 0:2 und 1:3-Rückstand mussten sich die Bielefelder ins Spiel kämpfen. „Die haben los gelegt, wie die Feuerwehr“, beschrieb TSG-Trainer Michael Boy. Vollgas über 60 Minuten mit schneller Mitte und schnellen Abschlüssen – das ist das Spiel des ASV. Boy war darauf vorbereitet und hatte gefordert, dass seine Schützlinge keinesfalls das Tempo verschleppen sollten. „Das haben wir auch nicht getan. Zu Beginn hatten wir allerdings etwas Wurfpech.“ Nach dem 4:4 legte Hamm immer wieder vor, hatte beim 7:5, 8:6 und 9:7 noch Mal zwei, bei 10:7 (21.) sogar drei Treffer Vorsprung. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit schob sich die TSG dann von 9:11 auf 12:11 vorbei. Coach Boy hatte Mitte der ersten Hälfte Luca Sewing eingewechselt, der bereits vor der Pause dreimal traf. Auf der Gegenseite sah Vincent Saalmann nach drei Zeitstrafen die Rote Karte. Später sollte noch Melf Krause (43.) folgen. „Aber es war keine überhart geführte Partie“, beschwichtigte Boy. Die Bielefelder kamen immer besser ins Spiel, vor allem die Abwehr stabilisierte sich zunehmend und ließ sich vom Hochgeschwindigkeitshandball der Gastgeber nicht überrumpeln. Nach einer Dreiviertelstunde war es der starke Tim Schuwerack, der mit dem 20:15 für einigermaßen klare Verhältnisse sorgte. Trainer Boy verschaffte auch einem weiteren Kreisläufer, Tobias Fröbel, nach längerer Verletzungspause wieder Spielzeit, mit einem Treffer krönte der Routinier sein Comeback allerdings noch nicht. Es war halb so wild, denn Fröbels Kollegen hatten die Partie im Griff. Der ASV erzielte kaum noch Feldtore, so dass der Sieg der Bielefelder, die mit 14:0 Punkten ihre weiße Weste behalten, letztlich wohl als gelöste Pflichtaufgabe in die Saisonannalen eingehen wird.

Soester Anzeiger. Das Kirmeswochenende bleibt ein gutes Heimspieldatum für die Oberliga-Handballer des STV. Der Soester TV schlug am Sonntagabend den bisherigen Tabellendritten HSV Hemer mit 29:23 (13:12) – und zeigte dabei ein richtig starke Vorstellung. „Das war ein sehr, sehr ordentliche und reife Leistung von uns“, lobte Soests Trainer Dirk Lohse sein Team, ordenete Ergebnis und Leistung auch direkt ein: „Das war ein wichtiger Erfolg für uns, gerade zu Hause.“ Zum einen baute der STV die Heimbilanz auf vier Siege in vier Spielen aus, zum anderen verbesserten sich die Soester auf den fünften Platz, ließen nun im dicht gedrängten Mittelfeld auch den HSV hinter sich. Als Schlüssel für den verdienten Erfolg sah Lohse die „klasse Abwehr“, aber auch die Tatsache, dass sein Team sich durch einige wilde Aktionen der Gäste nicht anstecken ließ. Zudem erwischte Axel Loer einen Sahnetag, arbeitete toll im Innenblock und traf insgesamt neunmal. Zusammen mit seinem Bruder Max, der „vom Punkt“ wieder einmal eine 100-Prozent-Quote hatte, erzielte er 16 der 29 Soester Tore.

Axel Loer war es auch, der die Soester in der Anfangsphase gegen die kräftig zupackende 6:0-Deckung der Gäste im Spiel hielt. Er erzielte alle vier Soester Tore bis zum Zwischenstand von 4:6 (14.); beim vierten Tor räumte ihn Hemers Sideri zudem rotwürdig ab. Fälschlicherweise sah Lukas Rosenbaum dafür „Rot“. Minuten davor war das erste Mal Pfeffer im Spiel, als Lars Henkels Max Loer wie ein Rammbock umrannte (10.). Dafür hatte es nur „Gelb“ gegeben, aber aus einem Derby war ein Kampf geworden.

Soest hinkte dem Zwei-Tore-Rückstand zunächst aber noch hinterher. Erst beim 9:9 durch Schnorfeil per Gegenstoß gelang der erste Ausgleich seit dem 2:2 (25.). Soest war im Aufwind – und Max Loer holte mit der Pausensirene durch ein Tor von Rechtsaußen durch die Beine des Keepers die Führung zurück. Nach Wiederbeginn legte Soest direkt das 14:12 durch Leon Wolff vor, der von Linksaußen nun gut in Szene gesetzt wurde – und traf. Beim 15:12 durch Max Loer waren es sogar schon drei Tore, doch Hemer kam noch einmal zurück. Lohse reagierte, schickte in der zweiten Hälfte vermehrt sieben Feldspieler in den Angriff und brachte ab der 40. Minute Leon Grabenstein – die Leihgabe der A-Jugend von GWD Minden – im Tor. Das zahlte sich mehr und mehr aus, denn Grabenstein kassierte bis zum Spielende nur fünf Gegentore. Bis zum 21:21 blieb Hemer jedoch dran, überstand danach sogar eine doppelte Unterzahl relativ unbeschadet. Doch dann legte wieder Axel Loer im Rückraum los. Gut in Szene gesetzt, erhöhte er mit einem Doppelschlag von 23:22 auf 25:22 (50.). Wieder setzte es zwei Zeitstrafen für die Gäste innerhalb von Sekunden. Zweimal traf Schönle vom Kreis – 27:22 (53.). Das Spiel war gelaufen, Hemer brachte auch eine eigene doppelte Überzahl und eine Manndeckung für die Loer-Brüder nichts mehr.

 

IKZ Hemer. Soester TV – HSV Hemer 29:23 (13:12). „Das war wie im letzten Jahr. Wir halten lange mit und verlieren dann komplett den Faden“, stöhnte Hemers sportlicher Leiter Alfred Klein nach der am Ende deutlichen Niederlage in Soest. „Die Spielpause ist uns wohl nicht bekommen“, verwies er  auf die vorangegangenen drei Siege. Passend zur Allerheiligenkirmes brachte sich der STV in Feierstimmung, doch danach sah es lange Zeit nicht unbedingt aus. Die Gäste kamen gut ins Spiel, knüpften an ihre zuletzt  sehr ordentlichen Leistungen an und lagen über weite Strecken der ersten Hälfte mit zwei oder drei Treffern in Front. Nach dem 8:5 (19.) schlichen sich aber vermehrt technische Fehler ein, es gab  zahlreiche unüberlegte Würfe, so dass die durchaus mögliche Pausenführung Wunschdenken blieb. Lukas Rosenbaum war da schon nicht mehr dabei, weil sein Foulspiel (14.) von den Unparteiischen als Tätlichkeit ausgelegt wurde. „Das muss ich mir erst einmal im Videomitschnitt anschauen“, meinte Trainer Tihomir Knez zu dieser Szene. Manche andere dürfte er in der Nachbereitung dieser Partie ebenfalls sehr genau studieren. Aber ob er den Grund findet, weshalb seine Mannschaft das Heft in der Endphase aus der Hand gab? Eine Schlüsselszene war möglicherweise der von Tobias Schetters vergebene Tempogegenstoß beim 21:21.  Denn statt der Hemeraner Führung ließ Soest postwendend das 22. Tor folgen. Dran blieben die Gäste bis zur 49. Minute, doch dann gelangen den Hausherren in drei Minuten  vier Treffer in Folge – die Entscheidung. Bei Soest drehte Axel Loer auf, der nach der Pause sechs Treffer erzielte.„Da waren wir neben der Spur und hatten keinen Zugriff mehr“, sagte Knez.  Das Spiel wurde in die Mitte gepresst,  anstatt es breit zu machen, es wurde schlecht geworfen, und viele Strafzeiten taten ein Übriges. „Wir müssen einfach disziplinierter sein“, ärgerte sich Hemers Trainer über fünfmal zwei Minuten gegen sein Team in der letzten Viertelstunde, was  nicht ganz unwesentlich dazu beitrug, dass die Hemeraner ins Hintertreffen gerieten und die Erfolgsserie gestoppt wurde.

NW Bielefeld. Sekunden vor der Halbzeit passiert im Oberligaspiel der HSG Augustdorf-Hövelhof gegen den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck beim Stand von 16:11 das, was sich niemand wünscht: Augustdorfs Kreisläufer Florian Hengsbach und Teamkollege Leonhard Janzen prallen beim Versuch, einen Abpraller zu erreichen, so unglücklich mit den Köpfen aneinander, dass sie verletzt liegenbleiben. Kurzzeitig sind gar vier Spieler der Gastgeber am Boden, da sich zwei weitere Akteure Sekunden zuvor leicht verletzt hatten. Doch die Sorgen gelten schnell Janzen und Hengsbach. „Leo Janzen konnte das Krankenhaus noch am Abend verlassen, er hat ein Schleudertrauma erlitten“, berichtete Augustdorfs Trainer Micky Reiners. Florian Hengsbach, der schon in der Halle notärztlich versorgt werden musste, wurde ins Bielefelder Klinikum Gilead I gebracht. Inzwischen wurde Hengsbach zweimal an der Halswirbelsäule operiert. „Seine Familie hat uns gebeten, keine weiteren Informationen herauszugeben. Dieser Bitte kommen wir natürlich nach“, so Reiners spürbar mitgenommen.
„Es war relativ schnell klar, dass etwas Schlimmes passiert war. So eine schwere Verletzung habe ich noch nicht erlebt. Da rückt der Handball in den Hintergrund. Wir waren uns rasch einig, dass ein Spiel unter solchen Voraussetzungen nicht fortgesetzt werden sollte“, sagte TuS-97-Trainer Sven-Eric Husemann. Dabei war den beteiligten Vereinen zunächst nicht bewusst, wie das Spiel gewertet werden würde. Staffelleiter Andreas Tiemann (Hille) saß beim Drittligaspiel von GWD Minden II am Tisch des Kampfgerichts und war telefonisch nicht erreichbar. Und die Entscheidung, ein Spiel abzubrechen, dürfen die Mannschaften beziehungsweise deren Offizielle nicht eigenmächtig treffen. In diesem Fall sieht das Regelwerk vor, das Spiel gegen beide Vereine zu werten, denn ein Abbruch ist eigentlich nur auf Grund höherer Gewalt vorgesehen. „Andreas Tiemann hat uns aber im Nachhinein versichert, dass wir absolut richtig gehandelt haben“, berichtete Reiners. Inzwischen wurden beide Vereine per Mail informiert, dass das Spiel neu angesetzt wird. „Dem Abbruch zuzustimmen, war von Jöllenbeck eine faire und glaubhafte Geste. Sie hätten auch zugestimmt, das Spiel nicht fortzusetzen, wenn sie mit fünf Toren geführt hätten“, lobt Reiners die Bielefelder. „Von unserer Seite bleibt nur, den verletzten Spielern beste Genesungswünsche zu senden“, so Husemann.

 

LiT Tribe Germania – VfL Mennighüffen 24:28 (11:13). LiT-Tore: Julian Knickmeier (9/5), Jannik Gartmann (5), Jan-Eric Speckmann (5/1), Kim-Patrick Kliver (3), Lucas Rüter (1), Marvin Mundus (1/1). VfL-Tore: Tomasz Tluczynski (11/4), Lukas Mailänder (5), Ulrich Neumann (4), Pascal Schumann (3), Arne Halstenberg (2), Jonas Köster (1), Maik Dittrich (1), Malte Ames (1).

 

HSG Gevelsberg Silschede – Spfr. Loxten 20:22 (8:10). HSG-Tore: Björn Rauhaus (6/1), Christopher Schrouven (6/2), Andre Bekston (4), Leonard Stippel (2), Rafael Dudczak (1), Sebastian Breuker (1). SF-Tore: Marlon Meyer (5/2), Nils Patzelt (4), Max-Leroy Schäper (3), Timo Menger (3), Christian Kalms (3/1), Paul Blankert (2), Heinrich Steinkühler (2).

 

TuS Spenge – TuSMöllbergen 33:19 (17:10). Tore Spenge Sebastian Reinsch (12/2), René Wolff (4), Filip Brezina (4), Phil Holland (4/1), Sebastian Kopschek (3), Nils van Zütphen (2), Gordon Gräfe (2), Marcel Ortjohann (1), Lasse Bracksiek (1). Tore Möllbergen: Sebastian Berg (5/4), Leon Richter (3), Simon Witte (3), Alexander Wiemann (2), Frederic Altvater (2), Patrick Kurz (2), Thorben Hanke (1), Fabian Arning (1).

 

VfL Gladbeck – TuS Ferndorf II 26:24 (14:9). VfL-Tore: Björn Sankalla (10/5), Max Krönung (6/1), Fynn Blissenbach (4), Felix Brockmann (2), Tim Krause (2), Dustin Dalian (1), Christoph Enders (1). TuS-Tore: Jan Niklas Klein (7), Michel Sorg (4), Leon Sorg (4), Adrian Schmidt (3), Linus Michel (2/1), Fabian Schneider (2), Fabian Paul (1), Christian Siegle (1).

 

ASV Hamm-Westfalen II – TSG A-H Bielefeld 19:26 (12:13). ASV-Tore: David Spiekermann (6), David Wiencek (6/3), Sören Feldmann (3), Dennis Richter (2), Luca Tröster (1), Melf Krause (1). TSG-Tore: Julius Hinz (9/7), Luca Sewing (5), Marius Kastening (3), Arne Kröger (3), Johannes Krause (2), Nils Prüßner (2), Tim Schuwerak (2).

 

Soester TV – HSV 81 Hemer 29:23 (13:12). STV-Tore: Axel Loer (9), Max Loer (7/4), Anton Schönle (4), Leon Wolff (4), Julian Vukoja (3), Fabian Schnorfeil (2). HSV-Tore: Moritz Frenzel (6), Tobias Schetters (5/1), Lars Henkels (3), Antonio Mrcela (3), Maximilian Klein (3), Christian Klein (2), Alessio Sideri (1).

 

(bg) Der gegen Hemer neunmal erfolgreiche Soester Max Loer löste den Spenger Phil Holland als Spitzenreiter der Handball-Oberliga-Torschützenliste ab. Hinter den besten Feldschützen, den Hemeraner Moritz Frenzel, verbesserte sich der Bielefelder Julian Hinz auf Rang vier. Hier die Spitzengruppe:

 

Max Loer (Soest) 56/28

Phil Holland (Spenge) 55/21

Moritz Frenzel (Hemer) 52

Julius Hinz (A-H Bielefeld) 50/20

Björn Sankalla (Gladbeck) 48/17

Max Krönung (Gladbeck) 46/7

Mattis Michel (Ferndorf II) 46/7

David Wiencek (Hamm II) 46/21

Maric Dusan (Augustdorf) 43/16

Felix Bahrenberg (Augustdorf) 41

Christian Klein (Hemer) 40

Sebastian Reinsch (Spenge) 40/2

Julian Knickmeier (LiT) 40/10

Jan-Eric Speckmann (Lit) 38/6

Tomasz Tluczynski (Mennighüffen) 38/8

Sebastian berg (Möllbergen) 38/11

Daniel Meyer (Bielefeld) 38/13

Lucas Rüter (LiT) 38/17

Jannik Gartmann (LiT) 37

Tobias Schetters (Hemer) 37/9

Marco Büschenfeld (Mennighüffen) 37/16

Das war ein tolles Wochenende für die Handballmannschaften des VfL. Nur die fünfte Herrenmannschaft musste in eine Niederlage einwilligen,

Unsere erste Mannschaft überzeugte in Nordhemmern und sprang durch den überraschenden 28:24-Auswärtssieg wieder auf den zweiten Tabellenplatz. Die Truppe von Trainer Siggi Jedrzej war klar besser und ging kurz vor der Pause das erste Mal mit zwei Toren in Front und in Durchgang zwei ließ der VfL nichts mehr anbrennen. Die Fans sahen in Rödinghausen ein spannendes und sehr torreisches Derby. Unsere Reserve ging nach fünfzehn Minuten mit 6:11 in Front und gab die Führung nicht mehr ab. Am Ende siegte der VfL mit 36:38-Toren und verbuchte zwei ganz wichtige Zähler im Kampf gegen den Abstieg. Fünfzig Minuten sahen unsere Damen gegen das Schlusslicht TG Herford 2 wie der sichere Sieger aus. Aber dann verspielte man ohne Not eine klare 20:15-Führung und musste am Ende froh sein, die Partie knapp mit 22:21 zu gewinnen und den zweiten Saisonsieg einzufahren.  Unsere dritte Herrenmannschaft ließ im Spitzenspiel der Kreisliga C gegen den Tabellenzweiten TV Häver 2 nichts anbrennen und rutschte nach dem 29:10-Kantersieg auf den dritten Tabellenplatz vor.  Unsere vierte Mannschaft zeigte bei der HSG Bielefeld-Ost 3 ihre schlechteste Saisonleistung. Am Ende sorgte der Unparteiische der Gastgeber, der diesen Namen nicht verdient hatte, noch für ein 18:18-Unentschieden. Unsere Truppe fühlte sich nach dem Spiel um einen Punkt betrogen. Bei VfL Herford 3 hielt unsere fünfte Mannschaft die Partie lange Zeit offen, musste aber am Ende in eine 21:23-Niederlage einwilligen.

 

 

Fr 20.00Uhr   Lit Triebe – VfL 1.Herren                           24:28

So 17.00Uhr   VfL 1. Damen – TG Herford 2                    22:21

So 16.00Uhr   CVJM Rödinghausen 2 – VfL 2                  36:38

Sa 19.00Uhr   VfL 3. Herren – TV Häver 2                        29:10

So 10.00Uhr   HSG Bielefeld-Ost 3 – VfL 4. Herren         18:18

Sa 15.00Uhr   VfL Herford 3 – VfL 5.Herren                    23:21

So 11.00Uhr   HSG Bielefeld-Ost 3 – VfL 2. Damen         ausgef.

 

Lit Tribe Nordhemmern – VfL 1. Herren 24:28 (11:13)

Obwohl unser Torjäger und Spielmacher Marco Büschenfeld in Nordhemmern ohne Torerfolg blieb, feierte unsere erste Mannschaft einen überraschenden, aber hochverdienten 28:24-Auswärtssieg und sprang in der Tabelle auf den zweiten Tabellenplatz. In der Anfangsphase wechselte die Führung ständig und beim Zwischenstand von 5:6 erzielten die Hausherren drei Treffer in Folge und lagen beim 8:6 das erste Mal mit zwei Toren Vorsprung vorn. Über 9:7 und 10:8 führten die Nordies beim 11:10 das letzte Mal. Beim Stand von 11:13 wurden die Seiten gewechselt und nach dem Wechsel wurden die Gäste immer stärker. Der überragende Tomek Tluczynski (11 Tore) und Lukas Mailänder (5 Treffer) waren nicht mehr zu bremsen. Über 11:15 feierten die vielen VfL-Fans in der 36.Minute den klaren 12:18-Vorsprung. Bis zum 19:25 in der 52.Minute hatten die Hausherren nicht den Hauch einer Chance. Dann aber verspielte der VfL in Überzahl – für den Torwart agierten die Gäste mit sieben Feldspielern – unnötig einige Bälle und plötzlich waren die Nordies beim 24:25 wieder in Schlagdistanz. Aber der VfL wurde nicht nervös und die letzten drei Tore dieses Derbies erzielten die Gäste und gewannen völlig verdient mit 24:28-Toren. Nach seiner langen Verletzungspause feierte Malte Ames ein gelungenes Comeback.

Torschützen: Tomek Tluczynski (11/4), Lukas Mailänder (5), Uli Neumann (4), Pascal Schumann (3), Arne Halstenberg (2), Malte Ames (1), Maik Dittrich (1) und Jonas Köster (1).

 

VfL 1. Damen – TG Herford 2  22:21 (13:9)

Das war nichts für schwache Nerven. Unsere erste Damenmannschaft bestimmte gegen das noch sieglose Schlusslicht von TG Herford 2 fünfzig Minuten lang die Partie, um dann in der Schlussphase total die Linie zu verlieren. Der VfL legte eine schnelle 2:0-Führung vor. Herford konterte und ging mit 2:4-Führung. Durch einen 6:0-Lauf schossen die Schützlinge von Spielertrainerin Sonja Balsmeyer einen 8:4-Vorsprung heraus und lagen dann durchgängig klar vorn. In der 50.Spielminute führte der VfL mit 20:15 und die Fans glaubten an einen klaren Heimsieg. Aber weit gefehlt. Gleich zwei Siebenmeter ließen unsere Damen aus und auch in fast vier Minuten Überzahl gelang kein Treffer mehr. Herford nutzte die Gunst der Stunde und schaffte zwei Minuten vor dem Ende den 21:21-Ausgleichstreffer. Gott sei Dank behielt Talitha Bröhenhorst gut fünfzig Sekunden vor dem Ende die Nerven und erzielte von der Linksaußenposition den Siegtreffer zum 22:21. Der letzte Angriff der Gäste brachte nichts mehr ein und so feierten unsere Damen ihren zweiten Saisonsieg.

Tore: Caja Simon (6), Sonja Balsmeyer (6/5), Joanna Hillbrand (4), Vanessa Timm (3), Romina Sander (2) und Talitha Bröhenhorst (1).

 

CVJM Rödinghausen 2 – VfL 2  36:38 (17:18)

Die zahlreichen Fans sahen in Rödinghausen eine spannende und sehr torreiche Partie. Zunächst war der CVJM tonangebend und ging mit 4:1, 5:3 und 6:4 in Front. Dann gelang dem VfL ein 0:7-Lauf, der die Vorentscheidung brachte. Die Schützlinge vom Trainergespann Christian Neumann und Andreas Kreft gingen mit 6:11 in Front und gaben diese Führung bis zum Ende nicht mehr her. Über 10:15 verkürzte Rödinghausen bis zur Pause auf 17:18. Doch zu Beginn des zweiten Durchganges war der VfL wieder voll auf der Höhe und hatte beim 21:25  einen Vorsprung von vier Treffern herausgeworfen. So sehr sich die Gastgeber auch abmühten, sie kamen nur noch bis auf zwei Tore heran. Über 28:30, 30:34, 33:35 und 35:38 feierten die Gäste beim 36:38 ihren dritten Saisonsieg. Das waren zwei ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Tore: Simon Harre (11), Christian Menkhoff (6), Christoph Marx (5), Tim Wienkemeier (5), Miklas Bröhenhorst (4/1), Julian Becker (3/3), Andreas Kreft (2), Marius Hepermann (1) und Tobias Bekemeier (1).

 

VfL 3. Herren – TV Häver 2  29:10 (14:5)

Beide Teams hatten vor dieser Partie nur jeweils zwei Verlustpunkte auf dem Konto und so konnte man wahrlich von einem Spitzenspiel in der Kreisliga C sprechen. Und die Truppe von Trainer Detlev Harre rief eine Top-Leistung ab. Der VfL führte schnell mit 5:0, wonach die Gäste früh ihre erste Auszeit nahmen. Die Deckung des VfL agierte sehr umsichtig, und wenn Häver zum Abschluss kam, war der überragende Torhüter Patrick Hepermann zur Stelle. Malte Bröhenhorst zog im Angriff geschickt die Fäden und so wurde der Vorsprung bis zur Pause auf 14:5 ausgebaut. Und auch in Durchgang zwei ließ der VfL nicht nach. Über 18:7 und 23:9 fuhr unsere Dritte einen klaren 29:10-Kantersieg ein. Malte Bröhenhorst war in der zweiten Hälfte überhaupt nicht mehr zu bremsen und kam am Ende auf stolze zwölf Tore.

Torschützen: Malte Bröhenhorst (12), Lars Wülker (3), Bastian Bekemeier (3), Christian Haubrock (2), Carsten Wehmeier (2), Joel Becker (2), Marvin Prescher (2), Marc Blöbaum (1), Patrick Barkowski (1) und Bastian Bröhenhorst (1).

 

HSG Bielefeld-Ost 3 – VfL 4. Herren 18:18 (7:9)

Der VfL zeigte in Bielefeld seine schlechteste Saisonleistung, führte aber dennoch während der gesamten Spielzeit.Über 1:3, 3:5 und 5:7 lag der VfL zur Pause mit 7:9-Toren vorn. In Durchgang zwei hatten die Gäste beim 8:12 und 14:17 eineen Vorsprung von drei Treffern herausgeworfen, versäumten es aber, den Sack frühzeitig zuzumachen. In der letzten Sekunde entschied der Unparteiische, der von den Bielefeldern gestellt wurde, zunächst auf Freiwurf, aber weil Martin Kracht angeblich den Abstand nicht eingehalten hatte und somit das Spiel verzögert hatte, gab es dann Siebenmeter und die rote Karte gegen Martin Kracht. Bielefeld verwandelte den Strafwurf zum 18:18-Ausgleich und unserer vierten Mannschaft wurde ein Punkt geklaut.

Tore: Jörg Tiemann (5), Timo Langenbach (4), Martin Kracht (3/1), Holger Beck (2), Andre Steffen (2), Andre Busse (1) und Martin Albsmeier (1).

 

VfL Herford 3 – VfL 5. Herren 23:21 (12:9)

Die fünfte Mannschaft des VfL, die auf ihren Torhüter Jochen Held verzichten musste, erwischte einen sehr guten Start und lag nach wenigen Minuten schon mit 1:4 in Front. Danach kam Herford besser in das Spiel, erzielte vier Tore in Folge und ging mit 5:4 in Führung. Der VfL glich zwar noch einmal beim 5:5 und 6:6 aus, doch danach gelang es den Gästen nicht mehr, das Blatt noch einmal zu wenden. Beim Stand von 12:9 wurden die Seiten gewechselt. In der zweiten Hälfte schaffte die Fünfte noch einmal den Gleichstand, aber die beiden nächsten Angriffe verpufften und am Ende freute sich Herford über zwei glückliche Punkte.

Tore: Kai Eschedor (9), Carsten Wehmeier (3), Kai Apke (2), Eckhard Hüske (4), Christian Pape (1), Michel Rullkötter (1) und Jannik Wietler (1).

(bg) Da das Spitzensiel der Handball-Oberliga zwischen Tabellenführer TSG A-H Bielefeld und Spenge auf den 24. November verschoben wurde, konnten sich die Verfolger in Stellung bringen. LiT Tribe Germania kletterte durch seinen Auswärtssieg in Loxten auf Rang zwei, gefolgt vom HSV Hemer, die von den Niederlagen der so gut in die Saison gestarteten Teams aus Mennighüffen und Möllbergen profierten. Dass Aufsteiger Ferndorf II überraschend gegen Soest gewann, dürfte bei den nun nur noch punktgleichen TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck und Augustdorf/Hövelhof Stirnrunzeln hervorgerufen haben. Schlusslicht Gevelsberg-Silschede muss jetzt schon drei Punkte gutmachen.

 

NW Bielefeld. Diese Niederlage schmerzt. Aber die Schlappe war auch verdient. Und so blieben nach dem 31:38 (15:16) des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck gegen den ASV Hamm-Westfalen II viele ratlose Gesichter zurück. Nach dem guten aber erfolglosen Auftritt des TuS 97 im Derby gegen die TSG A-H Bielefeld sollte jetzt gegen einen vermeintlich leichten Gegner der Sprung ins Mittelfeld gelingen. Hamm hatte sogar um Verlegung gebeten, weil unter der Woche fast der komplette Kader krank war. Aber für eine Zweitligareserve ist es eben schwer, einen Staffelleiter von akutem Spielermangel zu überzeugen. Letztlich kam der Gast auch mit voller Besetzung. Und die hatte 60 Minuten lang den Fuß auf dem Gaspedal. „Am Dienstag haben wir nur mit drei Mann trainiert. Und jetzt halten alle bis zum Schluss durch. Sowas habe ich auch noch nicht erlebt“, sagte Trainer Tobias Mateina anschließend. 20 Minuten lang musste der Gästecoach am Erfolg zweifeln. Der TuS wirkte überlegen, auch weil die Schiedsrichter früh viele Zeitstrafen verteilten – hauptsächlich gegen Hamm. 5:3, 8:5, 11:7 – die Schützlinge von Sven-Eric Husemann lagen auf Kurs und es entwickelte sich ein gut anzuschauendes Spiel. Doch der von TuS-Keeper David Weinholz gehaltene Siebenmeter in der 19. Minute war die letzte Großtat. Von 8:12 kämpfte sich der ASV auf 12:12 heran, begünstigt von teils haarsträubenden Fehlern des Bielefelder Angriffs.
Nach der Pause drehte das Team aus dem Ruhrgebiet dann richtig auf. Ein Gegenstoß nach dem nächsten brachten den TuS 97 zunächst mit zwei Toren in Rückstand (17:19, 20:22, 22:24). Im Spiel sechs gegen sechs legte ein überragender David Wiencek die Schwächen der Bielefelder Abwehr schonungslos offen. Bereits zehn Minuten vor dem Ende schien der Widerstand der Gastgeber gebrochen. Häufig waren drei, vier Gästeangreifer früher vor dem TuS-Tor, als die Abwehrspieler selbst. „Die haben uns mit ihrem Tempo geschlagen“, sagte Arne Kämper später. „Wir hatten heute nicht das richtige Tempo im Rückzugsspiel“, bemängelte Jakob Röttger. Coach Husemann fasste das so zusammen: „Wir bringen uns selbst in Schwierigkeiten. Das war unheimlich ärgerlich.“

Westf. Nachrichten. Tobias Mateina, Trainer des ASV Hamm-Westfalen II, war einfach nur baff: Soeben hatte sein Oberliga-Team beim TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck mit 38:31 (16:15) gesiegt. Das hatte der Hammer Coach noch 24 Stunden zuvor für völlig unmöglich gehalten. „Wir haben unter der Woche nur mit drei Feldspielern trainiert. Erst am Samstagvormittag zeichnete sich ab, dass wir überhaupt mit einer halbwegs wettbewerbsfähigen Truppe nach Ostwestfalen fahren können“, glaubte Mateina an eine unlösbare Aufgabe. Zumal der ASV bei einer Mannschaft antreten musste, die noch am zurückliegenden Wochenende eine echte Klasseleistung gegen den Spitzenreiter und Stadtrivalen TSG Bielefeld abgeliefert hatte.

Nach der schwierigen Vorbereitung der ohne Christoper Kohl und Jan Pretzewofsky angereisten Gäste auf das Treffen mit dem punktgleichen Tabellen-Nachbarn war schlichtweg fand der ASV nicht ins Spiel. „Wir hatten anfangs Defizite in der Abwehr, kassierten schnell vier Zeitstrafen und fanden auch vorne zu keiner angemessenen Ordnung“, erklärte Mateina. Bielefeld legte mit 8:5- und 12:8-Führungen vor. Der ASV war bemüht, den Rückstand nicht weiter anwachsen zu lassen. Zudem musste Mateina nach zwei aufeinanderfolgenden Zeitstrafen seines Shooters David Spiekermann reagieren und stellte ab der 20. Minute Melf Krause und den jungen Jannis Bihler ins Abwehrzentrum. „Diese Aufgabe haben die beiden richtig gut gelöst“, lobte der Coach die sicher werdende Defensive. Zumal sich auch Schlussmann Patrick Krömer von seiner besten Seite zeigte. Vier Hammer Treffer zum 12:12 (24.) versetzten Bielefeld den ersten Schock. Pünktlich zur Pausensirene ging der ASV erstmals in Führung (16:15), der gute Lauf setzte sich auch nach dem Seitenwechsel fort. „Wir kamen durch David Wiencek und Vincent Saalmann immer wieder zu einfachen Toren. Selbst der angeschlagene Kim Voss-Fels setzte Bielefeld aus dem Rückraum mächtig unter Druck“, freute sich Mateina über eine starke Phase seiner Mannschaft. Das Rezept mit viel Tempo im Sturm und einer sicheren Abwehr ging weiter auf. „Unsere überfallartigen Angriffe haben den TuS überrollt“, staunte der ASV-Coach auch über die Kraftreserven seines Teams nicht schlecht. Selbst ein Timeout der Gastgeber mit anschließendem Wechsel des Torhüters zeigte keine Wirkung. Im Gegenteil: Schon fast im Minuten-Takt schraubten die Hammer ihren Vorsprung über 29:25 und 34:28 hoch und gewannen verdient mit 38:31.

 

Haller Zeitung. In der 48. Minute kocht die Sparkassen-Arena: Soeben hat Loxtens Torwart Pascal WelgeTimo Menge mit einem messerscharfen Gegenstoßpass bedient. Der Linksaußen behält aus spitzem Winkel die Übersicht und trifft zum 25:24. Es ist erst die zweite Führung im Spiel für die Gastgeber, aber diese Szene, sie muss doch die endgültige Wende bedeuten. Nichts da! LiT, mit elf Spielern angereist und seit dem Anpfiff eigentlich nur mit acht Leistungsträgern agierend, benötigt lediglich sieben Minuten, um die Hitze der Arena zum stillen Frost herunterzukühlen. Das schaffen die von Bert Fuchs trainierten Gäste zum einen mit ihrem technisch anspruchsvollen, auf den Punkt gespielten Handball, zum anderen leistet sich Loxten jetzt reihenweise Fehler. „Was war da los?“, fragt SFL-Coach Thomas Lay nach der Partie im Kabinengang mehr rhetorisch. Denn er hat natürlich

all diese bitteren Szenen noch im Kopf: Erst tanzt der klasse auftrumpfende Julien

Knickmeier auf halblinks die Loxtener Deckung gegen die Wurfhand aus und trifft wunderschön zum Ausgleich. Dann leistet sich Christian Kalms im Angriff einen Fehlpass, Max Harnacke verwirft zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit von rechtsaußen, Kim Harting trifft »frei vor« nur die Latte, Paul Blankert begeht ein Stürmerfoul und schließlich werden wieder Harnacke bei einem Gegenstoß »Schritte« abgepfiffen. LiT bestraft fast jeden einzelnen dieser Fehler konsequent, und als Patrick Borgmann per Heber von rechtsaußen

auf einen Pfostentreffer von Paul Blankert mit dem 29:25 für LiT antwortet (55.), ist die Arena leise und die Vorentscheidung gefallen. „Die Euphorie, die uns erst wieder rangebracht hat, ist hintenraus zum Rucksack geworden“, analysierte Thomas Lay. Angesichts eines ansprechenden Oberliga-Spiels wollte er aber nicht zu hart mit seinem Team ins Gericht gehen. Denn nach schwachem Start mit 10:15-Rückstand (23.) hatten die Sportfreunde auf eine 5:1-Deckung umgestellt und diese direkt auf den starken Linkshänder Jannik Gartmann ausgerichtet. „Vorher konnten sie alles spielen. Dann haben wir die Aktionen auf der rechten Seite lahmgelegt“, erklärte Lay. Schon zur Pause war Loxten auf drei Tore dran und startete dann die leidenschaftliche Aufholjagd. Doch diese sollte am eiskalten LiT-Stamm zerschellen.

 

Mindener TB. Ihre gute Verfassung haben die Oberliga-Handballer von Lit Tribe Germania auch bei den Sportfreunden Loxten unter Beweis gestellt. Der 32:30 (18:15)-Sieg war bereits der fünfte im siebten Spiel. Lits Sportlicher Leiter Bert Fuchs sprach den Germanen ein großes Kompliment aus: „Die Tendenz ist sehr gut. Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Vor der lautstarken Kulisse in Versmold erwischte Lit den besseren Start. Nach sechs Minuten führten die Gäste mit 5:2, nach 14 mit 9:5. Auch vom folgenden 3:0-Lauf der Sportfreunde ließen sich die Rot-Weißen nicht beirren und setzten sich auf 11:8 (18.) und 17:11 (26.) ab. „Wir haben in der ersten Halbzeit kaum technische Fehler gemacht“, sagte Fuchs. Er vertrat Coach Daniel Gerling, der derzeit einen Trainer-Lehrgang in Berlin besucht.

Die Pausenführung gaben die Germanen im zweiten Durchgang schnell aus der Hand. Nach 38 Minuten kassierten sie den Ausgleichstreffer zum 21:21, drei Minuten später traf Loxten zum 22:21. „In dieser Phase haben wir zwei, drei technische Fehler zu viel gemacht“, stellte Fuchs fest. Der Aushilfstrainer reagierte mit einer Umstellung der 6:0-Deckung hin zu einer 3:2:1-Variante. Jannik Borcherding verteidigte vorgezogen. Bis zum 25:25 (48.) ging es Tor um Tor. Dann zog Lit innerhalb von sieben Minuten auf 29:25 davon. „Wir sind zurückgekommen, haben wieder klarer gespielt und kaum noch Fehler gemacht“, sagte Fuchs. Lits Sportlicher Leiter war vor allem mit der kämpferischen Leistung der Rot-Weißen zufrieden. „Wir haben über 60 Minuten einen Riesen-Fight abgeliefert. Sonst hätten wir in Loxten keine Chance gehabt. Die Jungs haben Mentalität gezeigt“, meinte Fuchs und hob vor allem die erste Hälfte hervor: „Die war überragend. Wir hatten eine sehr gute Wurfqualität.“

 

IKZ Hemer. HSV Hemer – HSG Augustdorf/Hövelhof 26:20 (15:10). Zur Pause mit fünf Toren vorn, beim Schlusspfiff mit sechs: Was auf den ersten Blick nach einer klaren Angelegenheit für die Hemeraner aussah, war über weite Strecken der zweiten Hälfte gar nicht so eindeutig. Umso erleichterter wirkten Spieler und Trainer, als der Sieg nach einem sehr entschlossen gestalteten Finish feststand, und sie feierten ihn gleich auf dem Parkett mit einem  Freudentanz. Wer nach zwei überzeugenden Erfolgen den Tabellendrittletzten empfängt, stellt sich wohl nicht auf eine besondere Herausforderung ein. Diesen Anschein erweckten jedenfalls die Hausherren mit einigen Konzentrationsschwächen zu Beginn. Da gestatteten sie sich etliche Fehlwürfe, die Augustdorf zu leichten Treffern per Tempogegenstoß nutzte. Das Angriffsspiel des HSV blieb statisch, die Außenpositionen wurden nicht einbezogen, Anspiele an den Kreis gab es nicht. Doch nach dem zähen Beginn half die HSG den Knez-Schützlingen auf die Sprünge. Sie machte technische Fehler en masse, brachte eine knappe Viertelstunde lang nicht einen Treffer zustande und konnte von Glück sagen, dass am Ende ihrer Funkstille die Entscheidung nicht schon gefallen war. Der HSV führte mit 13:7, hätte in dieser Phase aber mindestens drei Treffer mehr erzielen müssen. Tobias Schetters und Alessio Sideri scheiterten frei am Kreis, Christian Klein setzte einen Siebenmeter an den Pfosten. Doch das Polster war recht komfortabel, aber so blieb es nicht. Nach der Pause legte Augustdorf spürbar zu, und auch wenn sich die Hemeraner in einer doppelten Überzahl noch einmal auf 18:14 absetzen, ging es nun deutlich ausgeglichener zu. An der Abwehrarbeit gab es wenig auszusetzen, auch Keeper Patrick Spiller bot eine gute Leistung, doch im Angriff gab es zu viele unüberlegte Abschlüsse. Erschwerend kam hinzu, dass sich Christian Klein zu Beginn der zweiten Hälfte an der Wurfhand verletzte, nach kurzer Pause aber durchhielt, und sich Lukas Rosenbaum für ein rustikales Eingreifen „Rot“ einhandelte. 22:20 hieß es acht Minuten vor Schluss, und die Ostwestfalen waren drauf und dran, den Hemeraner Sieg ernsthaft zu gefährden. Dann die Schlüsselszene: Siebenmeter für den HSV, Tobias Schetters verwandelte, und Augustdorf vergab die klare Chance zum erneuten Anschluss. Tihomir Knez nahm eine Auszeit, gab die Order für die Schlussminuten, die unspektakulär verstrichen. Christian Klein traf zum 24:20, die Gäste wussten mit einer Überzahl nichts anzufangen und kassierten sogar noch zwei Treffer durch Moritz Frenzel, der für ein Endergebnis sorgte, das den Kräfteverhältnissen über 60 Minuten durchaus entsprach.

NW Paderborn. Die HSG Augustdorf/Hövelhof geht mit einem Negativ-Erlebnis in die dreiwöchige Herbstpause. Beim HSV 81 Hemer musste sich die HSG mit 20:26 (10:15) geschlagen geben und bleibt damit nach sieben Spieltagen mit lediglich vier Punkten auf der Habenseite tief im Tabellenkeller. „Dieses Spiel haben wir ganz klar im Angriff verloren. Leider passen dort nach wie vor manche Abläufe nicht und wir verlieren unsere Spiele immer dann, wenn die Mannschaft sich nicht an den Matchplan hält und davon abweicht“, kritisierte HSG-Teammanager Udo Schildmann. Dabei starteten die Sandhasen ordentlich in die Begegnung und lagen in der Anfangsphase 3:2 (5. Minute) und 5:4 (8.) vorne. Dann kamen die Hausherren aber langsam besser in Tritt, profitierten dabei auch von zahlreichen Unzulänglichkeiten und Stockfehlern der Gäste und zogen über 7:7 (12.) auf 9:7 (14.), 13:8 (27.) und 15:10 zur Pause vorbei.
Die Kabinenansprache von HSG-Coach Micky Reiners zeigte dann aber offenbar Wirkung und beim 18:19 (44.) aus HSG-Sicht war für die Truppe aus der Senne wieder alles drin. Hemer ging innerhalb von drei Zeigerumdrehungen zwar wieder deutlicher in Führung (22:18), der insgesamt neun Mal erfolgreiche Dusan Maric brachte die HSG durch zwei Siebenmeter-Tore aber erneut in Schlagdistanz und auf 20:22 (52.) heran.
„Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch alle Möglichkeiten, haben uns dann aber selbst aus dem Konzept gebracht und in den letzten acht Minuten kein Tor mehr geworfen“, so Udo Schildmann mit Blick auf die Phase bis zum 20:26-Endstand. Und Schildmann hielt weiter fest: „Unsere Defensiv-Leistung war wirklich gut, Christopher Weber hat im Tor super gehalten. Mit einer solchen Masse an Fehlern im Angriff wird es aber schwer, ein Spiel zu gewinnen. Da haben wir bestimmt zehn Fehlpässe dabei gehabt, viele Chancen vergeben und den Gegner deshalb regelrecht zu Tempogegenstößen eingeladen.“

Mindener TB. Für André Torge, dem Trainer des Handball-Oberligisten TuS 09 Möllbergen, war es ein Vier-Punkte-Spiel. Seine Mannschaft wollte den Tabellen-Letzten HSG Gevelsberg Silschede unbedingt auf Abstand halten – und das ist gelungen. Die Portaner gewannen das letzte Spiel vor der Herbstpause mit 29:26 (17:13). Nach zuletzt drei sieglosen Partien in Folge präsentierten sich de Schwarz-Gelben von Beginn an torhungrig. In der Deckung hatten sie allerdings Startschwierigkeiten. „Wir haben keinen Zugriff bekommen“, sagte Torge mit Blick auf das 5:5 nach zehn Minuten. In der Folge nutzten die Gastgeber zwei Überzahlsituationen, um sich abzusetzen. Trotz eines verworfenen Siebenmeters führte der TuS nach 19 Minuten mit 10:6. Gevelsberg Silschede verkürzte zwar schnell auf 10:12 (23.). Doch noch vor der Pause stellten die im Angriff wie entfesselt spielenden Schwarz-Gelben den alten Abstand wieder her. Vom Powerhandball der ersten Hälfte war nach dem Seitenwechsel nicht mehr viel zu sehen. „Wir sind schlecht aus der Kabine gekommen und waren nicht so richtig da“, stellte Torge fest und fand eine Erklärung: „Die Startschwierigkeiten lassen sich mit den 30 Minuten Vollgas erklären.“ Nach 44 Minuten hatten die Gäste die Chance zum Ausgleich, scheiterten allerdings an Jannis Finke. Es war der Anfang einer Phase, in der der TuS-Keeper über sich hinauswuchs und zum Matchwinner wurde. Sage und schreibe fünf Angriffe in Folge wehrte der Torwart-Riese ab.„Jannis hat uns den Allerwertesten gerettet. Da gibt es keine zwei Meinungen.“, sprach Torge von seinem Schlussmann in den höchsten Tönen: „Es wurde Mitte der zweiten Halbzeit ein bisschen stressig. Da hat Jannis den Unterschied ausgemacht.“ Während Finke einen Ball nach dem anderen hielt, fand der Möllberger Angriff zurück in die Spur. Nach 51 Minuten traf Spielgestalter Frederik Altvater zum 26:22. Entschieden war die Partie zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Hätten die Gäste zwei Minuten vor dem Ende auf 26:28 verkürzt, wäre es noch einmal spannend geworden. Doch ein Mann machte die Aufholjagd zunichte: Jannis Finke. Der Matchwinner nahm seine herausragende Leistung gelassen hin: „Wenn es läuft, dann läuft es. Ich habe versucht, mich an meinen Paraden hochzuziehen. Ich freue mich, dass ich die Würfe gehalten habe.“ Nach dem erfolgreichen Saisonauftakt können sich Finke und Co. nun drei Wochen ausruhen. Dann stehen drei Auswärtsspiele auf dem Plan.

 

WP Gevelsberg. Der Blick auf die Tabelle bleibt für den Handball-Oberligisten HSG Gevelsberg-Silschede ein ziemlich betrübter. Auch nach dem Spiel beim TuS Möllbergen bleiben die Gevelsberger sieglos und rangieren am Tabellenende der westfälischen Beletage. Nach einem hitzigen Spiel musste sich die Mannschaft von Norbert Gregorz trotz phasenweiser ansprechender Leistung mit 26:29 (13:17) geschlagen geben.  Dabei lässt vor allem der Blick auf den Halbzeitstand Schlüsse auf das Spiel schließen. Mehr schlecht als recht kam man in die Partie, Möllbergen spielte schnell, druckvoll und zeigte sich konsequent im Bestrafen der technischen Fehler der Gevelsberger. Trotz des mäßigen Starts war das Spiel nach zehn Minuten ausgeglichen. Das lag vor allen Dingen an einem bärenstarken Tobias Fleischhauer, der im Angriff viel Verantwortung übernahm und dafür sorgte, dass seine Mannschaft bis zum 5:5 eigentlich gut im Spiel war. Es folgte wieder eine dieser schwächeren Passagen, vier Treffer der Gastgeber in Serie sorgten für einen ersten deutlicheren Rückstand.

Was folgt, beschreibt das große Problem der Gevelsberger am Samstagabend. Die HSG kämpft sich zurück ins Spiel, ist beim 13:11 wieder auf Tuchfühlung und verpasst mehrfach die Gelegenheit, die Partie auszugleichen. Vor allen Dingen die mangelhafte Chancenverwertung in den wichtigen Momenten fehlte der Gregorz-Sieben – im Gegensatz zu den Gastgebern. Diese blieben eiskalt und zogen vor der Halbzeit auf 17:13 weg. Zu Beginn des zweiten Abschnitts wirkte die HSG präsenter, Möllbergen hingegen agierte nervös, leistete sich technische Fehler und gestatte so den nun wieder guten Gevelsbergern zurück ins Spiel zu finden. Nach 43 Minuten sorgt der aufgrund einer Erkältung erst in der Schlussphase dies Spiels eingesetzte Sebastian Breuker für den Anschluss zum 23:22 aus Sicht der Gastgeber, danach verpassen es die Gäste wieder mehrmals, die Partie nun an sich zu reißen. „Dann machen wir wieder Fehler im Abschluss“, so HSG-Trainer Gregorz, der neben der fehlenden Cleverness im Torwurf auch bei den Schiedsrichtern einen spielentscheidenden Faktor sieht: „Das war  eine katastrophale Schiedsrichterleistung“, so Gregorz über die Darbietung der Unparteiischen Ayhan und Vorndamme. Tatsächlich hatte man als neutraler Beobachter oft das Gefühl, dass knappe Entscheidung zu ungunsten der Gevelsberger ausgelegt wurden. Beim Zeitspiel waren viele, zumindest diskutable Entscheidungen dabei. Ebenfalls strittig war die Rote Karte gegen Björn Wohlgemuth nach vierzig Minuten, wie auch Möllbergens Trainer Andre Torge nach dem Spiel befand.

Doch maßgeblich für die sechste Niederlage im siebten Spiel war dies nicht wirklich. Wieder gönnte sich die HSG minutenlange Aussetzer, dieses Mal auf jeweils fünf Minuten aufgeteilt in beide Spielhälften. „Das kostet uns dann immer sehr viel Kraft, die uns dann vielleicht fehlt um so ein Spiel für uns zu entscheiden“, so der HSG-Trainer. Lindemann, Fleischhauer oder Breuker ließen beste Gelegenheiten liegen und gestatten den Gastgeber so, erneut auf sechs Tore davon zu ziehen. 28:22 heißt es rund sieben Minuten vor dem Ende, aufgegeben hatte sich die kampfstarke HSG Gevelsberg-Silschede da aber immer noch nicht. Erneut konnte der Vorsprung auf zwei Tore reduziert werden, gerade Routinier Björn Rauhaus übernahm in dieser Phase Verantwortung. Möllbergen versuchte in dieser Phase gegen eine offene Gevelsberger Deckung nur noch das Ergebnis über die Runden zu bringen. Was schließlich auch gelang. Die HSG-Spieler schlichen danach enttäuscht über das Parkett. „Es ist einfach unbegreiflich, dass die Jungs sich für so einen Auftritt, auch trotz der Umstände, nicht belohnen“, so ein enttäuschter Norbert Gregorz. Sein Manager Christof Stippel freut sich nun auf die zwei spielfreien Wochen, in denen die HSG sich wieder sammeln muss, um das richtungsweisende Heimspiel gegen Loxten mit neuem Mut anzugehen. Dann sind zwei Punkte fast schon Pflicht, wenn der noch immer geringe Abstand zu den Mannschaften im unteren Tableau der Tabelle aufrecht erhalten werden soll.

 

NW Bad Oeynhausen. Durch eine fahrlässige Chancenverwertung und die fehlende Galligkeit in der Abwehr hat Handball-Oberligist VfL Mennighüffen am Sonntagabend sein erstes Heimspiel in dieser Saison mit 25:28 (13:12) gegen den ambitionierten VfL Gladbeck verloren. Beide Trainer waren sich nach dem Spiel in der Hinsicht einig, dass es ein verdienter Sieg für die Gäste aus dem Ruhrgebiet war.
„Wir haben gut gekämpft und alles gegeben, aber wenn du die klarsten Chancen verwirfst, hast du gegen eine Spitzenmannschaft wie Gladbeck keine Chance“, sagte VfL Mennighüffens Trainer Zygfryd Jedrzej, der die Niederlage vor allem auf die fehlende Leistungsbereitschaft zurück führte. „Gladbeck ist eine exzellente Mannschaft, technisch und körperlich hervorragend ausgebildet. Wenn wir dieses Spiel heute hätten gewinnen wollen, hätten wir einhundert Prozent unserer Leistung abrufen müssen und das ist uns nicht gelungen“, sagte Jedrzej weiter. Auf der anderen Seite zeigte sich Gladbecks Trainer Sven Deffte hochzufrieden, nach zuvor drei Unentschieden in Folge endlich wieder etwas Zählbares ergattert zu haben. „Wir sind sehr schwer in das Spiel hinein gekommen, doch wir haben den Fehlstart gut verkraftet und vor allem nach der Halbzeit-Pause sehr gut die Tiefe und die damit entstehenden Räume in der Mennighüffener Abwehr genutzt“, sagte der Gladbecker Trainer.
In der Tat war es ein Katapultstart für den VfL Mennighüffen, der vor rund 300 Zuschauern eine fulminante 4:0-Führung (4.) vorlegte, aber daraus keinen Profit zog, denn spätestens beim 6:5 (11.) waren die Gäste wieder da. In der Anfangsphase präsentierten sich beide Mannschaften mit einer löchrigen Abwehr, bei der viele einfache Tore fielen. Dennoch ließ der VfL Mennighüffen schon in der ersten Halbzeit klarste Chancen aus, vor allem Mats Köster auf Rechtsaußen (vergab zwei Tempogegenstöße) hatte großes Wurfpech. Bereits in der 16. Minute sah Ulrich Neumann die zweite Zwei-Minuten-Strafe und VfL-Trainer Zygfryd Jedrzej musste sich früh Gedanken machen, wegen der Rotgefährdung für seinen Abwehrchef. Zwei bärenstarke Torhüter, Daniel Habbe bei Mennighüffen und Sebastian Büttner bei Gladbeck, hielten ihre Mannschaft jeweils in der ersten Halbzeit im Spiel, wobei die Mennighüffener ihre Führung bis zum 13:12-Halbzeitstand behaupteten. Nach dem Seitenwechsel machten sich schnell klare Fronten auf, denn die Mennighüffener kamen gestern nicht an ihr oberstes Limit heran. Beim 16:17 (40.) traf der überragende Gladbecker Björn Sankalla zur ersten Gästeführung, die sie sich auch bis zur Schlusssirene nicht mehr abnehmen ließ. Die Achse um Björn Sankalla (Halblinks, sechs Tore), Max Krönung (Halbrechts, zehn Tore) und Dustin Dalian (Rückraum-Mitte, vier Tore) bekam der VfL zu keinem Zeitpunkt in den Griff. Während die Gladbecker durch hervorragende und enorm druckvolle Angriffe einfache Tore erzielten, hatten die Mennighüffener Ladehemmung, wobei aus dem Rückraum zu wenig Torgefahr entstand. Arne Halstenberg, der sich beim Spiel in Soest am Ellenbogen verletzt hatte, kam erst in der 45. Minute für Büschenfeld auf das Spielfeld, aber über 20:21 (49.), 22:25 (55.) und 24:27 (58.) machten die Gäste schnell kurzen Prozess.

WAZ Gladbeck. Drei Heimspiele – drei Siege. So las sich die Bilanz von Viktoria Mennighüffen bis zum gestrigen Sonntag. Nun hat die weiße Weste einen ersten Flecken bekommen. Einen roten Flecken – zugefügt vom VfL Gladbeck. Entsprechend groß war die Erleichterung beim VfL. Das Team von Sven Deffte gewann mit 28:25 (12:13), baut seine Serie damit auf fünf Spiele ohne Niederlage aus und kann endlich wieder zwei gewonnene Punkte feiern. „Wir müssen uns für unsere guten Leistungen wieder belohnen“, hatte Sven Deffte in den vergangenen Wochen immer wieder belohnt. In Mennighüffen sah es zunächst so aus, als würde es nichts geben, wofür sich sein Team belohnen könnte. Ganz im Gegenteil, Die Gastgeber starteten besser in die Partie, führten schnell mit 4:0. Erst dann wachte der VfL auf und kämpfte sich langsam ins Spiel beim Tabellenzweiten. Bis zur Halbzeit betrug der Rückstand nur noch ein Tor – Gladbeck hatte nun wieder alle Möglichkeiten. Und glich direkt nach Wiederbeginn aus. Björn Sankalla stellte auf 13:13, neun Minuten später besorgte er die erste Gästeführung zum 17:16. Zwar konnte Mennighüffen beim 18:18 noch einmal ausgleichen, von nun an war aber der VfL tonangebend. Tor um Tor zog die Deffte-Sieben davon und erspielte sich ein solides Torpolster. „In dieser Phase hätten wir sogar vier oder fünf Tore Vorsprung herausspielen können“, äußerte Deffte seinen einzigen Kritikpunkt. Ansonsten wussten seine Schützlinge zu überzeugen. Allen voran Max Krönung mit seinen zehn Toren, aber auch Fynn Blissenbach, der vier Mal traf – unter anderem die beiden letzten VfL-Tore erzielt – und Tim Krause, der den verletzten Marcel Giesbert sehr gut vertrat, stachen aus der guten VfL-Mannschaft heraus. „Die gesamte Mannschaft hat ein super Spiel gemacht“, lobte auch Trainer Sven Deffte. Den Sieg ließen sich die Gladbecker nicht mehr nehmen, brachten den Vorsprung sicher über die Zeit und holten die langersehnten zwei Punkte. „Die Erleichterung ist sehr groß. Jetzt haben wir den Anschluss nach oben wieder geschafft und können mit einem freien Kopf in die kommenden Wochen gehen“, sagte Sven Deffte, der sich freute: „Wir sind die ersten, die in Mennighüffen in dieser Saison etwas geholt haben.

Mit einer Bilanz von 7:7-Punkten liegt der VfL auf dem siebten Tabellenplatz. Der Abstand auf den zweiten Platz beträgt nur noch drei Punkte, ehe es am 11. November mit einem Heimspiel gegen den TuS Ferndorf II weitergeht.

 

 

WP Siegen. „Wir sind jetzt komplett angekommen in der Liga“, müsste Michael Feldmann fast ein wenig betrübt sein über die anstehende Herbstpause in der Handball-Oberliga nach der beeindruckend homogenen Vorstellung seiner  Youngster beim 34:27 (17:13) gegen den Soester TV. Die Ferndorfer „Jungspunde“ lieferten einen begeisternden Kampf, überzeugten durch ihre Schnelligkeit, vor allem aber durch hervorragende Abwehrarbeit. Die 3:2:1-Formation stand so sicher, dass die Gäste ab der 10. Minute nach einer Auszeit in jedem Angriff ihren Torhüter auf die Bank beorderten, um Überzahl zu schaffen. Doch der TuS ließ sich dadurch nicht beeindrucken, eroberte weiter die Bälle und schaffte es in diesen Situationen, neun Mal ins leere Tor zu treffen. Selbst Torhüter Hilmar Gudmundsson machte so zwei Tore. Eine Leistung, aufbauend auf die tolle käm-pferische Vorstellung in der Abwehr, das schnelle Umschaltspiel und einen überragenden Mattis Michel am Kreis, die den Gast beeindruckte. Der riskierte viel, bekam jedoch keinen Zugriff aufs Spiel. „Gut, dass wir uns nur eine kurze Auszeit erlaubten“, hatte Trainer Michael Feldmann fünf Minuten – zwischen der 40. und 45. Zeigerumdrehung – gesehen, in der seine Mannschaft mal verschnaufen musste. Vom 24:15 kamen die Soester hier auf 24:20 heran, ehe der gerade eingewechselte Florian Schneider mit seinem Treffer zum 25:20 sein Team an kurzzeitig brach liegende Tugenden erinnerte. Ab sofort fand der TuS wieder seinen Rhythmus und ließ nichts mehr anbrennen. Zur Belohnung verordnete Feldmann seinem Team eine Woche trainingsfrei.

 

Soester Anzeiger. Der Soester TV kommt auswärts nicht in die Spur. Beim Aufsteiger TuS Ferndorf II setzte es am Sonntagnachmittag im vierten Auswärtsspiel die dritte Niederlage. Das 34:27 (17:13) war verdient und in der Höhe so in Ordnung, wie STV-Trainer Dirk Lohse befand. „Wir haben insgesamt in allen Mannschaftsteilen zu wenig gebracht. Unsere Leistungs war vorne und hinten unzureichend“, sparte Lohse nicht mit Kritik an der eigenen Mannschaft, klammerte nur Torwart Birk Muhr aus, der gut gehalten habe. Die Gastgeber hingegen hätten „einen sehr guten Handball gespielt.“ Daher sei deren Sieg mehr als verdient. Nicht als Ausrede wollte Lohse gelten lassen, dass der TuS gleich mehrere Spieler aus dem Kader der ersten Mannschaft aufbot. Neunfacher Torschütze war beispielsweise Kreisläufer Mattis Michel, der schon am Abend zuvor zehn Tore für den den Spitzenreiter der 3. Liga beim 34:16 gegen Habenhausen erzielt hatte. Neben ihm bot der TuS auch Michel und Leon Sorg aus dem Drittligakader auf, die beide jeweils drei Tore erzielten. „Das ist keine Erklärung für unsere schlechte Leistung“, so Lohse. Dessen Team offenbarte von Beginn an Probleme. Hinten wirkte Soest nicht so fit, keine Deckungsformation griff richtig. Nicht die 4:2-Version, mit der Soest noch Mennighüffen total ausgebremst hatte, auch eine defensivere nicht; und zum Spielende hin fanden die Ferndorfer immer richtige Entscheidungen gegen Soester Abwehr. Vorne lief es von Anfang an nicht. In den ersten zwölf Minuten gelangen dem STV gerade einmal zwei Tore – Ferndorf führte da schon mit 6:2. Lohse reagierte, schickte fortan sieben Feldspieler in den Angriff, was zumindest zwischenzeitlich ein kleines Hoch einbrachte. Beim 9:7 durch Picht (18.) war Soest sogar wieder in Reichweite, doch klappte das Spiel mit sieben Feldspielern und leerem Tor nicht so gut wie erhofft. „Wir haben vorne nicht strukturiert und ruhig genug gespielt, was nötig ist mit leeren Tor“, so Lohse. Sein Team leistete sich einen Fehler nach dem anderen, und fing sich eine ganze Reihe von Gegentoren per Gegenstoß oder gleich direkt ins leere Tor. Und wenn Ferndorf mal ins gebundene Spiel musste, war das Kreisläufer-Spiel über Michel eben überragend gut. Mit dem 17:13 waren die Soester zur Pause noch gut bedient. Immerhin stimmt die kämpferische Einstellung, denn auch als Ferndorf mit vier Toren innerhalb von zwei Minuten auf 24:15 (37.) davonzog, gab sich Soest nicht geschlagen. Schnorfeil, Picht, Max Loer, Bekel und Haake verkürzten bis zur 44. Minute auf 24:20. Doch enger wurde es nicht, dafür war Soest einfach zu weit von der Bestform entfernt.

 

TuS Bielefeld/Jöllenbeck – ASV Hamm-Westfalen II 31:38 (15:16). TuS-Tore: Arne Kämper (6), Moritz Klapdohr (6), Daniel Meyer (6/1), Jakob Röttger (5), Lukas Heins (3), Till Kraatz (2), Moritz Pieper (1), Christian Niehaus (1), Nils Grothaus (1). ASV-Tore: David Wiencek (10/2), Dennis Richter (8), Vincenz Saalmann (5), Kim Voss-Fels (4), David Spiekermann (4/1), Phil Schrage (4), Jannis Bihler (2), Melf Krause (1).

 

SF Loxten – LiT Tribe Germania 30:32 (15:18). Max-Leroy Schäper (6), Heinrich Steinkühler (6/3), Jan Patzelt (4), Timo Menger (4), Maximilian Harnacke (4), Christian Kalms (3), Paul Blankert (2), Kim Harting (1). LiT-Tore: Julian Knickmeier (10/5), Jan-Eric Speckmann (7), Jannik Gartmann (7), Patrik Borgmann (4), Jannik Borcherding (2), Linus Happel (1), Kim-Patrick Kliver (1).

 

HSV 81 Hemer – HSG Augustdorf/Hövelhof 26:20 (15:10). HSV-Tore: Moritz Frenzel (9), Christian Klein (5), Maximilian Klein (5), Alessio Sideri (3), Tobias Schetters (2/1), Antonio Mrcela (1), Lars Henkels (1). HSG-Tore: Dusan Maric (9/4), Dominik Schmidt (4), Sebastian Rumniak (2), Felix Bahrenberg (2), Florian Hengsbach (1), Lennart Pieper (1), Sven Suton (1).

 

TuS Möllbergen – HSG Gevelsberg/Silschede 29:26 (17:13). TuS-Tore: Jan Camen (8), Sebastian Berg (6/1), Alexander Wiemann (4), Frederic Altvater (4), Simon Witte (3), Patrick Kurz (2/1), Marc Kelle (1), Thorben Hanke (1). HSG-Tore: Tobias Fleischhauer (7), Björn Rauhaus (6), Sam Lindemann (3), Daniel Schrouven (3/2), Christopher Schrouven (2), Björn Wohlgemuth (2), Sebastian Breuker (1), Leonard Stippel (1), Andre Bekston (1).

 

VfL Mennighüffen – VfL Gladbeck 25:28 (13:12). VfLM-Tore: Tomasz Tluczynski (7), Pascal Schumann (5), Jonas Köster (3), Marco Büschenfeld (3/3), Ulrich Neumann (2), Mats Köster (2), Arne Halstenberg (1), Lukas Mailänder (1), Maik Dittrich (1). VfLG-Tore: Max Krönung (10/3), Björn Sankalla (6), Fynn Blissenbach (4), Dustin Dalian (4), Sebastian Janus (2), Christoph Enders (1), Tim Krause (1).

 

TuS Ferndorf II – Soester TV 34:27 (17:13). TuS-Tore: Mattis Michel (9), Philipp Pfeil (6/3), Erik Irle (4), Leon Sorg (3), Jan Niklas Klein (3), Adrian Schmidt (3), Michel Sorg (3), Hilmar Gudmundsson (2), Fabian Schneider (1). STV-Tore: Benni Haake (6), Max Loer (6/5), Max Picht (4), Robin Bekel (4), Fabian Schnorfeil (3), Anton Schönle (2), Axel Loer (1), Julian Vukoja (1).

 

 

(bg) Obwohl er spielfrei hatte, bleibt der Spenger Phil Holland Spitzenreiter der Handball-Oberliga-Torschützenliste. Hinter dem Soester Max Loer verbesserte sich der Hemeraner Moritz Frenzel auf Rang drei, dicht gefolgt vom ebenfalls zu den „jungen Wilden“ zählenden Ferndorfer Kreisläufer Mattis Michel. Hier die Spitzengruppe:

 

Phil Holland (Spenge) 51/20

Max Loer (Soest) 49/24

Moritz Frenzel (Hemer) 46

Mattis Michel (Ferndorf II) 46/7

Maric Dusan (Augustdorf) 43/16

Felix Bahrenberg (Augustdorf) 41

Julius Hinz (A-H Bielefeld) 41/13

Max Krönung (Gladbeck) 40/6

David Wiencek (Hamm II) 40/18

Christian Klein (Hemer) 38

Björn Sankalla (Gladbeck) 38/12

Daniel Meyer (Bielefeld) 38/13

Marco Büschenfeld (Mennighüffen) 37/16

Lucas Rüter (LiT) 37/17

Nils Grothaus (Bielefeld) 35

Jan-Eric Speckmann (Lit) 33/5

Sebastian Berg (Möllbergen) 33/7

Dustin Dalian (Gladbeck) 32

Jannik Gartmann (LiT (32)

Max Picht (Soest) 32

Leon Sorg (Ferndorf II) 32

Marius Kastening (A-H Bielefeld) 32/1

Heinrich Steinkühler (Loxten) 32/6

Tobias Schetters (Hemer) 32/8

 

Gegen den letztjährigen Vizemeister aus Gladbeck hielt der VfL lange Zeit gut mit, aber in der Endphase waren die Gäste im Angriff durchschlagskräftiger als der VfL und siegten verdient mit 25:28-Toren.

Unsere zweite Mannschaft schrammte vor eigenem Publikum gegen den Titelfavoriten TV Werther ganz knapp an einem Punktgewinn vorbei. Die kämpferische Einstellunng passte. Neun Minuten vor dem Ende lag unsere Reserve noch mit 20:26-Toren zurück, doch danach kämpfte man sich noch einmal heran, verlor aber am Ende ganz unglücklich mit 27:28-Toren, da man kurz vor der Pause nicht richtig im Bilde war. Werther lag mit 8:6-Toren hinten,  ging aber nach einem 1:9-Lauf mit einer klaren 9:15-Führung in die Kabine.

 

So 17.00Uhr   VfL 1.Herren – VfL Gladbeck                    25:28

Sa 19.00Uhr   VfL 2. Herren – TV Werther                       27:28

 

VfL 1. Herren – VfL Gladbeck 25:28 (13:12)

Der VfL legte los wie die Feuerwehr und schnell stand ein 4:0 auf der Anzeigetafel. Danach fanden die Gäste ins Spiel, aber der VfL blieb über 4:1, 6:3, 7:5 und 10:7 klar in Front. Danach vergaben die Hausherren drei, vier Großchancen und prompt war Gladbeck im Spiel. Über 11:10 und 12:11 gingen die Schützlinge von Trainer Siggi Jedrzej mit einer knappen 13:12-Führung in die Pause. Und auch in Hälfte zwei blieb der VfL bis zum 16:14 vorn. Es dauerte bis zur 41.Minute, ehe der Favorit aus Gladbeck das erste Mal beim Zwischenstand von 16:17 eine Führung bejubeln konnte. Über 18:20 und 19:21 blieben die Hausherren bis zum 20:21 auf Schlagdistanz. Da die VfL-Abwehr in der Endphase die schnellen Angreifer aus Gladbeck nicht ausschalten konnte, kam der VfL nicht mehr entscheidend heran. Max Krönung (10 Tore) und Björn Sankalla (9 Treffer) setzten sich immer wieder kraftvoll durch und waren hauptsächlich für den verdienten 25:28-Auswärtssieg ihrer Sieben verantwortlich,

Tore VfL: Tomasz Tluczynski (7), Pascal Schumann (5), Jonas Köster (3), Marco Büschenfeld (3/3), Mats Köster (2), Uli Neumann (2), Lukas Mailänder (1), Maik Dittrich (1) und Arne Halstenberg (1).

 

VfL 2. Herren – TV Werther 27:28 (9:15)

Gegen den Meisterschaftsfavoriten zeigte unsere Reserve eine tolle Vorstellung, aber schwache zwölf Minuten waren für die knappe 27:28-Niederlage verantwortlich. In der Anfangsphase wechselte die Führung ständig. Über 1:0, 1:2, 4:3, 4:5 und 6:6 führten die Schützlinge von Trainer Christian Neumann in der 16.Minute mit 8:6-Toren. Doch dann dauerte es bis zur 28.Minute, ehe der VfL wieder einen Torerfolg zu verbuchen hatte. Christian Menkhoff verkürzte auf 9:13. Bis zur Pause legten die Gäste einen 1:9-Lauf hin und beim Stand von 9:15 sah Werther schon wie der sichere Sieger aus. Und in Durchgang zwei kam der VfL lange Zeit nicht entscheidend heran. Über 11:17, 14:18, 15:19 und 18:22 lagen die Hausherren in der 51.Minute noch klar mit 20:26 zurück. Doch dann kam der VfL noch einmal richtig ins Rollen und war beim 26:27 bis auf einen Treffer herangekommen. Zuvor hatte man sechsmal Holz getroffen und einen Siebenmeter ausgelassen. Werther überspielte die offene Manndeckung des VfL und Maxi Schäffer griff dem gegnerischen Angreifer in den Wurfarm. Die Folge: rote Karte gegen Maxi Schäffer und Siebenmeter für die Gäste, der das 26:28 bedeutete. Der VfL konnte zwar noch einmal auf 27:28 verkürzen, aber die letzten dreißig Sekunden spielten die Gäste clever und der VfL kam nicht mehr in Ballbesitz.

Schade, einen Punkt hätten die Hausherren auf alle Fälle verdient gehabt. Auf diese Leistung und vor allen Dingen auf die kämpferische Einstellung kann das Team aufbauen.

Tore: Christopf Marx (10/1), Christian Menkhoff (6), Simon Harre (5), Tim Wienkemeier (2), Maxi Schäffer (1), Nils Laubenstein (1), Julian Becker (1) und Tobias Pape (1).

 

(bg) Auch die nervliche Belastung eines von 1200 Fans begleiteten Derbys konnten den Siegeszug der TSG A-H Bielefeld nicht stoppen. Und da das Überraschungsteam aus Mennighüffen in Soest seine erste Niederlage kassierte, führen die Bielefelder die Handball-Oberliga mit drei Punkten Vorsprung an. Im Kellerduell feierte Augustdorf/Hövelhof seinen ersten Sieg und verschärfte die Lage von Neuling Ferndorf II.

NW Bielefeld. Das große Derby – es endete letztlich so, wie es alle erwartet hatten. Die TSG A-H Bielefeld schlug den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck mit 31:28 (17:11). Obwohl die Favoritenrolle klar verteilt war, irgendeine Magie muss die Partie doch ausgestrahlt haben, denn 1.200 Zuschauer wollten sich das Treffen der heimischen Oberligavertreter in der rappelvollen Realschulhalle nicht entgehen lassen. Sie mussten sich zunächst mit Körpersprache begnügen. Beide Teams fassten gleich gut zu und präsentierten sich offensichtlich im Derbymodus. Doch Tore wollten in den ersten Minuten nur zögerlich fallen. Immerhin: Der vermeintlich unterlegene TuS 97 ging mit 2:1 durch Nils Grothaus in Führung. Der Halblinke war es aber auch, der sich einige Würfe nahm, die nicht im Kasten der TSG landeten.  Die Gäste aus den östlichen Stadtgebieten kamen ebenfalls nur schleppend in die Partie. Doch trotz aller technischer Fehler, die Angreifer der TSG fanden ihr Ziel besser. So setzte sich die Mannschaft von Michael Boy aus einem 3:4-Rückstand zur 7:4-Führung (11.) ab. Zwischen der 16. und 22. Minute schlief die Partie dann ein. Der erste Sturm und Drang ebbte ab, die Trainer, vor allem TuS-Coach Sven-Eric Husemann, begannen auszuwechseln. Zum Ende des ersten Durchgangs setzte der eingewechselte Arne Kröger auf Seiten der TSG noch mit dem 9:12, 11:15 und 11:16 Akzente. Nach dem Seitenwechsel dominierte kurz weiter die TSG. Doch zwischen der 33. und 42. Minute erzielten die Gäste keinen Treffer mehr. Unwiderstehlich dagegen waren die Schlagwürfe von Nils Grothaus und Arne Kämper. Der TuS 97 holte vom 13:19 zum 19:19 auf. Dann schlug die Stunde von Marius Kastening. Der Spielmacher der TSG riss die Partie an sich. Vom 21:21 setzte sich die TSG auf 24:21 ab. Die letzten Trümpfe des TuS 97, eine 5:1-Deckung, die Hereinnahme von Kult-Torwart Christian Trittin und eine offene Manndeckung, stachen nicht mehr. „Vielleicht“, so mutmaßte Husemann anschließend, „kam der Ausgleich zu früh. Wäre er in der Schlussphase gefallen, hätte die TSG nicht mehr reagieren können.“ Boy lobte: „Wir haben die Ruhe bewahrt. Das war wichtig. Es war ein verdienter Sieg.“

NW Paderborn. Die HSG Augustdorf/Hövelhof hat den ersten Sieg dieser Saison eingefahren. Gegen den TuS Ferndorf II setzte sich die HSG am sechsten Spieltag vor heimischem Publikum mit 29:26 (12:11) durch und fügte dem eigenen Konto somit die Zähler drei und vier hinzu. Allerdings mussten sich die Sandhasen im Duell mit dem Aufsteiger aus dem Siegerland mächtig strecken, um letztendlich die Oberhand zu behalten. Den besseren Start in die Begegnung erwischte nämlich der TuS, der sich vom 3:3 (8. Spielminute) bis zum 8:4 (Minute 18) absetzte. „Da war es für uns schon kritisch“, befand HSG-Teammanager Udo Schildmann. Doch die Hausherren ließen sich nicht aus dem Konzept bringen, drehten auch dank personeller Wechsel mächtig auf, warfen sechs Treffer in Serie, lagen in Minute 26 so mit 10:8 in Front und zur Pause noch mit 12:11. Nach dem Seitenwechsel ließ sich Augustdorf/Hövelhof die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und führte, abgesehen vom 12:12 (32.), ständig. Zwischenstände auf dem Weg zum 29:26-Erfolg waren 19:14 (40.) und 24:17 (Minute 47) und als Ferndorf in der Schlussphase noch mal herankam, war es Kreisläufer Nico Schmeckthal, der mit seinen Treffern vier und fünf in den Schlusssekunden für den Endstand sorgte. „Wir sind froh und glücklich, dass wir erstmals in dieser Saison gewonnen haben und vor allem in Teilen der zweiten Halbzeit haben wir konzentriert gespielt und gut verteidigt. Es gibt aber in allen Bereichen noch viel Luft nach oben“, resümierte Udo Schildmann.

WP Siegen. HSG Augustdorf/Hövelhof – TuS  Ferndorf II 29:26 (12:11).  Seinen ersten Saisonsieg am Wochenende zuvor hat der Aufsteiger nicht veredeln können. Zwei Gründe waren für die Niederlage gegen die bis dato punktgleiche HSG Augustdorf/Hövelhof entscheidend: Ferndorf verlor das Torwartduell um Längen und leistete sich zu Beginn der zweiten Halbzeit eine zehnminütige Schwächephase, die die Ostwestfalen nutzten, um wegzuziehen. „Da hat sich die Mannschaft eine kollektive Auszeit genommen“, schilderte Michael Feldmann. Nach 8:4-Führung folgt der Einbruch Da sowohl der junge Niels Thies als auch der in die Bresche gesprungene Routinier Hilmar Gudmundsson der Abwehr keine Unterstützung leisten konnten, klar im Schatten von Christopher Weber bzw. Robin Wetzel standen, mussten die Kreuztaler abreißen lassen, wurde aus dem 12:12 direkt nach Wiederbeginn schnell ein 14:19 (40.) und sogar 17:24 (47.). Immerhin stimmte die Moral des Teams, in dem Michel Sorg mit sieben Treffern, darunter sechs von sechs verwandelten Siebenmetern, ein gutes Comeback nach überstandener Verletzung gab. Mit offensiver Deckung kam Ferndorf wieder auf drei Toren heran (26:23/55.), zu mehr reichte es aber nicht. „Hinten heraus hat uns auch bei dem einen oder anderen Pfiff das Glück gefehlt“, haderte Michael Feldmann. Der Aufsteiger hatte in Augustdorf famose erste 20 Minuten und eine verdiente 8:4-Führung hingelegt, dann mehrere Konterchancen nicht genutzt und verpasst, den angeschlagenen Gegner schon früh auf die Bretter zu schicken.

 

WP Gevelsberg. Unangenehm wollten sie sein, von Anfang an da sein – doch genau das Gegenteil war der Fall bei der HSG Gevelsberg/Silschede im Spiel gegen den TuS Spenge. Der Handball-Oberligist bleibt nach der 27:29 (12:18)-Niederlage weiter siegloses Schlusslicht der Tabelle. Sechs Minuten waren erst gespielt in der gut besuchten Halle West, als HSG-Trainer Norbert Gregorz sich genötigt sah, die grüne Karte beim Zeitnehmer abzugeben. Auszeit, die Mannschaft wieder auf Kurs bringen. Denn in den ersten sechs Minuten hatten sich seine Spieler schon so viele technische Fehler geleistet, dass der pfeilschnelle Spenger Linkaußen Leon Prüßner bereits viermal alleine vor dem bedauernswerten Christian Scholz auftauchen konnte. 2:6 stand es zu diesem Zeitpunkt, Gevelsberg hatte den Start in die Partie gründlich verschlafen. Doch auch nach der Auszeit war erst einmal keine Besserung in Sicht, zwei weitere Treffer der Gäste schraubten das Ergebnis auf 2:8 nach zehn Minuten. „Da war das Spiel eigentlich schon gelaufen“, so Gregorz. Fortan agierte die HSG etwas sicherer im Umgang mit dem Spielgerät, vor allem das Spiel mit den Kreisläufern Dudczak und Lindemann funktionierte und so begegneten die Gevelsberger dem Gast nun auf Augenhöhe. Wobei bei diese Augenhöhe beim TuS Spenge eine ganz schön hohe ist, denn immer wieder blitzte die individuelle Klasse der Ostwestfalen auf. Gerade Phil Holland präsentierte sich am Samstagabend in der Halle West in toller Form, dem neutralen Zuschauer bereitete der Halblinke eine Menge Freude beim Zusehen. Genau hier hatte Gäste-Trainer Heiko Holtmann eine Schwachstelle bei der HSG ausgemacht. „Wir wollten auf der Position immer wieder für Isolation sorgen, das ist uns auch größtenteils gelungen“, so der Trainer des TuS Spenge nach der Partie. Die Gastgeber taten sich indes schwer mit der Bürde des frühen Rückstandes, das Spiel an sich zu reißen und das Publikum mit ins Boot zu nehmen. Zudem mussten sie bereits nach 16 gespielten Minuten auf Björn Wohlgemuth verzichten, der sich nach einer Auseinandersetzung mit Sebastian Kopschek zu einem leichten Schubser hinreißen ließ und folgerichtig die Rote Karte sah. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung der auch ansonsten sehr kleinlich pfeifenden Schiedsrichter Di Stefano und Rosenkranz. Insgesamt verhängte das Gespann aus Dortmund und Schwerte 17 Zeitstrafen in einem Spiel, das nicht ungewöhnlich hart von beiden Seiten geführt wurde. Die positive Erscheinung im HSG-Spiel war an diesem Samstagabend definitiv Christopher Schrouven. Der lange verletzte Rückraumspieler zeichnete mitverantwortlich für zwei kleine Serien der HSG. Dank dieser keimte kurz Hoffnung bei den Zuschauern auf, dass sich die Gregorz-Sieben – wie schon so oft gezeigt – wieder zurück ins Spiel kämpfen könnte. Bis auf vier Tore konnten die Gevelsberger den Rückstand zwischenzeitlich verkürzen (10:14), doch wieder sorgten technische Unzulänglichkeiten dafür, dass die nach starkem Start immer mehr nachlassenden Gäste wieder ein beruhigendes Polster von sechs Toren mit in die Kabine nehmen konnten. Mit diesem Polster spielte Spenge eine entspanntere zweite Hälfte ohne sonderlich überzeugen zu können. „Darüber werden wir noch reden müssen“, so TuS-Trainer Holtmann, der seinem Gevelsberger Pendant Mut zusprach. „Nach dem schwachen Start haben sie gezeigt, dass sie mithalten können.“ Gregorz sah das ähnlich und konnte sich am Ende zumindest über Ergebniskosmetik freuen.Rauhaus, Stippel und Christopher Schrouven kaschierten das Ergebnis mit einer Serie zum Abschluss. So war wenigstens das Ergebnis am Ende noch versöhnlich.

NW Nerford. Handball-Oberligist TuS Spenge landete vor einer nun für ihn anstehenden dreiwöchigen Meisterschaftsspielpause noch einmal einen Sieg. Beim Tabellenletzten HSG Gevelsberg-Silschede setzt sich die Mannschaft mit 29:27 (18:12) durch.
Dabei zeigten die Spenger 45 Minuten lang eine gute Leistung. Sie kamen vor rund 400 Zuschauern sehr gut ins Spiel und legten ganz schnell eine 12:4-Führung vor, wobei die Deckung der Gäste eine hervorragende Leistung zeigte, dem Gastgeber mehrere Bälle ablief und für erfolgreiche Gegenstöße sorgte – von den ersten acht Treffern der Spenger erzielten die gleich fünf durch Tempo-Gegenstöße. Zudem wurde im Angriff auf den Punkt gespielt, so dass es wenig Grund zur Kritik gab, auch wenn zwischenzeitlich einmal – aber der 20. Minute – der Schlendrian kurz Einzug hielt. Auch nach der Pause ging das so weiter, wobei das Schiedsrichtergespann recht kleinlich pfiff, um mögliche Härten aus dem Spiel zu nehmen. Die Folge waren zahlreiche Unterzahl- wie Überzahlsituationen. „Aber auch das haben wir gut gemacht“, freute sich Trainer Heiko Holtmann. Enttäuscht war der dagegen, dass sein Team es nicht schaffe, die gute Leistung über 60 Minuten zu konservieren, denn nach dem 26:18 in der 46. Minute stellte Spenge auf den Schongang um. „Der Sieg war nie gefährdet, aber er hätte weitaus höher ausfallen müssen“, erklärte Holtmann, der sich zudem um die Möglichkeit gebracht sah, bei einer deutlicheren Führung wie geplant die lange Zeit verletzten Justus Clausing und Marcel Ortjohann erstmals wieder in einem Meisterschaftsspiel einzusetzen.

Westf. Nachrichten. Am Ende stand eine deutliche 27:38 (12:16)-Heimniederlage für die Spieler des ASV Hamm-Westfalen II in der Partie der Handball-Oberliga gegen den HSV 81 Hemer auf der Anzeigetafel. Vor dem Spiel trennte die beiden Mannschaften lediglich ein Punkt voneinander. Auf der Platte waren es ein paar Tore mehr. „Das war ein schwaches Spiel von uns und wir haben verdient verloren. Allerdings hatten wir auch mit großen personellen Problemen zu kämpfen“, verwies ASV-Trainer Tobias Mateina auf das Fehlen der angeschlagenen Phil Schrage, Kim Voss-Fels und Björn Danz. Rückraumspieler Vincent Saalmann wurde in der ersten Mannschaft eingesetzt. „Über 60 Minuten haben wir es einfach nicht geschafft, diese Ausfälle zu kompensieren.“ Stattdessen setzte Mateina auf junge Nachwuchsspieler aus der eigenen Jugend wie den erst 17-jährigen Jannis Bihler oder Rechtsaußen Luca Tröster, der mit sechs Treffern erfolgreichster ASV-Werfer war.

Die Hammer Reserve begann nicht gut. Vor allem offensiv fehlte den Gastgebern anfangs die Durchschlagskraft, sodass das Team nach einer Viertelstunde bereits mit 4:9 hinten lag. „Wir sind ganz schlecht gestartet und haben von Beginn an keinen Zugriff bekommen“, lautete Mateinas Fazit. Es folgte allerdings die stärkste Phase seiner Truppe.

Bis auf 9:11 verkürzte der ASV den Rückstand zwischenzeitlich (22.), ehe es mit einer 12:16-Hypothek in die Pause ging. Nach dem Seitenwechsel zeigte sich wieder der gewohnte Spielverlauf. Die Reserve wirkte bemüht, doch häuften sich im Angriff die Fehler der Gastgeber. Dem Rückraum fehlte es an Torgefahr, und auch eine dreifache Überzahl münzten die Hammer nicht in einen Treffer um. Auf der anderen Seite kamen die Gäste aus Hemer zu vielen einfachen Toren in Form von schnellen Gegenstößen. Zudem waren Christian Klein und Moritz Frenzel immer wieder aus dem Rückraum erfolgreich. „Letztlich fällt das Ergebnis vielleicht ein bisschen hoch aus. Gerade gegen Ende kassieren wir einen Gegenstoß nach dem anderen“, resümierte Mateina. „Aber das ist nun mal Oberliga-Handball. Heute hat man gesehen, dass wir immer noch im Lernprozess sind.“ In der kommenden Woche erwartet den ASV beim direkten Tabellennachbarn TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck ein wichtiges Spiel. Daher hofft das Team umso mehr auf die Rückkehr der gegen Hemer abwesenden Kräfte.

 

IKZ Hemer. ASV Hamm II – HSV Hemer 27:38 (12:16). Zweiter Sieg in Folge, dazu der deutlichste in der laufenden Serie: Es läuft bei den Hemeraner-Oberliga-Handballern, die bei der  nur auswärts stark aufspielenden Hammer Zweitvertretung jederzeit alles im Griff hatten.   Im Vergleich zu den ersten Saisonwochen ist die Entwicklung der Mannschaft von Tihomir Knez unverkennbar. Die Geschlossenheit ist ausgeprägter, immer mehr Akteure nähern sich ihrer Bestform, und die Fehlerquote sinkt. Das Resultat war eine absolut überzeugende Vorstellung.  Eine konsequente Abwehrarbeit  und ein gutes Zusammenspiel im Angriff gaben dabei den Ausschlag. „Wir haben einige taktische Dinge verändert, und das funktioniert“, erläuterte der Coach, der einige Akteure hervorhob. An erster Stelle Topwerfer Christian Klein. „Er hat viele Freiheiten und geht verantwortungsvoll damit um. Aber das aktuelle Niveau muss für ihn eigentlich normal sein“, sagte Knez. Lars Henkels lieferte eine starke Partie am Kreis, Youngster Bastian Frenzel auf Halbrechts bescheinigte der Coach eine fehlerfreie Leistung, und der in der Abwehr tadellos arbeitende Alessio Sideri steuerte insgesamt  sechs Treffer bei. Nach sieben Minuten führten die Gäste schon mit 6:1, ehe die ASV-Reserve nach einer Auszeit herankam. Nach Schetters’ Siebenmeter-Fehlwurf beim 7:10 und dem anschließenden achten Tor der Gastgeber schien es etwas spannender zu werden, doch bis zum Ende der ersten Hälfte hatten sich die Gäste wieder ein größeres Polster zugelegt. In den ersten zehn Minuten nach Wiederbeginn blieb der Abstand für Hamm noch überschaubar, doch dann setzten sich die Hemeraner kontinuierlich ab. „Das kann nur so gut gelingen, wenn man wenig technische Fehler macht und nicht jeder glaubt, er müsse einen Wurf nehmen“, erläuterte Knez. Als die Gäste von 17:20 (37.) binnen zehn Minuten auf 21:27 davon zogen, war alles gelaufen. Die Mannschaft hatte genügend Substanz und überstand auch einige Unterzahlsituationen mühelos. Vor der Herbstferienpause kommt nun der Drittletzte Augustdorf ins Grohe-Forum, und gegen den soll die Serie fortgesetzt werden.

 

WAZ Gladbeck. Dass die Zuschauer in der Riesener Halle eine Punkteteilung gesehen hatten, ließen die unterschiedlichen Reaktionen auf dem Parkett nach dem Abpfiff nur schwer erahnen. Die Sportfreunde Loxten rissen die Arme nach oben. Die Sieben des VfL Gladbeck sank zu Boden. Wieder hatte es nicht mit einem Heimsieg geklappt. Am Ende steht nach einer dramatischen Schlussphase ein 26:26 (13:14). Das dritte Unentschieden in Folge. Damit hat die Mannschaft von Sven Deffte sich erneut nicht belohnt, belegt mit einer Bilanz von 5:7-Punkten nun den neunten Tabellenplatz. „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Es fehlt im Moment auch ein wenig das Glück. Der Punkt geht in Ordnung“, konstatierte Deffte. In der Schlussminute verpassten die Gladbecker einen letzten Abschluss und damit einen möglichen Sieg.

„Es war ein enges Spiel. Den zwei Punkten sind wir zum Schluss näher als Loxten. Dann entscheiden Kleinigkeiten“, sagte der Trainer. Kleinigkeiten, die aktuell einfach nicht zu Gunsten des VfL ausfallen. „Hätten wir ein bisschen Glück in der Saison gehabt, würden wir hier jetzt mit 10:2 Punkten stehen. Da müsste ich nicht viel erzählen.“ Die erste Halbzeit begann denkbar schlecht für Gladbeck. Früh liefen die Gastgeber einem Drei-Tore-Rückstand hinterher. Weil erst der fünfte Angriff der Roten zum Erfolg führte. Die Gäste aus Ostwestfalen zeigten sich im ersten Durchgang insgesamt kaltschnäuziger. Und suchte früh den Abschluss: „In der ersten Hälfte fehlten uns so ein bisschen die Emotionen“, bilanzierte Deffte. „Wir haben uns durch die langen Angriffe von Loxten einlullen lassen. Sie hatten das Spiel im Griff. Bei Loxten ist in der ersten Hälfte der Matchplan aufgegangen.“  Die Emotionen waren mit dem Pausenpfiff aber ohne Zweifel wieder da. Fynn Blissenbachs Anschlusstreffer zum 13:14 verstand der VfL als Initialzündung für Hälfte zwei. Und auch der Hallensprecher blies in der Pause zur Attacke: „Die Aufholjagd hat begonnen.“

Und zwei Minuten nach dem Seitenwechsel war es wieder Blissenbach, der sein Team mit 15:14 erstmals in Führung brachte. Dennoch blieb die Partie auf Messers Schneide. „In der zweiten Hälfte waren wir schon die bessere Mannschaft. Es waren einfach Kleinigkeiten. Heute haben wir zu viele freie Bälle ausgelassen. Das war der Unterschied heute. Wir haben bestimmt vier, fünf Hundertprozentige liegen lassen“, analysierte Deffte. Nachdem Max Krönung, mit sieben Treffern bester Werfer des VfL, 100 Sekunden vor Schluss einen Tempogegenstoß zum 26:25 versenkte, zeigte er mit dem Finger auf seine Stirn. „Jetzt wird es eine Kopfsache“, wollte er seinen Mitspielern damit sagen. Nach dem Ausgleich (59.) war die Chance da. Doch trotz Timeout 15 Sekunden vor Schluss kam kein vernünftiger Abschluss mehr zu Stande. Deffte: „Wir werden weiter machen und uns das Glück wieder erarbeiten.“

 

Haller Zeitung. Fakt ist, dass es ein irre spannendes Spiel war, nach dessen Schlusspfiff Thomas Lay jubelnd die Fäuste ballte und die Arme hochriss. „Ich bin grundsätzlich mit dem Punkt sehr zufrieden“, sagte Loxtens Trainer. Ein hochklassiges Duell hatte in Gladbeck aber keiner gesehen. „Das war Not gegen Elend“, sagte Loxtens Torwart Pascal Welge und lag damit ganz nah an der Wirklichkeit. Dieser Partie des sechsten Spieltages fehlte vor allem eines: Erfrischendes. „Das sieht aus wie ein Testspiel donnerstagabends“, meinte VfL-Coach Sven Deffte in der Pause: „Ohne Emotionen. Von beiden Seiten.“ Zu diesem Zeitpunkt lagen die Loxtener 14:13 vorn, nachdem sie schon 14:10 geführt hatten. „In der ersten Halbzeit hatten wir ein bisschen mehr Glück im Abschluss, haben im Angriff nach guten Lösungen gesucht, und die Abwehr hat sehr gut gestanden“, analysierte Lay, der auf Nils Patzelt verzichten musste. Der Linkshänder hatte sich beim Donnerstag-Training eine Bänderverletzung zugezogen und hat am Montag zwecks genauer Diagnose einen MRT-Termin. Sein Ausfall fiel am Samstagabend insofern nicht ins Gewicht, als Max Harnacke auf der Rechtsaußen-Position ein gutes Spiel und sieben Tore machte.

Nach dem Wechsel war es dann der VfL Gladbeck, der einen etwas besseren Eindruck hinterließ und auch mehrere Male mit zwei Treffern vorn lag. „Wir waren in unseren Angriffshandlungen zu hektisch“, sagte Lay, der reagierte und Rückraum-Mann Christian Kalms mehrere Minuten Zeit zum Nachdenken auf der Bank gönnte sowie Kreisläufer Jan Patzelt herausnahm und bis zum Ende nicht mehr brachte. Als sein Team 23:25 zurücklag, beendete der Loxtener Coach, der zwischenzeitlich 5:1 statt 6:0 hatte decken lassen, auch sein kurzes Experiment zwischen den Pfosten: Nach gerade einmal drei Minuten kehrte Pascal Welge für Daniel Plum ins Tor zurück. Welge musste in der Schlussphase nur noch einmal hinter sich greifen, als Max Krönung einen Gegenstoß zum 26:25 für den VfL nutzte. Der Keeper war für Sven Deffte ein entscheidender Faktor. „Er hat vier, fünf Freie weggenommen“, sagte Gladbecks Trainer, „das hat uns ein bisschen gefehlt.“ Und VfL-Schlussmann Sebastian Büttner hätte das 26:26 durch den neunten Treffer von Heiner Steinkühler wohl verhindern können. Den Sportfreunden wars aber nur recht so: Sie feierten ihren sechsten Saisonpunkt.

 

Mindener TB. Handballspiele in der Holzhauser Bürgerhalle sind für Lit-Torwart Linus Happel etwas ganz besonderes. „Die Zuschauer sind hier etwas näher dran als in unserer angestammten Halle in Nordhemmern. Und wenn man zu Beginn ein paar Bälle hält, dann macht es hier richtig viel Spaß“. Und Happel hatte im Oberliga-Derby gegen den TuS 09 Möllbergen richtig Freude und war einer der Garanten dafür, dass Lit Tribe Germania im „blauen Salon“ mit 30:25 (14:10) verdient die Oberhand behielt. „Ich glaube, wir waren auf allen Positionen ein kleines bisschen besser. Das hat heute den Ausschlag gegeben“, sagte Lit-Trainer Daniel Gerling knapp aber treffend nach den kurzweiligen 60 Minuten. Dass der Erfolg der Gastgeber mehr als verdient war, dass fand auch Möllbergens Trainer André Torge. „Wir haben uns zu viele Fehler erlaubt. Im Innenblock waren wir zu fahrlässig, in den Seitwärtsbewegungen zu langsam und vorne zu fahrlässig im Abschluss“, brachte es Torge auf den Punkt. Immerhin attestierte er seinen Spielern eine tolle Moral, als sie nach einem 20:29-Rückstand (56.) erfolgreich Ergebniskosmetik betrieben und die Niederlage noch in Grenzen halten konnten. Zu Beginn sah es vor rund 300 Zuschauern nach einem prickelnden Derby auf Augenhöhe aus. Die Portaner führten schnell mit 4:1 (8.) und hielten die Partie bis zum 7:7 offen (19.). Dann aber wechselte Daniel Gerling den Torwart. Und mit Linus Happel setzten sich die Gastgeber auf 12:8 (25.) und später zum 14:10 ab. Insbesondere die Möllberger Außen verzweifelten am bärenstark haltenden Happel. In der zweiten Halbzeit entwickelte sich zunächst ein Schlagabtausch, in der die Gastgeber versuchten sich entscheidend abzusetzen, während die Möllberger bemüht waren, noch einmal heranzukommen. „Wir hatten schon noch unsere Chance, näher heranzukommen. Aber wir haben es uns teilweise auch selber schwer gemacht“, sagte Spielmacher Frederik Altvater. Für ihn war das Spiel nach gut 40 Minuten zu unrecht vorbei, weil er eine dritte Zeitstrafe kassierte, die eigentlich seinem Nebenmann Alex Wiemann gehört hätte. 17:16 führten die Gastgeber zu diesem Zeitpunkt, die aus diesem personellen Verlust Kapital schlugen. Über 20:16 (45.) und 24:18 (50.) war das Derby zu Gunsten der Hausherren entschieden. Bis zum 29:20 (56.) gaben die Lit-Spieler Vollgas, bevor Möllbergen noch einmal verkürzen konnte. Beste Schützen der Hausherren waren Jannik Borcherding und Julian Knickmeier mit je sieben Treffern. Auf der Gegenseite trafen Patrick Kurz und Alex Wiemann fünf Mal.

 

Soester Anzeiger. Sie kamen mit der besten Abwehr nach Soest, hatten noch kein Spiel verloren. Doch der VfL Viktoria Mennighüffen erlitt das gleiche Schicksal wie einst der TuS Möllbergen, als er in der Bördehalle antrat. Der STV brachte dem Tabellenzweiten beim 27:19 seine erste Niederlage bei, gestaltete sein Punktekonto wieder positiv. STV-Trainer Dirk Lohse, vor einer Woche noch mit seinen Schützlingen an einer starken Loxtener Abwehr gescheitert, rührte in der Defensive Beton an, allerdings nicht auf die herkömmliche Art und Weise. Es war nicht etwa eine Soester Wand, die Mennighüffen nicht zu überwinden verstand. Vielmehr ließ er seine Jungs vor dem Gäste-Angriff herumwuseln, dass den VfL-Akteuren Hören und Sehen verging. Auf der Spitze ärgerte Jan-Ole Zülsdorf, tags zuvor noch 60 Minuten in der Reserve am Ball, den Gäste-Aufbau, neben ihm verteidigte Fabian Schnorfeil halbrechts sehr offensiv, ebenso Außen Jan Franke gegen den polnischen Ex-Weltmeister Tluczynski. Die Taktik vom Trainer ging auf.

Schnell wurde erkennbar, dass Mennighüffen diese Abwehr überhaupt nicht schmeckte. Trainer Jedrzey nahm rasch eine Auszeit, fand zunächst seinerseits immerhin ein Mittel gegen die Soester Offensive, in der Robin Bekel auf der Mitte zwischen Schnorfeil und Axel Loer agiert, während Max Loer auf der Bank blieb. Lohse hatte auch hier ein Mittel parat, ließ nach einer guten Viertelstunde im Angriff wieder zu siebt spielen, Keeper Birk Muhr nahm auf der Bank Platz. Das Risikospiel zahlte sich im Nu aus. Nach Max Pichts Kontertor zog der STV auf 9:5 davon, Mennighüffen nutzte auch seine Chancen nicht, als Soester Angriffe abgefangen wurden und das Tor leer war. Stark zum Schluss, wie Axel Loer aus dem Halbfeld mit der Pausensirene das Leder zum 11:7 ins Tor drosch.

Das schien weiteren Mut für Halbzeit zwei zu machen, wo die Zuschauer nach drei Toren in Folge mehr und mehr begeistert waren, einen Sieben-Tore-Vorsprung bejubelten. Mit den beiden Kreisläufern Julian Vukoja und Anton Schönle wurde der Gast ein ums andere Mal nicht fertig, handelte sich einige Siebenmeter ein, die Max Loer bis auf eine Ausnahme verwandelte. Auch in Unterzahl blieb der STV mutig, spielte dann eben zu sechst ohne Torwart. Das Mittel wirkte ebenso wie die offensive Deckung, bis sich Schnorfeil die zweite Zeitstrafe eingehandelt hatte. Plötzlich wurden die Soester in ihren Aktionen hektischer, aus sechs Toren Vorsprung wurden nur noch zwei, Lohse nahm eine Auszeit. Die Worte an seine Schützlinge fruchteten offenkundig. Denn es funkte wieder im Angriff, jetzt mit Leon Wolff statt Picht auf der linken Außenbahn. Der Youngster führte sich nach Pass von Max Loer gleich prächtig ein, Schönle und Vukoja setzten jeweils vom Kreis nach. Mit Max Loers 25:18 war das Ding durch. „Das war eine Klasseleistung in der Abwehr mit Jan-Ole auf der Spitze, das war der Schlüssel zum Erfolg. Es ist der Mannschaft hoch anzurechnen, dass sie auch nicht in Hektik verfallen ist, als es eng wurde“, lobte Trainer Lohse nach dem Abpfiff.

NW Bad Oeynhausen. Es dröhnt schon längst keine Musik mehr aus den Boxen in der Bördehalle, und auf dem Boden schwappt überall das Reinigungsmittel, das das Harz lösen soll. Zu diesem Zeitpunkt ist Zygfryd Jedrzej immer noch in der Kabine und hält seiner Mannschaft nach deren erster Saisonniederlage in der Handball-Oberliga einen Vortrag, der gefühlt länger dauert als das Spiel. Diese 19:27 (7:11)-Pleite beim Soester TV wurmt den Trainer, ja sie tut ihm fast weh. Zumal sie überhaupt nicht nötig war.
Was hat ihn denn nun am meisten gestört? Bevor Zygfryd Jedrzej zu den zahlreichen Mängeln kommt, die sein Team an diesem frühen Sonntagabend gemacht hat, knöpft er sich die Unparteiischen vor: Kai Dehmelt und Holger Winkelhane aus Herten beziehungsweise Gelsenkirchen. „Wenn du was auf die Fresse bekommst und blutest, ist es egal, ob es Absicht war oder nicht. Das ist dann Rot“, sagt der VfL-Trainer und denkt an die 33. Minute, als Lukas Mailänder nach einem Foul von Axel Loer vom Parkett musste. „Die Schiedsrichter haben die überharte Gangart der Soester nicht unterbunden, und vorne hatten deren Kreisläufer einen Freibrief“, ärgert er sich. „Die verwerfen, kippen um und bekommen einen Siebenmeter.“
Rückraum-Mann Lukas Mailänder kehrte dann aber recht zügig mit dem nicht blutverschmierten Trikot mit der Nummer 15 zurück. An eine Rückkehr von Arne Halstenberg war indes nicht zu denken. Schon in der 10. Minute hatte sich der Mennighüffener bei einem Wurfversuch am rechten Ellbogen verletzt. Für Zygfryd Jedrzej war das Ausscheiden seiner Nummer 18 ein ganz entscheidender Faktor für die Niederlage, wenn nicht sogar der entscheidende. „Danach“, sagte der 50-Jährige, „hatten wir riesige Probleme.“ Zu diesen nicht selbst produzierten Problemen gesellten sich in Soest bei den VfL-Handballern aber auch zahlreiche selbst gemachte. Obwohl es alles andere als überraschend war, dass das Team von Trainer Dirk Lohse mit sieben beziehungsweise in Unterzahl mit sechs Feldspielern agierte und dies ab der 19. Minute bis zum Schlusspfiff konsequent tat, schlugen die Mennighüffener daraus viel zu wenig Kapital. Und als die gleich drei Würfe, die Torwart Daniel Habbe und zweimal Marco Büschenfeld am leeren STV-Tor vorbei setzten, ins Jedrzej-Gedächtnis zurückkehrten, vergaß der VfL-Coach für einen Moment sogar die Leistung der Unparteiischen. „Das war völlig blind und unnötig“, sagte er. „Man hätte auch noch einen Pass spielen und den Ball leichter versenken können. Wenn wir das besser gemacht hätten.“ Dann wären es nach den ersten 30 Minuten nicht total mickrige sieben, sondern zumindest etwas weniger mickrige neun Treffer gewesen. Nicht minder überraschend war, dass die Soester mit einer offensiven Abwehr agierten. Diesmal war es eine nach rechts versetzte 4:2-Formation. Und jeder kann sich sicher sein, dass Zygfryd Jedrzej seinem Team bis ins kleinste Detail erklärt hatte, wie es sich zu verhalten habe. Doch nicht nur in diesem Punkt haperte es in Soest bei der Umsetzung gewaltig. „Eigentlich müsste so eine Deckung für uns besser sein, weil Räume da sind“, sagte der VfL-Trainer, der bei dem einen oder anderen hin und wieder auch die Galligkeit der vergangenen Partien vermisst haben dürfte. Nichtsdestotrotz: Nach dem erschreckenden Start in die zweite Halbzeit und dem 7:14-Rückstand bäumten sich die Mennighüffener auf. Zumindest vorübergehend. „Wir haben in der Abwehr super gekämpft“, sagte Trainer Zygfryd Jedrzej und machte vor allem diese Tatsache für die tolle Aufholjagd bis zur 52. Minute verantwortlich, die sein Gegenüber Dirk Lohse schließlich auch zu einer Auszeit zwang. Nach diesem 11:6-Lauf zum 18:20 wurde aus der Stich- aber ganz schnell wieder eine Sparflamme. Zumal die Soester überhaupt kein Nervenflattern zeigten. „Das war eine schwierige Phase, aber ich muss meiner Mannschaft hoch anrechnen, dass sie weiter diszipliniert gespielt hat“, sagte Dirk Lohse, der dann einen 5:0-Lauf seines Teams und somit die Entscheidung gesehen hatte (25:18). Das wurmte Zygfryd Jedrzej. Und weil die Gastgeber in dieser Phase auch mal wieder vom Kreis getroffen hatten, nutzte der VfL-Coach eine Tasche, die neben der Bank stand, als Fußball.

 

TuS Bielefeld/Jöllenbeck – TSG A-H Bielefeld 28;31 (11:17). TuS-Tore: Nils Grothaus (7), Daniel Meyer (5/3), Arne Kämper (4), Till Kraatz (3), Moritz Klapdohr (3), Lukas Heins (3), Malte Begemann (1), Jakob Röttger (1), Christian Niehaus (1/1). TSG-Tore: Marius Kastening (7/1), Johannes Krause (6), Nils Prüßner (6), Julius Hinz (5/2), Tim Schuwerak (3), Arne Kröger (3), Nils Strathmeier (1).

 

HSG Augustdorf/Hövelhof – TuS Ferndorf II 29:26 (12:11). HSG-Tore: Felix Bahrenberg (8), Sebastian Rumniak (6), Nico Schmeckthal (5), Dusan Maric (4/2), Dominik Schmidt (2), Lennart Pieper (2), Florian Hengsbach (1), Sven Suton (1). TuS-Tore: Michel Sorg (7/6), Mattis Michel (7/2), Leon Sorg (6), Erik Irle (4), Jan Niklas Klein (1), Philipp Pfeil (1).

 

HSG Gevelsberg-Silschede – TuS Spenge 27:29 (12:18). HSG-Tore: Christopher Schrouven (6), Tobias Fleischhauer (5), Daniel Schrouven (4/3), Rafael Dudczak (3), Björn Rauhaus (2), Sam Lindemann (2), Leonard Stippel (2), Sebastian Breuker (1), Marvin Müller (1), Kevin Kliche (1). TuS-Tore: Phil Holland (11/4), Leon Prüßner (7), Sebastian Reinsch (4), Fabian Breuer (3), Sebastian Kopschek (1), Gordon Gräfe (1), Lasse Bracksiek (1), Oliver Tesch (1).

 

ASV Hamm II – HSV 81 Hemer 27:38 (12:16). ASV-Tore: Luca Tröster (6), David Wiencek (5/5), Sören Feldmann (4), Dennis Richter (3), David Spiekermann (2), Jan Pretzewofsky (2), Melf Krause (2), Maximilian Zyska (1), Christopher Kohl (1), Jannis Bihler (1). HSV-Tore: Christian Klein (9), Lars Henkels (7), Moritz Frenzel (7), Alessio Sideri (6), Antonio Mrcela (3), Bastian Frenzel (2), Tobias Schetters (2/1), Max Klein (1), Lukas Rosenbaum (1).

 

VfL Gladbeck – Spfr. Loxten 26:26 (13:14). VfL-Tore: Max Krönung (7/2), Sebastian Janus (5), Fynn Blissenbach (4), Björn Sankalla (4/2), Marcel Giesbert (2), Dustin Dalian (2), Tim Krause (1), Mats Diergardt (1). SF-Tore: Heinrich Steinkühler (9), Maximilian Harnacke (7), Jan Patzelt (3), Max-Leroy Schäfer (3), Christian Kalms (2/1), Timo Menger (1), Malte Weigel (1).

 

LiT TRIBE GERMANIA – TuS Möllbergen 30:25 (15:10). LiT-Tore: Jannik Borcherding (7), Julian Knickmeier (7), Lucas Rüter (5/1), Marvin Mundus (4/2), Nico Kruse (3), Jannik Gartmann (2), Patrik Borgmann (2). TuS-Tore: Alexander Wiemann (5), Patrick Kurz (5/2), Simon Witte (4), Thorben Hanke (3), Jan Camen (3), Sebastian Berg (2), Fabian Arning (1), Leon Richter (1), Marc Kelle (1).

 

Soester TV – VfL Mennighüffen 27:19 (11:7). STV-Tore: Max Loer (6/4), Axel Loer (4), Julian Vukoja (4), Max Picht (3), Anton Schönle (2), Leon Wolff (2), Fabian Schnorfeil (2), Jan Franke (2), Robin Bekel (1), Benni Haake (1). VfL-Tore: Marco Büschenfeld (10/3), Lukas Mailänder (4), Ulrich Neumann (2), Maik Dittrich (2), Tomasz Tluczynski (1).

 

 

(bg) Erneut traf der Spenger Phil Holland zweistellig, wurde mit elf Toren auch Tagessieger der sechsten Runde und baute damit seine Führung in der Torschützenliste der Handball-Oberliga gegenüber dem Soester Max Loer weiter aus. Dritter bleibt der Bielefelder TSG-Akteur Julius Hinz vor dem aus dem Feld heraus gefährlichsten Schützen Felix Bahrenberg (Augustdorf) und dem Hemeraner Moritz Frenzel. Die Spitzengruppe:

 

Phil Holland (Spenge) 51/20

Max Loer (Soest) 43/19

Julius Hinz (A-H Bielefeld) 41/13

Felix Bahrenberg (Augustdorf) 39

Moritz Frenzel (Hemer) 37

Mattis Michel (Ferndorf II) 37/7

Lucas Rüter (LiT) 37/17

Nils Grothaus (Bielefeld) 34

Maric Dusan (Augustdorf) 34/12

Marco Büschenfeld (Mennighüffen) 34/13

Christian Klein (Hemer) 33

Marius Kastening (A-H Bielefeld) 32/1

Daniel Meyer (Bielefeld) 32/12

Björn Sankalla (Gladbeck) 32/12

Max Krönung (Gladbeck) 30/3

Tobias Schetters (Hemer) 30/7

David Wiencek (Hamm II) 30/16

Leon Sorg (Ferndorf II) 29

Dustin Dalian (Gladbeck) 28

Max Picht (Soest) 28

Sebastian Reinsch (Spenge) 28